Zur Geschichte des Alten Sachsens unter besonderer Berücksichtigung des nordöstlichen Westfalens

Annotierte Auswahlbibliographie zur Geschichte der Herrschaft Rheda und des Amtes Reckenberg im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

 

Zum Grainga als Beispiel eines Gaues Die Herzöge und Grafen Die Heerschaften Westfalen, Engern und Ostfalen
Die Gaue Nordalbingiens Zur Gografschaft Wiedenbrück Unteilbare Territorien
Der Osnabrücker Bannforst und die Senne Die politische Untergliederung Sachsens Die Zerschlagung des sächsischen Herzogtums (1177-1181)
Zur Gelnhäuser Urkunde und zum Kogelnberger Vertrag Die Begriffe Westfalen und Ostfalen nach 1200 Die Folgen der Zerschlagung
Zum Sachsenspiegel Sekundärliteratur Quellen
Karten    

 

Zum Grainga als Beispiel eines Gaues

In Böttgers monumentaler Studie wird der Versuch unternommen, die altgermanischen Gaugrafschaften (pagi), deren Existenz man im 19. Jh. allgemein annahm - Nicht zu verwechseln mit den mittelalterlichen Grafschaften (comitiae) und Gografschaften (gograviatus). - anhand der Grenzen der mittelalterlichen Bistümer und ihrer Untergliederungen für Niederdeutschland zu rekonstruieren.

Davon kann man halten, was man will. Außer einigen Namen, die auch einfach Landschaftsbezeichnungen sein könnten, erscheinen diese Gaugrafschaften nämlich nicht im hochmittelalterlichen Quellenmaterial.

Anhand der Quellen lässt sich nicht entscheiden, ob die in den Quellen zusammen mit dem Namen eines Gaues erwähnten Grafen, Graf des Gaues oder Graf in dem Gau waren. Vermutlich war Letzteres der Fall. Im hohen Mittelalter hatte die Entstehung adliger Territorialherrschaften erst gerade eingesetzt und herrschten die adligen Lehnsträger vielmehr kraft der ihnen verliehenen Rechte.
Auch lässt sich die geographische Lage der jeweiligen Gaue nur ungefähr anhand der wenigen Orte, die in den Quellen genannt werden, bestimmen.

Unzweifelhaft hingegen ist, dass die Grenzen der mittelalterlichen Bistümer und ihrer Untergliederungen in diesem Werke bis auf das einzelne Dorf genau festgestellt werden. Dem Leser dieses Werkes erschließt sich außerdem ein reicher Schatz an mittelalterlichem Quellenmaterial.

Das Herzogtum Sachsen. Ausschnitt aus der Karte Deutschland um das Jahr 1000 in Droysens Allgemeinem Historischen Handatlas
Das Herzogtum Sachsen. Ausschnitt aus der Karte Deutschland um das Jahr 1000 in Droysens Allgemeiner Historischer Handatlas (1886).
Der pagus Grainga und die Gografschaft Melle
Es ist übrigens nicht auszuschließen, dass man im altgermanischen Grainga (in der Gegend des heutigen Grönegaues um Melle) den Vorläufer der späteren Gografschaft Melle vor sich hat bzw. den der späteren Gografschaft Buer.

Die Gografschaft Melle hat im Hochmittelalter neben den später Osnabrückischen Kirchspielen Melle, Gesmold, Oldendorf, Riemsloh, Neuenkirchen und Wellingholzhausen auch die später Ravensbergischen bzw. Mindener Kirchspiele Borgholzhausen, Halle (mit Werther), Wallenbrück, Jöllenbeck, Spenge, Enger, Bünde, Hiddenhausen, Kirchlengern und einen Teil des Klosterkirchspiels von Quernheim umfasst (vgl. Stüve 1870, S. 133).

Die untypisch kleine Gografschaft Buer, die wohl von der Gografschaft Melle abgespalten worden war,12 umfasste die Kirchspiele Buer und Rödinghausen sowie die zum Kirchspiel Melle gehörige Bauerschaft Eicken (vgl. Stüve 1870, S. 133).

Der Grainga wird
  • in einer Urkunde vom 8. Dezember 851 ("in pago Grainga in villa quae vocatur Kelveri") und
  • einer Urkunde vom 25. April 859 ("in ducatu Westfalorum in pagis Grainga et Threcwiti")
erwähnt. (Die Urkunde vom 8. Dezember 851 findet sich in Kaiserurkunden der Provinz Westfalen I, Urkunde 28, S. 114 und Regesta Historiae Westfaliae I, Urkunde 19, S. 15.)

Für die Gleichsetzung des heutigen Grönegaues mit dem Grainga sprechen zwei Argumente: Näher zu untersuchen bleibt, wann der hochdeutsche Name Grönegau aufgekommen ist. Im Stift Osnabrück gab es das Amt Grönenberg mit der Grönenburg in dem Gebiet, das heute unter dem Namen Grönegau bekannt ist (vgl. die Karte Delineatio episcopatus Osnabrugensis (1776)).

12 In der Urkunde von 1225 tritt die Gografschaft Buer noch nicht in Erscheinung. Vor dem Hintergrund der Beobachtung, dass das Gebiet einer Gografschaft normalerweise durch das der zugehörigen Kirchspiele bestimmt wurde, ist die Zugehörigkeit der unter das Kirchspiel Melle fallenden Bauerschaft Eicken zur Gografschaft Buer als Indiz für einen früheren Zusammenhang mit der Gografschaft Melle zu werten.

Irrig ist Böttgers Ansicht, die Gegend um Wiedenbrück hätte zum Grainga gehört, für die es keinerlei Rückhalt in den Quellen gibt (vgl. Böttger, [1874] S. 60 und die Karte, die, was die Gaue betrifft, offensichtlich auf Böttgers Studien beruht. Siehe vor allem die Annotation zur Gografschaft Wiedenbrück).

Die Gaue und die altsächsische Volksversammlung
Außerdem ist die altsächsische Volksversammlung, die alljährlich in Marklo stattfand, von Interesse, von der die Lebensbeschreibung des Heiligen Lebuins berichtet. Der Heilige Lebuin war ein Missionar angelsächsischer Abstammung, der im 8. Jh. eine Zeitlang im sächsischen Gebiet gewirkt hat. Während einer der Versammlungen in Marklo soll er selbst anwesend gewesen sein. In der Lebensbeschreibung des Heiligen Lebuins heißt es:

"Einen König hatten die alten Sachsen nicht, sondern durch die Gaue bestimmte Machthaber [Satrapae. Grafen?]. Es war Sitte, einmal im Jahr eine allgemeine Versammlung abzuhalten im mittleren Sachsen, in der Nähe des Flusses Weser an einem Orte, der sich Marklo nennt. Es pflegten dort alle Machthaber zusammenzukommen, außerdem aus den einzelnen Gauen zwölf gewählte Edele, ebensoviele Freie und ebensoviele Laten. Dort erneuerten sie Gesetze, richteten besondere Streitfälle und beschlossen im gemeinsamen Rate, was sie das Jahr über im Kriege wie im Frieden tun würden."
Vita Lebuini antiqua 4

Der Lebensbeschreibung des Heiligen Lebuins zufolge war der Gau eine politische Gemeinde, die Abgeordnete in die Volksversammlung entsandte. Angesichts der Verkehrsverhältnisse und der fehlenden Kommunikationsmittel im hohen Mittelalter können die Gaugrafschaften dann aber nicht größer als die meisten der heutigen Landkreise gewesen sein, wie Böttger sich das vorstellt. Die politische Willensbildung muss sich vielmehr in zahlreichen relativ kleinen (Verkehrs)gemeinschaften vollzogen haben, was sehr gut zu den allerdings erst viel später nachweisbaren Gografschaften passt, die tatsächlich politische Gemeinden waren, in denen auch gewählt wurde.

 

Archidiakonats- und Gaugrenzen - Gaue und Gografschaften
Wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass die hochmittelalterlichen Gografschaften die Fortsetzung der altgermanischen Gaue waren, ist Böttgers Annahme, die Grenzen der Archidiakonate der mittelalterlichen Bistümer hätten mit denen der Gaue übereingestimmt, als falsch anzusehen.

Ein Hinweis auf die Fehlerhaftigkeit dieser Annahme ist der Umstand, dass Böttger sich gezwungen sieht, von der Existenz von Untergauen auszugehen, was auch immer das gewesen sein soll. So fasst Böttger den Gau Sutherbergi mit den Orten Laer und Erpen/Dissen als einen Untergau des Gaues Threcwiti auf, weil Laer und Erpen in dem entsprechenden Archidiakonat lagen (vgl. Böttger, [1874], S. 55).

In der Urkunde vom 8. Dezember 851 heißt es:

"... in alio autem pago quod dicitur Sutherbergi, in villa quae nuncupatur Lodre, ... et in eodem pago, in villa quae vocatur Arpingi...".
(Vgl. Kaiserurkunden der Provinz Westfalen I, Urkunde 28, S. 114 und Regesta Historiae Westfaliae I, Urkunde 19, S. 15.)

Wohlmöglich hat man im Gau Sutherbergi aber vielmehr den Vorläufer der hochmittelalterlichen Gografschaft Dissen zu sehen, die die Kirchspiele Dissen, Hilter, Laer, Versmold, Bockhorst und einen Teil des Kirchspiels Glane umfasste (vgl. Stüve 1870, S. 131). Die Gografschaft Dissen erstreckte sich über die Grenze eines Archidiakonats hinweg.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass man in den Gauen tatsächlich die Vorläufer der späteren Gografschaften zu sehen hat, ist der Wehsigo, in dessen Gebiet den Urkunden zufolge das Stift Herford, das Stift Schildesche und der Ort Aspe bei Schötmar lagen (vgl. Böttger 1875, S. 95).
In späterer Zeit befand sich die Gografschaft Herford mit der Dingstatt Uppe dem Heyenlo in diesem Gebiet, deren Existenz u.a. durch das um 1375 entstandene Rechtsbuch der Stadt Herford belegt wird.
Zu dieser Gografschaft gehörten die Kirchspiele Altstädter Feldmark (Herford), das Stift auf dem Berge (Herford), Schötmar, Oerlinghausen, Brackwede, Heepen und Schildesche.

Mit dieser Kritik soll aber Böttgers Verdienst in keiner Weise geschmälert werden. Gute Wissenschaftler erkennt man nämlich daran, dass sich sogar aus ihren Fehlern noch etwas lernen lässt. Ähnliches gilt für den Kartenausschnitt oben.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle die Urkunde vom 8. Dezember 851 in ganzer Länge zitiert, mit der Ludwig der Deutsche dem Kloster Herford verschiedene in den Gauen Grainga und Sutherbergi gelegene Güter übertrug:

"In nomine sanctae et indiuiduae Trinitatis. Hludouicus diuina fauente gratia rex.
Si de rebus terrenis, quas diuina sumus largitate consecuti, loca sanctorum ob amorem Dei quiddam conferimus, hoc nobis procul dubio ad aeternae remunerationis premia cappessenda profuturum liquido credimus.
Idcirco nouerit omnium fidelium sanctae Dei ecclesiae nostrorumque praesentium scilicet et futurorum industria, qualiter nos concessimus quasdam res proprietatis nostrae ad monasterium quod dicitur Herifurd, siue ad reliquias sanctae marie semperque uirginis in eodem monasterio conseruatas. In pago uidelicet Grainga in uilla quae vocatur Kelueri. id est mansum indominicatum cum domibus, aedificiis et omnibus adiacentibus terris cultis et incultis, siluis, pratis atque pascuis, de reliquo beneficio quod Hrodradus comes habuit dimidiam partem, cum familiis supermanentibus utriusque sexus numero viginti novem. In alio autem pago quod dicitur Sutherbergi, in uilla quae nuncupatur Lodre, octo familias et nouem mansos. Et in eodem pago, in uilla quae uocatur Arpingi, unum mansum cum familia supermanente. Has itaque res, sicut superius diximus, cum domibus, aedificiis, mancipiis utriusque sexus, et terris, pratis, siluis, pascuis, aquis aquarumue decursibus, totum et integrum prędicto monasterio ad proprium concessimus et confirmauimus.
Propterea hos apices serenitatis nostrae circa ipsum monasterium fieri decreuimus, per quos praecipimus atque iubemus, ut nullus iudex publicus in homines ipsius loci aspicientibus potestatem ullo umquam tempore habeat, preter aduocatum eorum, neque fideiussores illorum tollendo, nec in uuadiis aut publicis placitis aliquam districtionem in eos faciendo, sed ob Dei amorem nostramque concessionem in futurum omnes res superius insertas ad iam dictum monasterium pleniter deseruiant absque alicuius contrarietate aut inpedimento. Et ut haec auctoritas donationis seu confirmationis nostrae firmior habeatur et per futura tempora a cunctis fidelibus sanctae Dei ecclesiae nostrisque uerius credatur atque diligentius conseruetur, manu propria subter eam firmauimus et anuli nostri inpressione adsignari iussimus.
Signum (L. M.) domni Hludouici gloriosissimi regis. Comeatus notarius ad uicem Radleici recognovi et (L.S.R.) Data VI. Idus Decembris anno Christo propitio XVIIII. regni domni Hludouici gloriosissimi regis in orientali Francia, Indictione XV. Actum in eodem monasterio Herifurd, in Dei nomine feliciter Amen."
(Kaiserurkunden der Provinz Westfalen I, Urkunde 28, S. 114 und Regesta Historiae Westfaliae I, Urkunde 19, S. 15. Zitiert nach Regesta Historiae Westfaliae.)
Rechts in blauer Farbe: Umgrenzung des Osnabrücker Bannforstes nach der Urkunde vom 15. Juli 965. Die Urkunde kann auf verschiedene Art gedeutet werden.
Siehe auch Exkurs 2: Das Reichsgut und der dem Osnabrücker Bischof Drogo übertragene Bannforst.
Die Gaue Grainga, Sutherbergi, Threcwiti, der Wehsigo und das Gebiet der spaeteren Gografschaft Wiedenbrueck. Ausschnitt aus der Karte Deutschlands Gaue III: Sachsen. Noerdliches Thueringen
Ausschnitt aus der Karte Deutschlands Gaue III: Sachsen. Nördliches Thüringen. In: Spruner-Menke. Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der Neueren Zeit (1880).

Dass sich kein Gau für das Gebiet der späteren Gografschaft Wiedenbrück anhand der Quellen belegen lässt,13 ist möglicherweise auf die Besiedlung des Wiedenbrücker Raumes zurückzuführen. Es gab zwar schon zu karolingischer Zeit mit dem Kloster Herzebrock und wahrscheinlich auch Wiedenbrück erste Siedlungen in diesem Raume, dichter wurde dieses Gebiet jedoch erst in späterer Zeit besiedelt, als die alten Gaunamen schon aus dem Gebrauch gekommen waren und Gografschaften stattdessen nach ihrem jeweiligen Hauptort benannt wurden.

Die wissenschaftliche Literatur des 19. Jhs. zu den altgermanischen Gauen hat das Vorhandensein siedlungsarmer oder leerer Räume nicht hinreichend berücksichtigt.

Vielerorts sind die Gografschaften zu Anfang der Neuzeit (in der zweiten Hälfte des 16. Jhs.) reformiert, das heißt ganz und gar auf die Territorien zugeschnitten worden, in denen sie sich befanden. Es gilt also die chronologische Dimension zu berücksichtigen, wenn in einer Quelle die Rede von einer Gografschaft ist.
Im Zusammenhang mit den altgermanischen Gauen sind nur die ältesten Gografschaften des hohen Mittelalters von Interesse.

13 Die bei Spruner-Menke dargestellte Zugehörigkeit des Wiedenbrücker Raumes zum Sudergo beruht auf dem als gefälscht erwiesenen Registrum Sarachonis.

 

Die Herzöge in altheidnischer Zeit
In altheidnischer Zeit bestimmte die sächsische Volksversammlung einen Herzog nur als Heerführer für die Dauer des jeweiligen Krieges. Zu Anfang des 8. Jhs. schrieb der angelsächsische Mönch Beda Venerabilis, der einer der größten Gelehrten seiner Zeit war:

"Einen König haben die Altsachsen [Die Sachsen auf dem Kontinent. O.B.] nämlich nicht, sondern viele Machthaber [satrapae. Gaugrafen oder Gografen?], die ihrem Volk vorgesetzt sind. Wenn ein Krieg heraufzieht, werfen sie unterschiedslos Lose und wen auch immer das Los angewiesen hat, dem folgen sie alle als ihrem Herzog für die Zeit des Krieges, und diesem gehorchen sie. Nach Beendung des Krieges sind alle Machthaber dann wieder mit gleicher Machtfülle ausgestattet."
Historia ecclesiastica gentis Anglorum V, 10

Der einzige Herzog aus altheidnischer Zeit, den wir namentlich kennen, ist Herzog Widukind. Herzog Widukind hat den Widerstand der Sachsen gegen Karl den Großen angeführt, solange die Sachsen zu koordinierter Kriegsführung fähig waren. Es folgte eine Phase der Unterdrückung und verzweifelter Volksaufstände, auf die das fränkische Besatzungsregime, mit Massaker und Deportation reagierte. Heutzutage würde man von einem versuchten Völkermord sprechen.

Die Volksversammlungen in Marklo fanden seit Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen nicht mehr statt. Sie waren verboten worden. In Artikel XXXIV der um das Jahr 780 von Karl dem Großen erlassenen Capitulatio de partibus Saxoniae heißt es:

"Wir haben hiermit allen Sachsen verboten, ganz allgemein öffentliche Versammlungen abzuhalten, es sei denn, dass unser Bote sie nach unserem Befehle aufgefordert hat, sich zu versammeln; sondern ein jeder Graf soll in seinem Amte Verordnungen erlassen und Recht sprechen, und die Priester sollen darauf achten, dass er es nicht anders macht."

Mit Kriegsrecht und Ausnahmezustand konnten die Sachsen aber auf die Dauer nicht befriedet werden. Im dem im Jahre 797 erlassenen Capitulare Saxonicum hob Karl der Große einige der zuvor erlassenen drakonischen Maßnahmen wieder auf. Die Sachsen sollten auch wieder nach eigenem Recht leben dürfen. Auf jeden Fall ließ Karl der Große die Lex Saxonum aufzeichnen.

 

Die Herzöge im ostfränkischer Zeit und im Heiligen Römischen Reich
Im 9. Jh. erscheinen während des Zerfalls des Frankenreiches in den Gebieten der ihrem Schicksal überlassenen germanischen Stämme wieder Herzöge. Über die Einzelheiten dieses Vorgangs ist nichts bekannt. Fest steht nur, dass Einfälle von Feinden aus fast allen Himmelsrichtungen Heerführer erforderten.

Im Gegensatz zum zentralistischen Frankenreich baute das im 10. Jh. wieder begründete Heilige Römische Reich auf die Stammesherzogtümer auf. Die Herzöge wurden vom König belehnt. Der Mönch und Geschichtsschreiber Widukind von Corvey schildert in Res gestae Saxonicae die dramatischen Ereignisse des 10. Jhs., die er zum Teil als Zeitzeuge und Abkömmling des sächsischen Hochadels selbst miterlebt hatte.

Erster Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war der sächsische Herzog und deutsche König Otto der Große, den Widukind persönlich gekannt haben muss.

Die Grafen
Die adeligen Grafen (comites) dürften ursprünglich vom Herzog belehnt worden sein. Sie entstammten nicht den Gografschaften, sondern sie wurden diesen vorgesetzt. Man kann sich die Lehnspyramide vom König angefangen über Herzöge und Bischöfe bishin zu den Grafen als den adeligen Oberbau der Gesellschaft vorstellen, der auf dem Unterbau der bäuerlichen Gogemeinden ruhte. Die vom Volke gewählten, aber anschließend vom Grafen bzw. vom Drosten belehnten Gografen waren das Bindeglied zwischen Oberbau und Unterbau. Häufig waren die Grafen auch Vogt eines oder mehrerer Klöster und übten die höhere Gerichtsbarkeit aus.
Heinrich der Vogler. Aus einem Stammbaum der saechsischen Herzoege
Keyser Hinrick geheten Vinckeler de nam Mattilda Greue Didericus tochter to ringelen he buwede Gosler Queling borch vnd is da begraven anno ix.c xxxvii. he fand de ertze im Ramsberge.
Stammbaum der sächsischen Herzöge, 16. oder 17. Jh., Ostfälisch
(CC BY-SA 3.0 DE)

 

Die sächsischen Heerschaften (herescepi) Westfalen, Engern und Ostfalen
Der Leser wird sich jetzt vielleicht fragen, warum ich die sächsischen Heerschaften (herescepi) Westfalen, Engern und Ostfalen nicht erwähne, die in den Quellen auch mitunter Gaue (pagi) genannt werden. Die Heerschaften waren drei Heere, die von den "Gauen" Westfalen, Engern und Ostfalen aufgeboten wurden.

Es steht außer Zweifel, dass die Wörter Westfalen, Engern und Ostfalen sehr weit in die Vergangenheit zurückreichen müssen. - Der Name Engern ist mit dem des germanischen Volksstammes der Angrivarier verwandt. Die Namen Westfalen und Ostfalen bedeuten wahrscheinlich soviel wie "westliche Ebene" und "östliche Ebene". - Die Frage ist aber, ob das für die gleichnamigen Heerschaften auch gilt. Diese werden zum ersten Mal von fränkischen Quellen erwähnt, nachdem der Krieg mit den Sachsen schon begonnen hatte. Ältere Quellen kennen die Heerschaften überhaupt nicht.

Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Befund zu erklären:

  1. Die sächsischen Heerschaften waren eine Schöpfung der Franken.

    Für diese Möglichkeit spricht der Umstand, dass die Heerschaften eigentlich nur im Capitulare Saxonicum und in der Lex Saxonum - Diese Quellen wurden erst nach der endgültigen Unterwerfung der Sachsen verfasst. - in einem Zusammenhang erwähnt werden, der erahnen lässt, dass die Heerschaften wirklich konkrete Funktionen hatten.

    Mit dem Zerfall des Frankenreichs im 9. Jh. müssen die Heerschaften diese Funktionen verloren haben. Gegen Ende des 9. Jhs. konnte der Poeta Saxo über die Westfalen, Engern und Ostfalen schreiben:
    "Die Namen bleiben bis heute, die ehemalige militärische Einsatzfähigkeit (virtus antiqua) ist dahin."
    (Annales de gestis Caroli Magni Imperatoris ad annum 772.)
    Der Sachsenspiegel kennt die Heerschaften überhaupt nicht mehr.

  2. Die sächsischen Heerschaften haben sich in Abwehr der Franken spontan herausgebildet.

    Für diese Möglichkeit spricht ein Eintrag in den Annalen des fränkischen Reiches, wonach Karl der Große den Westfalen im Jahre 775 eine schwere Niederlage beigebracht, Beute gemacht und sich Geiseln habe stellen lassen (Annales regni Francorum ad annum 775). Vielleicht ist dieser Eintrag aber auch so zu verstehen, dass Karl der Große einem Gau in Westfalen eine Niederlage beigebracht hat. (Er hätte dann nicht den Westfalen, sondern irgendwelchen Westfalen eine Niederlage beigebracht. Das Lateinische kennt weder einen bestimmten, noch einen unbestimmten Artikel.)

    Die lange Ausdehnung der drei sächsischen Heerschaften Westfalen, Engern und Ostfalen von Norden nach Süden (Vgl. die Karte.) war ungeeignet für eine schnelle Mobilisierung des Heerbanns, erinnert aber frappant an die Teilung des Frankenreiches in Westfrankenreich, Lothringen und Ostfrankenreich im Vertrag von Verdun (843).

Festzuhalten bleibt, dass die sächsischen Heerschaften als einsatzfähige militärische Einheiten etwa gleichzeitig mit dem Frankenreich aus der Geschichte verschwinden.

 

Nordalbingien
Die nordelbischen Gaue Holstein, Stormarn und Dithmarschen gehörten wohl keiner Heerschaft an. Möglicherweise waren die sächsischen Gaue nördlich der Elbe und an der Elbemündung in kultureller Hinsicht besonders eigenständig. Auf jeden Fall dürften sie eigene Ausformungen des sächsichen Rechts gehabt haben.
Noch im 13. Jh. konnte der Verfasser des Sachsenspiegels schreiben:

"Der yegenode is genoch binnen deme hertechdom de sunderlik recht willet hebben / alse Holsten / Sturmere vnde Hadelere [Holsteiner, Stormarner und Hadeler]...".
(Sachsenspiegel III, 64)

bzw.
"Multe sunt in terra Saxonie nationes que sibi aliena dicunt competere iura / vt Holtsatij / Hadeleri / et Stormeri..."
(Sachsenspiegel III, 64)

Die vielleicht im 14. Jh. entstandene dazugehörige Glosse lautet:

"Hir merke dat desse Sassen sin / wan dat he hir nůmet dat is dat hertechdom thu Sassen dat het nu dy neddere hertochdom / vnde het nu dy hertoge van Lüneborch."

Dass es tatsächlich besonderes sächsisches Recht nördlich der Elbe gegeben hat, zeigt das Dithmarscher Landrecht, das die Republik Dithmarschen 1447 hat aufzeichnen lassen.

Die nordelbischen Gaue, die größer waren als die in Westfalen, untergliederten sich in kleinere Bezirke ("Gauviertel"), die in mancher Hinsicht den westfälischen Gografschaften ähnelten.

 

Abschließend
Der Sachsenspiegel kennt keine Gaugrafen, sondern nur Gografen. In der Glosse zu Sachsenspiegel III, 53 heißt es sogar:

"Vn<de> ein greue bedüdet sick ein richter na olde<n> Sesschen rechte. Daru<m>me heiten etlike gogreue<n> dat sint garichtere..."

 

Zur Gografschaft Wiedenbrück als Beispiel einer Gografschaft

Districtus Reckenbergensis. Ausschnitt aus der Karte Delineatio episcopatus Osnabrugensis (1776/78)
Districtus Reckenbergensis. Ausschnitt aus der Karte Delineatio episcopatus Osnabrugensis (1776), CC BY-NC 4.0
Der Ausschnitt aus der Karte Delineatio episcopatus Osnabrugensis (1776) zeigt das Amt Reckenberg. Es ist zu sehen, dass die zur Herrschaft Rheda gehörige Emsbauer15 in kirchlicher Hinsicht unter Wiedenbrück fiel.

Ich erblicke in diesem Befund eines unter weiteren Indizien, dass die Herrschaft Rheda und das Amt Reckenberg ursprünglich ein einziges zusammengehöriges Territorium waren, das unter der Oberherrschaft des Bischofs von Osnabrück stand und dessen Kristallisationspunkt das Gogericht Wiedenbrück gewesen war.

Im Jahre 1225 hatte der deutsche König Heinrich (VII.) dem Osnabrücker Bischof Engelbert die Gografschaften Osnabrück, Iburg, Melle, Dissen, Ankum, Bramsche, Damme und Wiedenbrück übertragen:

"H(enricus) Dei gratia Romanorum rex et semper augustus.
Ad totius ignorantie scrupulum resecandum notum facimus universis imperii fidelibus, quod dilectus princeps et consanguineus noster E(ngelbertus) Osnaburgensis electus a nostra postulavit excellentia, ut in quibusdam villis sui episcopatus videlicet <civitate> Osnaburgen, Yburch, Melle, Dyssene, Ancheym, Bramez, Damme, Widenbrůke judicium quod vulgo gogerichte appellatur ipse suique successores per gogravios proprios ab eis institutos libere exequantur, quod liberiorem habeant suorum subditorum excessus et insolentias corrigendi facultatem.
Nos igitur, cum ex suscepti cura regiminis promotionibus ecclesiarum intendere teneamur et eas in sui juris conservatione clementer confovere, memorati principis nostri E(ngelberti) petitioni pio concurrentes assensu in prenominatis villis idem judicium quod gogerichte dicitur sibi et suis successoribus de consilio principum et fidelium nostrorum exequendi concessimus auctoritatem.
In cujus rei testimonium presentem paginam exinde conscriptam sigilli nostri munimine dignum duximus corroborari.
Datum Wormatie; IIIe Nonas Septembris; indictione XIII; anno Domini mill. ducent. XXVe." [3. September 1225]
(Fundstellen: Möser III, S. 273 und Osnabrücker Urkundenbuch II, S. 151. Zitiert nach Osnabrücker Urkundenbuch. Herkunft: Die Urkunde wird im Inventar des Osnabrücker Domarchivs von 1415 vermeldet, vgl. Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden S. 19.)
15 Diese ehemalige Bauerschaft ist heute ein Teil von Nordrheda-Ems.

Die Osnabrückische Präsenz in Wiedenbrück war zu diesem Zeitpunkt nicht neu. Bereits im Jahre 952 hatte Otto der Große dem Osnabrücker Bischof Drogo die Münz- und Marktrechte in Wiedenbrück verliehen:

"In nomine sanctae et individuae trinitatis. Otto dei gratia rex.
Noverit omnium fidelium nostrorum praesentium scilicet et futurorum industria, qualiter nos per inter<ven>tum venerabilis episcopi Osnabrugensis aecclesie Druogonis monetam et mercatum publicum in loco Vuitunbruca16 nuncupato fieri concessimus,27 quod pro remedio anime nostre eidem aecclesie, quicquid fiscus et pars regia inde obtinere poterit, sub potestate episcopi iam dicti successorumque eius ordinandum vel in moneta vel in thelonio aut in qualibet exactione publica <iure> integro tradimus hoc auctoritatis nostre precepto, per quod volumus firmiterque iubemus, ut nullus iudex de prescriptis rebus habeat ullam potestatem inquietandi vel quicquam molestie faciendi.
Sed ut praefate ecclesie episcopus successoresque eius a nobis nostrisque successoribus hoc inviolabiliter teneant [Text durch Rasur entfernt] diligentiusque [Text durch Rasur entfernt] ab omnibus observetur, anuli nostri impressione sigillari <ius>simus manu propria roborantes.
Signum domini Ottonis [Monogramm Ottos des Großen.] serenissimi regis. Abraham notarius ad vicem Brunonis archicancellarii recognovi. [Siegel Ottos des Großen.] [Rekognitionszeichen des Notars Abraham in Vertretung des Erzkanzlers Brun.]
Anno dominicae incarnationis DCCCCLII; indictione IIII; data VII Id. [Junii]; regnante rege Ottone anno XVI. Actum Dornpur(k)."
(Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden, Urkunde Nr. 10: Text, Abbildung ; Möser Teil 2 (1780), Urkunde XII auf S. 4 des Anhangs. Herkunft: Die Urkunde wird im Inventar des Osnabrücker Domarchivs von 1415 vermeldet, vgl. Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden S. 19. Siehe auch Erdmann und Schaten. Siehe außerdem zur Echtheit der Urkunde Hoffmann, 2003.)

Die Rückenaufschrift der Urkunde lautet:

"Hoc est preceptu<m> primi Ottonis regis ep<iscop>o Drogoni de VVidinbrucca datu<m>. de moneta et mercatu publico".
(Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden, Tafel XXIV ("Rückenaufschriften und Siegel"), Rückenaufschrift X.)

16 Die Form Witunbruca ist wohl nicht altsächsisch, sondern althochdeutsch. Darauf deutet jedenfalls das -t- hin. Die Dornburg, wo die Urkunde ausgestellt wurde, lag auch im hohen Mittelalter außerhalb des sächsischen Sprachgebiets.
Die Rückenaufschrift ist wohl erst nach Abfassung der Urkunde in Osnabrück entstanden und bietet mit Widinbrucca die altsächsische Form. (Ludwig Henseler hat ebenfalls Widinbrucca gelesen, vgl. Regest zu Urkunde XII von Mösers Osnabrückische Geschichte.)

27 Die Errichtung eines Marktes und die Ausgabe von Münzen bedurften der Zustimmung des Königs (vgl. Sachsenspiegel II, 26 sowie die Glosse zu Sachsenspiegel III, 66).

 

Der Umfang der Gografschaft Wiedenbrück
Im Protokoll eines Godings, der 1549 in Wiedenbrück stattgefunden hat, werden Teilnehmer aus folgenden Kirchspielen vermeldet:
  1. Gütersloh,
  2. Herzebrock,
  3. Clarholz,
  4. Langenberg,
  5. Sankt Vit,
  6. Rheda,
  7. Wiedenbrück.

Das entspricht genau dem Gebiet der Herrschaft Rheda und des Amtes Reckenberg zusammen.

Siehe Grimm, 1842 S. 108. Siehe auch Stüve, 1870 S. 140-141.

(Rechts: Die Herrschaft Rheda, das Amt Reckenberg und die Grafschaft Rietberg. Kartenausschnitt aus Landesgrenzen um 1801.)

Die Herrschaft Rheda, das Amt Reckenberg und die Grafschaft Rietberg. Ausschnitt aus der Karte Landesgrenzen und 1801

 

Titelblatt aus Kloentrup dreibaendigem Alphabetischen Handbuch des Gewohnheitsrechts im Stift Osnabrueck
Titelblatt aus Klöntrups dreibändigem Alphabetischen Handbuch des Gewohnheitsrechts im Stift Osnabrück
NoC-NC/1.0
Die Einsetzung des Gografen
Ursprünglich werden die Gografen wohl gewählt worden sein. Dem Sachsenspiegel zufolge wurden auf längere Zeit gewählte Gografen - Nicht solche Richter, die ad hoc zur Verurteilung von auf frischer Tat ertappten Straftätern (Räubern und Dieben) gewählt wurden. - vom Landesherren eingesetzt:

"Welke<n> gogreue<n> men belenen schole... En men auer kyset tho la<n>ger tydt / den schal de greue oder de marckgreue beleenen / vor deme gift men de achte".
(Sachsenspiegel I, 58)

Aus einer spontan erfolgten Wahl eines Gografen zur Verurteilung eines auf frischer Tat ertappten Missetäters entstand kein Lehen. Verlieh aber der Landesherr das Amt, musste der Lehnseid geschworen werden:

"An goschap en is mith rechte nen leen noch volge / wente dat is der lantlüde vrye kore dat se gogreuen kesen to yowelker gaendaet / edder to bescheiden tydt / Lyet se auer ein here he schal dar leenrechtes syneme ma<n>ne vn<de> synen kindere<n> affplege<n>..."
(Siehe Sachsenspiegel I, 56. Siehe außerdem Meckbach 1789, S. 287-288.)

Ein belehnter Gograf durfte nicht über Vergehen richten, die die Todesstrafe zur Folge hatten: "An der vierden hant schal nen lehen komen dat gerichte sy ouer hals vnde ouer hant..."
(Sachsenspiegel III, 52)

Sollten die Wiedenbrücker Gografen ursprünglich gewählt worden sein, dürfte die Wahl spätestens seit 1225 der Bestätigung durch den Bischof bzw. durch den vom Bischof eingesetzten Drosten bedurft haben. Auf dem Reckenberg in Wiedenbrück residierte ein Osnabrückischer Droste ("Droste ten Reckenberge").

Der Glosse zu Sachsenspiegel III, 54 zufolge stand das Amt des Gografen im Prinzip jedermann offen: "Dar (I, 56 und I, 58) steit / men schole den gogreue beleenen. Beleent men denne so is he ein beleent richter / vn<de> dit mogen schlichte lüde sin / so dat sy nicht schepe<n>bar vry sin."

Dingpflicht
Am Goding hatten "alle de dingplichtich" waren, teilzunehmen (vgl. Sachsenspiegel III, 59 und Klöntrup (1800), "Gödingspflichtig").

Landtage
Zu den in Osnabrück stattfindenden Landtagen hingegen waren nur die Vorstände landtagsfähiger adeliger Güter26 und andere Landstände zugelassen. Auch waren einige Städte, worunter Wiedenbrück, landtagsfähig.

26 Siehe Von Bruch, 1965.

 

Vom Wiedenbruecker Gografen Johan Dethmaers am 2. September 1489 ausgestellt Urkunde
Jk Johan Dethmaers Gogreue to wyde<n>brugge....
Vom Wiedenbrücker Gografen Johan Dethmaers am 29. September 1489 ausgestellte Urkunde.
(Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen. CC BY 3.0 DE.)

 

Die Urkunde von 1225, durch die dem Bischof von Osnabrück die Gerichtsbarkeit über acht Gografschaften übertragen wurde, der dadurch nolens volens? endgültig zu einem weltlichen Fürsten wurde, ist vor dem Hintergrund der widerrechtlichen Zerschlagung des Herzogtums Sachsen (1180) zu sehen:

Solange das Herzogtum Sachsen gab, war der Herzog der oberste Richter im Herzogtum Sachsen. Der deutsche König verlieh zusammen mit dem Lehen nämlich immer auch den Königsbann, das heißt die oberste Gerichtsbarkeit und die oberste Regierungsgewalt. Der König verlieh den Königsbann. Der Bann konnte aber nicht mehr weiter verliehen werden, sondern verblieb beim solchermaßen vom König belehnten Fürsten. Im Sachsenspiegel heißt es:

"Koni<n>ges ban mot neman lyen wenne de koning sulue<n>. De koning mach met rechte nicht weygeren den bann thu lyende deme yt gerichte gelegen is dar de ban to horet."
(Vgl. Sachsenspiegel III, 64.)

Nachdem es das Herzogtum in der Praxis nicht mehr gab, gingen die deutschen Könige dazu über, die oberste Gerichtsbarkeit über einzelne Gografschaften zu verleihen, wodurch sie sehr zum Entstehen der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Territorien beitrugen.

Hierin dürfte die Erklärung für den Umstand zu suchen sein, dass die Gografschaften vorher nicht in Urkunden auftauchen: Solange es noch die alten Stammesherzogtümer gab, waren die Gografschaften für den deutschen König nicht von Bedeutung.

 

Das Freigericht
Die Halsgerichtsbarkeit oblag einem Freistuhl, dessen Freigraf vom Grafen in Rheda14 belehnt wurde (vgl. Lindner 1888, S. 160 - 167). Das Ravensbergische Isselhorst fiel unter die Zuständigkeit des Rhedaer Freistuhls (vgl. Tibus 1885, S. 247 und S. 250).

Einige Forscher haben in den Freigrafschaften die Fortsetzung der karolingischen Grafschaften sehen wollen. Ich bezweifle das. Nach Karl dem Großen hat es für eine sehr lange Zeit keine flächendeckende Verwaltung mehr gegeben. Jedenfalls lässt sich das aus den Quellen nicht herauslesen.

Erst der Landesausbau ab dem 12. Jh., die aus der Gewinnung von neuem Ackerland und der Anlage von neuen Dörfern für die schnell wachsende Bevölkerung bestand, führte zu einer besseren Erschließung des Landesinneren und auch zur vermehrten Anlage von Burgen. Erst ab dieser Zeit kann von einer flächendeckenden Verwaltung durch Adel und Klerus die Rede sein.

Ich gehe davon aus, dass die höhere Gerichtsbarkeit davor de facto beim Gogericht gelegen hatte. De iure wird die höhere Gerichtsbarkeit immer das Recht des Königs gewesen sein bzw. derjenigen, die damit belehnt worden waren.
Der eigentliche Strafvollzug dürfte sich in dieser Zeit in Formen der Blutrache abgespielt haben. Der Missetäter oder derjenige, den man dafür hielt, dürfte sich der Bestrafung mitunter durch Flucht entzogen haben, die ihrerseits wieder ein lebensgefährliches Unterfangen war.

14 Bis zur zweiten Hälfte des 14. Jhs. die Grafen zur Lippe, seither die Grafen von Tecklenburg und heutigen Fürsten von Bentheim-Tecklenburg.

 

Der Bielefelder Rezess
Der früheste urkundlich nachweisbare Rhedaer Burgherr ist Widukind von Rheda. Ob Widukind tatsächlich auch der allererste Burgherr zu Rheda gewesen ist, lässt sich aus dem vorhandenen Quellenmaterial nicht mit letzter Sicherheit herauslesen.

Die Anlage einer Burg bedurfte der Erlaubnis des obersten Richters im Lande, im Herzogtum Sachsen also des Herzogs:

"Men ne mot ok nene borch buwe<n> / noch stadtvesten met plancken / noch muren / noch berch / noch werder buwen / noch torne binnen dorpe ane des landes richter orloff."
(Sachsenspiegel III, 66)

Unmittelbarer Zweck der Burg dürfte die Sicherung des Fernweges gewesen sein, der vom Teutoburger Wald kommend über Wiedenbrück und das spätere Lippstadt auf den Hellweg führte und in unmittelbarer Nähe der Burg bzw. des späteren Schlosses Rheda die Ems überquerte. Der Oberlauf der Ems selbst war möglicherweise im Mittelalter noch ein Verkehrsweg. Mit der Sicherung der Verkehrswege werden Einkünfte aus Wegezöllen verbunden gewesen sein, durch die der Herr der Burg Rheda automatisch in Konkurrenz zu den Beauftragten des Bischofs in Wiedenbrück trat.
Es mag auch darüberhinausgehende Motive gegeben haben.

Während der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen stand Widukind von Rheda eindeutig auf Seiten Heinrichs des Löwen.

Es ist nicht bekannt, ob und inwieweit der Bau der Burg mit dem Bischof von Osnabrück abgestimmt worden war. Bei der Zerschlagung des Herzogtums (1177-1181) jedenfalls gehörte der Osnabrücker Bischof zu denjenigen, die auf Reichstag zu Gelnhausen anwesend waren, wie die Gelnhäuser Urkunde zeigt.

Das Nebeneinander von osnabrückischer Verwaltung auf dem Reckenberge und gräflicher Herrschaft in Rheda führte zur allmählichen Herausbildung zweier Territorien, die ab 1524 in einen offenen Konflikt einmündete, der 1565 durch den Bielefelder Rezess beendet wurde. Erst ab diesem Zeitpunkt kann man von zwei vollständig getrennten Territorien sprechen. In Acta Osnabrugensia Teil 1, S. 302 wird vermeldet, dass die osnabrückische Seite noch 1550 beim Reichskammergericht zu Speyer die Auffassung vertreten habe, dass das Gebiet der Herrschaft Rheda unter die Hoheit des Stifts Osnabrück fiele.

Der Bielefelder Rezess (1565)11 sah vor, dass sämtliche Gerichtsbarkeit unter Inbegriff des Gogerichts aufgeteilt werden sollte (vgl. Eickhoff 1897, S. 76-77). Der Bielefelder Rezess (1565) zeigt, wie sehr die innere Ordnung des Heiligen Römischen Reiches durch den Feudalismus beeinträchtigt worden war. In Sachsenspiegel III, 53 heißt es:

"Men moth ock nen gerichte deylen,..." bzw. "No<n> licet alicui iudiciu<m> diuidere...".

Es ist unzulässig, einen Gerichtsbezirk zu teilen. Jedenfalls durfte ein Gericht nicht mehr geteilt werden, wenn es einmal verliehen war.

11 Der Text des Bielefelder Rezesses vom 27. März 1565 findet sich bei Eickhoff, 1897 auf S. 75-78. Der Text des Wiedenbrücker Vertrages vom 9. Juni 1565, der die Bestimmungen des Bielefelder Rezesses näher ausführte, findet sich auf S. 78-84.

 

Exkurs 1: Territorien, die nicht geteilt werden durften
Es gab im Heiligen Römischen Reich territoriale Einheiten, die als unteilbar galten:

  1. Fahnlehen: Die alten Herzogtümer (ducatus), Markgrafschaften (marchionatus), Landgrafschaften (lantgravionatus) und Pfalzgrafschaften (palantzgravionatus).
    "Men scal ock thu rechte neine greueschap / noch hertichdom / noch marggreueschap deilen / dy vaenlehen is oder dat des rykes ambacht is."
    (Vgl. Glosse zu Sachsenspiegel III, 54.)

  2. Zepterlehen: Bistümer (episcopatus).
    "Bisschoppe gudt vnde vaenleen schal de koni<n>gk gantz lyen vnde nicht tweyen"
    (Vgl. Richtstich leenrecht XX.)

    In der Glosse zu Richtstich leenrecht XX heißt es: "Vaenleen is dat me<n> met der vane lyet. Bischop leen dat is dat men mit deme ceptro lyet / vnde is ein regal genant. Dat schal de koning gantz lyen / dat is dat he yt nicht tweyen schal"

  3. Reichsgut (bona regni).
    "Men scal ock thu rechte neine greueschap / noch hertichdom / noch marggreueschap deilen / dy vaenlehen is oder dat des rykes ambacht is."
    (Vgl. Glosse zu Sachsenspiegel III, 54.)

  4. Gerichtsbezirke (iudicia): Gografschaften (gograviatus).
    "Men moth ock nen gerichte deylen,..." bzw. "No<n> licet alicui iudiciu<m> diuidere..." Ein Gericht durfte nicht geteilt werden, wenn es einmal verliehen war.
    (Vgl. Sachsenspiegel III, 53.)

    Auch war es ausgeschlossen, dass sich zwei Landesherren die Herrschaft über ein Gericht teilten:

    "Twe manne mogen an eyme gerichte kein gemeyne leenrecht hebben."
    (Vgl. Richtstich leenrecht LXXI.)

Die Politik hat sich über das alles, besonders das Erstere, hinweggesetzt, war aber immer bestrebt, den Anschein des offenen Rechtsbruchs zu vermeiden.

 

Exkurs 2: Das Reichsgut und der von Otto dem Großen dem Osnabrücker Bischof Drogo übertragene Bannforst oder War die Senne im hohen Mittelalter größer als heute?
Das Reichsgut bestand aus den Besitztümern früherer Dynastien, aber auch aus unbesiedelten Naturgebieten, was wohl auf den Forstbann des Königs zurückzuführen ist. Der Forstbann gab dem König das alleinige Recht der Jagd in menschenleeren Wäldern, die offensichtlich bis zu einem gewissen Grade auch als Wildschutzgebiete aufgefasst wurden, aber auch das Recht zur anderweitigen Nutzung dieser Gebiete. Bei Zuwiderhandlungen konnte eine Gebühr erhoben bzw. ein Bußgeld zugunsten des Reiches verhängt werden (vgl. Sachsenspiegel II, 61).
Der Harz jedenfalls, der sich in erreichbarer Nähe gleich mehrerer Pfalzen befand, scheint als Teil des Reichsguts verstanden worden zu sein. Von besonderer Bedeutung war dabei wohl das Silbervorkommen bei Goslar.

Im nordöstlichen Westfalen gab es kein Reichsgut. Dort hatte Otto der Große unter dem Forstbanne des Königs stehenden Wald dem Bistum Osnabrück als Eigentum übertragen:

"In nomine sanctae et individuae trinitatis. Otto divina favente clementia imperator augustus.
Noverit omnium fidelium tam presentium quam et futurorum industria, qualiter (nos) ob petitionem dilectissimę matris nostrae Mahtildis atque interventum Adhalheidis, amantissimę coniugis nostrę, insuper etiam ob frequens servitium (Drogonis, venerabilis) episcopi,
ad Osnabruggensem suae scilicet ecclesiae sedem quoddam nemus vel (forestum) infra hęc loca situm, Farnuvinkil,17 Hrutansten,18 Angare,19 Osning,20 Sinithi,21 Bergas(havid),22 Dre(va)nameri25, Etenesfeld,23 Diummeri24 in p(erpe)tuum proprietatis usum donavimus ea videlicet ratione, ut nullus contumaciae ded(itus nemus) prelibatum nostro videlicet banno mun(itum sine) praedictę sedis episcopi vel p(astoris) licentia studio venandi aut aliquod (huiusmodi negotium) peragendi praesumat intrare. (Quod si) quisquam parvi pendens temptaverit, (sciat se tam divinae quam nostrae ultionis) vindictam incurrisse necnon debitum pro (delicto) in regalem fiscum redditurum.
Sed ut hoc firmum stabileque per (omnes nostri nominis et) ordinis dignitates permaneat, hanc cartam scribi atque iussimus sigillari.
Signum domni Ottonis magni et invictissimi imperatoris augusti.
Liudolfus cancellarius ad vicem Brunonis archicappellani recognovi. (L.S.) (S.R.)
Data Id. IVLII; anno dominicae incarnationis DCCCCLXV; indictione (VII); anno regni domni Ottonis XXX; imperii autem IIII. actum Quedilingeburg; in dei nomine feliciter. Amen."
(Die Kaiser- und Königsurkunden des Osnabrücker Landes Urkunde Nr. 12; Quedlinburg, 15. Juli 965: Text und Abbildung. Herkunft: Die Urkunde wird im Inventar des Osnabrücker Domarchivs von 1415 vermeldet, vgl. Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden S. 19.)

Die Rückenaufschrift der Urkunde lautet:

"Drogonis de uenatu et de foresto".
(Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden, Tafel XXIV ("Rückenaufschriften und Siegel"), Rückenaufschrift XII.)

Über die Bedeutung dieser Urkunde gibt es gegensätzliche Meinungen, insbesondere über die Frage, wo dieser Wald denn nun genau gelegen habe, besonders weil es auch schon im hohen Mittelalter im fraglichen Gebiet, dessen Grenzen bzw. Eckpunkte durch die in der Urkunde genannten Ortsnamen markiert werden, menschliche Siedlungen gegeben hat.

Die Beschreibung dieses Gebietes, die in der Urkunde gegeben wird, ruft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Die Reihenfolge der Ortsnamen jedenfalls ist kaum nachvollziehbar. Wenn man die Ortsnamen anders anordnet, lassen sich zwei Grenzlinien ziehen:

Diese beiden Linien umfassen den Süden des Bistums Osnabrück. Für den äußersten Süden bzw. Südwesten des Bistums wird kein Grenzpunkt angegeben. Wahrscheinlich war aber das unter dem Namen Senne (nds: Siäne) bekannte Gebiet im hohen Mittelalter größer als heute und hat den ganzen sandigen, damals noch mehr oder weniger unbesiedelten breiten Gebietsstreifen zwischen

umfasst. (Siehe auch den Kartenausschnitt oben. Wartenhorst (ursprünglich: Wadenhart) ist das heutige Marienfeld.)

Der Eintrag In saltu Sinithi in Hosanharth im älteren Werdener Urbar (vgl. Archiv für die Geschichte des Niederrheins. - Bd. 2, Heft 1 (1854), S. 235) könnte sich vielleicht auf die Gegend von Harsewinkel (nds: Hausewinkel) beziehen. Aufgrund der Anfangsworte des betreffenden Abschnitts im Werdener Urbar In pago Dregini darf man wohl auf jeden Fall davon ausgehen, dass Hosanharth im Dreengau gelegen hat.

Die heutige Senne zwischen Paderborn und Bielefeld wäre demnach nur der Rest eines viel ausgedehnteren Gebiets, das einstmals große Teile des sandigen, dem Teutoburger Wald vorgelagerten Gebietsstreifens der Westfälischen Tieflandsbucht umfasste (siehe auch Meyer, 1850 und Von Ledebur, 1826).

Ich verstehe die Urkunde dahingehend, dass Otto der Große allen unter dem Forstbanne des Königs stehenden Wald im Süden des Bistums Osnabrück (in Analogie zum Reichsgut) dem Bistum als gewissermaßen Bistumsgut übertragen hat. Vermutlich wollte Otto der Große das Bistum Osnabrück als Stütze der ottonischen Herrschaft im Westen des Alten Sachsens dauerhaft stärken.

Die auf den 19. Dezember 804 datierte, angeblich von Karl dem Großen ausgestellte Urkunde (Die Kaiser- und Königsurkunden des Osnabrücker Landes Urkunde Nr. 2: Text, Abbildung), in der es um einen Bannwald mit ebenfalls den oben genannten Grenzen bzw. Eckpunkten geht, ist eine Fälschung. Der Fälscher, vermutlich kein Geringerer als Bischof Benno II., hat sich dabei offensichtlich von der echten Urkunde Nr. 12 inspirieren lassen (vgl. Brandi 1900, S. 124-127).
Benno II. war ein Gefolgsmann Heinrichs IV., dessen skrupellose Einsetzung nicht unbedingt geeigneter, aber ihm willfähriger Bischöfe den sog. Investiturstreit ausgelöst hat, der letztendlich zur entscheidenden Schwächung des Königtums geführt hat (vgl. Bruno von Magdeburg: Das Buch vom sächsischen Kriege).

17 Meyer hat Farnuvinkil in Fahrwinkel bei Glandorf lokalisieren wollen (vgl. Meyer 1850, S. 90). Die Herleitung steht jedoch auf schwachen Füßen. Vielleicht ist Farnuvinkil vielmehr mit dem in der Gegend von Gehrde gelegenen Farngoa in Verbindung zu bringen (vgl. Böttger, [1874] S. 47 f.). Siehe außerdem den Kartenausschnitt oben. Sollte dies der Fall sein, ist die Gleichsetzung der Grafentafel mit dem Hrutansten der Urkunde hinfällig.
18 Grafentafel bei Lienen? Angeblich noch im späten Mittelalter Rietenstein genannt. In neuerer Zeit wurden ernstzunehmende Zweifel an Gleichsetzung der Grafentafel mit dem Hrutansten geäußert. Die Reihenfolge der Ortsnamen in der Urkunde lässt sich erklären, wenn man Hrutansten im Nordosten des Bistums ansetzt. Vgl. Spannhoff, 2015. Siehe auch Eckart, 1719, Von Ledebur, 1826 und Jellinghaus, 1905.
19 Enger.
20 Gemeint ist wohl nur der Teil des Teutoburger Waldes, der zwischen Halle und Bielefeld liegt.
21 Senne. Noch heute gibt es in der Senne eine Bauerschaft Sende. Das -d- erklärt das -th- in der altsächsischen Namensform.
22 Bergeshövede bei Hörstel-Riesenbeck.
23 Wahrscheinlich Ettenfelde bei Fürstenau.
24 Dümmer. Sollte Farnuvinkil tatsächlich im Farngoa gelegen haben, würde sich mit Ettenfelde der Kreis schließen. Die Gegend um den Dümmer wäre dann gewissermaßen angehängt, was durchaus Sinn ergäbe, da südlich und östlich des Dümmers bereits Gebiet des Bistums Minden lag. In diesem Falle wäre Hrutansten irgendwo zwischen Farngoa und Enger zu suchen. Jellinghaus bespricht den Nonnenstein bei Rödinghausen im Zusammenhang mit Hrutansten (vgl. Jellinghaus, 1905). Für eine Gleichsetzung des Nonnensteins mit dem Hrutansten spricht die Lage des Nonnensteins an der Ostgrenze des Bistums (zwischen Farngoa und Enger) als einer Erhebung im Wiehengebirge und die Endung des heutigen Namens auf -stein.
25 Die meisten Autoren identifizieren das Heilige Meer bei Hopsten mit Dre(va)nameri, weil es das einzige "Meer" weit und breit ist und zwischen Bergeshövede und dem Ettenfelde bei Fürstenau liegt.

Das Ergebnis der Überlegungen in den Fußnoten ist in blauer Farbe im Kartenausschnitt oben dargestellt. Ich bin dabei von der Grundannahme ausgegangen, dass die Urkunde die Orte der Reihe nach in Uhrzeigerrichtung aufzählt.

 

...in loco Vuitunbruca nuncupato. Ausschnitt aus der Urkunde Ottos des Grossen vom 7. Juni 952
... in loco Vuitunbruca nuncupato. (CC BY-NC-SA 4.0.)
Ausschnitt aus der Urkunde Ottos des Großen vom 7. Juni 952.
(Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden Urkunde Nr. 10.)

 

 

Die Untergliederung Sachsens

Pfalzen, Fahnlehen und Bistümer in Sachsen
Zu den Pfalzen, Fahnlehen und (Erz)bistümern in Norddeutschland ("in deme lande to Sassen") heißt es in Sachsenspiegel III, 62:

"Vyff stede de palentzen heitet ligget in deme lande to Sassen dar de koning echte houe hebben schal. De erste ys Grona. De andere Werle / de ys to Goßlare geleget. Walhusen ys de drudde. Alstede ys de verde. Merseborch de veffte."
"Seuen vanleen sint ok in deme lande tho Sassen / Dat hertochdom to Sassen / vnde de palentze: De marke tho Brandenborch / De landtgreueschap tho Doringen / De marcke tho Myßne / De marke to Lusitz / De greueschap to Asscherßleue."
"Ok sint vier ertzebischopdome in deme lande tho Sassen / vnde veffteine andere. Deme van Magdeburch ys vnderdan de bischop van de Nuwenborch / vnde van de Merseborch / vn<de> de va<n> Misne vnde de van Brandenborch / vnd de va<n> van Hauelberge. De bischop va<n> Mentze heuet ver vnderdane<n> in deme lande to Sassen den bischop van Haluerstad / vnde den van Hildensem / vnde den van Verden / vnde den va<n> Palborne. De bischop va<n> Osenbrugge / vnde de van Minden / vnde van Munstere / de sin vnderdan deme va<n> Kolne. De ertzebischop van Bremen heuet vnde eme den van Lubeke / vnde den van Swerin / vnde de van Rateßburch."
Wappen der saechsichen Bischofsstädte Osnabrueck, Merseburg, Hamburg, Bremen, Paderborn, Halberstadt, Verden, Muenster und Minden. Illustration aus einem handschriftlichen Stammbaum der saechsischen Herzoege.
Wappen der sächsischen Bischofsstädte Osnabrück, Merseburg, Hamburg, Bremen, Paderborn, Halberstadt, Verden, Münster und Minden
Stammbaum der sächsischen Herzöge, 16. oder 17. Jh., Ostfälisch
(CC BY-SA 3.0 DE)
Als (nieder)sächsisch galt:
  1. Das sächsische Stammland (Westfalen, Niedersachsen, Holstein) und Mecklenburg ("dat hertochdom to Sassen"), die Pfalzgrafschaft innerhalb des Herzogtums und das spätere Anhalt.

  2. Thüringen. Gemeint ist die hochmittelalterliche Landgrafschaft Thüringen, nicht das 531 von Franken und Sachsen eroberte frühmittelalterliche Thüringerreich. Ich gehe davon aus, dass die Landgrafschaft Thüringen aufgrund ihrer Lage an der Saale-Grenze in die sächsische Heeresorganisation integriert worden war.

  3. Die Marken, die unter den sächsischen Kaisern östlich von Elbe und Saale eingerichtet worden waren.
Die Begriffe "niedersächsisch" und "obersächsisch" wurden erst in der Frühen Neuzeit gebräuchlich. In der Glosse zu Sachsenspiegel III, 64 wird aber bereits das nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen entstandene Herzogtum Braunschweig-Lüneburg wohl zur besseren Unterscheidung vom Herzogtum der Askanier "dat neddere hertochdom" genannt:
"... dat is dat hertechdom thu Sassen dat het nu dy neddere hertochdom / vnde het nu dy hertoge van Lüneborch."
Der Ausdruck "das niedere Herzogtum" ist dabei doppeldeutig zu verstehen und bezieht sich wahrscheinlich einerseits auf die geographische Lage, andererseits aber auch auf den Umstand, dass das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg (bis 1692) kein Kurfürstentum war. (Siehe die Glosse zu Sachsenspiegel III, 62. Siehe ferner Sachsenspiegel III, 57 mit Glosse zu den Kurfürsten.)

Das Land Sachsen. Ausschnitt aus der Karte Heiliges Roemisches Reich um das Jahr 1000
Dat landt to Sassen (Das Land Sachsen). Ausschnitt aus der Karte Heiliges Römisches Reich um das Jahr 1000 n. Chr., Wikipedia. CC BY-SA 4.0.

 

Die Zerschlagung des sächsischen Herzogtums (1177-1181)

Heinrich der Loewe. Aus einem Stammbaum der saechsischen Herzoege
Hinrick de Lawe eyn Hertoge tho Sassenn eyn here tho Brunswig und Luneborch twissken der Elue unnd dem Ryne he nam Mitta des koniges dochter tho Engelandt he brack Bardewig he buwede Lüneborch, Lubeck denn Dom Siveryn, Ratzeborch den Dom vnndt denn Lawenstein tho Brunnswig unnd dar licht he begravenn. Anno. M. C. XCV.
Stammbaum der sächsischen Herzöge, 16. oder 17. Jh., Ostfälisch
(CC BY-SA 3.0 DE)
Man kann durchaus die Frage stellen, warum Sachsen nicht einfach im Zuge der allgemeinen Territorialisierung zerfallen ist.
Offensichtlich waren die welfischen Herzöge in Sachsen so übermächtig, dass sie selbst die sehr starken territorialen Fliehkräfte innerhalb des Herzogtums einzudämmen vermochten.

Heinrich der Löwe, der letzte sächsische Herzog, hat vielleicht sogar auf eine königsgleiche Stellung in Sachsen hingearbeitet, wobei er sich durch sein energisches bis rücksichtsloses Vorgehen viele Feinde im Inneren machte. Um das starke sächsische Herzogtum auszuschalten, bedurfte es eines Bürgerkrieges und der Unterstützung durch den deutschen König, der sich auf diese Weise eines gefährlichen Rivalen entledigte:
"Und in demselben Jahre [1171] oder zu dieser Zeit hat Herzog Heinrich von Sachsen die Tochter des Königs von England geheiratet. Auch wird gesagt, dass derselbe Herzog in eigener Person den Heiligen Thomas hart angefahren hat und dass, obwohl er später viel Buße getan hätte, er dennoch und seine Nachkommen schwer gedemütigt worden sind."
"Im Jahre des Herren 1173 brach Herzog Heinrich von Sachsen mit fast fünfhundert Soldaten in das Heilige Land auf, um das Grab des Herren zu besuchen, wo er auf dem Wege vom Kaiser von Konstantinopel und einem gewissen anderen heidnischen König höchst ehrenvoll behandelt wurde. In der Zwischenzeit erschien der Kaiser in den Gegenden Sachsens und bedrängte gewisse einflussreiche Leute des Landes, denen der Herzog seine Städte anvertraut hatte, heimlich mit Drohungen oder Versprechungen und band sie mit einem Eide, dass, sollte der Herzog nicht zurückkehren, sie ihm ihre Städte zusammen mit dem Lande ausliefern würden. Danach, nachdem der Herzog zurückgekehrt war, hat sich wegen dieser Sache Zwiespalt zwischen dem Herzog und dem Kaiser entwickelt." [...]
"In demselben Jahre [1173] führte der Kaiser wiederum ein Heer nach Italien. Als aber [1174] während der Belagerung einer gewissen Stadt, welche Alexandria nach dem Namen des Papstes Alexander genannt wird, die Mailänder, Veronenser und die Einwohner Brescias auf sich warten ließen, stellten andere Städte Italiens ein unzähliges Heer auf und zwangen den Kaiser, die Belagerung aufzuheben. Der Kaiser zog nun aber gegen diese zu Felde. Aufgrund der Vermittlung einiger Leute kam es aber nicht zum Kriege, sondern versöhnten sich dieselben Städte mit dem Kaiser [1175]. Kurz darauf wurde das Abkommen gebrochen [1176] und versuchten sie wieder, sich gegen den Kaiser zu erheben. Der Kaiser sammelte deswegen ein neues Heer und lagerte bei Como, einer Stadt in Ligurien und als die Italiener ihn dort mit einer Übermacht anzugreifen versuchten, zog derselbe ins Feld und nachdem eine Schlacht mit Verlusten auf beiden Seiten geschlagen worden war, gab dieser sich besiegt. Denn er ergriff die Flucht und zog sich nach Como zurück. Von solch einem Schicksalsschlag erschüttert und von ungeheuren Sorgen bedrückt traf sich der Kaiser in der Nähe des Comer Sees [vielleicht in Chiavenna] mit Herzog Heinrich von Sachsen, der durch Boten herbeigerufen worden war und bat ihn so demütig, wie seine kaiserliche Würde das zuließ, dass er ihm helfen möge, die Geschicke des Reiches wiederherzustellen, indem er kurzfristig ein Heer sammle und dieses nach Italien führe. Dessen Bitte versagte der Herzog seine Zustimmung, weil es schon längere Zeit Unstimmigkeiten zwischen ihnen gab." [...]
"[1177] Während dessen, als der Kölner Erzbischof in Italien war, geschahen Brandschatzung und Raub zwischen dessen Freunden, nämlich dem Grafen von Altena und seinen Helfern und den Freunden des Herzogs von Sachsen, nämlich Berhard zur Lippe und den Seinen. Der Bischof von Münster kam aus Italien zurück und ergriff gegen diejenigen die Waffen, die sein Bistum während seiner Abwesenheit beunruhigt hatten. Nachdem er sich mit dem Grafen von Tecklenburg und Bernhard zur Lippe verbündet hatte, zerstörte er die Burgen Ahaus und Diepenheim. In demselben Jahre besetzte Bernhard zur Lippe, der auf der Seite Herzog Heinrichs stand, den Löwenberg und sicherte diesen durch eine Besatzung, was später der Keim zu einer schweren Fehde zwischen demselben Bernhard und dem Grafen Hermann von Ravensberg gewesen ist."
"Im nächsten Jahre [1178] rüstete der Kölner (Bischof) Philipp mit Hilfe des Kaisers ein Heer gegen Herzog Heinrich von Sachsen aus, rückte bis zur Weser vor und brannte Höxter, eine Stadt des Corveyer Abtes, zur Rache am Herzog nieder. Danach rückte er bis Hameln alles verwüstend vor." [...]
"Im Jahre 1179 gab es einen Reichstag zu Magdeburg, wo viele Klagen, sowohl vom Kaiser als von den Fürsten gegen Herzog Heinrich von Sachsen erhoben wurden. In diesem Jahre kämpfte Graf Gunzelin von Schwerin, der auf der Seite der Herzogs stand, mit Simon von Tecklenburg und dem Sohn des Grafen von Arnsberg im Bistum Osnabrück, und nachdem eine Menge Volkes erschlagen worden war, ist der Graf von Tecklenburg mit Unzähligen gefangen genommen worden1. Zu derselben Zeit unternahmen Bernhard zur Lippe und Widukind von Rheda einen Feldzug gegen Soest und brandschatzten die ganze Gegend ringsherum. Am Tage des Judas [28. Oktober] machten sie einen Abstecher nach Medebach und brannten die Stadt nieder.2 Der Kölner Erzbischof aber auf der Gegenseite führte ein Heer nach Sachsen gegen den Herzog und belagerte die Burg Haldensleben, blieb dort aber nicht. Auch Landgraf Ludwig von Hessen und sein Bruder, Pfalzgraf Hermann, waren mit 400 Soldaten im Heere des Kölner Erzbischofs. Daher führte Herzog Heinrich in demselben Jahre ein Heer in das Land des Landgrafen und focht einen Krieg mit diesem aus. Der Landgraf wurde besiegt und mit 400 Soldaten gefangen genommen. Vor diesem Kriege war bereits Pfalzgraf Hermann, der Bruder des Landgrafen, von Freunden desselben Herzogs gefangen gesetzt worden. Auch legte der Herzog Halberstadt, Nordhausen und Mühlhausen in Schutt und Asche, aber daraufhin gingen viele Adlige mit den Städten, die sie vom Herzog erhalten hatten, auf die Seite des Kaisers über."
"Im Jahre 1180 ist ein Reichstag bei Gelnhausen abgehalten worden, und aufgrund des Urteilsspruchs der Fürsten wurde Herzog Heinrich von Sachsen das Herzogtum aberkannt und die Teile des desselben Herzogtums, die sich in dem Kölner und dem Paderborner Bistümern jenseits der Weser befanden, wurden dem Kölner Erzbischof Philipp gegeben. Und dem Grafen Bernhard von Anhalt, dem Sohn des Markgrafen Adelberts, wurden die übrigen Teiles desselben Herzogtums, die in Sachsen lagen, zugesprochen. Daraufhin belagerte der Magdeburger Erzbischof zusammen mit vielen Fürsten Sachsen die Burg Haldensleben desselben Herzogs, der auf der Seite des Herzogs Bernhard zur Lippe vorstand. Nachdem das Bett des an derselben Stelle hindurchfließenden Wasserlaufes unter vielen Mühen abgeschlossen worden war, staute sich das Wasser so sehr auf, dass diejenigen, die die Burg hielten, nicht grundlos fürchteten zu ertrinken. Endlich gefror dasselbe Wasser durch die Strenge des Winters zu Eis und die Belagerer der Burg schnallten sich die Sporen um, berannten die Burg mit Macht und wurden oft von den Freunden des Herzogs zurückgeschlagen. Zuletzt wurde die Burg mit Erlaubnis des Herzogs dem Erzbischof von Magdeburg übergeben."
"Im folgenden Jahre [1181] unternahm der Kaiser einen Feldzug gegen den Herzog und kam zusammen mit vielen Reichsfürsten nach Sachsen und belagerte die Burgen Blankenburg, Wohldenberg(?) und Lichtenberg, und nachdem er dieselben eingenommen hatte, zerstörte er sie. Danach wendete er sich mit dem ganzen Heere gegen Lübeck und nahm es ein. Endlich, als der Kaiser gegen Braunschweig zog, lieferte sich der Herzog, der den Kräften des Römischen Reiches nicht gewachsen war, auf Rat der Fürsten mit seinen Städten und Burgen der Gewalt des Kaisers aus. Nur Braunschweig und Lüneburg wurden ihm gelassen. Daher sind seine Gefolgsleute, die wegen der Treue, mit der sie dem Herzog gedient hatten, geächtet worden waren, in ihre Besitztümer und Ämter wiedereingesetzt worden. Darüberhinaus ließ der Herzog, diejenigen, die er gefangen hielt, nämlich den Landgrafen Ludwig und dessen Bruder Pfalzgraf Hermann, den Grafen von Tecklenburg, Widukind von Waldeck und viele andere Adlige und zusammen damit mehr als Tausend Soldaten dem Kaiser zu Liebe frei. Zur Genugtuung und Freude des Kaisers verließ er die Grenzen des Römischen Reiches und begab sich zu König Heinrich von England, seinem Schwiegervater."
(Gobelin Person: Cosmodromium, herausgegeben von Meibom, 1599 S. 226-228. Siehe auch die Chronik Arnolds von Lübeck, 1. Buch und vor allem 2. Buch.)
1 Den Annales Paderbornenses zufolge sollen auch Widukind von Rheda und Bernhard zur Lippe an der Schlacht auf dem Haler Feld teilgenommen haben. Letzterer soll den Oberbefehl gehabt haben: "Cognita verò irruptione in Westfaliam facta, mittit Dux bellicosos Comites Adolphum Schawenburgicum, Guncelinum Suerinensem, Bernardum Raceburgicum, Bernardum Welpensem, Ludolphum & Wilbrandum Halremundios fratres, Widekindum Dynastam de Rhede ad Amasin, copijs validis instructos. Horum Dux à Leone praestitutus erat Bernardus de Lippia, militum fortissimus."
2 In den Annales Paderbornenses heißt es, dass Bernhard zur Lippe und Widukind von Rheda das südliche Westfalen noch länger gebrandschatzt hätten, wenn sie nicht vom Herzog in das östliche Sachsen abberufen worden wären: "Lippiensis hac victoria insolens, omnia circa Susatum vastat, ac festo Apostolorum Simonis ac Judae Medebecam Oppidum in cinetes vertit, plura illaturus damna, nisi à Leone cum Widekindo Rhedano in Orientalem Saxoniam evocatus fuisset." War Widukind von Rheda zusammen mit Bernhard zur Lippe auf Burg Haldensleben?

Gobelin Persons Bericht orientiert sich hauptsächlich an der Chronik Arnolds von Lübeck, eines Zeitzeugen der Geschehnisse, dessen Werk auch für uns die wesentliche Quelle ist. Gobelin Persons Darstellung der Ereignisse in Westfalen und Italien weicht jedoch signifikant von der Darstellung Arnolds von Lübeck ab. Was auf jeden Fall Westfalen betrifft, greift Gobelin Person auf heute verlorene Quellen zurück, was u.a. seine Chronik für uns so wichtig macht.

Die Cronecken der Sassen beschreibt den Bürgerkrieg in Sachsen folgendermaßen:

"M. C. lxxviij. [...] DE bischopp olrick to haluerstad de buwede eyne borch dat het langhen steyn do kam hertoge hinrick de lauwe vnde toch in dat lant to haluerstad vnde aff brande de borch wedder vnde rouede midde to wat he aff langen konden vnde toch wente an dat grote brouck dat wolde he strydes aff beyden. Bischopp olrick van haluerstadt de bad bischopp wichman van meydeborch to hulpe de twey heren togen an den hertoghen wente an dat brouck dat vorhoff sick eyn stryd. de hertoge de vorlos vn<de> öme worden aff gefangen dre hundert man. vnde greue symon van tekelenborch bleyff dar dot." [...]
"M. C. lxxx. JN dussem iare lot de keyser frederick to houe syn öhm hertogen hinrick den lauwen vn<de> vordelde öm syn lande vnde syn len vnde sin arue vnde eghen vnde wart syn vyend" [...]
"M. C. lxxxj. JN dussem iare toch bischop wychman van meydeborch vor haldesleue mit de keysers volcke vnde dem bischopp van kollen dar vp was des des hertogen denstman greue bernd van der lippe eyne<n> marliken rouer3 vn<de> togen dar vor to lychtmissen vnde legen dar vore wente to des hillige<n> Crůtzes dage na paschen. ouer se konden de stad vnde de borch nicht winnen se mosten se vt drencken. Do se de stad wunne<n> do breken se de borch vnde de keyser de belech bischopp wichman mit der stadt vnde borch des ort landes dat gingk dar spelen."
"DE hertoghe hinrick de lauwe de toch in dat lant to doringh vn<de> aff wan dem keyser northusen vnde molhusen vnde brande de beyden stede vth vnde brande lant wente an hessen. Do kemen de twey heren lantgreue lodewich vnde lantgreue hermen vn<de> togen to dem hertoge<n> int velt vp dem ekeßvelde dar vorhoff sick eyn grot stryd dat vele lude dot bleuen van beyden parten Sunder de hertoge de lauwe de wan vnde fengk de twey lantgreuen to hessen mit seß hundert man vnde toch do vort vpp dem vote vnde brande Aschersleue Jutterbock vnde Kalue vp der sale vnde stege in haluerstad vnde wan de stad vn<de> bischop olrick den vorde he gefangen vnde dede öm vordreyt dat he dar nach aff starff"
"M. C. lxxxij. JN dussem iare samelde keyser frederick grot volck vnde toch vp hertogen hinricke mit dren heren. dat eyn here vor lechtenbarghe vnde woldenbarghe. vn<de> dat ander here vor de lauwenborch vn<de> nů de leuenborch. dat dridde her vor blanckenborch vnde wunnen de veer borge vpp eyne<m> dach wente se worden vorraden vnde de dre here kemen in eyn vnde togen vor hanouer dat wunnen se vnde branden de stadt vnde toge<n> vort vor lubke vnde bardewick de huldigeden dem keyser Do gaff de keyser dat de stad lubke scholde keyser fry syn vn<de> gaff öne grot priuilegia vn<de> dat den radheren golt temede to dragen. vnde gaff ön den arne mit de<m> duppelden koppe to einem wapen De keyser de buwede dar wedder de harteßborch4 vnde toch dar vpp to wonen."
3 Bernhard zur Lippe hat von Haldensleben aus das Magdeburger Gebiet gebrandschatzt. (Vgl. die Jahrbücher von Magdeburg, S. 86-87.) In der Chronik des Stifts Steterburg hingegen wird Bernhard zur Lippe lobend als Verteidiger von Haldensleben erwähnt, das Heer des Kaisers aber der Brandschatzung bezichtigt. (Vgl. die Chronik von Stederburg, S. 32.) Das Gebiet des Stifts Steterburg lag auf von Heinrich dem Löwen kontrolliertem Gebiet.
4 Die Harzburg wurde wiederaufgebaut. Diese unter Heinrich IV. zur Kontrolle des östlichen Sachsens errichtete Zwingburg war 1074 während des Sachsenkrieges zerstört worden. (Die Hauptquelle zum Sachsenkrieg (1073-1075) ist das von Brun von Magdeburg verfasste Buch vom sächsischen Kriege.)
Im Gegensatz zu dem, was die "Cronecken der Sassen" behauptet, haben die deutschen Könige, wenn sie vorort waren, normalerweise nicht auf der Harzburg, sondern in der nahe gelegenen Pfalz Goslar gewohnt.
(Cronecken der Sassen: Ad annum 1178 - ad annum 1182.)

Da die Cronecken der Sassen ihre Quellen nicht nennt, ist zurecht bemerkt worden, dass sie als Geschichtsquelle nur mit Vorsicht zu benutzen ist. Allerdings könnte man das von vielen mittelalterlichen Chroniken sagen. Ich habe die Cronecken der Sassen so ausführlich zitiert, da sie an dieser Stelle mit vielen interessanten Einzelheiten kommt, die man meines Wissens anderswo nicht findet.
Der wahrscheinliche Verfasser Chronik stammte aus Wernigerode und hat später in Braunschweig gewohnt. Er hat also mehr oder weniger sein ganzes Leben in Ostfalen verbracht. Die Sprache der Chronik ist eindeutig zentralostfälisch.
Die Cronecken der Sassen bietet wahrscheinlich Zugang zu nur im ostfälischen Raume mündlich oder schriftlich überliefertem Wissen, weswegen Teile der Chronik, die von Ereignissen berichten, die sich im ostfälischen Raume ereignet haben, meiner Ansicht nach sehr beachtens- und bedenkenswert sind.

Die Vorgeschichte der Zerschlagung des sächsischen Herzogtums
Schon etwa fünfzehn Jahre vor der Zerschlagung des Herzogtums war es zu einer wichtigen Machtverschiebung im Gebiet der Gaue Westfalon und Angeron gekommen, nachdem Graf Heinrich von Arnsberg, der seinen Bruder im Kerker hatte umkommen lassen und dafür von Heinrich dem Löwen und den benachbarten Bischöfen bestraft worden war, sich dem Erzbischof von Köln zugewandt hatte:

"In demselben Jahre [1165] belagerten der Erzbischof von Köln, die Bischöfe von Paderborn, Minden und Münster und Herzog Heinrich von Sachsen die Burg Arnsberg aus dem Grunde, dass Graf Heinrich von Arnsberg seinen jungen Bruder Heinrich in Fesseln gelegt hatte und dieser daran gestorben war. Daher wurde Arnsberg eingenommen und zerstört und Graf Heinrich selbst gezwungen, ins Exil zu gehen. Aber nachdem er sich selbst und all das Seinige der Kölner Kirche übergeben hatte, wurde er vom Erzbischof persönlich in seinen Besitz und seinen Stammsitz wiedereingesetzt." (Gobelin Person: Cosmodromium, herausgegeben von Meibom, 1599 S. 225.)

1167 war es schon einmal zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen sächsischen Fürsten und Heinrich dem Löwen gekommen, die aber durch die Vermittlung des Kaisers beendet wurden. In mancher Hinsicht nehmen sich diese Kämpfe wie eine Vorwegnahme der Ereignisse der Jahre 1179 und 1180 aus. Wie bei der Zerschlagung des Herzogtums konzentrierten sich schon damals die Kämpfe auf die Gegend um Haldensleben: Burg Althaldensleben und Burg Niendorf (nicht mehr existierende Burg bei Haldensleben) wurden dabei zerstört.

Die Cronecken der Sassen, die normalerweise recht ausführlich über die Geschichte des ostfälischen Raums berichtet, schenkt diesen Ereignissen jedoch nur wenig Aufmerksamkeit:

"M. C. lxvij. Jn dussem iare vorhoff sick ein krich twische<n> bischopp wichman vn<de> hertogen hinricke dem lauwen. vnde nygentorppe [Burg Niendorf] wart gebroken."
Cronecken der Sassen ad annum 1167.

Offensichtlich war ein Teil des sächsischen Adels und des Klerus dem Gelnhäuser Reichstag, auf dem die Zerschlagung des sächsischen Herogtums festgestellt wurde, ferngeblieben, wie die Liste der Zeugen zeigt, mit der die Gelnhäser Urkunde abschließt. Sei es aus Loyalität gegenüber Heinrich dem Löwen, sei es aus Furcht vor ihm. Ohne die Einmischung des deutschen Königs und Kaisers hätte Heinrich der Löwe den Bürgerkrieg möglicherweise für sich entschieden. Auf jeden Fall hätte er sich in seiner Stellung behauptet. Selbst nach seinem Sturze und längeren Aufenthalten in England gelang es Heinrich dem Löwen immer noch, die Grundlagen einer keineswegs kleinen Territorialherrschaft im Braunschweigisch-Lüneburger Raum zu legen bzw. diese auszubauen.

 

Die Gelnhäuser Urkunde (1180) und der Kogelnberger Vertrag (1260)

Die widerrechtliche Zerschlagung des Herzogtums wurde mit der Gelnhäuser Urkunde vom 13. April 1180 festgestellt:

Die Gelnhäuser Urkunde (1180)
Da Heinrich der Löwe einer dreimaligen Vorladung wegen der Klagen, die von Seiten der Fürsten aufgrund seiner Übergriffe gegen Kirche und Fürsten erhoben wurden, nicht nachgekommen sei und auch keinen Vertreter geschickt habe, wurde er zum Renegaten erklärt. Das nach gemeinsamer Beratung und auf gemeinschaftlichen Beschluss der Fürsten ihm auf dem Reichstag zu Würzburg (1180) entzogene sächsische Lehen - Die Würzburger Urkunde ist nicht erhalten. - wurde in Gelnhausen solchermaßen neu vergeben, dass

  1. als ducatus Westphaliae et Angariae ("Herzogtum Westfalen und Engern") an den Erzbischof von Köln fiel (Vgl. die Karte. Die Erzbischöfe von Köln sollten noch Jahrhunderte später den Titel "Herzog von Westfalen und Engern" führen.),

  2. der Rest des Herzogtums aber an den Askanier Bernhard von Anhalt.

Der stellenweise verderbte, aber noch einigermaßen verständliche Text der Gelnhäuser Urkunde lautet:

"In nomine sanctę et indiuiduę Trinitatis. Fridericus diuina fauente clementia Romanorum Imperator augustus.
Quoniam humana labilis est memoria et turbę rerum non sufficit, predecessorum etatis nostrę diuorum imperatorum et regum decreuit auctoritas literis annotare quę fluentium temporum antiquitas a notitia hominum consueuit alienare.
Proinde tam presentium quam futurorum imperii fidelium nouerit universitas, qualiter Heinricus quondam dux Bawarię et Westfalię, eo quod ecclesiarum Dei et nobilium imperii libertatem, possessiones eorum occupando et iura ipsorum imminuendo grauiter oppresserit, ex instanti principum querimonia et nobilium plurimorum, quia citatione uocatus maiestati nostrę presentari contempserit, et pro hac contumacia principum et suę conditionis Sueuorum proscriptionis nostrę inciderit sententiam. Deinde quoniam in ecclesias Dei et principum et nobilium iura et libertatem grassari non destiterit, tam pro illorum iniuria quam pro multiplici contemptu nobis exhibito, ac praecipue pro euidenti reatu maiestatis, sub feodali iure legitimo, trino edicto ad nostram citatus audientiam, eo quod se absentasset nec aliquem pro se misisset responsalem contumax iudicatus est, ac proinde tam ducatus Bawarię quam Westfalię et Angarię, quam etiam uniuersa quę ab imperio tenuerit beneficia per unanimem principum sententiam in sollempni curia Werciburc celebrata ei abiudicata sunt nostroque iuri addita et potestati.
Nos itaque, habita cum principibus deliberatione, communi ipsorum consilio, ducatum qui dicitur Westfalię et Angarię in duo diuisimus, et consideratione meritorum quibus dilectus princeps noster Phylippus Coloniensis archiepiscopus ob honorem imperialis coronę promouendum et manutenendum, nec rerum dispendię nec personę formidans pericula, gratię imperialis promeruerit priuilegium, unam partem, eam uidelicet quę in episcopatum Coloniensem et per totum Patherbrunnensem episcopatum extendebatur, cum omni iure et iurisdictione, uideliect cum comitatibus, cum aduocatiis, cum conductibus, cum mansis, cum curtibus, cum beneficiis, cum ministerialibus, cum mancipiis et cum omnibus ad eundem ducatum pertinentibus, ecclesię Coloniensi legitime donauimus et de imperatoria liberalitate contulimus, et requisita a principbus sententia an id fieri liceat, adiudicata et communi principum et totius curię assensu approbata, accedente quoque publico consensu dilecti consanguinei nostri ducis Bernhardi, cui reliquam partem ducatus concessimus, prememoratum archiepiscopum Phylippum portione illa ducatus suę collata ecclesię uexillo imperiali solempniter inuestiuimus. Hanc igitur legitimam nostrę maiestatis donationem et inuestituram Coloniensi ecclesię et sepedicto principi nostro Phylippo archiepiscopo omnibusque suis successoribus confirmamus, et in omne posteritatis ęuum eis ratam permanere uolentes, ne quis eam ausu temerario infringere uel quomodolibet uioloare attemptauerit, imperiali edicto inhibemus, et hanc nostram constitutionem presente priuilegio aurea excellentię nostrę bulla insignito corroboramus auctentice, testibus annotatis quo huic facto interfuerunt.
Sunt autem hii. Arnoldus Treuirensis archiepiscopus. Wicmannus Magdeburgensis archiepiscopus. Cůnradus Salisburgensis archiepiscopus. Sifridus Bremensis electus. Cůnradus Wormatiensis episcopus. Růdulfus Leodiensis episcopus. Bertrammus Metensis episcopus. Arnoldus Osnaburgensis episcopus. Cůnradus abbas Fuldensis. Adolfus abbas Hersfeldensis. Lotarius prepositus Bunnensis. Ludewicus palatinus Saxonię et lantgrauius Thuringię. Bernhardus dux Westfalię et Angarię. Godefridus dux Lotharingię. Fridericus dux Sueuię. Otto marchio de Brandenburc. Teodericus marchio de Lusiz. Dedo comes de Groix. Sifridus comes de Orlamunde. Rubertus comes de Nassawe. Emicho comes de Liningen. Engelbertus comes de Monte. Teodericus comes de Hostade. Gerardus comes de Nürberc. Henricus comes de Arnsberg. Hermannus comes de <Rauinisperc>[Hafsburg]. Henricus comes de Kuc. Wernerus comes de Wittinchinstein. Widdikindus de Weltecke. Fridericus de Anfurde. Hartmannus de Butingin. Wernerus de Bonlande. Conradus pencerna. Heinricus marscalcus de Bappinheim. Sibodo de Groix camerarius, et alii quam plures.
Signum domni Friderici Romanorum imperatoris inuictissimi. [Monogramm] Eo Godefridus imperialis aulę cancellarius uice Cristiani Maguntinę sedis archiepiscopi et Germanię archicancellarii recognovi.
Acta sunt hęc anno dominicę incarnationis MCLXXX. Indictione XIII. Regnante domno Friderico Romanorum imperatore inuictissimo, anno regni eius XXIX. imperii uero XXVI. feliciter Amen. Datum in solempni curia Gelenhusin in territorio Maguntino. Idibus Aprilis."
(Westfälisches Urkundenbuch 2, Urkunde CCCCVII, S. 150-151. Eine Übersetzung findet sich bei Heinemeyer 1981, S. 15 - 17.)

Die Gaue Westfalon und Angeron
Ist die Bezeichnung ducatus Westphaliae et Angariae in Zusammenhang mit den südlich der Lippe gelegenen Gauen Westfalon und Angeron zu sehen? (Vgl. die Karte des Herzogtums Sachsen um das Jahr 1000.) Das Vest Recklinghausen und das Herzogtum Westfalen jedenfalls, wo es den Kölner Erzbischöfen gelungen ist, dauerhaft Territorialherrschaften in Sachsen aufzubauen, lagen auf dem Gebiet der alten Gaue Westfalon und Angeron. Das Gebiet der Gaue Westfalon und Angeron deckt sich außerdem mehr oder weniger mit dem des Bistums Köln in Sachsen. (Quellenmaterial zu den Gauen Westfalon und Angeron findet sich bei Böttger 1875, dritte Abteilung, S. 24 - 45.)
Die Erinnerung an die alten Heerschaften Westfalen, Engern und Ostfalen war bereits zu verblasst, als dass diese noch als konkrete geographische Bezeichnungen hätten gebraucht werden können. Außerdem stellt sich sonst die Frage, warum Ostfalen mit keinem Worte erwähnt wird.

Unstimmigkeiten im Text der Gelnhäuser Urkunde
Der Text der Urkunde in seiner Gesamtheit unterstützt diese Deutung nicht. Es gilt aber zu bedenken, dass der Text der Urkunde stellenweise verderbt ist.
Überhaupt macht es stutzig, dass in der Urkunde von Heinricus quondam dux Bawarię et Westfalię ("Heinrich, ehemals Herzog von Bayern und Westfalen") die Rede ist.
An anderer Stelle heißt es: ducatum qui dicitur Westfalię et Angarię in duo diuisimus ("Das Herzogtum, das das von Westfalen und Engern genannt wird, haben wir zweigeteilt"), was ebenfalls keinen Sinn ergibt.
Mit Sicherheit kann im Original nicht dux Bawarię et Westfalię gestanden haben. Es hieß dux Bawarię et Saxonię.
Leider gilt das (vermeintliche?) Original der Gelnhäuser Urkunde, deren Schriftzüge so verblasst waren, dass sie für das menschliche Auge nicht mehr zu erkennen und noch dazu stellenweise überschrieben waren, als verschollen. Die beiden Abschriften stammen ursprünglich aus Beständen der Kölner Kirche (vgl. Güterbock 1920, S. 1 - 27).

Die Titel "Herzog von Westfalen und Engern" und "Herzog von Sachsen, Engern und Westfalen"
Vermutlich handelt es sich bei dem Nebensatz qui dicitur Westfalię et Angarię um einen späteren Einschub eines kölnischen Schreibers, nachdem die Erzbischöfe von Köln bereits den Titel "Herzog von Westfalen und Engern" angenommen hatten. Wahrscheinlich war ursprünglich in der Gelnhäuser Urkunde nur vom Herzogtum Sachsen und vom Teil des Bistums Köln im Herzogtum Sachsen sowie vom Bistum Paderborn die Rede.5
Bernhard von Sachsen hat sich in nach 1180 ausgestellten Urkunden selbst dux Saxoniae ("Herzog von Sachsen") genannt. Dessen Sohn Albrecht I. hat sich als erster selbst dux Saxoniae, Angariae et Westfaliae (vgl. Codex diplomaticus Anhaltinus 1875, Urkunde 133) genannt, nachdem er sich anfangs nur dux Saxoniae (vgl. Codex diplomaticus Anhaltinus 1875, Urkunde 89) genannt hatte (vgl. außerdem Becman 1710a, S. 470 - 471 und S. 511). Dessen Sohn Albrecht II. (vgl. Becman 1710a, S. 511) und sein Enkel Rudolf I. führten bereits ganz selbstverständlich den Titel dux Saxoniae, Angariae et Westfaliae (vgl. Becman 1710b, S. 45).
Ist die Gelnhäuser Urkunde in der 1. Hälfte des 13. Jhs. manipuliert worden?
Der Titel "Herzog von Westfalen und Engern," den die Erzbischöfe von Köln führten, war vermutlich doppeldeutig. Dieser Titel konnte sich einerseits auf die Gaue Westfalon und Angeron beziehen, wo die Erzbischöfe von Köln tatsächlich gebietsweise die weltliche Herrschaft ausübten, andererseits aber auch ihren Anspruch auf eine wesentlich größere Einflussphäre im Sinne der alten Heerschaften zum Ausdruck bringen.6

Der Kogelnberger Vertrag (1260)
Dass es solch einen Anspruch gab, zeigt der Kogelnberger Vertrag (1260), mit dem die Erzbischöfe von Köln und die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg ihre Einflussphären entlang der Werra und der Weser gegeneinander abgegrenzt haben (vgl. Seibertz, 1839, S. 396. Siehe auch die Karte).
Die häufig in der Literatur vertretene Auffassung, dass das sächsische Herzogtum 1180 entlang der Weser geteilt worden sei, beruht vermutlich auf einer Verwechslung bzw. Gleichsetzung der Gelnhäuser Urkunde (1180) mit dem Kogelnberger Vertrag (1260).

5 Die ursprüngliche Intention der Gelnhäuser Urkunde scheint in einem Vertrage wieder auf, den der Erzbischof von Köln 1307 mit dem Bischof von Paderborn und den im Bistum Paderborn und im westfälischen Teil des Bistums Köln gelegenen Städten zur Aufrechterhaltung des Landfriedens geschlossen hat (vgl. Fahne 1855, Urkunde 59, S. 77-81).
6 Das Gebiet zwischen Rhein und Weser, in dem die Erzbischöfe von Köln eine wie auch immer geartete Führungsrolle beanspruchten, wird in den Quellen meistens terra Westphaliae ("Land Westfalen") genannt. Das südlich der Lippe gelegene Gebiet, wo es den Erzbischöfen von Köln gelungen war, eine Territorialherrschaft aufzubauen, erscheint unter dem Namen ducatus Westphaliae ("Herzogtum Westfalen") wie z.B. in einem 1298 geschlossenen westfälischen Landfrieden (vgl. Seibertz 1839, Urkunde 473, S. 584-587).

Es ist wahrscheinlich schnell ins Bewusstsein der Zeitgenossen durchgedrungen, dass die westliche Hälfte Sachsens vom Rest des Landes abgebrochen war: Einer Urkunde von 1189 zufolge haben Widukind von Rheda und seine Mutter Lutrude von Schwalenberg dem Kloster Marienfeld einige in Engern und Westfalen gelegene Höfe übertragen. Weil die Übertragung der Höfe von zwei verschiedenen Gerichten, nämlich dem Rhedaer Freistuhl und dem von Harsewinkel, festgestellt worden war, hat die ältere Forschung aus dieser Urkunde den Schluss gezogen, dass die alten Heerschaften Westfalen und Engern im Marienfelder Raum aneinander gegrenzt hätten. Solch eine Grenze hat es aber im Marienfelder Raum nicht gegeben. Die fraglichen Höfe fielen einfach unter zwei verschiedene Freigrafschaften, die mit den alten Heerschaften nichts zu tun hatten. Sehr wahrscheinlich will die Urkunde zum Ausdruck bringen, dass die genannten Höfe in der Region Westfalen und Engern lagen.
(Vgl. Regesta historiae Westfaliae Bd. 2, Urkunde 496.)

 

Die Begriffe Westfalen und Ostfalen nach 1200

Im Kogelnberger Vertrag (1260) ist übrigens nur vom ducatus Westphalie ("Herzogtum von Westfalen") die Rede. Der Begriff "Engern" war offensichtlich bereits aus dem lebenden Sprachgebrauch verschwunden. Zu dieser Zeit muss auch der Begriff "Westfalen" als allgemeine Bezeichnung für den westlich der Weser gelegenen Teil des alten Sachsens aufgekommen sein.
In einem 1319 geschlossenen Landfrieden heißt es:

"Wi Henrik van Godes genaden en archibiscop van kolne dot kundich allen den, de dissen bref seyt und horet lesen, dat wi dor dat beste unses landes to Westfalen, unser man und unser denestman und alle der gener, de darinne wonachtich sint, van der wippere bet an de wesere, sin overkomen eynen gemeynen lantvredes..."
(Vgl. Geschichte der Stadt Osnabrück aus Urkunden, Teil I, S. 225.)

Gleichzeitig kamen Begriffe wie "Ostersassen" für den östlichen Teil des alten Sachsens auf. Häufig wurde auch einfach der Name "Sassen" für den östlich der Weser gelegenen Teil des alten Sachsens verwendet.

In der zweiten Hälfte des 15. Jhs. konnte Werner Rolevinck daher in seinem Buch zum Lobe des Alten Sachsens, jetzt Westfalen genannt die Lage Westfalens folgendermaßen umschreiben:

"<Westfalen> liegt in Niederdeutschland und hat im Osten Sachsen, im Süden den Rhein, im Westen Rhein und Yssel und im Norden das Meer. Es hat einen einigermaßen kreisförmigen [ovalen] Umfang, dessen Durchmesser fünf Tagesreisen misst."
"Denn da, wo es Sachsen berührt, grenzt es erst an Hessen, dann an den Westerwald, dann an das oberhalb des Rheins liegende Herzogtum Berg, dann an die einander umschlingenden Herzogtümer Kleve und Geldern, von hier an Twente, Drenthe, Friesland und schließlich wieder an Sachsen."
"Es umfasst daher vier Stifter, nämlich das Münstersche, das Osnabrückische, das Paderborner und das Mindener, zwei Herzogtümer aus Urzeiten, nämlich Westfalen und Engern"
"und viele Grafschaften und adelige Häuser, nämlich Bentheim, Tecklenburg, Mark, Waldeck, Spiegelberg, Dinslaken, Oldenburg, Diepholz, Ravensberg, Limburg, Arnsberg, Rietberg, Lippe, Büren, Recklinghausen, Lüdinghausen, Steinfurt, Horstmar, Borculo, Bronkhorst, Gemen, Cappenberg und andere Schlösser und Besitzungen von Baronen, Edelleuten und kleinen Adeligen..."
(Liber de laude Antiquae Saxoniae, nunc Westphaliae dictae, primae partis capitulum I. Übersetzungen: Kutscheit, 1834; Troß, 1865; Bücker, 1953. Einen schnellen geographischen Überblick verschafft die Karte Central Europe about 1477 aus Historical Atlas by William R. Shepherd, 1923.)
In dem im 13. Jh. von Bartholomäus Anglicus verfassten und um 1470 erstmalig gedruckten Nachschlagewerk De proprietatibus rerum, das Rolevinck benutzt hat, hatte es bereits geheißen:
"Westfalen ist eine Provinz Niederdeutschlands und hat Sachsen im Osten, Thüringen und Hessen im Süden, den Rhein und Köln im Westen und den Ozean und Friesland im Norden. Von zwei bekannten Flüssen wird es an seinen Flanken eingefasst, nämlich der Weser und dem Rhein. Den Rhein berührt es nämlich gegen Westen und gegen Norden, die Weser aber gegen Osten."
(De proprietatibus rerum XV, 170)

Zur Lage Sachsens heißt es in demselben Werke:

"Sachsen hat Böhmen und Polen im Osten, Westfalen im Westen, die Friesische Bucht am Meere im Norden, den Volksstamm der Thüringer und der Franken aber im Süden."
(De proprietatibus rerum XV, 139)
Deutschland von 1517-1648 und seine politische Gestlatung am Ende des 30-jaehrigen Krieges
Ausschnitt aus der Karte Deutschland von 1517-1648 und seine politische Gestaltung am Ende des 30-jährigen Krieges aus Karl Keppel's Geschichtsatlas, zwölfte Auflage (1868). Public Domain. Digitalisat: GEI-Digital.

Die Kreiseinteilung des Heiligen Römischen Reiches
Die Auflösung der alten Herzogtümer hatte zum Wegfallen eines wichtigen Elements der politischen Raumordnung geführt. Im Jahre 1500 wurden daher sechs Kreise geschaffen, deren Aufgabe es u.a. war, den Landfrieden zu bewahren. Durch Einbeziehung bislang kreisfreier Territorien wurde 1512 die Zahl der Kreise auf zehn erhöht (vgl. die Karte The Imperial Circles about 1512).
Der Burgundische Vertrag (1548) löste Burgundien aus dem Heiligen Römischen Reich heraus und verschob die Westgrenze des Westfälischen Kreises bis zu der Linie, wo Werner Rolevinck die Westgrenze Westfalens rund fünfundsiebzig Jahre früher ohnehin gesehen hatte (vgl. die Karte Map of the Imperial Circles about 1560).7
Seither war die Kreiseinteilung stabil.
Im ursprünglichen Entwurf war nur ein Sächsischer Kreis vorgesehen. Seit 1512 gab es einen Niedersächsischen und einen Obersächsischen Kreis. Grenze des Westfälischen und des Niedersächsischen Kreises war etwa die Weser.

7 Rolevincks Auffassung deckt sich mit der des Sachsenspiegels, der westlich der Bistümer Münster und Osnabrück kein weiteres sächsisches Bistum kennt. (Vgl. Sachsenspiegel III, 62. Siehe außerdem die Karte der mittelalterlichen Bistümer im heutigen Deutschland und die Karte der mittelalterlichen Bistümer in den heutigen Benelux-Landen.)

Westfälisch und Ostfälisch
Die westfälische und die ostfälische Mundart hatten sich bereits herauskristallisiert. Schon in altsächsischer Zeit dürfte es einen Unterschied gegeben haben. Um 1513 konnte daher ein westfälischer Geistlicher im Kloster Dalheim eine Evangelienharmonie, die die Stelle, an der Simon Petrus aufgrund seiner Sprache als Jünger Jesu erkannt wird (und diesen daraufhin verleugnet), durch einen kleinen Dialektunterschied zwischen Galiläa und Jerusalem erklärt, mit folgenden Worten kommentieren:

"alse westfeles unde sassesch."8

8 Monotessaron : eine mittelniederdeutsche Fassung aus dem Jahre 1513 ; (Diözesanarchiv Trier, Nr. 75) / Johannes Gerson. Hrsg. von Axel Mante. - Lund : C.W.K. Gleerup, 1952
(Lunder germanistische Forschungen ; 25),
S. 350

Die traditionelle Dreiteilung des sächsischen Stammlands in Westfalen, Engern und Ostfalen war einer Zweiteilung entlang der Weser gewichen.

Ostfalen
Der heutige Begriff "Ostfalen" gilt als neuer Ausdruck bzw. als erst vor wenigen Jahrzehnten wiederbelebtes Wort. Wenn man die lateinische Einleitung zum ersten Bande9 einer 1707-1711 von Leibniz herausgegeben dreibändigen Quellensammlung zur Geschichte der braunschweigischen Lande liest, stellt sich jedoch der Eindruck ein, dass bereits damals der Begriff "Ostfalen" im heutigen Sinne gebraucht worden ist:

"Wir haben nun beschlossen, dass einige Schreiber in einem einzigen Bündel zusammengefasst werden sollen, durch die die Braunschweigische Geschichte beleuchtet werde; teils solche, die noch niemals herausgegeben wurden, teils solche, die auf Grundlage handgeschriebener Bücher textkritisch herausgegeben werden. Hinzu kommen einige, die wir nur neu in Umlauf bringen, weil sie sich in den Händen sehr Weniger befinden und machen dies ganz besonders zu unserem Anliegen.
Hierin sind wir dem Beispiel Melchior Goldasts, Pieter Schrijvers und Erpold Lindenbrogs gefolgt, von denen der erste die Schreiber alemannischer, das heißt schwäbischer und schweizerischer Geschichte, der andere die der niederländischen Geschichte und letzterer die der Geschichte des Nordens [das heißt Norddeutschlands und Skandinaviens] in gesonderten Bänden herausgegeben hat. Auf diese Weise auch André Du Chesne als Herausgeber normannischer, Antonio Caraccioli als Herausgeber neapolitanischer, Camillo Pellegrino als Herausgeber transpadanischer und Felice Osio als Herausgeber cispadanischer Quellen.
Und wir hoffen, dass durch unser Beispiel Leute angeregt werden, dasselbe in anderen Regionen Deutschlands zu leisten. Denn die Österreicher, Bayern, Böhmen, Franken, Obersachsen, Pfälzer, Rheinländer und Westfalen, ja auch die bedeutenderen Familien deutscher Fürsten werden zuhause eine nicht zu verachtendes historisches Erbe finden, mit dem, wenn es einmal veröffentlicht würde, sie ihren Ruhm und den allgemeinen Nutzen beförden würden. Wir haben als Interessengebiet zugleich die Braunschweigische Region wie auch ihre herrschende Familie und sammeln, was beider Geschichte erhellt."
"Aber, damit unser Vorhaben besser verstanden werde, muss man wissen, dass ein großer Teil des alten Ostfalens zum Braunschweigisch-Lüneburgischem Gebiet gehört. Es ist nicht falsch zu sagen, dass die Nachfahren Heinrichs des Löwen dessen Herzogtum unter einem veränderten Namen [nämlich Braunschweig-Lüneburg] behalten beziehungsweise wiedergewonnen haben, wenn auch Westfalen und Engern von Kaiser Friedrich I. dem Askanier Bernhard und der Kölnischen Kirche übertragen worden sind, wiewohl später einige Grafschaften Engerns [nämlich z.B. Hoya und Diepholz] zurückgegangen sind, ja das Osnabrücker Gebiet selbst alternierend hinzugekommen ist."
"Gewiss hatten von alters her die Bischöfe, Markgrafen und Landgrafen vom sächsischen Herzogtum abgesonderte Amtsbezirke, ganz zu schweigen von den alten Pfalzgrafen Sachsens. Deswegen nehmen wir hier auch nicht auf, was zu den östlichen oder nördlichen Markgrafen, das sind die Meisner und die Brandenburgischen, oder den Thüringern gehört. Ganz besonders, weil diese Markgrafen nicht im Alten Sachsen, sondern in den Landen der Slawen eigesetzt waren, ja sogar der Magdeburgische Erzbischof mit den ihm unterstehenden Bischöfen zu den Slawen gehörte. Aber die Angelegenheiten der Halberstädter, Verdener, und Mindener Bischöfe können hier nicht ausgeschlossen werden, denn sowohl befinden sich unsere Lande hauptsächlich in deren Bistümern, wie auch unsere weltlichen Herrschaften untereinander verstreut liegen. Deswegen werden wir auch einige alte noch vorhandene Chroniken dieser Kirchen bringen."
(Scriptores rerum Brunsvicensium I., introdcutio)

An anderer Stelle heißt es:

"Ludgerus hat sich nicht nur um die Westfalen, sondern auch um unsere Ostfalen sehr verdient gemacht. Denn wie das Werdener in Westfalen, so hat er auch in dieser unserer Gegend das Helmstedter Kloster gestiftet, das von jenem abhängig ist."
(Scriptores rerum Brunsvicensium I., introdcutio)

An noch anderer Stelle heißt es:

"Diese Besprechung der Stiftungen [von Kirchen] in Sachsen, besonders unserem Ostfalen, verdanken wir dem berühmten Maderus."
(Scriptores rerum Brunsvicensium I., introdcutio)

Im Grunde klingt dies bereits bei Werner Rolevinck und Albert Krantz an, die fälschlicherweise davon ausgingen, die Weser hätte in altsächsischer Zeit die Grenze zwischen Westfalen und Ostfalen gebildet (vgl. De laude Antiqae Saxoniae, nunc Westphaliae dictae I, 2 und Saxonia II, 2).
Am deutlichsten vielleicht tritt dieser Gedanke bei Nicolaus Schaten zutage: "Westfaliâ jam subactâ Christo, ac pacatâ, Ostfalia inter Albim & Visurgim adhuc turbabatur." (vgl. Annales Paderbornenses ad annum 797) und "Inde Rex transito Rheno, in Saxoniam digressus, ad utriusque provinciae Westfaliae & Ostfaliae negotia ordinanda, ..." (vgl. Annales Paderbornenses ad annum 961).
Bei Leibniz taucht jedoch zum ersten Male der Gedanke auf, dass Ostfalen eine nach wie vor existente Region ist, deren Geschichtsquellen zu sammeln und zu erforschen sind.

9 Der Titel des ersten Bandes lautet frei übersetzt: "Alle Schreiber der Antike und der Zeit vor der Reformation [also des Mittelalters], die zur Erhellung der Braunschweigischen Geschichte dienlich sind. Ein Werk, in dem einige Chroniken dieser und der benachbarten Regionen, Städte, Bischöfe und Klöster, besonders Ostfalens, wie auch die Geschichte der Atestini der Lombardei und der Welfen Oberdeutschlands, außerdem die Biographien berühmter Männer oder Fürsten [...] zusammengestellt werden [...]."

 

Die politischen und sprachlichen Folgen der Zerschlagung des sächsischen Herzogtums

Ausschnitt aus der Karte Das roemisch-deutsche Reich zur Zeit der Hohenstaufen 1137-1254 aus Karl Keppel's Geschichtsatlas 1868
Ausschnitt aus der Karte Das römisch-deutsche Reich zur Zeit der Hohenstaufen 1137-1254 aus Karl Keppel's Geschichtsatlas, zwölfte Auflage (1868). Public Domain. Digitalisat: GEI-Digital.
Ich bin geneigt, in der Zerschlagung des Herzogtums eine der Hauptursachen für den (weitgehenden) Verlust der niederdeutschen Sprache zu sehen, auch wenn dieser sich erst Jahrhunderte später über den Untergang der niederdeutschen Schriftsprache im 17. Jh. bis zum niederdeutsch-hochdeutschen Sprechsprachenwechsel ab dem 19. Jh. vollzogen hat.

So hat sich die das ganze Mittelalter und die Neuzeit hindurch aufrecht erhaltene relative territoriale Einheitlichkeit Böhmens zweifelsohne günstig auf den Erhalt und allgemeinen Gebrauch der tschechischen Sprache ausgewirkt, während hingegen die Entstehung des heutigen Mosaiks der niederdeutschen Dialekte in Zusammenhang mit der territorialen Zersplitterung des niederdeutschen Raumes seit Zerschlagung des Herzogtums zu sehen ist.

In politischer Hinsicht sollte man die Bedeutung eines Herzogtums freilich nicht überschätzen. Im hohen Mittelalter hat der Staat in Sachsen am besten funktioniert, wenn der sächsische Herzog gleichzeitig auch deutscher König und Kaiser war, so wie das in der Zeit der Ottonen und später noch einmal zur Zeit Lothars von Supplinburg der Fall war.

Auch die großen wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen wurden im hohen Mittelalter häufig an Orten erbracht, die zum Reichsgut gehörten oder in reichsunmittelbaren Benediktinerabteien, an Orten also, die direkt unter dem Schutze des deutschen Königs standen.

Im Großen und Ganzen gaben sich die Askanier mit der Kurfürstenwürde zufrieden, die den Welfen entzogen worden war, machten aber keine Anstalten, das Amt des Herzogs von Sachsen wirklich auszufüllen, was angesichts der zentralen Lage des Familienbesitzes der Welfen vielleicht auch gar nicht möglich war. Wie auch immer: Es zeigte sich bald, dass es leichter war, die bestehende Ordnung zu zerstören, als eine neue Ordnung herzustellen.

Auf der Karte links sind die entstehenden Stifte in rosa Farbe eingezeichnet.

Um das nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen (1180) entstandene Machtvakuum zu füllen, übertrugen die Staufer den Bischöfen in Westfalen und Niedersachsen hoheitliche Befugnisse. In wohl keiner Landschaft des Heiligen Römischen Reiches waren die Stifte, also die Gebiete, in denen ein Bischof die weltliche Herrschaft ausübte, größer als in Westfalen. (Vgl. z. B. die Urkunde von 1225.)

Die politischen Folgen
Der niederdeutsche Raum zerfiel in politischer Hinsicht schließlich in mehrere Bruchstücke:

  1. Das Gebiet zwischen Weser und Elbe


  2. Das Gebiet westlich der Weser


  3. Das Gebiet nördlich der Elbe: Schleswig-Holstein


  4. Das Gebiet nördlich der Elbe: Mecklenburg

  5. Die freie Reichsstadt Lübeck und die Hanse

  6. Die Mark Brandenburg und Anhalt


Die sprachlichen Folgen
Erweiterung des nordniedersächsischen Sprachgebietes
Eine der Folgen der Zerschlagung des sächsischen Herzogtums war die Machtentfaltung der Hanse gewesen, die auch sprachliche Folgen hatte: Der Nordosten Holsteins und Lübeck, das alte Wagrien also, wurden noch im 12. Jh. in das nordniedersächsische Sprachgebiet einbezogen.
Die Verdrängung des Friesischen in Groningen, Ostfriesland, dem Jeverland und dem Land Wursten ab dem 15. Jh. ist nur durch die wirtschaftliche und kulturelle Vorrangstellung der Hanse im Nordseeraum zu erklären. Dass der Vorstoß des Niederdeutschen jedenfalls nicht von Süden aus dem westfälischen Bereich kam, beweisen die heutigen nordniedersächsischen Mundarten dieser Gebiete. Ausgangspunkte der Entwicklung dürften die Städte Groningen und Emden gewesen sein.

Nord- und Südniederdeutsch?
Vermutlich hat die Hanse die Entwicklung der ganzen heutigen Sprachlandschaft von der Yssel bis zur Oder in mehr oder weniger starkem Maße beeinflusst. Nur im Süden des niederdeutschen Sprachgebietes, in Westfalen und in Ostfalen, hat sich die ältere Sprachlandschaft aus der Zeit des sächsischen Herzogtums erhalten.
Normalerweise unterteilt die Germanistik die niederdeutschen Mundarten in eine westniederdeutsche Gruppe im altsächsischen Stammland und eine ostniederdeutsche Gruppe von Mundarten, die erst im Mittelalter in den Gebieten östlich von Elbe und Saale, in denen ehemals Slawisch gesprochen wurde, entstanden ist.
Ich vermute hingegen, dass das nordniedersächsische Gebiet zu derselben Zeit mehr oder weniger umgeformt bzw. neu geformt wurde, wobei die Dynamik der Hanse der entscheidende Faktor war. Man könnte den niederdeutschen Sprachraum vielleicht besser in eine nördliche Gruppe von Mundarten in einem breiten Streifen entlang der Küsten von Nord- und Ostsee einteilen, die sich erst zur Blütezeit der Hanse herausgebildet haben und von dieser in mehr oder weniger starkem Maße beeinflusst worden sind und eine südliche Gruppe aus der Zeit des Herzogtums herrührender Mundarten in Westfalen und Ostfalen, die an dieser Entwicklung weitaus weniger teilgenommen haben. (Siehe auch Goossens, 1983, S. 66-71.)

Mecklenburgisch
Das Mecklenburgische ist eindeutig der nördlichen Gruppe zuzurechnen, hat jedoch einen ganz eigenen Charakter. In der Weiterentwicklung der alten mittelniederdeutschen ê- und ô-Laute, die für die Klangfarbe der Mundart nicht unwichtig sind, stimmt das Mecklenburgische weitgehend mit dem Ostfälischen überein.
Da Mecklenburg noch von Heinrich dem Löwen in den sächsischen Raum einbezogen worden ist, gehe ich davon aus, dass die ersten sächsischen Siedler aus dem Braunschweigisch-Lüneburgischen Raum gekommen sind.

Brandenburgisch
Die im Mittelalter in weiten Teilen der Mark Brandenburg herrschende nicht-hanseatische niederdeutsche Sprache wird häufig durch den sprachlichen Einfluss von Siedlern aus Flandern und den Niederlanden erklärt.
Ich persönlich schließe jedoch nicht aus, dass die elbostfälische Sprache des unmittelbar westlich von Elbe und Saale gelegenen Gebietes, in der auch der Sachsenspiegel, die wohl in der Altmark entstandenen Glossen zum Sachsenspiegel und das Magdeburger Stadtrecht abgefasst sind, die Entstehung der märkischen Mundarten beeinflusst hat.
Der erste Markgraf von Brandenburg, Albrecht der Bär, jedenfalls stammte aus diesem Gebiet, in dem auch die im Sachsenspiegel erwähnten Schwaben oder besser gesagt Nordsweben ansässig gewesen sein müssen. Laut Vorrede des Sachsenspiegels galten u.a. die Fürsten der Mark Brandenburg und die von Anhalt als Schwaben, das heißt, sie fielen unter das nordswebische Recht. In politischer Hinsicht waren diese Fürsten Sachsen. Albrecht der Bär ist sogar eine Zeitlang Herzog von Sachsen gewesen.

 


Das Verbreitungsgebiet der niederdeutschen Schriftsprache um 1400
(Fundstelle: Wikimedia Commons: Hansesprache)

Festzuhalten bleibt, dass die widerrechtliche Zerschlagung des sächsischen Herzogtums ein epochaler Einschnitt war, der weitreichende Folgen für die politischen Geschicke Niederdeutschlands gehabt und vielleicht auch der Entwicklung der niederdeutschen Sprache eine neue Richtung gegeben hat.

Die östlichen Niederlande
Über die Einordnung der niedersächsischen Mundarten in den Niederlanden ist viel gestritten worden. Fest steht, dass das Gebiet, in dem niedersächsisch gesprochen wird, im Großen und Ganzen niemals zum sächsischen Herzogtum gehört hat. Von 1500 bis 1548 hat dieses Gebiet aber dem Westfälischen Kreis angehört. Der Burgundische Vertrag (1548) beendete diesen Zustand, indem er dieses Gebiet zu einem Teil Burgundiens machte und Burgundien aus dem Heiligen Römischen Reich herauslöste.

Auf der anderen Seite muss aber im Mittelalter in den östlichen Niederlanden eine Sprache gesprochen worden sein, die dem Westfälischen auf jeden Fall sehr nahe gestanden hat.

Es gilt aber zu bedenken, dass die beiden mittelalterlichen Territorien in diesem Gebiet, das Stift Utrecht und das Herzogtum Geldern, von niederländischsprachigen Städten dominiert wurden, weswegen die in der Region gesprochene Sprache immer vom Niederländischen überdacht worden ist.

Der frühe Buchdruck zu Deventer illustriert das. Die meisten der wenigen Bücher, die in den ersten hundert Jahren des Buchdrucks zu Deventer nicht in lateinischer Sprache erschienen sind, sind auf Niederländisch verfasst worden. Auch einige lateinisch-niederländische Ausgaben des Wörterbuchs Gemma vocabulorum, das um die Wende vom 15. zum 16. Jh. weit verbreitet war, sind in Deventer erschienen.

Vermutlich wurde der sprachliche Einfluss des Niederländischen aber durch die Zugehörigkeit der Städte an der Yssel zur Hanse teilweise ausgeglichen. 1559 erschien eine Ausgabe des Landrechts von Overyssel in der damals im ganzen Hanseraum üblichen Schreibsprache in Deventer. Die späteren Ausgaben des Landrechts von Overyssel sind aber in niederländischer Sprache erschienen.
Die Athenaeumbibliotheek Deventer besitzt ein Exemplar der Halberstädter Bibel (1520/22), einer der drei vorreformatorischen Bibelausgaben in niederdeutscher Sprache.

Höhere Bildung konnte man im Mittelalter, wenn man zwischen der Yssel und Münster lebte, eigentlich nur an der Lateinschule zu Deventer oder in Münster an der Domschule erwerben. Das Hin und Her von zukünftigen Schreibern und Klerikern zwischen Deventer und Münster hat vermutlich zum Entstehen eines sprachlichen Zusammenhangs zwischen Westfalen und den östlichen Niederlanden beigetragen.

Die gegenseitige sprachliche Durchdringung endete im 17. Jh. aufgrund

Die Ähnlichkeit der Mundart der niederländischen Region Twente mit dem Westmünsterländischen dürfte letztlich auf die Erfolge der Gegenreformation in Twente während des Achtzigjährigen Krieges10 zurückzuführen sein, die zur Bewahrung des sprachlichen Zusammenhangs beigetragen haben dürften. (Siehe auch die Karte der Mundarten der Benelux-Länder. Niedersächsische Mundarten werden in verschiedenen Grüntönen dargestellt.)

10 Siehe auch auf Wikipedia Commons Atlas of the Netherlands: Struggle for independence, Karten 1581 - 1621/28.

 

Nachtrag

Knapp fünfhundert Jahre nach der Zerschlagung des sächsischen Herzogtums endete der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), der Höhe- bzw. katastrophale Tiefpunkt der konfessionellen Kämpfe des 16. und 17. Jhs., mit u.a. der Vereinbarung, dass fortan ein katholischer Bischof und ein lutherischer Bischof aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg abwechselnd die Herrschaft im Stift Osnabrück ausüben sollten (vgl. Capitulatio perpetua Osnabrugensis).
Das hochmittelalterliche Nebeneinander von bischöflicher und herzoglicher Herrschaft im Stift Osnabrück war somit in neuer Gestalt zurückgekehrt und sollte bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches andauern.


 

 

Zum Sachsenspiegel ("Sassen speyghel," "Sassenspegel")

Sassenspegel. Titelblatt der Ausgabe Augsburg, 1516.
Sassenspegel. Titelblatt der Ausgabe Augsburg, 1516 CC BY-NC-SA 4.0
Da ich mich in Annotation 3 zur Gografschaft Wiedenbrück wiederholt auf den Sachsenspiegel berufe, gebe ich an dieser Stelle einige Information zum Sachsenspiegel: Der Sachsenspiegel ist eine Sammlung des sächsischen Gewohnheitsrechts, die der Jurist Eike von Repgow vielleicht zwischen 1220 und 1235 verfasst hat.

Der Überlieferung nach hatte Eike von Repgow sein in jahrzehntelanger Arbeit gewonnenes Wissen auf Latein aufgezeichnet. Es heißt, der Lehnsherr Eikes von Repgow, Graf Hoyer von Falkenstein, habe diesen regelrecht zwingen müssen, sein Werk in die Volkssprache zu übersetzen. Eike von Repgow glaubte, solch eine Übersetzung ließe sich nicht machen. (Vgl. die Vorrede zum Sachsenspiegel.)

Die Volkssprache dürfte in diesem Falle das Niederdeutsche (Ganz genau: das Elbostfälische.) gewesen sein. Burg Falkenstein jedenfalls liegt am nördlichen Rande des Harzes. Es war auch eine hochdeutsche Fassung des Sachsenspiegels im Umlauf. Der Sachsenspiegel wurde noch im Mittelalter in das Niederländische ("Den spiegel van Sassen") und das Polnische übersetzt.

Das Besondere am Sachsenspiegel ist, dass er nicht nur Landrecht (Zivilrecht und Strafrecht), sondern auch Lehnsrecht (das damalige Staatsrecht) enthält. Vielleicht hat Eike von Repgow bei der Aufzeichnung des Lehnsrechtes auf ein älteres Buch zurückgegriffen, dessen (Arbeits)titel Auctor vetus de beneficiis lautet.

Etwa hundert Jahre nach der Entstehung des Sachsenspiegels hat der brandenburgische Jurist Johann von Buch (einen großen Teil der) Glossen zum Landrecht verfasst. Weitere Glossen zum Landrecht wurden in der ersten Hälfte des 15. Jhs. von dem Lüneburger Ratsherren Brand Tzerstede verfasst.

Möglicherweise geht auch der Richtsteig Landrechts, eine Sammlung des Verfahrensrechts zum Landrecht, auf Johann von Buch zurück. Später als der Richtsteig Landrechts entstand der Richtsteig Lehnsrechts, eine Sammlung des Verfahrensrechts zum Lehnsrecht.

In der ersten Hälfte des 15. Jhs. entstand der Schlüssel des sächsischen Landrechts, der den Sachsenspiegel inhaltlich erschließt.

Höchste Autorität in Fragen des Sachsenspiegels und des Magdeburger Stadtrechts hatten die Urteilssprüche des Magdeburger Schöffenstuhls. In einigen Teilen Deutschlands war der Sachsenspiegel bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 1900 die Rechtsquelle schlechthin.

Zur Anwendung des Sachsenspiegels in Westfalen
Es steht außer Zweifel, dass der Sachsenspiegel im Mittelalter auch in Westfalen bekannt und in Gebrauch war.
Das um 1375 entstandene Rechtsbuch der Stadt Herford nimmt regelmäßig Bezug auf den Sachsenspiegel, aus dem dann auch wörtlich zitiert wird.
Es sind uns Gerichtsprozesse bekannt, die in Borken und in Minden stattgefunden haben, in denen der Sachsenspiegel nachweislich eine Rolle gespielt hat.
In der Vorrede zu der im 15. Jh. entstandenen Informatio ex speculo Saxonum heißt es, in (Nieder)sachsen und Westfalen ("in dem lande to sassen ind to westfalen") habe es mehr als fünftausend Exemplare des Sachsenspiegels gegeben (vgl. Homeyer 1857, S. 632). Von dieser Zahl kann man halten, was man will. Ein Teil der erhaltenen Handschriften des Sachsenspiegels findet sich in Westfalen, von denen einige der Sprache nach zu urteilen auch in Westfalen entstanden sein müssen.

Zur näheren Verortung des Sachsenspiegels
Der Sachsenspiegel enthält neben sächsischem Recht auch Bestimmungen des nordswebischen Rechts. Vgl. Sachsenspiegel I, 19.
Über den Ursprung der Nordsweben ist mit letzter Sicherheit nichts bekannt. Vermutlich handelte es sich bei diesen Nordsweben nicht um Neusiedler aus Schwaben, sondern um einen kleinen Volksstamm, der im 6. Jh. zum Ende der Völkerwanderung aus dem Ursprungsgebiet der Sweben in der heutigen Mark Brandenburg in das nördliche Harzvorland ausgewandert war.
[Siehe den Gau Suavia auf der Karte des Herzogtums Sachsen um das Jahr 1000. Siehe ferner zum Herkunftsgebiet der Sweben Karte 13 ("Europa am Ende der Völkerwanderung") in Putzgers Historischer Schul-Atlas, 22. Auflage 1897.]

Zur Abfassungszeit des Sachsenspiegels unterschied sich das nordschwebische Recht Sachsenspiegel I, 19 zufolge nur (noch) in der Art, wie ein Urteil gescholten wurde und im Erbrecht vom sächsischen Recht. Da aber Sachsenspiegel I, 30 besagt, dass für nach Sachsen eingewanderte Franken, Bayern oder Schwaben sächsisches Erbrecht gelte, ist davon auszugehen, dass die Nordschweben eingesessene Bevölkerung waren.

Im 10. Jh. schrieb Widukind von Corvey:

"Die Schwaben aber, welche jene Landschaft jenseits der Bode bewohnen, wohin sie gekommen sind, als Sachsen mit den Langobarden nach Italien zogen, wie deren Geschichte berichtet, wenden daher auch andere Gesetze als die Sachsen an."
(Res gestae Saxonicae I, 14)

[Gemeint mit "deren Geschichte" ist die Historia Langobardorum. Vgl. Historia Langobardorum II, 6 und Historia Langobardorum III, 6-7. Siehe außerdem Gregor von Tours, Historiae V, 15.]

Widukind zufolge lebten die Nordsweben von Corvey aus gesehen hinter der Bode und somit im nördlichen Harzvorland und in Nachbarschaft zu Burg Falkenstein. (Siehe oben.) Ich erblicke daher in Sachsenspiegel I, 19 einen weiteren Hinweis darauf, dass der Sachsenspiegel im nördlichen Harz entstanden ist.

 

Ausgaben

Sachsenspiegel, lateinisch-niederdeutsch (Augsburg, 1516)
Sassenspegel mit velen nyen Addicien fan dem Leenrechte vnde Richtstige.
Register. Vorrede. Lateinisch-niederdeutscher Text: Buch I, Buch II und Buch III. Glossen (passim). Richtstich Lantrecht, Richtstich Wo me ordel scheldet in der Marcke, Richtstich Leenrecht, Richtstich des suluen Leenrechtes den ock de vorschreuen keyser Frederick gegeuen heeft und Kolophon.


Sachsenspiegel, lateinisch-hochdeutsch (Augsburg, 1517)
Sachsenspiegel. mit vil newen Addicion<es>. sampt Lantrechts vnd Lehenrechts richtsteige. Jtem vil vrteilen<n> der werden schöpffen zů Magdenburg / in dreü bůcher geteilet / mit iren registern / den rechtübenden gar nutzlich zu wissen ect.
Register. Vorrede. Lateinisch-hochdeutscher Text. Glossen. Richtsteig Landrechts und Richtsteig Lehnsrechts.


Sachsenspiegel, niederdeutsch-hochdeutsch mit Kommentar (Weimar, 1789)
Hieronymus Christoph Meckbach Commentar über den Sachsen-Spiegel, in welchem vom Staats- Lehn- Geist- Pein- und Bürgerlichen Rechte gehandelt, der Text auch aus denen Capitalaribus Regum Francorum, Rechts-Abschieden, Schwäbischen und Sächsischen Lehn-Rechte, Schwaben-Spiegel, Sächsischen Weichbilde und andern echten und reinen Quellen erkläret, mit Exempeln erläutert und einem Register der vornehmsten Sachen versehen worden ist. Zweite Ausgabe. Weimar, 1789. in Commission bey C.L. Hoffmanns Wittwe und Erben.

 

Weitere Ausgaben finden sich unter Niederdeutsche Literatur: Sachsenspiegel.

 

 

 

Sekundärliteratur

Böttger, Heinrich (1875-1876)
Diöcesan- und Gau-Grenzen Norddeutschlands zwischen Oder, Main jenseit des Rheins, der Nord- und Ostsee, von Ort zu Ort schreitend festgestellt, nebst einer Gau- und einer dieselbe begründenden Diöcesankarte / von Heinrich Böttger

  1. Erste Abtheilung. - Halle : Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, 1875. - 274 S.

  2. Zweite Abtheilung. - Hannover: Commissions-Verlag der Helling'schen Hofbuchhandlung, [1874]. - 414 S.
    Episcopatus Osnabrugensis Decanatus Widenbrugensis: S. 60.
    Pagus Grainga: S. 58-61.
    Siehe auch Addenda, S. 381-383.

  3. Dritte Abtheilung. - Halle : Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, 1875. - 376 S.

  4. Vierte Abtheilung. - Halle : Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, 1876. - 456 S.

Siehe auch Annotation 1.

Das Werk wurde von den Zeitgenossen kritisch aufgenommen.

Für die altgermanischen Gaue hat man sich bereits vor Böttger interessiert. Da die frühe wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Thema aber von dem äußerst fragwürdigen Güterverzeichnis des Corveyer Abtes Saracho (Registrum Sarachonis) ausging, bei dem es sich wohl in Wahrheit um eine Fälschung aus dem 18. Jh. handelt, wird diese Literatur hier beiseite gelassen (vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthum 21 (1861), S. 1 - 80).


Brandi, Karl (1900)
Die Osnabrücker Fälschungen / K. Brandi
In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst. - Jg. 19 (1900). - S. 120 - 173

Siehe auch Hoffmann, 2003.


Bruch, Rudolf von (1965)
Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück / von Rudolf von Bruch. - Osnabrück : Verlag der Buchhandlung H. Th. Wenner, 1965. - 533 S. : mit 435 Abbildungen
(Nachdruck der Ausgabe von 1930)

(Amt Reckenberg: Stiftsburg Reckenberg, Reckenberger Burgmannshöfe, Außel, Neuhaus.)


Conrad, Horst (1989)
Bemerkungen zur Baugeschichte des Schlosses Rheda / Horst Conrad
In: Westfälische Zeitschrift : Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. - 139 (1989). - S. 239 - 273

(PDF anklicken.)


Eickhoff, Hermann (1882)
Der dreißigjährige Krieg in dem fürstbischöflich-osnabrückischen Amte Reckenberg und der Herrschaft Rheda : aktenmäßige Mitteilungen über die Geschichte des Krieges in unserer Gegend nebst anderem wichtigeren historischen Material aus früherer und späterer Zeit / veröffentlicht von Hermann Eickhoff, Gymnasiallehrer. Gütersloh. Druck von C. Bertelsmann. 1882. - S. 63


Eickhoff, Hermann (1897)
Osnabrückisch-rhedischer Grenzsteit (1524-1565) unter Berücksichtigung des Kirchspiels Gütersloh / von Prof. Eickhoff in Schleswig. Osnabrück : Druck von J. G. Kisling. 1897. - S. 90
(Sonder-Abdruck aus Band XXII. der Mittheilungen des historischen Vereins zu Osnabrück (1897))


Eickhoff, Hermann (1904)
Geschichte der Stadt und Gemeinde Gütersloh / von Hermann Eickhoff, Dr. phil. und Professor am Kgl. Gymnasium in Hamm. - Gütersloh : Druck und Verlag von C. Bertelsmann, 1904. - S. VIII, 325


Eickhoff, Hermann (1921)
Der Kreis Wiedenbrück in Vergangenheit und Gegenwart / dargestellt von Geh.-Rat Dr. Eickhoff. Herausgegeben vom Kreise Wiedenbrück. - Wiedenbrück : Druck von E. Holterdorf, [1921]. - S. 138, IV


Eickhoff, Paul (1876)
Kurze Geschichte des Klosters Herzebrock : Vortrag, gehalten zu Gütersloh am 9. März 1876. - Gütersloh : Druck und Verlag von C. Bertelsmann, 1876. - S.55


Flaskamp, Franz (1954)
Ein Kampf um Wiedenbrück / von Franz Flaskamp
In: Westfälische Zeitschrift : Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. - 103/104 (1954). - S. 334-353

(Zur Konfessionsgeschichte Wiedenbrücks im Dreißigjährigen Krieg. PDF anklicken.)


Flaskamp, Franz (1957)
Zur älteren Kirchengeschichte des Kreises Wiedenbrück / Franz Flaskamp
In: Westfälische Zeitschrift : Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. - 107 (1957). - S. 367-393

(PDF anklicken.)


Flaskamp, Franz (1960)
Das Alter der Stadt Wiedenbrück / Franz Flaskamp
In: Westfälische Zeitschrift : Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. - 110 (1960). - S. 351-356

(PDF anklicken.)


Gaul, Otto (1955)
Die ehemalige lippische Residenz Rheda / von Otto Gaul
Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde. - 24. Band (1955). - S. 182 - 211


Hoffmann, Christian (2003)
Markt, Münze und Zoll zu Wiedenbrück : die Urkunde König Ottos I. für den Osnabrücker Bischof Drogo vom 7. Juni 952 / von Christian Hoffmann
In: Osnabrücker Mitteilungen : Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein). - Band 108 (2003). - S. 11 - 31

Betrifft Kaiser- und Königs-Urkunden des Osnabrücker Landes, Urkunde Nr. 10: Text, Abbildung.

Trotz Manipulationen ist die Urkunde als echt anzusehen. Der Rechtsakt steht außer Zweifel.

Bereits Karl Brandi hatte bei seiner Besprechung der Fälschungen im Osnabrücker Urkundenschatz bemerkt: "Dass unter den sieben ottonischen Urkunden sich fünf echte befinden (Nr. 9. 10. 12. 14. 15), ist bisher niemals bezweifelt worden und angesichts der jetzt vorliegenden Originale durchaus gesichert." (vgl. Brandi 1900, S. 136).


Klueting, Edeltraut (1986)
Das Kanonissenstift und Benediktinerinnenkloster Herzebrock / im Auftrage des Max-Planck-Instituts für Geschichte bearbeitet von Edeltraut Klueting. - Berlin ; New York : Walter de Gruyter, 1986
(Germania Sacra : historisch-statistische Beschreibung der Kirche des Alten Reiches N.F. 21 ; Das Bistum Osnabrück 1)
ISBN 978-3-11-010566-7


Klöntrup, Johan Aegidius und Schledehaus, Justus Friedrich Anton (1782)
Das Osnabrückische gemeine Marken-Recht : eine Probe ; nebst einer Vorrede, worin zugleich der Entwurf zu einem künftig herauszugebenden Werke umständlich angezeiget wird / Johan Aegidius Klöntrup ; Justus Friedrich Anton Schledehaus. - Hannover und Osnabrück : bey Johann Wilhelm Schmidt, 1782


Klöntrup, Johan Aegidius (1783)
Von den Erbexen und Gutsherrn in Rücksicht auf das Markenrecht : nebst Beylagen / Johann Aegidius Klöntrup : Osnabrück : bey Johann Wilhelm Kißling : Hochfürstl. privil. Buchdrucker, 1783.


Klöntrup, Johan Aegidius (1800), Exemplare der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
Handbuch der besondern Rechte und Gewohnheiten des Hochstifs Osnabrück : mit Rücksicht auf die benachbarten westfälischen Provinzen / von J. Aegidius Klöntrup. - Osnabrück : Bey Heinrich Blothe, 1800

  1. Band. Von A-E. - 345 S.
  2. Band. Von F-M. - 366 S.
  3. Band. Von N-Z. - 402 S.

Klöntrup ist zudem der Verfasser eines bedeutenden niederdeutschen Wörterbuchs, das erst in den Jahren 1982 und 1984 vollständig herausgegeben und gedruckt worden ist.


Klöntrup, Johan Aegidius (1800), Exemplare der Bayerischen Staatsbibliothek
Handbuch der besondern Rechte und Gewohnheiten des Hochstifs Osnabrück : mit Rücksicht auf die benachbarten westfälischen Provinzen / von J. Aegidius Klöntrup. - Osnabrück : Bey Heinrich Blothe, 1800

  1. Band. Von A-E. - 345 S.
  2. Band. Von F-M. - 366 S.
  3. Band. Von N-Z. - 402 S.

Klöntrup, Johan Aegidius (1802)
Dr. J. Ae. Klöntrups vorläufige Bemerkungen zu einer künftigen Theorie von dem Anerbrechte bey westfälischen reihepflichtigen Bauergütern mit Anlagen. Osnabrück : mit Kißlingischen Schriften, [1802]


Kohl, Wilhelm (2010)
Die Zisterzienserabtei Marienfeld / im Auftrage der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen bearbeitet von Wilhelm Kohl. - Berlin ; New York : De Gruyter, 2010
(Germania sacra : die Kirche des Alten Reiches und ihre Institutionen ; dritte Folge 2 ; die Bistümer der Kirchenprovinz Köln ; das Bistum Münster 11)
e-ISBN 978-3-11-023372-8

Zur Gründung des Klosters: S. 90 - 94.


Lodtmann, Justus Friedrich August (1770)
De iure holzgraviali praesertim in episcopatu Osnabrugensi libellus. Accedunt documenta marcalia et varia iuris civilis Osnabrugensis capita auctore Justo Frid. Aug. Lodtmann. Lemgoviae : ex officina Meyeriana MDCCLXX

Abhandlung über das Recht des Holtings.


Lodtmann, Justus Friedrich August (1778-1789), Exemplare der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
ACTA OSNABRUGENSIA. oder Beyträge zu den Rechten und Geschichten von Westfalen insonderheit vom Hochstifte Osnabrück. - Teile 1. - 3. - Osnabrück, gedruckt bey Johann Wilhelm Kißling, Hochfürstl. privil. Buchdrucker, 1778-1789

  1. Teil. - 1778. - 316 S.
  2. Teil. - 1782. - 382 S.
  3. Teil. - 1789. - 88 S.

Zur gemeinsam genutzten Allmende bemerkt Lodtmann: "Jm Amte Reckenberg ist nur eine gemeine Mark, welche sich in die Herrschaft Rheda ausbreitet und deren vorzüglicher Theil das Oelbruch genannt wird." (vgl. Teil 1, S. 17).

Tatsächlich wurde im Wiedenbrücker Vertrag vom 9. Juni 1565, der die Einzelheiten der Trennung der Herrschaft Rheda und des Amtes Reckenberg regelte, vereinbart, dass die Allmende auch weiterhin gemeinsam genutzt werden sollte (vgl. Eickhoff, 1897, S. 82-83).

Es lässt sich nachweisen, welche Flurstücke Allmende waren: Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches (1806) und dem Ende der napoleonischen Besatzung hat die preußische Bezirksregierung, die an die Stelle der westfälischen Territorien getreten war, die Allmenden teilen lassen, d.h. sie wurden privatisiert. Die Aufteilung einer Allmende wurde dann im preußischen Amtsblatt bekannt gemacht. Mit Hilfe dieser Informationen und der erstaunlich detaillierten Carte der Herrschaft Rheda (Anfang 19. Jh.) lässt sich die Lage mancher Allmende im Nachhinein annähernd bestimmen.

Folgende Bekanntmachungen von Teilungen von Almenden in der Herrschaft Rheda oder dem Amt Reckenberg sind mir bekannt:

Siehe außerdem Lodtmann, 1770, Moeser, 1780-1824 Teil 1, S. 13-22, Klöntrup und Schledehaus, 1782 und Klöntrup 1800, "Mark," "Markgenossen," "Markrechte," "Marksachen" und "Marktheilung".


Lodtmann, Justus Friedrich August (1778-1789), Exemplare der Bayerischen Staaatsbibliothek und der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
ACTA OSNABRUGENSIA. oder Beyträge zu den Rechten und Geschichten von Westfalen insonderheit vom Hochstifte Osnabrück. - Teile 1. - 3. - Osnabrück, gedruckt bey Johann Wilhelm Kißling, Hochfürstl. privil. Buchdrucker, 1778-1789

  1. Teil. - 1778. - 316 S.
  2. Teil. - 1782. - 382 S.
  3. Teil. - 1789. - 88 S.

Ludorff, Albert ; Eickhoff, Hermann (1901)
Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Wiedenbrück / im Auftrage des Provinzial-Verbandes der Provinz Westfalen bearbeitet von A. Ludorff, Baurath, Provinzial Konservator. Mit geschichtlichen Einleitungen von Dr. Eickhoff, Professor am Gymnasium zu Hamm. - Münster i. W. : Kommissions-Verlag von Ferdinand Schöningh, Verlagsbuchhandlung in Paderborn, 1901
(Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen ; [10.])


Mangelsdorf, Emil (1910)
Die Entwickelung des Kreises Wiedenbrück unter der Herrschaft der Kreisordnung für die Provinz Westfalen vom 31. Juli 1886 / verfaßt von Mangelsdorf, Bürgermeister a. D. in Gütersloh, Mitglied des Kreis-Ausschusses. - Gütersloh : Druck und Verlag von Schmäling & Ohlbrock, 1910. - 79 S.


Mascov, Gottfried (1738)
De jure et judiciis episcopatus Osnabrugensis
In: Gottfridi Mascovii D. Notitia juris et judiciorum Brunsvico-Luneburgicorum accessit Notitia juris Osnabrugensis et Hildesiensis ad usum auditorum. Gottingiae apud Abrahamum van den Hoeck, academiae typographum. A. MDCCXXXVIII.
- S. 169 - 393
(Inventarisierung des Rechts und des Gerichtswesens im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg und den Stiften Osnabrück und Hildesheim.)


Möser, Justus (1780-1824), Exemplare der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Osnabrückische Geschichte. - Berlin und Stettin, bey Friederich Nicolai. - Neue vermehrte und verbesserte Auflage

  1. Erster Theil, mit Urkunden. - 1780
  2. Zweyter Theil, mit Urkunden. - 1780
  3. Dritter Theil. Mit Urkunden. (Bisher noch ungedruckt und zu allen Auflagen passend.). - 1824

Ein Klassiker der Geschichtswissenschaft. Ausführliche Textausgabe der Quellen im Anhang.

Siehe zum Recht der Allmende Teil 1, S. 13-22.


Möser, Justus (1780-1824), Exemplare der Bayerischen Staatsbibliothek
Osnabrückische Geschichte. - Berlin und Stettin, bey Friederich Nicolai. - Neue vermehrte und verbesserte Auflage

  1. Erster Theil, mit Urkunden. - 1780
  2. Zweyter Theil, mit Urkunden. - 1780
  3. Dritter Theil. Mit Urkunden. (Bisher noch ungedruckt und zu allen Auflagen passend.). - 1824

Schaub, Hermann (2005)
Die Herrschaft Rheda und ihre Residenzstadt : von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches / Hermann Schaub. - Bielefeld : Verlag für Regionalgeschichte. - 2006. - S. 260
ISBN 978-3-8934-610-1


Stüve, Carl Betram (1853-1872)
Geschichte des Hochstifts Osnabrück : aus den Urkunden bearbeitet / von C. Stüve. - Jena : Friedrich Frommann

  1. Bis zum Jahre 1508. - 1853. - S. 481
  2. 1508 bis 1623. - 1872. - S. 880

Stüve, Carl Bertram (1870)
Untersuchungen über die Gogerichte in Westfalen und Niedersachsen / C. Stüve. - Jena : Druck und Verlag von Friedrich Frommann, 1870. - S. 151


Weddigen, Peter Florens (Hrsg.) (1787)
Beschreibung des Amts Reckenberg, und der Stadt Wiedenbrück im Hochstift Osnabrück
In: Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. - Bd. 3 (1787). - S. 513 - 517


Weddigen, Peter Florens (1788)
Topographische Beschreibung der Stadt Rheda / Peter Florens Weddigen
In: Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. - 4 Bd. (1788). - S. 340-345


Wix, Hans (1921)
Politisch-historischer Teil
In: Studien zur westfälischen Dialektgeographie im Süden des Teutoburgerwaldes / von Hans Wix. - Marburg : N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung (G. Braun), 1921
. - S. 158-182


 

Weitere Sekundärliteratur

Bauermann, Johannes (1947)
'herescephe' : zur Frage der sächsischen Stammesprovinzen / von Johannes Bauermann
In: Westfälische Zeitschrift : Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. - 97 (1947). - S. 38 - 68

(PDF anklicken.)


Culemann, Ernst Albrecht Friedrich (1747-1752)
Ravensbergische Merkwürdigkeiten / von E. A. F. C. - Minden, gedruckt auf Kosten des Verlegers / Johann Augustin Enax

  1. Theil, worinnen alles dasjenige, was sich in der Grafschaft Ravensberg bishero Merckwürdiges zugetragen hat, kürzlich erzählet wird. - 1747. - 143 S.
  2. Theil, worinnen das Merckwürdige von der Grafschafft Ravensberg überhaupt angezeiget wird. - 1749. - 206 S.
  3. Theil, worin insbesondere von der Stadt Bielefeld aus lauter beglaubten Urkunden gehandelt wird. - 1752. - 303 S.

Eckart, Johann Georg (1717)
Diploma Caroli M. imperatoris de scholis Osnabrugensis ecclesiae Graecis et Latinis critice expensum ab A. I. Anno M DCC XVII.

Zur vermeintlichen Urkunde Karls des Großen vom 19. Dezember 804 (Die Kaiser- und Königsurkunden des Osnabrücker Landes Urkunde Nr. 2: Text, Abbildung).


Eckart, Johann Georg (1719)
Gründliche Untersuchung eines alten Carolinischen Schenk-Briefes, in welchem der griechischen und lateinischen Schule zu Oßnabrück gedacht ist. Es werden zugleich der Ursprung der Oßnabrückischen und anderer Sächsischen Kirchen, der erstern alte Güter und vornehmste Reliquien, ihre ersten Bischöffe, das Leben der alten Canonicorum, und sonst allerley zu Beurtheilung verjahrter Briefschafften dienliche Sachen, aus alten und theils bißher ungedruckten Monumenten in der Kürtze erörtert und ans Licht gestellet durch einen Liebhaber der Wahrheit. 1719

Zur vermeintlichen Urkunde Karls des Großen vom 19. Dezember 804 (Die Kaiser- und Königsurkunden des Osnabrücker Landes Urkunde Nr. 2: Text, Abbildung).

S. 34 - 35: "XIII. Es soll Carl nach Aussage des streitigen Diplomatis, Bischof Wihen und seiner Kirche einen Wald zwischen Farnewinckel / Rutanstein / Angeri / Oßning / Sinedi / Bergashovit / Drevensmeri / Anarfeld und Dummeri gelegen / geschencket haben. Wenn wir die Nahmen ansehen und recht ausßlegen / so findet sich / daß Farnewinckel in dem Winckel / welchen die in den Dummer-See lauffende Hunte mit demselben macht / gewesen seyn muß. Der daselbst bey der Hunteburg befindliche Orth Vinckenburg mag wohl von ihm den Nahmen / und eigentlich vor diesen Winckelburg geheissen haben. Rutanstein heisst itzo Kritenstein und lieget nach dem Uhrsprung der Hunte zu / auf deren rechter Seite. Woher die Neuhausische Edition Bruuenstein genommen / kan nicht wissen. Angeri ist Engern / wo Hertzog Witekind begraben: Oßning aber ein biß fast an Lipspringe herauf gehendes Gebürg woran Sinedi oder / wie es itzo heisset / die Sende / eine grosse Heide stösset. Begashovit muß umb die Graffschaft Rietberg herumb gewesen seyn. Von da aber muß die Gräntze des Waldes an der Embs hinnunter gegangen seyn biß etwa an die Gegend von Rhene: Von dar aber querfeld ein auf das heilige Meer zu / welches vor diesen Drevens-Meer oder dergleichen ohne Zweifel genennet ist (denn ausser ihm ist sonst kein Meer vorhanden.) Dann muß er sich über die Hase hinüber gezogen haben: auf Engter und die von dar biß an den Dummer-See gehende Vieh-Weide und Heyden / welche mir hier Anarfeld oder das an Engter stossende Feld / genennet zu werden bedüncken. Jst also die Waldung fast des gantzen Oßnabrückischen Kirch-Sprengels ohne Außnahme hierunter begriffen gewesen..."


Eckart, Johann Georg (1721)
Censura diplomatis Carolini de scholis Osnabrugensis ecclesiae Graecis et Latinis ab objectionibus Jodoci Hermanni Nunninghi canonici et scholastici Vredensis vindicata a Jo. Georgio Eccardo. HelmstadI, apud Salomonis Schnorrii. M DCC XXI.

Zur vermeintlichen Urkunde Karls des Großen vom 19. Dezember 804 (Die Kaiser- und Königsurkunden des Osnabrücker Landes Urkunde Nr. 2: Text, Abbildung).


Gografschaften der Münsterschen Diöcese (1833)
Gografschaften der Münsterschen Diöcese
In: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates / herausgegeben von Leopold von Ledebur. - 11 (1833)
. - S. 289 - 308


Grupen, Christian Ulrich (1768)
C.V. Grupen Origines Germaniae oder das älteste Teutschland unter Römern, Franken und Sachsen : dritter und lezter Theil in welchem erläutert worden obs I. origines Lippiacae, obs. II. origines Onabrugenses nebst vielen abgedruckten Siegeln. Lemgo in der Meyerschen Buchhandlung. 1768.

(Origines Osnabrugenses: S. 257-440 ; De terminis banni forestis Osnabrugensis in diplomate Carolino a. 804: S. 399-407.)


Henseler, Ludwig (1721)
Dissertatio critico-historica de diplomate Caroli M. dato ecclesiae Osnabrugensi pro scholis Graecis & Latinis; qua diploma istud authenticum et genuinum esse ostenditur, atque contra objectiones recentioris cujusdam critici a.i. defenditur. A C.H. Accedunt varia imperatorum ac regum diplomata ecclesiae Osnabrugensi concessa, & nunquam hactenus edita; omnia ex ipsis originalibus autographis summâ accuratione & optimâ fide descripta. Anno M DCC XXI. Cum approbatione & censura ordinarii. Monasterii Westphaliae: Typis viduae Nagel.


Herold, Ferdinand (1909)
Gogerichte und Freigerichte in Westfalen : besonders im Münsterland / von Ferdinand Herold. - Heidelberg : Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1909. - 505 S.
(Deutschrechtliche Beiträge Band II, Heft 5)


Hömberg, Albert K. (1953)
Die Entstehung der westfälischen Freigrafschaften als Problem der mittelalterlichen Verfassungsgeschichte / von Albert K. Hömburg
In: Westfälische Zeitschrift : Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. - 101/102 (1953). - S. 1 - 138

(PDF anklicken.)


Ilgen, Theodor (1891)
Zur Herforder Stadt- und Gerichtsverfassung / von Th. Ilgen. - Münster : Regenberg'sche Buchhandlung und Buchdruckerei, 1891. - 58 S.
(Aus der Zeitschrift für vaterl. Geschichte und Alterthumskunde Westfalens, 49. Band)


Jellinghaus, Hermann (1905)
Die Ostgrenze des früheren Bistums Osnabrück und der Forstbann vom Jahre 965 / von H. Jellinghaus
In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück ("Historischer Verein"). - Bd. 30 (1905). - S. 161 - 174


Lamey, Andreas (1779)
Geschichte der alten Grafen von Ravensberg mit einer Geschlechtstafel, Landkarte und Sammlung von CXXXIX Urkunden / verfasset und herausgegeben von Andreas Lamey. Kurpfälzischen Hofrathe und Bibliothekarius, der Kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften beständigen Secretarius und Mitgliede der Kurpfälzischen deutschen Gesellschaft. Mannheim mit akademischen Schriften 1779
(Mit Landkarte.)


Lamey, Andreas (1779)
Geschichte der alten Grafen von Ravensberg mit einer Geschlechtstafel, Landkarte und Sammlung von CXXXIX Urkunden / verfasset und herausgegeben von Andreas Lamey. Kurpfälzischen Hofrathe und Bibliothekarius, der Kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften beständigen Secretarius und Mitgliede der Kurpfälzischen deutschen Gesellschaft. Mannheim mit akademischen Schriften 1779
(Mit Urkundenteil.)


Ledebur, Leopold von (1826)
Ueber die Grenzen des von Carl dem Großen der Osnabrückschen Kirche geschenkten Forstbannes / von Leopold von Ledebur
In: Wigands Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens . - Jg. 1 (1825/26) ; viertes Heft
. - S. 76 - 89.


Lindner, Theodor (1888)
Die Veme / von Theodor Lindner. - Münster und Paderborn : Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh, 1888. - 668 S.

(Siehe "Die Lippischen Freigrafschaften" (S. 160 - 165) und "Die Freigrafschaft Rheda" (S. 165 - 167).)


Meyer, D. (1850)
Die Grenzen des Forst- und Wildbanns der Osnabrückschen Kirche / D. Meyer
In: Mittheilungen des historischen Vereins zu Osnabrück. - Jg. 2 (1850). - S. 88 - 111

Siehe zur Grenze Sinithi: S. 96 - 97.

Franz Jostes bemerkt dazu: "Man kann D. Meyer zugeben, daß die Senne (bei Paderborn) sich ehemals weiter nach dem Westen erstreckt hat, aber er geht viel zu weit, wenn er noch Sentrup (bei Glane) dazu rechnet. Dieses hieß früher auch Semelinkthorp, ein Name, der mit Sinethi nicht das geringste zu thun hat."
(Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden S. 6)

Siehe auch den Kartenausschnitt oben. Wartenhorst (ursprünglich: Wadenhart) ist das heutige Marienfeld.

Zum Grenzpunkt Farnuvinkil: "Farwinkel heißt noch jetzt ein Theil der ehemaligen Westendorf-Schweger Mark im Kirchspiel Glandorf, nicht weit von der jetzigen Landesgrenze gegen Münster, dicht an der Ostseite der Chaussee; der Oedingberger Bach, eine Ableitung der Bever, bildet die Südgrenze desselben. Der Platz ist genau bezeichnet auf der topographischen Karte der Landdrostei Osnabrück,..." (S. 90).
Auf Blatt 60 der topographischen Karte der Landdrostei Osnabrück heißt es: In dem Fahrwinkel.


Nitzsch, Karl (1903)
Die Ravensbergische Territorialverfassung im Mittelalter (bis 1535) / von Karl Nitzsch
In: Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg. - Jg. 17 (1903). - S. 1 - 120


Philippi, Friedrich (1907)
Landrechte des Münsterlandes / bearbeitet von F. Philippi, Geheimen Archivrat. - Münster i. W. : Jn Kommission der Aschendorffschen Buchhandlung, 1907. - 279 S. : 2 Karten
(Westfälische Landrechte ; I.)


Sauer, Hugo (1909)
Die ravensbergischen Gogerichte und ihre Reform im 16. Jahrhundert / von Hugo Sauer. - 1909. - 83 S.
(Diss. Universität Münster)


Sauer, Hugo (1910)
Die ravensbergischen Gogerichte und ihre Reform im 16. Jahrhundert / von Hugo Sauer
In: Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg zu Bielefeld. - Jg. 24 (1910). - S. 1 - 83


Schmitz, Johannes (1901)
Die Gogerichte im ehemaligen Herzogtum Westfalen / Johannes Schmitz. - Münster : Regensbergsche Buchhandlung und Buchdruckerei, 1901. - 78 S.
(Diss. Univ. Münster)


Schotte, Heinrich (1908)
Studien zur Geschichte der westfälischen Mark und Markgenossenschaft : mit besonderer Berücksichtigung des Münsterlandes / von Heinrich Schotte. - Münster : Universitäts-Buchhandlung Franz Coppenrath, 1908. - VIII, 147 S.
(Münstersche Beiträge zur Geschichtsforschung 29 = Neue Folge XVII)


Seibertz, Johann Suibert (1845-1861)
Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen / Joh. Suibert Seibertz

  1. Theil : diplomatische Familiengeschichte der alten Grafen von Westfalen zu Werl und Arnsberg. - 1845. - 279 S.
  2. Theil : die Zeiten der Blüte und Kraft des deutschen Reichs : 912-1272. - 1861. - S. 475
Siehe auch Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen und Quellen zur westfälischen Geschichte.

Spannhoff, Christof (2015)
Wo lag der Hrutansten? : Überlegungen zur Lokalisierung eines Grenzpunktes des Diploms Ottos I. für die Osnabrücker Kirche aus dem Jahr 965 / Christof Spannhoff
In: Nordmünsterland. Forschungen und Funde . - Jg. 2 (2015). - S. 166 - 184


Steindorff, Ernst (1863)
De ducatus, qui Billingorum dicitur, in Saxonia orgine et progressu : dissertatio inauguralis quam consensu et auctoriate amplissimi philosophorum ordinis in alma litterarum Universitate Friderica Guilelma ad summos in philosophia honores rite capessendos die XXIV. M. Januarii a. MDCCCLXIII. H.L.Q.S. / publice defendet auctor Ernestus Steindorff, Flensburgensis. Adversarii: Gust. Droysen, Heinr. Nissen, Imm. Stockmeyer. - Berolini : typis expressit Gustavus Schade

Doktorarbeit zur Stellung der Billungischen Herzöge im Alten Sachsen. (Siehe auch Wintzer, 1869.)

Was genau die Stellung der Billunger war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr mit Sicherheit bestimmen. De facto waren die Billunger nicht so sehr Herzöge des Alten Sachsens, sondern Herzöge im Alten Sachsen, deren tatsächliches Einflussgebiet der Raum an der unteren Elbe war.
Der sächsische Adel zwischen Weser und Elbe scheint die Billunger eher als Erste unter Gleichen betrachtet zu haben, als dessen Sprecher die Billunger gegenüber dem deutschen König mitunter auftraten.
Mit Westfalen hingegen haben sich die Billunger nicht aktiv befasst.
Nach dem Aussterben der Billunger im Mannesstamme haben deren Nachfolger als sächsische Herzöge Lothar von Supplinburg und Heinrich der Löwe wieder kraftvoll in Angelegenheiten innerhalb Westfalens eingegriffen.


Tibus, Adolf Joseph Cornelius (1885)
Gründungsgeschichte der Stifter, Pfarrkirchen, Klöster und Kapellen im Bereiche des alten Bisthums Münster mit Ausschluß des ehemaligen friesischen Theils : erster Theil ; das Pfarrsystem des Bisthums in seiner ursprünglichen Anlage und späteren Ausbildung / von Adolph Tibus, Domkapitular und geistlicher Rath. - Münster : gedruckt und in Commission bei Friedrich Regensberg, 1885. - 1311 S. + 7 S. + 73 S. : mit Registern und einer Karte des alten Bisthums Münster

(Der angrenzende Wiedenbrücker Raum wird auf S. 245 - 252 besprochen.)


Weiland, Ludwig (1866)
Das sächsische Herzogthum unter Lothar und Heinrich dem Löwen : Beitrag zur deutschen Verfassungsgeschichte im Mittelalter / von Ludwig Weiland. - Greifswald : Akademische Buchhandlung, 1866. - 187 S.
(Zum Wirken Heinrichs des Löwen als sächsischer Herzog in Westfalen siehe S. 129-145.)


Wintzer, Eduard (1869)
De Billungorum intra Saxoniam ducatu : dissertatio historica quam ad summos in philosophia honores ab amplissimo philosophorum ordine in academia Fridericia Guilelmia Rhenana rite impetrandos / scripsit et una cum sententiis controversis die XV mensis Aprilis A. MDCCCLXIX publice defendet Eduardus Wintzer Asnidiensis. Adversariorum partes suscipient: Carol. De Boor, Adolph. Vollmer, Alex. Machenhaver. Bonnae Formis Caroli Georgi.

Doktorarbeit zur Stellung der Billungischen Herzöge im Alten Sachsen. (Siehe auch Steindorff, 1863.)

Was genau die Stellung der Billunger war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr mit Sicherheit bestimmen. De facto waren die Billunger nicht so sehr Herzöge des Alten Sachsens, sondern Herzöge im Alten Sachsen, deren tatsächliches Einflussgebiet der Raum an der unteren Elbe war.
Der sächsische Adel zwischen Weser und Elbe scheint die Billunger eher als Erste unter Gleichen betrachtet zu haben, als dessen Sprecher die Billunger gegenüber dem deutschen König mitunter auftraten.
Mit Westfalen hingegen haben sich die Billunger nicht aktiv befasst.
Nach dem Aussterben der Billunger im Mannesstamme haben deren Nachfolger als sächsische Herzöge Lothar von Supplinburg und Heinrich der Löwe wieder kraftvoll in Angelegenheiten innerhalb Westfalens eingegriffen.


Wixforth, Harald (2004)
Die Gogerichtsbarkeit und die Darstellung von Problemen des bäuerlichen Lebens in Gogerichtsurteilen / Harald Wixforth
In: Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg. - Jg. 89 (2004). - S. 53 - 75


 

Sekundärliteratur aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Chyträus, David (1555), Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek
De Westphalia oratio habita Rostochii a Nicolao Lutthero Nordthorniense. Ex officina Ludovici Ditii Anno M. D. LV.

Dem Vorwort der Ausgabe von 1584 zufolge hat Chyträus fast dreißig Jahre zuvor den Vortrag einem westfälischen Studenten überlassen, damit dieser ihn zuhause halten könne, womit man einem akademischen Brauch gefolgt sei. Merkwürdig ist, dass Chyträus mit keinem Worte erwähnt wird. Möglicherweise war die Rede eine Auftragsarbeit.

Da der Druck dem Grafen Eberwin von Bentheim gewidmet wurde, ist davon auszugehen, dass der mutmaßliche Auftraggeber Nicolaus Luttherus Nordthorniensis, unter dessen Namen das Werk erschienen ist, aus Nordhorn in der Grafschaft Bentheim stammte. Sonst ist nichts über Nicolaus Lutther bekannt. Vermutlich hat Chyträus einen Teil seines Wissens über Westfalen von Nicolaus Lutther bezogen. Manches wird Chyträus durch seinen Lehrer Arnold Burenius gewusst haben.

In diesem Werke wird die Auffassung vertreten, dass Westfalen bis nach Zwolle reiche, was vage an den vor dem Burgundischen Vertrag (1548) herrschenden Zustand erinnert. In Anbetracht der fragwürdigen Entstehungsgeschichte dieses Werkes kann man das aber auch für Großsprecherei halten.

Außerdem fällt auf, dass bei der Aufzählung der Schreiber, die Westfalen hervorgebracht hat, Werner Rolevinck und sein einschlägiges Werk über Westfalen nicht erwähnt werden.


Chyträus, David (1555), Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
De Westphalia oratio habita Rostochii a Nicolao Lutthero Nordthorniense. Ex officina Ludovici Ditii Anno M. D. LV.


Chyträus, David (1556)
Dispositio laudum VVestphaliae
In: Praecepta rhetoricae inventionis, illustrata multis et utilibus exemplis, ex sacra scriptura, & Cicerone, sumptis. A Davide Chytraeo. Vitebergae Excudebat Iohannes Crato. Anno M. D. LVI.

Entwurf zur Oratio de Westphalia in einem Werk, das Vorschläge für öffentliche Reden enthält.
Dass tatsächlich Reden über Westfalen gehalten worden sind, zeigt die Rede, die 1719 am Gymnasium Hildburghausen von Jakob Burckhard in seiner damaligen Funktion als Professor für Rhetorik gehalten wurde.


Chyträus, David (1584)
De veteris Saxoniae prouincia amplissima, quae Westphalia hodie nominatur. Oratio à D. Davide Chytraeo olim studioso cuidam praescripta. Rostochii typis Stephani Myliandri. (I) I) XVIC.

Herausgegeben von Konrad Bredebach aus Herford. Im Vorwort heißt es: "... hanc orationem de VVestphalia communi patria nostra, quam ante triginta ferè annos, D. Dauid Chytraeus, studioso cuidam VVestphalo, usitata academiae consuetudine, apud nos recitandam dedit, ...".


Chyträus, David (1588)
Dauidis Chytraej Saxoniae liber secundus. VVestphalia
In: Dauidis Chytraej Chronicon Saxoniae & vicini oribis Arctoj. Pars prima. Ab anno Christi 1500. vsq<ue> ad 1524. Cum indice. Rostochii Stephanus Myliander excudebat. Anno (I) I) XIIC.


Chyträus, David (1596)
De veteris Saxoniae provincia amplissima, quae Westphalia hodie nominatur. Oratio à D. Davide Chytraeo olim studioso cuidam praescripta. Rostochii typis Stephani Myliandri. Anno (I) I) XVIC.


Chyträus, David (1668)
Davidis Chytraei oratio olim studioso cuidam praescripta de veteris Saxoniae provincia amplissima, quae Westphalia hodie nominatur. [Davidis Chytraei oratio de Westphalia]
In: Opuscula varia de Westphalia ejusque doctis aliquot viris edita et notis illustrata à Iohanne Goes Westphalo. Helmestadii typis & sumptibus Henningi Mulleri acad. typ. Anno M DC LXIIX.


Goes, Johann (1668)
Opuscula varia de Westphalia ejusque doctis aliquot viris edita et notis illustrata à Iohanne Goes Westphalo. Helmestadii typis & sumtibus Henningi Mulleri acad. typ. Anno M DC LXIIX.


Hamelmann, Hermann (1586/87)
Historia ecclesiastica renati euangelii per Inferiorem Saxoniae & VVestphaliam. Auctore Hermanno Hamelmanno licentiato & superintendente ecclesiarum comitatus Altenburgici.

  1. Pars prima quae continet narrationem certam, quomodo singulis Inferioris Saxoniae & VVestphaliae comitatibus & dominiis cursus euangelii successum & progressum habuerit, additis singulis circumstantiis. Anno M. D. LXXXVI.

  2. Secunda pars in qua describuntur ecclesiae, quae sunt in ducatu Brunsvvicensi & Luneburgensi, deinde in urbibus Goslaria, Magdeburga, Halberstadio, Brunsvviga, Luneburga, Hamburga, Quedlenburgo, Gottinga, Hildesia, Hannobera, Eimbecca, Hamelonia, & Northemia, & ubi etiam pauca de ecclesiis ducatus Megapolensis ac Holsatiae, & de urbis imperialis Lubecae ecclesia recitantur. Anno domini (I) I) LXXXVII.

(Geschichte der Reformation in Westfalen und Niedersachsen, an der Hamelmann selbst mitgewirkt hat. Die Ausgabe von Hamelmanns gesammelten historischen Schriften (1711) enthält Teile der Reformationsgeschichte von Westfalen und Niedersachsen, die in dieser Ausgabe fehlen.)


Hamelmann, Hermann (1592)
De vetustis titulis et nominibus principum, comitum, heroum, atque illustrium familiarum, quae olim extitere vel fuere in Inferiori Saxonia, Angrivaria, et VVestphalia, amp; Quarum vel dominia & regiones aut in totum, aut ex parte translatae sunt ad episcoporum dioeceses, vel quarum etiam nomina plerum<que> evanuerunt, & in spongiam abierumt, aut pauca, aut nulla eorum amplius in titulis usurpentur; auctore Hermanno Hamelmanno, theologiae licentiato, & modò ecclesiarum in comitatu Aldenburgico superattendente. Anno M. D. XCII.

(Über Engern: Buch I, S. 27-31. Über Westfalen: Buch I, S. 85-86.)


Hamelmann, Hermann (1711), Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
HERMANNI HAMELMANNI, S.S. Theol. Licent. & dum viveret Superint. Oldenburgici, OPERA GENEALOGICO-HISTORICA, De WESTPHALIA & SAXONIA INFERIORI. In quibus non solum Res gestae Seculi XVI. & Anteriorum temporum, tam Ecclesiasticae quam Politicae, fideliter & pari judicio exhibentur Sed & de totius Westphaliae provinciis, urbibus, incolis veteribus, viris literatis, Comitum familiis, ac imprimis de renatâ in praecipuis Westphaliae & reliquae Saxoniae civitatibus & Principum ac Comitum ditionibus, puriore Evangelii doctrinâ. accuratißima historia traditur. Partim ex Manuscriptis Auctoris, hactenus ineditis, ex augustâ Guelpherbytana Bibliotheca communicatis, partim ex aliis ejus separatim quondam publicatis opusculis, in unum volumen congesta. Ab ERNESTO CASIM. WASSERBACH. JCto. Accessit Vita HAMELMANNI, cum indice sufficientissimo. LEMGOVIAE, Typis & Sumptibus HENRICI WILH. MEYERI, Typographi Aulae Lippiacae. Anno MDCCXI.

(Gesammelte historische Schriften. Hamelmann hat Grundlagenforschung auf dem Gebiet der westfälischen Geschichte verrichtet.)


Hamelmann, Hermann (1711), Exemplar der Universitätsbibliothek Paderborn
HERMANNI HAMELMANNI, S.S. Theol. Licent. & dum viveret Superint. Oldenburgici, OPERA GENEALOGICO-HISTORICA, De WESTPHALIA & SAXONIA INFERIORI. In quibus non solum Res gestae Seculi XVI. & Anteriorum temporum, tam Ecclesiasticae quam Politicae, fideliter & pari judicio exhibentur Sed & de totius Westphaliae provinciis, urbibus, incolis veteribus, viris literatis, Comitum familiis, ac imprimis de renatâ in praecipuis Westphaliae & reliquae Saxoniae civitatibus & Principum ac Comitum ditionibus, puriore Evangelii doctrinâ. accuratißima historia traditur. Partim ex Manuscriptis Auctoris, hactenus ineditis, ex augustâ Guelpherbytana Bibliotheca communicatis, partim ex aliis ejus separatim quondam publicatis opusculis, in unum volumen congesta. Ab ERNESTO CASIM. WASSERBACH. JCto. Accessit Vita HAMELMANNI, cum indice sufficientissimo. LEMGOVIAE, Typis & Sumptibus HENRICI WILH. MEYERI, Typographi Aulae Lippiacae. Anno MDCCXI.


Hamelmann, Hermann (1711), Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek
HERMANNI HAMELMANNI, S.S. Theol. Licent. & dum viveret Superint. Oldenburgici, OPERA GENEALOGICO-HISTORICA, De WESTPHALIA & SAXONIA INFERIORI. In quibus non solum Res gestae Seculi XVI. & Anteriorum temporum, tam Ecclesiasticae quam Politicae, fideliter & pari judicio exhibentur Sed & de totius Westphaliae provinciis, urbibus, incolis veteribus, viris literatis, Comitum familiis, ac imprimis de renatâ in praecipuis Westphaliae & reliquae Saxoniae civitatibus & Principum ac Comitum ditionibus, puriore Evangelii doctrinâ. accuratißima historia traditur. Partim ex Manuscriptis Auctoris, hactenus ineditis, ex augustâ Guelpherbytana Bibliotheca communicatis, partim ex aliis ejus separatim quondam publicatis opusculis, in unum volumen congesta. Ab ERNESTO CASIM. WASSERBACH. JCto. Accessit Vita HAMELMANNI, cum indice sufficientissimo. LEMGOVIAE, Typis & Sumptibus HENRICI WILH. MEYERI, Typographi Aulae Lippiacae. Anno MDCCXI.


Krantz, Albert (1520)
Saxonia Alberti Krantz Coloniae Impressa MDXX.


Krantz, Albert ; Faber, Basilius (1563)
Saxonia. Weithleufftige / Fleissige vnd richtige Beschreibung / der Ankunfft / Sietten / Regiment / Religion / Policeyen / Kriegen / Verrückungen / Vermehrungen / vnd allerley Geschichten / Hendel vnd tapfferer thaten der Sachsen / So sich etliche hundert jar vor Christi geburt / vnd folgendts biß vber das jar CHristi M. D. IIII. zugetragen / Sampt beileufftigen andern vielen Historien vnd Hendeln / so sich in andern Nationen verlauffen / mit grosser mühe vnd arbeit / auß vielen Historicis / Scribenten / Chronicken / Verzeichnissen / Brieffen / Jnstrumenten / Priuilegien / Antiquiteten vnd Monumenten / zusammen getragen vnnd in Latein beschrieben / durch den berhümpten vnnd hochgelarten / Albertum Krantz. Der Geistlichen Rechten vnd Theologien Doctorem / Weilandt Dechant zu Hamburg. Jtzt zum ersten mall trewlich / deutlich vnd fleissig verdeutscht / erkleret vnnd gebessert / Durch Basilium Fabrum Soranum. Leipzigk. Cum gratia & Priuilegio ad decem. annos. Anno M. D. LXIII.

Zu Heinrich dem Löwen: Buch VI, 11 (Blatt CXXV bzw. Seite 273 des Digitalisats) - Buch VI, 44 (Blatt CXLIII bzw. Seite 310 des Digitalisats).


Rolevinck, Werner (um 1474 - 2002)
De laude Antique saxonie nu<n>c westphalie dicte

(Dieses Landeskunde war lange Zeit das Werk über Westfalen schlechthin.)


Schaten, Nicolaus ; Strunck, Michael (1693 - 1741)
Annalium Paderbornensium [partes tres] complecten[tes] inprimis fusiorem episcoporum Paderbornensium deinde succinctiorem historiam reliquorum per Westfaliam antistitum, tum res gestas aliorum in eadem hac regione clarorum virorum, postremo pontificum, imperatorum, principum & gesta maximè ea, quae Westfaliam contingunt.

  1. Pars I. <Ab anno Christi 772. usq<ue> ad annum 1227.> Opus posthumum auctore R.P. Nicolao Schaten Societatis Jesu. Neuhusii, sumptibus Christophori Nagelii, Jesnitz-Anhaltini: typographi aulici suae celsitudinis Paderbornensis, cum privilegio caesariae majestatis: anno M. DC. XCIII.

  2. Pars II. Ab anno Christi 1228. usq<ue> ad annum 1500. Opus posthumum auctore R.P. Nicolao Schaten Societatis Jesu. Neuhusii sumptibus Christophori Nagel, à Jesnitz-Anhalt. Saxon. typographi aulici suae celsitudinis Paderbornensis. Cum privilegio sacrae caesareae majestatis. Anno M D C XCVIII.

  3. Pars III. Ab anno Christi 1500. usq<ue> ad annum 1618. inclusivè Opus posthumum authore R.P. Michaele Strunck Societatis Jesu sacrosanctae theologiae doctore. Paderbornae: imprimebat Ferdinandus Josephus Schirmer, typographus aulicus cum privilegio sacrae caesareae majestatis. Anno M D CC XLI.

(Siehe zur Erstausgabe(?) der am 7. Juni 952 zu Dornburg ausgestellten Urkunde: Annales Paderbornenses ad annum 952.)


Schaten, Nicolaus ; Strunck, Michael (1693 - 1741), Exemplare der Universitätsbibliothek Paderborn
Annalium Paderbornensium [partes tres] complecten[tes] inprimis fusiorem episcoporum Paderbornensium deinde succinctiorem historiam reliquorum per Westfaliam antistitum, tum res gestas aliorum in eadem hac regione clarorum virorum, postremo pontificum, imperatorum, principum & gesta maximè ea, quae Westfaliam contingunt.

(Umfassendes Werk zu westfälischen Geschichte, dessen Reichtum an Einzelheiten noch immer eine Fundgrube für den historisch interessierten Leser ist.)


Witte, Berhard (1778)
R.P. Bernardi Wittii ordinis S. Benedicti ex celeberrima a Carolo magno fundata abbatia Liesbornensi, scriptoris ab anno saltem MCCCCLXXX usque ad annum MDXX coaevi Historia Antiquae Occidentalis Saxoniae, seu nunc Westphaliae, cui accedunt appendices quaedam de bello Susatensi et Monasteriensi: de ortu, abbatissis et abbatibus Monasterii Liesbornensis ac denique de principalioribus ordinis S. Benedicti scriptoribus. Ex autographo authoris fideliter transsumtae, ac nunc tandem ad multorum instantiam primum in lucem editae. Cum indice locupletissimo. Monasterii Westphalorum, typis Anton. Wilh. Aschendorf, typographi academici. MDCCLXXVIII. Lipsiae, prostat apud Philip. Henr. Perrenson bibliopola<m>.


Burckhard, Jakob ; Lühner, Michael Anton (1719)
Westphalus fortissimus per XVI saecula impugnatae ab exteris Germanorum gloriae domi militiaeque comparatae defensor. Programma orationi de Westphalorum praeclaris erga restituendas XV & XVI saeculis in Germania litteras meritis in illustri gymnasio Ernestino-Fredericiano ab eximii ingenii indole praedito iuvene exeunte mense septembri (I) I) CC XIX. habendae praemissum. Hildburghusae, typis B. Penzold. Saxo-Duc. et gymn. ill. typogr.

(Siehe Chyträus, 1556.)

 

 

Quellen

Büsching, Anton Friedrich (1761)
D. Anton Friedrich Büschings Neuer Erdbeschreibung dritten Theils erster Band, worinnen das Königreich Böhmen, der östereichische, burgundische, westphälische , churrheinische und oberrheinische Kreis beschrieben werden. Dritte Auflage. Hamburg, bey Johann Carl Bohn, 1761
(Hochstift Osnabrück: S. 646 - 667. Amt Reckenberg: S. 666 - 667. Herrschaft Rheda: S. 815.)

 

Capitulatio perpetua Osnabrugensis; Nürnberg, den 28. Juli 1650

Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1651)
Capitulatio Des Stiffts Oßnabrugs / Auff der Röm. Käys. Maj. vnd andern ReichsStände hochansehnlichen Abgesandten Interposition Verhandelt vnd endlich geschlossen zu Nürnberg. Welchem beygefüget ein Catalogus Aller Praelaturen / Clöster / Männliches vnd Weibliches Geschlechts. Wie auch Aller Evangelischen vnd Catholischen Pfarrkirchen des Stiffts Oßnabrüg. Gedruckt im Jahr nach der Geburt Christi 1651.

Immerwährende Wahlkapitulation. Verfassung des Stifts Osnabrück nach dem Dreißigjährigen Kriege, die sich durch das Nebeneinander von Katholiken und Lutheranern und die abwechselnde Herrschaft eines katholischen Fürstbischofs und eines lutherischen Fürstbischofs aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg kennzeichnete, die Alternation.
Der berühmte Satz Cuius regio, eius religio galt im Stift Osnabrück also nur bedingt.
Siehe hier zum Amt Reckenberg. Siehe auch Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1737), Absatz 21.) S. 540 - 541.

Der Capitulatio perpetua Osnabrugensis lag Artikel XIII des Westfälischen Friedens zugrunde (vgl. Friedensschluss zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Schweden; Osnabrück, den 24. Oktober 1648, S. 90).

Der Wortlaut dieser Ausgabe war nicht unumstritten. Am 9. September 1651 erließ Franz Wilhelm von Wartenberg ein Edikt, in dem er den Text dieser Ausgabe für falsch und irrig erklärte und die Ausgabe aufgehoben und annulliert sehen wollte (vgl. Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1737), S. 551).

Bibliographische Information: Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1737), S. 549.


Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1717)
Capitulatio perpetua Osnabrugensis.
In: Privilegia Caesarea à gloriosissimae memoriae augustissimis imperatoribus Carolo magno, Carolo quarto, Carolo quinto, Rudolpho secundo, Ferdinando tertio, reverendissimo ac perillustri capitulo cathedralis ecclesiae nec non toti clero dioeceseos Osnabrugensis clementissime impertita. Junctâ ejusdem dioeceseos Perpetua Capitulatione. Neuhusii : typis Joannis Theodori Todt, typographi aulici, cum permissu suae celsitudinis Paderbornensis & Monasteriensis. Anno M D CC XVII.

Auch der Wortlaut dieser Neuausgabe war nicht unumstritten. Am 6. August 1717 erließ Ernst August II. von Braunschweig-Lüneburg ein Edikt mit als Anhang einer Liste von Fehlern und Mängeln, die er an der Neuausgabe von 1717 beanstandete (vgl. Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1737), S. 553).

Es scheint diesem Druck ein weiterer Druck ohne Nennung des Druckers und des Erscheinungsortes vorgegangen zu sein (vgl. Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1637), S. 552).


Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1737)
Von der Oßnabrückischen Capitulatione perpetua, und deren Errichtung, auch unterschiedlichen Editionen. Von des Grafens von Wasaburg Abfindung. Von der Petersburg zu Oßnabrück.
In: Acta pacis executionis publica. Oder Nürnbergische Friedens-Executions-Handlungen und Geschichte, Zweyter und letzter Theil, worinnen enthalten, wie und welchergestalt die würckliche Vollziehung des Westphälischen Friedens, sowohl in puncto Exauctorationis Militae und Evacuationis Locorum, als auch und vornehmlich in dem hochwichtigen puncto Restitutionis ex capite Amnestiae & Gravaminum, biß zum völligen Schluß des Congressus, Anno 1651. geschehen ist, in einer ausführlichen Historischen Erzehlung, mit beygefügten authentischen Urkunden, auch einem vollständigen Register, vorgetragen von Johann Gottfried von Meiern. Mit Römisch-Kayserl. insgleichen der Hoch-löbl. Schweitzerischen Eyd-Genossen und Republic Basel, respective Allergnädigsten und milden Privilegiis. Leipzig und Göttingen, Gedruckt bey Joh. Christ. Lud. Schultzen, Universitäts Buchdruckern. Jn Verlag Michael Turpens, Buchhändlers zu Leipzig. M DCCXXXVII.


Capitulatio perpetua Osnabrugensis (1766)
Capitulatio perpetua Osnabrugensis. [Auf Befehl eines Hochwürdigen Dom-Capittels aufs neue aufgelagt 1766]


 

Chronik der Anna Roede (1. Hälfte des 16. Jhs.)
Anna Roedes spätere Chronik von Herzebrock / Franz Flaskamp
In: Jahrbuch der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte. - Jg. 68 (1970). - S. 75-146

(Chronik des Klosters Herzebrock in niederdeutscher Sprache von der Stiftung des Klosters im 9. Jh. bis 1553. Hier eine Kostprobe.)


Codex constitutionum Osnabrugensium
Codex constitutionum Osnabrugensium oder Sammlung von Verordnungen, gemeinen Bescheiden, Rescripten und anderen erläuterenden Verfügungen, welche das Hochstift Osnabrück betreffen. - Osnabrück : Kißling


Herzebrocker Heberolle (11. Jh.)
Die älteste Herzebrocker Heberolle / von Paul Eickhoff
In: Programm des Gymnasiums Wandsbeck 9/10 (1882/83). S. 1-19 und 1-16

(Steuerverzeichnis des Klosters Herzebrock. Die altsächsischen Namen vieler noch heute existierender Orte und Bauernschaften machen dieses Dokument zu einem wichtigen Denkmal der Sprachgeschichte.)


Herzebrocker Heberolle (13. Jh.?)
Die zweite Herzebrocker Heberolle / Joachim Hartig
In: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung. - Jg. 94 (1971). - S. 30 - 40

(Steuerverzeichnis des Klosters Herzebrock.)


Klinckhamer, Johannes (1585)
Cronica aller gewesenen Heren vnde Bisschoppe des alten loblichen Stifftes Ossenbrvgge in Westphalen vam ersten Bisschop Gwyho an bis vp itzigen regerenden Herenn vnde Fursten


Landgoding zu Wiedenbrück (1549), Holting der Mark Oelbrock (1549-1551), Herzebrock (1552)
In: Weisthümer. Dritter Theil / gesammelt von Jacob Grimm. - Göttingen : In der Dieterichschen Buchhandlung, 1842. - S. 107-121


Marienfelder Chronik (Chronicon von Marienfeld)
Das "Chronicon Campi s. Mariae" in der ältesten Gestalt (1185 - 1422) / herausgegeben von Friedrich Zurbonsen. - Paderborn : Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh, 1884. - 65 S.
(Münsterische Beiträge zur Geschichtsforschung ; 5)


Marienfelder Heberegister
Verzeichnisse der Güter, Einkünfte und Einnahmen des Ägidii-Kloster, der Kapitel an St. Ludgeri und Martini sowie der St. Georgs-Kommende in Münster, ferner der Klöster Vinnenberg, Marienfeld und Liesborn / im Auftrage des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens bearbeitet von Franz Darpe, Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Coesfeld. - Münster : Druck und Verlag der Theissing'schen Buchhandlung, 1900
(Codex Traditionum Westfalicarum V.)

(Das Digitalisat besteht aus Band IV. und V.)


Merian, Matthaeus ; Zeiller, Martin (1647), Exemplar der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Topographia Westphaliae. Das ist Beschreibung der Vornembsten vnd bekantisten Stätte vnd Plätz im Hochlöbl: Westphälischen Craiße. An tag gegeben von Matthaeo Merian.
(Rietberg: S. 60, Kupferstich. Rheda: S. 90, Kupferstich. Wiedenbrück: S. 94, Kupferstich.)


Merian, Matthaeus ; Zeiller, Martin (1647), Wikisource
Topographia Westphaliae. Das ist Beschreibung der Vornembsten vnd bekantisten Stätte vnd Plätz im Hochlöbl: Westphälischen Craiße. An tag gegeben von Matthaeo Merian.
(Rietberg: S. 60, Kupferstich. Rheda: S. 90, Kupferstich. Wiedenbrück: S. 94, Kupferstich.)


Merian, Matthaeus ; Zeiller, Martin (1647), Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek
Topographia Westphaliae. Das ist Beschreibung der Vornembsten vnd bekantisten Stätte vnd Plätz im Hochlöbl: Westphälischen Craiße. An tag gegeben von Matthaeo Merian.
(Rietberg: S. 60, Kupferstich zwischen S. 61 und 62. Rheda: S. 90, Kupferstich zwischen S. 90 und 91. Wiedenbrück: S. 94, Kupferstich zwischen S. 92 und 93.)


Osnabrücker Bischofschronik von Erdmann, Erdwin (lateinischer Urtext)
In: Rervm Germanicarvm Tom. II. Scriptores Germanicos ab Henrico Meibomio Juniore e MStis primum publicatos recensitosque, & Notis alicubi illustratos continens, S. 195-264

(Paraphrase der am 7. Juni 952 zu Dornburg ausgestellten Urkunde auf S. 203.)


Osnabrücker Bischofschronik von Erdmann, Erdwin (niederdeutsche Übersetzung aus dem 16. Jh., Ausgabe 1792)
Beschriuinge sampt den Handelungen der Bischopen van Ossenbrugge dorch den wolgelerten Erntvesten vnde Erbaren Heren Erdwin Erdmann der rechten Meister, Borgermeistern to Osenbrugge, colligeret to Latine, vnde van den erbaren, vorsichtigen vnde wisen Herrn Borgermeistern vnde Rait darsuluest to dudessche mit erer Besoldung transfereret. Anno XVcLIII.

(Paraphrase der der am 7. Juni 952 zu Dornburg ausgestellten Urkunde auf S. 28.)


Osnabrücker Bischofschronik von Erdmann, Erdwin (niederdeutsche Übersetzung aus dem 16. Jh., Ausgabe 1894)
Beschrivinge sampt den handelingen der hoichwerdigen bisschopen van Ossenbrugge


Tecklenburger Kirchenordnung (1543)
Der Graveschop und Herschoppen ect. Teckenborch, Linge und Rhede Gottliche und Christliche der hilligen Schrifft gemete und der Lantschop geleigen Ordinatio Artickels wise körtlich <vervatet>


Osnabrücker Kirchenordnung (1543)
Kerkenordnunge vor de Landtkerken des Stiffts Osenbrügge
In: Hermann Bonnus, Erster Superintendent von Lübeck und Reformator von Osnabrück. Nach seinem Leben und seinen Schriften berabeitet von Bernhard Spiegel, nebst bisher noch ungedruckten Anlagen, enthaltend: Die Kirchenordnung für die Landkirchspiele des Fürstenthums Osnabrück u.s.w. Leipzig. Roßberg' sche Buchhandlung. 1864. S. 134-139


Zeiller, Martin (1665)
Tractatus de X. circulis Imperii Romano-Germanici, Von den Zehen deß H. Römischen Teutschen Reichs-Kraisen / Darinn nicht allein / welche Stände zu einem jeden derselben gehörig; Sondern auch die Vornemste / und Bekanteste in solchen belegene Landschafften / Städt / und Oerter / kürzlich erzehlet; Auch andere Sachen mehr / und darunter sehr vieler Regenten Geschlecht-Registerlein / und jedes Stands Reichs-Anschlag / und Cammer Gebühr / auff gegenwertige Zeit (wie auß der vorigen und jetzigen Neuen Vorrede zu ersehen) gerichtet / mit eingebracht werden / Durch Martin Zeillern. Die Andere Edition. Jetzo wider fleißig übersehen / mit einem Neuen Anhang biß ietzige Zeit vermehrt / und einer schönen Carten der X. Kraiß geziret 1665. Jn Ulm / Verlegt durch Georg Wildeisen.
(Rheda: S. 806. Rietberg: S. 807. Wiedenbrück: S. 824.)


 

Urkunden

Lippische Regesten (1860-68)
Lippische Regesten : aus gedruckten und ungedruckten Quellen / bearbeitet von O. Preuß und A. Falkmann. - Lemgo und Detmold : Meyer'sche Hofbuchhandlung

  1. Band: Vom J. 783 bis zum J. 1300. - 1860. - 202 S. : 18 Siegelabbildungen
  2. Band: Vom J. 1301 bis zum J. 1400 nebst Nachträgen zum ersten Bande. - 1863. - 513 S. : 43 Siegelabbildungen und 2 genealogische Tabellen
  3. Band: Vom J. 1401 bis zum J. 1475 nebst Nachträgen zu den beiden ersten Bänden. - 1866. - 476 S. : 34 Siegelabbildungen und 1 genealogische Tabelle
  4. Band: Vom J. 1476 bis zum J. 1536 nebst Nachträgen zu den drei ersten Bänden. - 1868. - 527 S. : 14 Siegelabbildungen

(Enthält Regesten zahlreicher Urkunden und anderer Quellen mit Bezug auf die ersten Rhedaer Burgherren und das Kloster Marienfeld.)


Möser, Justus (1780-1824)
Osnabrückische Geschichte. - Berlin und Stettin, bey Friederich Nicolai. - Neue vermehrte und verbesserte Auflage

  1. Erster Theil, mit Urkunden. - 1780
  2. Zweyter Theil, mit Urkunden. - 1780
  3. Dritter Theil. Mit Urkunden. (Bisher noch ungedruckt und zu allen Auflagen passend.). - 1824

Osnabrücker Urkundenbuch
Osnabrücker Urkundenbuch / Jm Auftrage des Historischen Vereins zu Osnabrück bearbeitet und herausgegeben von F. Philippi und M. Bär. - Osnabrück : Jm Selbstverlage des Vereins. Jn Commission der Rackhorst'schen Buchhandlung

  1. Band II. Die Urkunden der Jahre 1201-1250. - 1896. - 524 S.
  2. Band III. Die Urkunden der Jahre 1251-1280. Mit einem geschichtlichen Plane. - 1899. - 552 S.
  3. Band IV. Die Urkunden der Jahre 1281-1300 und Nachträge. - 1902. - 509 S.

Osnabrücker Kaiser- und Königsurkunden
Die Kaiser- und Königs-Urkunden des Osnabrücker-Landes / in Lichtdruck herausgegeben von Franz Jostes. - Sonderausgabe der Einleitung zu den Lichtdrucken der Urkunden. - Münster i. W. : Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung, [1899]

  1. Band. - 87 S.
  2. Band. - 23 S., XXIV Abbildungen

Kaiserurkunden in Abbildungen
Kaiserurkunden in Abbildungen / herausgegeben von H. Sybel und Th. von Sickel. - Berlin : Weidmannsche Buchhandlung, 1891

  1. Text
  2. Tafeln

Einen ausgezeichneten Zugang bietet die Image-Blätterversion des Werkes.


Urkunde (1489)
Vom Wiedenbrücker Gografen Johann Dethmaers am 29. September 1489 ausgestellte Urkunde


Urkunde (1502)
Vom Wiedenbrücker Richter Johann Dethmars am 14. Januar 1502 ausgestellte Urkunde


Urkunde (1506)
Vom Wiedenbrücker Richter Johann Dethmars am 4. April 1506 ausgestellte Urkunde


Urkunde (1643)
Vom Wiedenbrücker Gografen Ahasver Eggers am 7. Oktober 1643 ausgestellte Urkunde


Urkunde (1655)
Von Bischof Franz Wilhelm von Osnabrück ausgestellte Urkunde mit Transfix: Vom Wiedenbrücker Gografen Otto Corber am 2. Oktober 1655 ausgestellte Urkunde


Urkundenbuch der adeligen Familie von Wydenbruck (um 1860)
Urkundlicher Beitrag zur Geschichte des westphälischen Adels : Frei-Edelherren von Wydenbruck, Gaugrafen zu Wydenbruck

Es lässt sich aus dem Text der betreffenden Urkunden nicht herauslesen, ob der in Urkunde XVI von 1219 erwähnte Wiedebrücker Gograf Heinricus und der in Urkunde XVIIIb von 1227 erwähnte Gograf Henricus von Wiedenbrück tatsächlich in Zusammenhang mit der adeligen Familie Von Wydenbruck zu sehen sind, wie in dieser Schrift angenommen wird.
Handelt es sich bei Heinricus und Henricus um ein- und dieselbe oder um zwei verschiedene Personen?


Urkundenbuch der adeligen Familie von Wydenbruck (1939)
Urkundenbuch der adeligen Familie von Wydenbruck / Ferdinand Maria von Wydenbruck-Loë. - Neuausgabe und Erläuterung von Dr. phil. Franz Xaver Flaskamp, Archivar zu Wiedenbrück. - Gütersloh i. Westf. : Druck und Verlag von Hans Thiele, 1939
(Quellen und Forschungen zur Natur und Geschichte des Kreises Wiedenbrück ; 53. Heft)


Urkunden Heinrichs des Löwen
Die Urkunden Heinrichs des Löwen, Herzogs von Sachsen und Bayern ; 1. Stück: Texte / bearbeitet von Karl Jordan. - Leipzig : Karl W. Hiersemann, 1941. - 285 S.

Siehe das Namenregister: Bernhardus comes de Lippia, advocatus de Rethen.


Urkundenbuch der Stadt Bielefeld (1937)
Urkundenbuch der Stadt und des Stiftes Bielefeld / herausgegeben auf Veranlassung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg im Auftrage der Stadtverwaltung von Bernhard Vollmer. - Bielefeld und Leipzig : Verlag von Velhagen & Klasing, 1937. - 968 S. : 4 Tafeln mit Abbildungen


Ravensberger Regesten
Ravensberger Regesten I : 785 - 1346 / bearbeitet von Gustav Engel. - Bielefeld ; Dortmund ; Münster : Westfalen Verlag, 1985
(7. Sonderveröffentlichung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg)


Lamey, Andreas (1779)
Geschichte der alten Grafen von Ravensberg mit einer Geschlechtstafel, Landkarte und Sammlung von CXXXIX Urkunden / verfasset und herausgegeben von Andreas Lamey. Kurpfälzischen Hofrathe und Bibliothekarius, der Kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften beständigen Secretarius und Mitgliede der Kurpfälzischen deutschen Gesellschaft. Mannheim mit akademischen Schriften 1779
(Mit Urkundenteil.)


Westfälische Kaiserurkunden
Die Kaiserurkunden der Provinz Westfalen 777-1313 / kritisch, topographisch und historisch, nebst anderweitigen Documenten und Excursen von Roger Wilmans

  1. Erster Band : die Urkunden des Karolingischen Zeitalters 777-900. - Münster : Druck und Verlag von Friedrich Regensberg, 1867. - 570 S. : mit zwei litographierten Karten
  2. Zweiter Band: die Urkunden der Jahre 901-1234 : I. Abtheilung ; die Texte / bearbeitet von F. Philippi. - Münster : Druck und Verlag von Friedrich Regensberg, 1881. - 433 S. : mit Siegelabbildungen

Band 2, S. 111-113, Urkunde 105: Von Otto III. am 2. September 985 zu Wiedenbrück ausgestellte Urkunde. Die Echtheit dieser Urkunde, die ohnehin nur in Form einer Kopie vorliegt, kann bezweifelt werden.


Westfälisches Urkundenbuch (Regesta historiae Westfaliae)
Westfälisches Urkunden-Buch : Fortsetzung von Erhards Regesta Historiae Westfaliae / herausgegeben von dem Verein für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens. - Münster : Friedrich Regensberg


Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen (1839-1843)
Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen / von Joh. Suibert Seibertz. - Arnsberg : A.L. Ritter

  1. Band : 799 - 1300. - 1839. - 644 S.
  2. Band : 1300 - 1400 : mit 49 Siegel-Abdrücken. - 1843. - 706 S.

Quellen der Westfälischen Geschichte (1857-1860)
Quellen der Westfälischen Geschichte / herausgegeben von Joh. Suibert Seibertz. - Arnsberg : H.F. Grote

  1. Band. - 1857. - S. 473 - 480
  2. Band. - 1860. - S. 461 - 480

Beiträge zu einem Münsterischen Urkundenbuche (1823), Exemplare der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Beiträge zu einem Münsterischen Urkundenbuche aus vaterländischen Archiven gesammelt / von J. Niesert, Pfarrer zu Velen und Vikar zum H. Aegidius zu Münster. - Münster : gedruckt mit Coppenrathschen Schriften, 1823


Beiträge zu einem Münsterischen Urkundenbuche (1823), Exemplare der Bayerischen Staatsbibliothek
Beiträge zu einem Münsterischen Urkundenbuche aus vaterländischen Archiven gesammelt / von J. Niesert, Pfarrer zu Velen und Vikar zum H. Aegidius zu Münster. - Münster : gedruckt mit Coppenrathschen Schriften, 1823


Münsterische Urkundensammlung
Münsterische Urkundensammlung / von Joseph Niesert

  1. Band. Urkunden zur Geschichte der Münsterischen Wiedertaufer. - Coesfeld : Bernard Wittneven, 1826. - 457 S.
  2. Band, welcher Urkunden v. J. 800 - 1280 enthält, und mit einem vollständigen Register versehen ist : mit einem Siegel-Abdruck.). - Coesfeld : B. Wittneven und in Commission bei Fr. Regensberg in Münster, 1827. - 504 S.
  3. Band. Urkunden über Städtegründung, Stadtrechte, das Gildewesen und die Hanse : (mit einem Siegel-Abdruck). - Coesfeld : Jn Commission bei Bernard Wittneven, 1829. - 547 S.
  4. Band in fünf Abtheilungen. 1. Urkunden über Synodal- und Archidiakonal-Gegenstände. 2. - über mehrere Stifte aus dem XII. Jahrh. 3. - über Vogteien mehrerer Stifte. 4. - über die Vogtei des Stiftes Borchorst. - 5. - über die Vogtei des Stiftes Breden : nebst einem vollständigen Register. - Coesfeld : Jn Commission des Literärischen Commissions-Comtors, 1832. - 600 S.
  5. Band. Codex diplomaticus Steinfordiensis oder Urkundensammlung zur Geschichte der Herrschaft Steinford : erste Abtheilung. - Coesfeld : Jn Commission der Rieseschen Buchhandlung, 1834. - 474 S.
  6. Band, welcher I. die Fortsetzung der Urkunden über die Herrschaft Steinford bis zu dem Vergleich mit Münster 1716, II. Urkunden über die Gronau, und einen Nachtrag zum V. Band enthält. Coesfeld : in Commission der Rieseschen Buch- und Kunsthandlung, 1835. - S. 547
  7. Band in drei Abtheilungen: I. Ueber Synodal- und Archidiakonal-Gegenstände. (Seite 1 - 155.) II. 1. Capitulationen und ertheilte Privilegien Münsterscher Bischöfe. 2. Ueber die Postulation des jungen Herzogs Johann Wilhelm von Jülich, Cleve ect. (Seite 155 - 259.) III. Ueber das Dompiatel. 1. Kirchliche Verfassung. Statuten, Präbendenwesen, Obedienzen, Verbrüderungen, alte Gebräuche und Gewohnheiten. (Seite 259 - 433.) 2. Gerechtsame, Regalien, Güter. (Seite 433 - 542.) 3. Auzüge aus dem Liber reddituum und Rotgeri. (Seite 542 - 611.) Nebst einem Register. - Coesfeld : Jn Commission der Rieseschen Buchhandlung, 1837. - 611 S.

Dortmunder Urkundenbuch (1881-1910)
Dortmunder Urkundenbuch / bearbeitet von Karl Rübel. - Dortmund : Verlag der Köppen'schen Buchhandlung


Deductie (1774)
Deductie voor Jan Henrik van der Wyck heer van Stoevelaar, strekkende tot bewys, dat hy admissibel is in de ridderschap van de provincie Overyssel. Te Zwolle Gedrukt by Simon Clement, drukker van de edele mogende heeren staaten van Overyssel. 1774

Um zur Ritterschaft der Provinz Overijssel zugelassen werden zu können, erbringt der Bürgermeister von Zwolle, Jan Henrik van der Wyck, Belege seiner adeligen Abstammung:

Ein Gograf war befugt, Abschriften von Dokumenten zu beglaubigen.


 

Zur Gelnhäuser Urkunde

Güterbock, Ferdinand (1920)
Die Gelnhäuser Urkunde und der Prozeß Heinrichs des Löwen : neue diplomatische und quellenkritische Forschungen zur Rechtsgeschichte und politischen Geschichte der Stauferzeit ; mit einer Wiedergabe der restaurierten Gelnhäuser Urkunde in Lichtdruck / von Ferdinand Güterbock. - Hildesheim und Leipzig : August Lax, 1920. - 181 S.
(Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens ; Band XXXII)

(Leider fehlt die Fotografie des verschollenen Originals(?) der Gelnhäuser Urkunde im Digitalisat. Güterbock hatte zu Anfang des 20. Jhs. die Gelegenheit, die verschollene Handschrift persönlich untersuchen zu können, die er zu diesem Zwecke mit verschiedenen Arten von Licht durchleuchen ließ.)


Heinemeyer, Karl (1981)
Der Prozeß Heinrichs des Löwen / Karl Heinemeyer
In: Der Reichstag von Gelnhausen : ein Markstein in der deutschen Geschichte ; 1180-1980. - Göttingen, 1981. - S. 1-60

(PDF anklicken.)


Monumenta Germaniae Historica (1985)
Diplomata regum et imperatorum Germaniae : tomus X, pars III ; Friderici I. diplomata inde ab a. MCLXVIII. usque ad a. MCLXXX = Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser : zehnter Band, dritter Teil ; die Urkunden Friedrichs I. 1168-1180 / bearbeitet von Heinrich Appelt unter Mitwirkung von Rainer Maria Herkenrath und Walter Koch. - Hannover : Hahnsche Buchhandlung, 1985
Urkunde 795


Regesten der Erzbischöfe von Köln (1901)
Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter : zweiter Band ; 1100-1205 / bearbeitet von Richard Kippling. - Bonn : P. Hanstein's Verlag, 1901
(S. 216-217)


Gelenius, Aegidius (1645)
De admiranda sacra et civili magnitudine Coloniae Claudiae Agrippinensis Augustae Ubiorum urbis libri IV. Authore Aegidio Gelenio SS. Th. L. ad S. Andreae canonico, consiliario ecclesiastico & historiographo archiepiscopali. Coloniae Agrippinae. Apud Iodocum Kalcovium bibliopolam. Anno M. DC. XLV. Cum licentiâ utriusque magistratus.
P. 73 - 75


Schaten, Nicolaus (1693)
Annalium Paderbornensium pars I. complectens inprimis fusiorem episcoporum Paderbornensium deinde succinctiorem historiam reliquorum per Westfaliam antistitum, tum res gestas aliorum in eadem hac regione clarorum virorum, postremo pontificum, imperatorum, principum & gesta maximè ea, quae Westfaliam contingunt. Opus posthumum auctore R.P. Nicolao Schaten Societatis Jesu. Neuhusii, sumptibus Christophori Nagelii, Jesnitz-Anhaltini: typographi aulici suae celsitudinis Paderbornensis, cum privilegio caesariae majestatis: anno M. DC. XCIII.
P. 850 - 852


 

Weitere Quellen

Leibniz, Gottfried Wilhelm (1707-1711)
Scriptores rerum Brunsvicensium / cura Godefridi Guilielmi Leibnitii

  1. Scriptores rerum Brunsvicensium illustrationi inservientes, antiqui omnes et religionis reformatione priores: Opus, in quo nonnulla chronica huius vicinarumque regionum et urbium episcopatuumque ac monasteriorum, praesertim Ostfaliae, res etiam Atestinorum Longobardiae, et Guelforum superioris Germaniae, vita item hominum illustrium aut principum; omnia magno studio sumtuque conquisita, quaedam nunc primum ex manuscriptis eruta, pars auctiora plurimum vel emendatiora, nonnulla denique ex latebris aut libellis fugientibus ob raritatem in corpus asserta, diplomatibus passim interstincta; continentur. Caeteris Germanis aliisque populis in rebus suis ad posteritatem transmittendis etiam exemplo profuturum; Cura Godefridi Guilielmi Leibnitii. Hanoverae, Sumptibus Nicolae Foersteri, Anno M DCC VII.

  2. Scriptorum Brunsviensia illustrantium tomus secundus, continens LI. autores scriptave, religionis reformatione anteriora, quibus res Brunsvigo-Luneburgensium et vicinarum regionum, episcopatuum, urbium, monasteriorum, principum et hominum illustrium, nonnulla etiam Guelfica et Estensia literis mandantur; maximam partem ex manuscriptis eruta, aucta, emendataque, cura Godefridi Guilielmi Leibnitii. Hanoverae, Sumtibus Nicolae Foersteri, Bibliopolae aulici, Anno M DCC X.

  3. Scriptorum Brunsvicensia illustrantium tomus tertius, continens XLII. autores scriptave, religionis reformatione anteriora, quibus res Brunsvigo-Luneburgensium et vicinarum regionum, episcopatuum, urbium, monasteriorum, principum et hominum illustrium, nonnulla etiam Estensia; leges item complures antiquae Saxonum inferiorum, et monumenta historica ipsa eorum dialecto exhibentur; maximam partem ex manuscriptis eruta, aucta, ementaque cura Godefridi Guilielmi Leibnitii. Accessit huic tomo tertio index rerum verborumque totius operis locupletissimus. Hanoverae, Sumtibus Nicolae Foersteri, Bibliopolae aulici, Anno <M> DCC XI.

    Index generalis in tres tomos scriptorum Brunsvicensia illustrantium.

(Lateinisch-niederdeutsche Quellensammlung zur Geschichte Ostfalens im Mittelalter, die auch für die Geschichte Westfalens von Interesse ist.)

 

Widukind von Corvey

Widukind von Corvey (1532)
Witichindi Saxonis rerum ab Henrico et Ottone I imp. gestarum libri III, unà cum alijs quibusdam raris & antehac non lectis diuersorum autorum historijs, ab anno salutis D.CCC. usq<ue> ad praesentem aetatem: quorum catalogus proxima patebit pagina Huc accessit rerum scitu dignarum copiosus index. Basileae apud Io. Hervagium, mense Martio, anno M.D. XXXII.

(Zur Geschichte der Sachsen von den Anfängen bis in das 10. Jh. Der Schwerpunkt des Werkes liegt auf der Regierungszeit Otto des Großen, dessen Zeitgenosse Widukind von Corvey war.)


Widukind von Corvey (1577)
Annales Witichindi monachi Corbeiensis, familiae Benedictinae : editi de fide codicis manuscripti, & è publicato exemplari alicubi aucti. Addita est brevis appendix de familia & rebus gestis Palatinorum Saxoniae, è Chronico Gozecensi. Item historia Henrici Leonis, ducis Saxoniae & Bavariae, excerpta de Annalibus Helmoldi, Arnoldi, & Saxonia Krancij. Studio & opera Reineri Reineccii Steinhemii. Francofurti ad Moenum ex officina typographica And. Wecheli. M. D. LXXVII.


Widukind von Corvey (1621)
Primi et antiquissimi historiae Saxonicae scriptoris Witichindi monachi Corbeiensis, familiae Benedictinae, annalium libri tres, emendatius & auctius quàm antea editi cum luculentis notis, quae instar iusti commentarii esse possunt. Opera et studio Henrici Meibomii, Lemgouiensis, academiae Iuliae professoris. Francofurti, in officina Danielis & Davidis Aubriorum & Clementis Schleichii. Anno M. DC. XXI.


Widukind von Corvey (1790)
Geschichte König Heinrich des Ersten und Kaiser Otto des Großen nach den Annalen Wittekinds von Korbei mit historisch-geographischen Anmerkungen / C. S. Pollmächer. - Dresden und Leipzig : in der Breitkopfischen Buchhandlung, 1790


Widukind von Corvey (1839)
Widukindi res gestae Saxonicae ex recensione Waitzii. In usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis recudi fecit Georgius Heinricus Pertz. Hannoverae, impensis bibliopolii Hahniani, 1839
(Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis recusi)


Widukind von Corvey (1852)
Widukinds sächsische Geschichten / nach der Ausgabe der Monumenta Germaniae übersetzt von Reinhold Schottin. Mit einer Vorrede von W. Wattenbach. - Berlin : Wilhelm Gesser's Verlagsbuchhandlung (Franz Duncker), 1852


Widukind von Corvey (1882)
Widukindi rerum gestarum Saxonicarum libri tres. Editio tertia. Denuo recognovit Georgius Waitz. Hannoverae, impensis bibliopolii Hahniani, 1882
(Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis recusi)


Widukind von Corvey (1904)
Widukindi monachi Corbeiensis rerum gestarum Saxonicarum libri tres. Editio quarta. Hannoverae et Lipsiae, impensis bibliopolii Hahniani, 1904
(Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis separatim editi)


Widukind von Corvey (1935)
Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Anhang: Die Schrift über die Herkunft der Schwaben. - Fünfte Auflage. In Verbindung mit H.-E. Lohmann neu bearbeitet von Paul Hirsch. - Hannover : Hahnsche Buchhandlung, 1935
(Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis separatim editi)

(Lateinischer Text.)


Widukind von Corvey (1981 - 2019)
Res gestae Saxonicae = die Sachsengeschichte : lateinisch/deutsch / Widukind von Corvey. Übersetzt und herausgegeben von Ekkehart Rotter und Bernd Schneidmüller. - Ditzingen : Philipp Reclam Junior Stuttgart, 1981 - 2019
(Universal-Bibliothek ; Nr. 7699)
ISBN 978-3-15-007699-6

 

Siehe außerdem zur Textüberlieferung: Summa capitum, ex quibus constant tres libri Widukindi Corbeiensis monachi, quales leguntur in codice antiquo bibliothecae Casinensis, Variae lectiones ex Widukindi codice archivi electoralis Dresdensis und Historia Witichindi edita Basileae apud Ioannem Hervagium Anno 1532. collata cum eodem m.s. bibliothecae Casinensis.


 

 

Karten

Imperium Romano-Germanicum in suos circulos [...] divisum (1725)
IMPERIUM ROMANO-GERMANICUM in suos CIRCULOS ELECTORAT. ET STATUS Summa curâ et Studio divisum aeri insculpt. et venale prostans apud MATTH. SEUTTER, S.C.M. GEOGR. AUG. VIND.
(Das Heilige Römische Reich mit seinen Kreisen und Territorien.)


Totius Circuli Westphalici Accurata descriptio (um 1630)
TOTIUS CIRCULI WESTPHALICI ACCURATA descriptio
(Der Westfälische Kreis mit Territorien.)


Circuli Westphaliae in omnes suos status et provincias accuratè divisi Nova et exacta Tabula (um 1720)
CIRCULI WESTPHALIAE in omnes suos STATUS ET PROVINCIAS accuratè divisi Nova et exacta Tabula edita sumtibus IOH. BAPTISTAE HOMAN Noribergae.
(Der Westfälische Kreis mit Territorien.)


Atlas Circulus Electoratus & Westphaliae
(Sammlung von Karten des Kurrheinischen Kreises und des Westfälischen Kreises und einzelnen Territorien im Westfälischen Kreis)


Episcopatuum Monasteriensis et Osnabrugensis [...] novissima et accuratissima Designatio (zwischen 1731 und 1741)
EPISCOPATUUM MONASTERIENSIS ET OSNABRUGENSIS UT ET COMITATUUM BENTHEIM, TECLENBURG, STENFORD, LINGEN, DIEPHOLT, DELMENHORST, RIETBERG etc. etc. novissima et accuratissima Designatio cura et sumptibus MATHAEI SEUTTERI, S.C. et REG. CATHOL. MAJEST. GEOGR. AUGUSTAE VINDEL. [Tob. Con. Lotter sculp.]
(Die Stifte Münster und Osnabrück mit angrenzenden Territorien.)


Dominii Rhedani nova et exacta delineatio (1621)
Dominii Rhedani nova et exacta delineatio, Amsterdam 1621 : Territorial-Karte (Grenzen, Grenzsteine, Landwehren, Schlagbäume, Gewässer, Städte, Dörfer, Bauerschaften, Schlößer und Adelshäuser, Kirchen und Klöster, Mühlen, Bauernhöfe und Markkotten, Richtplätze, Wappen und sonstige Einzelheiten) der Herrschaft Rheda sowie der benachbarten Landesteile Amt Reckenberg, Grafschaft Rietberg, Grafschaft Ravensberg, Hochstift Münster ; 1. Teil: Karte / Johannes Westenberg, Doctor medicinae. Neuausgabe und Erläuterung von Franz Flaskamp, Stadtarchivar zu Wiedenbrück. - Rheda (Westf.) : Druck und Verlag von Gebr. Scharpenberg, 1938
(Quellen und Forschungen zur Natur und Geschichte des Kreises Wiedenbrück ; 35. Heft)
Ursprüngliche Titelangaben: DOMINII RHEDANI NOVA ET EXACTA DELINEATIO Ioanne Westenberg Medic. Doctore Auctore. Abraham Goos Amstelodamensis sculpsit 1621.
Joann Westenberg ist außerdem der Urheber einer Karte der Grafschaften Bentheim und Steinfurt: Comitatvs Bentheim et Steinfvrt (1640) Nachdrucke: [Amsterdam], ca. 1650 und [Amsterdam], 1675.

Bauernhöfe werden auf dieser Karte einzeln und namentlich vermeldet. Ebenso die Bauerschaften. Diente die Karte der Steuererhebung?


Paderbornensis Episcopatus Descriptio Nova (um 1630)
PADERBORNENSIS Episcopatus DESCRIPTIO NOVA Ioanne Gigante Ludense D. Med. et Math. auth. Amstelodami Guiljelmus Blaeuw excudit.
(Das Hochstift Paderborn, die Grafschaft Rietberg und Teile des Amts Reckenberg und der Herrschaft Rheda)


Ravensberg Comitatus (1635)
RAVENSBERG COMITATVS.
Ausschnitt aus der Karte COMITATVS MARCHIA ET RAVENSBERG. [Amsterdam, 1635]

(Auf der Hauptkarte der Karte Comitatus Marchia et Ravensberg wird die Grafschaft Mark dargestellt. Der Kartenausschnitt zeigt die Grafschaft Ravensberg mit umliegenden Gebieten.
Siehe Comitatvs Marchia et Ravensberg (1650) und Comitatvs Marchia et Ravensberg (1658).)


Osnabrugensis episcopatus (ca. 1638)
OSNABRVGENSIS EPISCOPATVS Auctore Ioanne Gigante. Reverendissimo et Ill<ustriss>imo Principi ac Domino D.no FRANCISCO GUILIELMO Episc. OSNABRVGENSIS S.Rom:IMP:Comiti in Wartenberg etc. Principi suo longe clementissimo humillime offert IOANNES GIGAS MED. DOCT. (1638)


Osnabrugensis episcopatus (ca. 1640)
OSNABRVGENSIS EPISCOPATVS Auctore Ioanne Gigante. Reverendissimo et Ill<ustriss>imo Principi ac Domino D.no FRANCISCO GUILIELMO Episc. OSNABRVGENSIS S.Rom:IMP:Comiti in Wartenberg etc. Principi suo longe clementissimo humillime offert IOANNES GIGAS MED. DOCT. Amstelodami, Guilielm. Blaeuw Excudit (1640)


Plan und Gesamtbild der Fürstbischöflich-Osnabrücker Residenzstadt Wiedenbrück (1766)
Plan und Gesamtbild der Fürstbischöflich-Osnabrücker Residenzstadt Wiedenbrück, ihrer Festungswerke und Tore, Straßen und Plätze, Kirchen und Klöster, Kapellen und Bildstöcke, öffentliche Gebäude und Bürgerhäuser, des Amtshauses Reckenberg mit zugehörigem Grundbesitz, der Fürstbischöflich-Osnabrücker Renthäuser, Rentgärten und Rentäcker, der Osnabrücker, Ravensberger, Tecklenburger Lehenshäuser und Lehensgüter, sowie der gesamten Feldmark, auch der angrenzenden Gebiete des Kirchspiels St. Vit, der Bauerschaften Steppentrup, Batenhorst, Röckinghausen, Lintel und der Stadt Rheda im Sommer 1766 aufgenommen : 1. Teil: Atlas / unter Mitarbeit von Franz Soethe herausgegeben und erläutert von Dr. phil. Franz Flaskamp, Stadtarchivar zu Wiedenbrück. Rheda (Westf.) : Druck und Verlag von Gebr. Scharpenberg, 1938
(Quellen und Forschungen zur Natur und Geschichte des Kreises Wiedenbrück ; 39. Heft)


Delineatio episcopatus Osnabrugensis (1776/84)
DELJNEATJO EPISCOPATUS OSNABRUGENSIS olim jam ex conatibus Mascopii a Giga et Meuschenio postea emendatis in tabulis exhibita geographicis anno vero 1774 a Perill: L. B. de Busche et de Benoit ex dimensionibus suis descripta et novissime 1776 opera et studio Christiani Ludolphi Reinhold Phil: Doct: A.A.L.L. Mag. nec non mathem: in Gymnasio Osnabrug: accuratissime emendata apud Tob: Conr: Lotter Aug: Vind: 1784
(Das Stift Osnabrück mit seinen Ämtern. Der Kartenausschnitt zeigt das Amt Reckenberg.)

Siehe auch Annotation 3.


Karte eines Theils von Münster, Ravensberg, Osnabrück, Minden, Tecklenburg, Lingen, Paderborn, Lippe-Detmold, Rheda und Rietberg (1805)
In: Topographische Karte in XXII Blaettern den grösten Theil von Westphalen enthaltend, so wie das Herzogthum Westphalen und einen Theil der Hannövrischen Braunschweigischen und Hessischen Länder. Nach astronomischen und trigonometrischen Orts-bestimmungen auf Befehl Seiner Majestät Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussen herausgegeben von General Major von Le Coq im Jahre 1805.


Landesgrenzen um 1801 (1927)
Landesgrenzen um 1801
In: Heimatkunde des Kreises Wiedenbrück / herausgegeben vom Kreisheimatbunde Wiedenbrück. - Gütersloh : Flöttmann, 1927


Deutschland um das Jahr 1000 (1886)
Deutschland um das Jahr 1000 / G. Kossinna
In: Allgemeiner historischer Handatlas : in sechsundneunzig Karten mit erläuterndem Text / Gustav Droysen. Ausgeführt von der Geographischen Anstalt von Velhagen & Klasing in Leipzig unter Leitung von Dr. Richard Andree. - Bielefeld und Leipzig : Verlag von Velhagen & Klasing, 1886


Deutschlands Gaue III: Sachsen. Nördliches Thüringen (1880)
Deutschlands Gaue III: Sachsen. Nördliches Thüringen / von Th. Menke
In: Spruner-Menke : Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der Neueren Zeit / K. v. Spruners Hand-Atlas neu bearbeitet von Th. Menke. - Dritte Auflage. - Gotha : Justus Perthes, 1880

Der Urheber der Karte hat Böttgers Werk nicht gekannt oder nicht berücksichtigt.


Die Sprengel der westfälischen Bistümer und die Anfänge weltlicher Territorien beim Ausbruch des Sachsenkrieges im Jahre 1073 (1959)
Die Sprengel der westfälischen Bistümer und die Anfänge weltlicher Territorien beim Ausbruch des Sachsenkrieges im Jahre 1073
In: Politische Geschichte Westfalens / Gustav Engel. - 2., durchgesehene Auflage. - Köln und Berlin : Grote, 1968

(Ursprünglich 1959 erschienen.)


Diözesankarte vor 1517 (2020)
Diözesankarte vor 1517 / Wikimedia Commons
(Karte der mittelalterlichen Bistümer, deren Bischofsstadt sich im heutigen Deutschland befand. Nützliche Karte, die bisher fehlte.)


Karte der Bauerschaften im heutigen Kreis Gütersloh


Carte der Herrschaft Rheda
Die Herrschaft Rheda : eine Landesaufnahme vom Ende des Alten Reiches / Johannes Meier ; Jochen Ossenbrink. - Bielefeld : Verlag für Regionalgeschichte, 1999. - S. 80 ; 1 Karte
ISBN 3-89534-288-2
(Quellen zur Regionalgeschichte ; Bd. 4)

Ausgabe und Besprechung einer bis dahin unbekannten topographischen Karte der Herrschaft Rheda.

 

 

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Letzte Änderung: 7. Dezember 2021 Zurück