Vorliegende Sammlung ist ursprünglich als traditionelle Bibliographie des modernen Westfälischen entstanden. Nach wie vor bilden die westfälischen Mundarten - sowie das nahe verwandte Ostfälische - einen Schwerpunkt dieser Sammlung. Seitdem vor einigen Jahren die Digitalisierung der Kollektionen wissenschaftlicher Bibliotheken begonnen hat, hat sich als weiterer Schwerpunkt die niederdeutsche Literatur des 16. und 17. Jhs. herausgebildet.

Von der Germanistik wird die Sprache dieser Literatur gerne "Mittelniederdeutsch" genannt. Ich kann mich mit diesem Begriff nicht richtig anfreunden, da die niederdeutsche Literatursprache des 16. und 17. Jhs. dem modernen Niederdeutschen recht ähnlich ist. Demjenigen, der die konservativen westfälischen Mundarten kennt, wird die Sprache zweifelsohne sehr vertraut vorkommen. Der Unterschied zum modernen Niederdeutsch liegt einfach darin, dass sich die niederdeutsche Literatur des 16. und 17. Jhs. auf einer anderen literarischen Ebene bewegt und zudem auf eigenständig niederdeutsche Weise geschrieben wurde. Ich nenne die Sprache dieser Literatur daher lieber "Klassisches Niederdeutsch".

Auch die Bibliographie moderner niederdeutscher Mundarten hat sich immer mehr in Richtung einer Sammlung digitalisierter Werke entwickelt, die aus urheberrechtlichen Gründen zumeist älteren Datums sind. Die bibliographische Erfassung der Neuerscheinungen der letzten Jahre ist darüber völlig zu kurz gekommen.