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Bibel
Ausgaben des Neuen und des Alten Testaments

Lübeck, 1615 - Magdeburg, 1613 - Wittenberg, 1607 - Hamburg, 1600 - Wittenberg, 1599/1600 - Magdeburg, 1598 - Hamburg, 1596b - Magdeburg, 1595b - Magdeburg, 1595a - Wittenberg, 1593 - Barth, 1588 - Magdeburg, 1579 - Magdeburg, 1578b - Wittenberg, 1574 - Wittenberg, 1569 - Wittenberg, 1565 - Wittenberg, 1562 - Magdeburg, 1561c - Magdeburg, 1560 - Magdeburg, 1559 - Wittenberg, 1557 - Magdeburg, 1555a - Magdeburg, 1553a - Rostock, 1548/53 - Magdeburg, 1545c - Magdeburg, 1545a - Magdeburg, 1541 - Wittenberg, 1541 - Rostock, 1539/40 - Wittenberg, 1536 - Lübeck, 1533/34 - Magdeburg, 1533b - Magdeburg, 1532 - Wittenberg, 1532 - Erfurt, 1530 - Rostock, 1530 - Wittenberg, 1530 - Wittenberg, 1529 - Wittenberg, 1528b - Wittenberg, 1528a - Magdeburg, 1528 - Wittenberg, 1526a - Erfurt, 1526 - Wittenberg, 1525 - Hamburg, 1523 - Halberstadt, 1522 - Lübeck, 1494 - Köln, um 1478

Barth, 1588
Biblia Dat is: de gantze hillige Schrifft / Düdesch. D. Mart. Luth. Mit der lesten Correctur flytich collationeret / unde na dersülvigen emenderet. Barth. In der Förstliken Drückerye / dörch Hans Witten. M.D.LXXXVIII [1588]
Mit einer Vorrede des Druckers Hans Witte. Dem Titelblatt folgen die Insignien der Herzöge von Pommern. Darüber steht: "Insignia illustriss: et pervetustae familiae ducum Pomeraniae". Das Titelblatt zu den Propheten hat folgende Aufschrift: "De Propheten alle düdesch. D. Mart. Luth. Barth. M.D.LXXXVI [1586]". Das Titelblatt zum Neuen Testament lautet: "Dat nye Testament. Vordüdeschet dörch D. Mart. Luth. Uth der lesten Correctur mercklick vorbëtert unde mit grotem flyte corrigeret. Gedrücket tho Barth. 1588". Am Ende des Neuen Testamentes steht: "Psalm CXXXV. Gelavet sy de HEre uth Zion / de tho Jerusalem wanet / Halleluja." und "Gedrücket tho Barth in der Förstliken Drückerye / Dörch Hans Witten. Anno. M.D.LXXXVIII. Im Augusto".
Nachdruck der Ausgabe Wittenberg, 1545.

Wittenberg, 1569
Biblia. Dat ys : De gantze Hillige Schrifft / Vordüdeschet dorch Doct: Mart. Luth. - Uth der lesten Correctur mercklick vorbëtert unde mit grotem vlyte corrigeret. - Gedrückt tho Wittemberch dorch Hans Lufft 1569
Auf dem Titelblatt zu den Propheten steht: "De Propheten alle Düdesch. D. Mart. Luth. Tho Wittemberch M.D.LXIX". Die Aufschrift des Titelblattes zum Neuen Testament lautet: "Dat nye Testament. Vordüdeschet dorch D. Martinum Lutherum. Uth der lesten Correctur mercklick vorbetert / unde mit grotem vlite corrigeret. Wittemberch. M.D. L.XIX". Am Ende des Neuen Testamentes findet sich folgende Schlussworte: "Godt dem Allmechtigen tho laue unde Ehren / unde allen framen Christen tho denste / ys dyth löfflike Werck / mit der gnade unde Hülpe des Allmechtigen Gades / also vullendet / dorch vorlach unde beköstinge des Ersamen unde vörnemen Mans Conradi Rühels / Raedtman tho Wittemberch." und "Gedrücket tho Wittenberch / dorch Hans Lufft / Im Jare na Jhesu Christi unses HEren Gebord / M.D.LXIX" Diese Ausgabe ist weitgehend identisch mit der Ausgabe Wittenberg, 1565.Vorrede zu den Summarien Johan Bugenhagens wie in Wittenberg, 1541. Außerdem die Summarien Veit Dietrichs.

Wittenberg, 1565 - Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
Biblia. Dat ys : De gantze Hillige Schrifft / Vordüdeschet dorch D. Mart. Luth. - Uth der lesten Correctur mercklick vorbetert unde mit grotem vlyte corrigeret. - Gedrücket tho Wittemberch dorch Georgen Rhwen Eruen M.D.LXV. [Gedrücket tho Wittemberch: dorch Georgen Rhuwen Eruen / Jm Jare na Jhesu Christi vnses HEren Gebordt M. D. LXV.]

Auf dem Titelblatt zu den Propheten steht: "De Propheten alle Düdesch. D. Mart: Luth: Tho Wittemberch M.D.LXV". Die Aufschrift des Titelblattes zum Neuen Testament lautet: "Dat nye Testament. Vordüdeschet dorch D. Martinum Lutherum. Uth der lesten Correctur mercklick vorbetert / unde met grotem vlyte corrigeret. M.D.LXV". Am Ende des Neuen Testamentes findet sich folgendes Schlusswort: "Godt dem Allmechtigen tho laue unde Ehren / unde allen framen Christen tho denste / ys dyth löfflike Werck / mit der gnade unde Hülpe des Allmechtigen Gades / also vullendet / dorch vorlach unde beköstinge des Ersamen unde vörnemen Mans Conradi Rühels / Raedtman tho Wittemberch." Auf der folgenden Seite findet sich der Eintrag: "Gedrücket tho Wittenberch: dorch Georgen Rhuwen Eruen / Im Jare na Jhesu Christi unses HEren Gebordt / M.D.LXV"

Vorrede zu den Summarien Johan Bugenhagens wie in Wittenberg, 1541. Außerdem die Summarien Veit Dietrichs.

Wittenberg, 1562
Dat Nye Testament Jhesu Christi / dorch D. Martinum Luther / mit vlyte vordüdeschet. Mit schönen Figuren vnde korten Summarien / wol geordinerten vnde vormerden Concordantien / Vormals yn Sassischer sprake nicht geseen / Gedrücket tho Wittemberch / dorch Georgen Rhuwen Eruen / 1562
Mit einem Vorwort des Verlegers Samuel Seelfisch. Am Schluss des Buches findet sich ein Holzschnitt auf der eine Figur zu sehen ist, die über einer anderen knienden Figur ein Horn ausgießt. Darunter steht: "Psalm 25. Schlecht unde recht behöde my." Wahrscheinlich stellt der Holzschnitt die Salbung König Davids durch den Propheten Samuel dar. (Vgl. Die heilige Stadt Wittenberg : die Beziehungen des dänischen Königshauses zu Wittenberg in der Reformationszeit / Martin Schwarz Lausten. - Leipzig, 2010. Seite 118.) Beinahe derselbe Holzschnitt und das Zitat aus Psalm 25 finden sich auch in der Ausgabe Wittenberg 1599/1600.

Magdeburg, 1559
Dat Nye Testament Jhesu Christi. D. Mar. Luth. Vpt Nye thogerichtet / Vth der Byblien. Gedrücket tho Magdeborch / Dorch Hans Walther.
(Impressum handschriftlich eingetragen: "Gedrücket vnde vullendet am auende der hilligen dre Köninge / tho Magdeborch / dorch Hans Walther / Synes olders / wo men ytzundes schrifft der weiniger Tall Anno M. D. LIX.")

Rostock, 1548/53, Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek
Dat Nye Testament Jhesu Christi / dörch D. Mart: Luth. Na dem Grekeschen recht gründlick vordüdescht / Und upt nye uth der Bybelen mith flyte thogerichtet. Gedruckt tho Rostock durch Ludowich Dyetz. M.D.XLVIII Auf der letzten Seite steht: "Gedruckt und vulendet tho Rostock by Ludowich Dyetz. Im Jaere M.D.LIIj. Des Frigdages na Jubilate."

Der Drucker Ludwig Dietz, der auch die Lübecker Bibel (1533/34) gedruckt hatte, teilt im Nachwort in wahrscheinlich dänisch beeinflusster, mitunter schwer verständlicher Sprache mit, dass er den Druck dieses Neuen Testamentes unterbrochen hat, nachdem er in Zusammenhang mit dem Druck der 1550 erschienenen dänischen Bibel nach Kopenhagen gerufen worden war und den angefangenen Druck erst im März 1553 vollendet hat: "An den Lëser. Myn fründtlick deinst mit wünschinge heils und thoneminge jn Gödtlikem worde thouörn. Günstige Leser / wowol ick dit Nyge Testamente am Järe [Jaere] 48. des Minneren Tals angefangen thodrückende / jn menunge un<de> andacht / darmede na mynem vormöge und vorstande / mynem negesten tho forderinge Gades wordes thodenende. So hebbe ick doch domäls [[domaels] datsüluige nicht fullenbringen können / derwyle Kön. Maye. tho Dennemarcken myn gnedigester Here / na rade unde medehülpe syner Hochgelerten Theologe<n> der Loffliken un<de> Christliken Universiteten tho Copenhage<n> / darunder de vornemenste ys de Hochgelarte Doctor Johannes Machabeus / myn günstiger Here unnde forderer bedacht und entschlaten ys worden / eynen mercklyken antall Denscher Bibelen / jnn groter herliker Forme / dem gantzen Ryke tho gude / darmith so ja de Satan / de eyn Here der werldt ys mit synem hüplin / sick thokümpstich understän [understaen] wörde / Gades wordt under den voet thotredende / dath dennoch jo wor jn dessem edder jennigem orde des Rykes / de Bibel / reyne / lutter / und unuorfelschet / wo se tho Wyttenberg und jn velen andern örden Düdescher Nation uthgeghan / tho <er>holdynge des lutteren reynen Gades wordes gefunden möchte werden / in den druck uthgan tholatende / Un<de> my dartho tho sick jnt Ryke gefordert / erlyken underholden unde grote mercklike unkoste angewendet. Dat ick dersüluigen Bibelen mit nicht geringer möye dre Dusent jn Denscher sprake gedrücket hebbe / de Hochgemelte Kön. May. auer dat gantze Rike jn vorgedachter Christliker menunge thouordelende willens gewest ys / und ock alrede gescheen syn schole. Unde alse nu solck werck mith der hülpe Gades fullenbracht ys worden / Ick ock einen gnedigen auescheidt neuenst erlyker beloninge van Kö. Maye. bekamen / des ick erer Kön. Maye. uppet underdenigste unde demödygste do bedancken / ock erer Kön. Maye. wedderumme darenwegen tho gebörlyker danckbarheyt vor allen andern thodenende / ock jn dessem Christlyken wercke erer Kö. May. tholauen / römen unde prysen / by mennichlyken underdenichlyken tho yder tydt willich und bereit befunden werden. So hebbe Ick nu myn hirthouören angefangene Nyge Testamente wedderumme vor de handt genamen / unde tho Complerende unde thofullenbrygende my understan / alse ick ock nu datsüluige jnn dessem järe [jaere] und Marte mith Gades hülpe Complert und geendiget hebbe. Bidde derhaluen fründtlike Leser / du woldest dy nicht erren lathen / dat vor jm anfange desses Testamentes entholden werde<n> / alse scholde ydt Anno 48. gedrückt sin. Derwile doch datsüluige domals allene angefangen unde nu ersten uth auertelten orsaken na flitiger auerlesinge un<de> Corrigeringe jegen de vornemensten gedrückten Nygen Testamente fullenbracht unnde Complert ys worden / Un<de> machst derhaluen dessen mynen fründtlyken wyllen unnde arbeit tho gude up unnde annemen. Dy jn embsiger auerlesinge dersüluigen jnn Gades worde beleren / trösten und starcken / und my wedderumme mit dynem demödygen gebede tho Godt / und sünst dy bevalen sin lathen." Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Text ohne Fehlerkontrolle und Korrektur vorab gedruckt worden ist.

Johan Melchior Goeze gibt auf S. 395 von Versuch einer Historie der gedruckten niedersächsischen Bibeln folgende Paraphrase des Nachwortes: "In einer besonderen Postation giebt Dyetz dem Leser von dem langen Verzuge des Druckes diese Rechenschaft: daß er zwar im Jahre 1548. angefangen habe, dieses N. Test. zu drucken, daß aber um eben diese Zeit der König von Dännemark beschlossen habe, nach Rathe und Mithülfe seiner Hochgelehrten Theologen der löblichen Universität Coppenhagen, unter welchen der vornehmste sey D. Joh. Machabeus, eine merklichen Anzahl Dänischer Bibeln in grosser herrlicher Form, dem ganzen Reiche zu gute drucken zu lassen, damit, wenn ja der Satan, der ein Herr, der Welt sey, mit seinem Haufen sich unterstehen würde, GOttes Wort unter den Fuß zu treten, dennoch in diesem oder jenem Orte des Reiches, die Bibel rein, lauter und unverfälscht, so wie sie zu Wittenberg und in vielen Orten deutscher Nation ausgegangen, zur Aufrechthaltung des reinen Wortes GOttes möchte gefunden werden. Daß der König ihn zu dem Ende in das Reich zu sich erfordert, daß er grosse und merkliche Unkosten auf dieses Werk gewendet, daß er mit nicht geringer Mühe dreytausend dänische Bibeln gedrucket, welche Königl. Majestät durch das ganze Reich vertheilen lassen, daß er darauf von dem Könige gnädigsten Abschied und ehrliche Belohnung erhalten habe, und darauf nach seiner Rückkehr nach Rostock, dieses vorher angefangene N. Test. vollendet habe, daher der Leser es sich nicht wolle irren lassen, wenn er die Jahrzahl 48. auf dem Titel fände. Er versichert dabey, daß diese Ausgabe nach fleißiger Correctur nach den vornehmsten gedruckten N. Test. vollbracht sey."

Siehe auch Buchdruckerei des Buchdruckers Ludwig Dietz zu Rostock. In: Jahrbuch des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 4 (1839).

Magdeburg, 1554a
Biblia: Dat ys De gantze Hillige Schrifft / Vordüdeschet dorch D. Mart. Luth. Vth der lesten Correctur mercklick vorbetert, vnde mit vlyte corrigert. Gedrückt tho Magdeborch dorch Michael Lotther, M. D. LIIII.

Enthält die Vorrede Johan Bugenhagens zu den Summarien, die Summarien Johan Bugenhagens und die Veit Dietrichs. Übersetzung durch Emden, 1558. Digitalisierung ist in Vorbereitung. Ein Digitalisat des Titelblatts wird bei Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.

Wittenberg, 1545
Biblia: Dat ys: De gantze Hillige Schrifft. Vordüdtschet dorch D. Marti. Luth. Uth der lesten Correctur mercklick vorbetert unde mit grote<m> vlyte corrigert. Gedrückt tho Magdeborch / dorch Hans Walther. M.D.XLV
(Nachdruck: Barth, 1588.)

Wittenberg, 1541
Biblia : dat ys: de gantze hillighe Schrifft / Düdesch / Vpt nye thogerichtet / vnde mith vlite corrigert. D. Mart. Luth. Gedrucket dorch Hans Lufft tho Wittemberg. D. M. XLI. [Godt dem allmechtigen tho laue vnd eheren / vnd allen framen Christen tho denste / ys dyth löfflike werck / mit der gnade vnd hülpe / des allmechtigen Gades / also vullendet / dorch vorlach vnd beköstinge des vornemen Mans Mauritij Goltzen / borgers tho Wittemberg. Vnd darsüluest gedrücket dorch Hans Lufft. Jm jare nha Christi Jesu vnses Heren gebort. M. D. XLI. Jm Augstman.]

Die Vorrede zu den Summarien, die dem Bibeltext angehängt wurden, lautet: "Johannes Bugenhagen Pomer / D. dem Christliken Leser. DE Hogdüdesche Biblia des Eerwerdigen Martini Lutheri / mynes leuen Heren vnd Vaders jn Christo / ys jn dyt Sassessche Düdesch vpt alder vlitigeste vthgesettet / vth synem beuele / schyr van worde tho worde / So vele alse ydt de art de reinen sprake / hefft liden mögen. Vnde ys vth dem Ebreischen de leste Emendatio / welckere alder erst vthgeghan ys / jnn dessem yare des Heren Christi .1541. Nene beter / gewisser vnd klarer Translatio / ys yewerle vp Erden geweset / Noch by den Greken / noch by den Latinischen noch nergende. De olde Düdesche Biblia / van vnuorstendigen Lüden / vth dem Latine vordüdeschet / ys yegen desse tho achten Narrewerck / vnd nicht wërdt / dat se Düdesch heten schal.
Ydt ys eine grote gnade / wenn de Werldt nicht so vndanckbar were / dath de Böker der hilligen Schrifft / szo klar vpgedan / vnde vorsthan werden / vor dem jüngesten Dage. De ane thwiuel / vp solck groth Licht / balde volgen wert. Godt gyfft vns / vth sunderliker barmherticheit / szo eine reine / vorstendige vnde warhafftige Biblia / dorch dessen dürbarn vnd werdigen Mann / Dorch welckeren he vns ock / dat reine Euangelium vnses leuen Heren Jhesu Christi / wedder gegeuen hefft. Salich synt de / welckeren de reine hillige Schrifft / vnd Gades klare wordt / nu nicht vorgeues geleret / vnd vorgeschreuen wert / Gade sy loff jnn ewicheit / vor syne vnuthsprekelike Gaue / dorch Jhesum Christum vnsen Heren / Amen.
Do yck auerst tho Lübeck was / jm yare Christi .1531. vnd 32. wart darsüluest de Sassissche Biblia / vp groth Papyr / vnde mit grotem vlite vnde bekostinge / gedrücket / Dewile yck nu van etliken framen Christen darsüluest / vlitich gebeden (de my ock antögeden / dat schon spacium edder ruhm / am rande des Bokes were) etlike Annotationes vnde korte vthdüdinge des Texts / vor de simpelen vnd kleinuorstendigen / darby tho schriuende. Welckes yck dede / doch mit wetende vnde willen / dessüluen Doctoris Martini / Vnd schreff by den Text des olden vn<de> nyen Testamentes / etlike korte vnderrichtingen Vnde darneuen tekende yck ock somtydes an / den gebruck der Historien / Vp dat men daruth mercken mochte / wo vns / de vorgangen Historien / ock nütte vnd denstlick syn mögen.
Auerst jnn den Biblien / de anders wor kleiner / vnd mit ringer bekostinge / würden nhagedrücket / schickeden syck de Annotationes nicht szo wol / vnd werden darinne vele tho vele. Darumme dachte yck also balde / alle myne Annotationes / vth der Biblia wech tho nemende / Ock darumme / dat yck de Sassissche Biblia / wedder reyn Luthers makede / Alse denn Doctor Martinus vormanet / dat men em de Hoghdüdessche Biblia reine late. Wente desse Sassissche Biblia / ys szo wol syne / alse de Hoghdüdesche / Vp dat yck mit mynem thosettende / nicht orsake geue einem yewelcken / tho meistern vnd tho tosettende / vnde desse Biblia also tho vorderuende / De mit so groter kunst möye vnde arbeide / vth Gades gnaden gemaket ys / dath nemandt anders negest Gade / einen Namen daruan hebben schal / Sunder se schal hete<n> des Luthers Biblia / Vp dat ock alle leue kinder Gades de nu dath reine Euangelium Christi lëff hebben / weten mögen / wor desse Biblia orsprüncklich herkumpt.
Auerst dewile etliken framen Christen / nicht gudt edder nütte tho syn / duchte / dath jnn desser lesten vnde besten Sassissen Biblia / de Leser ringer vinden scholde / alse jnn den vörigen. Wor dorch ock andern / desse Biblia na tho drückende (alse denn des nadrückendes nen ende ys) vnde den Vnsen schaden tho donde / grote orsake gegeuen wörde / Ock bedacht / dath desse Annotationes thom dele / velen Lesern / nütte vnd vorderlick syn mochten. So hebbe yck my auerreden laten / dat yck se vth der Biblia gantz wech genamen / vnd thosamende hinden an / vnder mynem namen gesettet / Vp dat se ein yeder mach by de Biblia binden laten / edder süß nha synem geualle / besundergen gebruken.
Etlike Annotation / synt so geringe / besundergen jnn den veer Euangelisten / dat se beter stünden by dem Texte / vp dem rande / alse besundergen. Doch hebbe yck desüluen / dewile erer gar weinich ys / alszo bliuen laten / Vp dath men sehen mach / jn wat meininge se am alder ersten geschreuen synt / Nömliken / allene angetekent vp dem rande by dem Texte / des Texts jnholt destho ehr tho vindende / Etlike hebbe yck ock gebetert vnd vormehret / dem Leser tho gude.
Besundergen auerst wil yck van Genesi / dat ys / vam ersten Boke Mose / reden. Do yck am ersten de Annotation schrëff / was ydt my frygh / tho schriuende vnd nicht tho schriuende wor yck wolde. Darumme schrëff yck nichtes vp de erste<n> vyff Capittel Genesis / Nicht dat daran nicht vele gelegen ys / Sunder dath alltho vele daranne gelegen ys / vnd dat dar mehr thohört / alse solcke korte Annotationes. Ock mochte ein vnuorstendich gemeinet hebben / dat men darto nicht mehr bedörffte. Wente jn den ersten vyff Capittelen Genesis / wert de erste vn<de> beste werlt beth an de Sindtflot / beschreuen. Jtem / Wor alledinck her kamen / Wath alle dinck van art vnd nature synt. Wo de Minsche van Godt jnn gerechticheit geschapen ys / Vam Gesette / vnde wor de Sünde vnd Dodt / vnde alle vngelücke des Liues vnde der Seelen / her gekamen synt. Dartho dath leue Euangelium van der Frouwen Sade. Welckes alle tho wetende / ys de högeste Theologia / vorstandt / Gades erkentenisse vnd salicheit. Alse wy Christen jm Gelouen dat alle bekennen / wenn wy spreken / Jck gelöue jnn Godt den Vader allemechtigen / schepper Hemmels vnd der Erden / vnd jn Jhesum Christum etc. Solckes nicht tho wetende ys aller Minschen blindtheit / godtlose wesent vnd vordömenisse / Wente Genesis ys ein hoch Euangelisch Böck / dar de Godtlosen vnuorstendigen Papen vnde Monneke / de ydt ock spöttisch vorachtet hebben /nichtes van weten noch vorsthan.
Darumme wolde yck ock noch / desse vyff Capittel / mit mynem geringen schriuende / auer sehen hebben / wo vorhen / Wenn my nicht etlike vormanet hedden / dath ydt spöttisch syck ansehen lete / so hyr vor an jm Boke / dar ydt aller meyst van nöden / gar nichtes annotert wurde / Wowol nu de vthdüdinge des Eewerdigen Doctoris Martini / auer dat erste Böck Mose / vor lange jm drucke vthgeghan. Vnde wy vns ock noch höger vnde vorstendiger schriffte / des vpgemelten Doctoris Martini / auer datsülue Böck Genesis / Latinisch vnd Düdesch / tho bekamen vorhapen. Vormoden vns ock / dat vorgemelte D. Martinus / eine korte vnd dennoch nütte / vnde gantz denstbarlike Chronica / effte tydt Register / van Adam beth vp de Sindtfloth / vnd van Noe beth vp Abraham / vnd also vordan / dorch alle Patriarchen / Richter / Köninge / Fursten / Hogeprester / nha vthwisynge der Weken Danielis beth vp Christum / vorua<ten> / vnd syner Hogdüdeschen Biblia anhengen werde / Woruth ock wol mehr frucht / alse vth mynen Annotation / tho erlangen. Dennoch / dewile solcks nicht jn Sassischer sprake / noch ydermanne derwegen balde tho vornemen / Hebbe yck desse vyff ersten Capittel / dem simpelen Leser thom besten / dorch dessen mynen geringen arbeyt / etliker mate willen vthdüden. Vp dath myne Annotationes / nicht ane anuanck wo vör / der Sassischen Biblia angehenget wurden.
Wy helpen mith vnsem arbeide / dath de Christen süluest mögen kamen jnn de hillige Schrifft / vnd dar nha tho vns seggen mit dem Samariten / Wy gelöuen nu vordan / nicht allene vmme dyner rede willen / Wy hebben süluest gehört vnde erkent / dath desse ys warhafftigen Christus / der Werldt Heilandt. Derhaluen latet vns hören vnd leren Gades Wordt / so hebbe wy jn Gades worde / Godt süluest / Vnde jm Euangelio Christum / vnd jn Christo Godt vnsen Vader. Christus auerst wert vns syn alles jn allen / dat wy jn Christo hebben / allent wath wy bederuen thom Lyue vnde thor Seele / beth thom jüngesten dage / dat wy wedder vpsthan / Welckere Gades wordt nicht hebben / vnd vam Euangelio nicht weten / de hebben Christum nicht / vnd synt gotlose Lüde / de van Gade nichtes weten. Welckere nu Gades wordt vnd dat reine Euangelium Christi / van der vorgeuinge der Sünde allene dorch Christum / haten vnd voruolgen / de synt gewisse haters vnde voruolgers Christi vnd Gades. Auerst nha der lesten Vpstandinge / werde wy nener Schrifft edder Predigen / mehr bederuen / Wenn Christus dath Rike dem Vader auerantwerden / vnd Godt allent jn allen syn wert ewichlick / mit vnuthspreckliker frowde vnde ewigen leuende / alse S. Paulus secht 1. Cor. 13. Wy sehen nu dorch einen Spegel / jn einem dunckeren worde. Denne auerst werde wy en sehen / van angesichte tho angesichte. AMEN."
Außerdem wurden die Summarien Veit Dietrichs abgedruckt.

Rostock, 1539/40
[Dat Nye Testament] [Gedruckt vnd volendet tho Rostock by Ludowich Dyetz. Jm jar M.D.xl. Des Mandages nha Quasimodogeniti.]
(Titelblatt fehlt. Dieses Exemplar der Universität Dorpat (Tartu) belegt, dass der niederdeutsche Text der Lutherbibel auch im Baltikum verbreitet war. Siehe auch Magdeburg, 1537a und Riga, 1559.)

Wittenberg, 1536
Dat Nye Testament Martini Luthers. Mit Nyen Summarien edder kortem vorstande vp ein yder Capittel / dorch Johannem Bugenhagen Pomern. Wittemberch. M. D. XXXV.
(Der Text des Kolophons lautet: "Gedrucket tho Wittemberch / dorch Hans Lufft. M D XXXVI." Vorwort zum Neuen Testament von Johan Bugenhagen wie in Wittenberg, 1529 und Lübeck 1533/34.)

Lübeck, 1533/34, Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek
De Biblie vth der vthlegginge Doctoris Martini Luthers yn dyth düdesche vlitich vthgesettet mit sundergen vnderrichtingen alse men seen mach. - Inn der Keyserliken Stadt Lübeck by Ludowich Dietz gedrücket, M.D.XXXIII.

Vorwort zur Übersetzung des Alten Testamentes

"Johannes Bugenhagen Pomer. De uthleggynge Doctoris Martini Luthers mynes leuen heren unde vaders jn Christo / ys jn dyth Sassesche düdesch uth dem höchdüdeschen [hoechdüdeschen] vlitich uthgesettet uth synem beuele / Dar tho hebbe yck by de historien des olden unde nyen Testamentes etlike underrichtingen geschreuen / unde dar neuen ock thotyden angetëkent der historien gebrück / dar uth tho merckende wo uns ock de vorgangen historien nütte syn / solck hebbe yck ock gedän [gedaen] uth wetende unde willen des sülvigen Doctoris Martini. Wente he hefft so grote kunst / moye unde arbeid van Gades gnaden an syne uthlegginge (alse am dage ys) gewendet / dat billich nemand anders nëgest Gade einen namen dar van schal hebben / sunder schal heten des Luthers Biblie. Idt ys eine grote gnade / wenn de werlt nicht so undanckbar were / dat uns Godt so reyne eine Biblie gifft dorch den man / dorch welcken he uns wedder gegeuen hefft dat reyne Euangelion unses leuen HEREN Jhesu Christi / Em sy loff jnn ewicheit vor syne unuthsprekelike gaue. AMEN. Schreuen tho Lübeke M.D.XXXij. Des dinstedages na der Pasche weke jnn myner affreyse."

Vorwort zur Übersetzung des Neuen Testamentes

Erster Teil

Johannes Bugenhagen Pomer / dem Leser. Dyth nye Testament ys vlitich vordüdeschet / also / dath me unstrafflick de rechten meninge / alse de Euangelisten unde Apostel geschreuen hebben / hyrynne lesen mach / unde ys nicht alse de erste vordüdeschinge was / sunder rein unde fyn / uth unses werdigen vaders Doctoris Martini vordüdeschinge. Wo wol överst dath desse arbeit ys vullenbracht dorch einen andern / doch hebbe yck gehandelt unde rädt [raedt] gegeuen jn allen örden unde steden dar ydt swër was jnn unse düdesch thobringende. Dar enbauen ys jnn dessem lesten drücke vlitigen thogedan / dath jm vörigen vorsümet unde uthgelaten was / Dartho ock etlike stede klarliker vordüdeschet.

Zweiter Teil

Thom lesten / de wile yck së / dath me nu unnütte Summarien vor de Capittel maket / hebbe yck ock gemaket Summarien vor de Capittel / de vaken mit syck bringen den vorstandt des ganzen Textes / edder orsake geuen dem vorstande na tho trachtende / Jck mene dat solck arbeit / wowol geringe / dy wert wolgeuallen unde nütte syn / Wider hebbe yck my nicht willen jn dessem arbeide strecken / dat de sympelen nicht möchten mit myner uthlegginge vorhindert werden / sunder fry bliuen tho vorstande uth dem worde Gades / wat eynem jüwelcken Godt geuen wert. Wente wy begeren nicht / dat de lüde unse meninge annemen / sunder allene Gades wort. Dath överst unse nawysinge jn den Summarien möge wisse vorstan werden / up welcken Text se höret / hebbe yck vlitigen getekent mith böckstauen [boeckstaven] / also / dat de Summarien unde de Text de einen geliken böckstaff [boeckstaff] hebben / thosammende hören. Hyr medde hebbe wy dy gerne wolt denen / Bidde Godt vor unns. Gade sy loff unde eere / Amen."

Der erste Teil des Vorwortes zur Übersetzung des Neuen Testamentes stammt aus der Ausgabe Wittenberg, 1525. Den zweiten Teil finde ich zum ersten Mal in der Ausgabe Wittenberg, 1529.

Kolophon

Auf der letzten Seite steht folgender Text: "Dyt löfflyke werck / ys also / Godt Almechtich tho lave und eeren / Na Christi unses Heren gebort / ym Dusent vyff hundert unde veer unde dörtigesten yare / am ersten dage Aprilis jn der Keyserliken Stadt Lübeck / by Ludowich Dyetz / dorch den druck vullendet / met gnade unde hülpe des Almechtigen Gades / dem loff / prys / eere unde danck yn ewicheit sy / AMEN."

Einer zeitgenössischen Quelle zufolge soll der aufwendige Druck dieser ersten vollständigen niederdeutschen Lutherbibel durch die Lübecker Bürger Johann von Achelen, Jacob Crap(p) und Götke Engelstedt (Engelstede) ermöglicht worden sein: "Drumb wie Joan von Achtel, Gotgen Engelstet, Jacob Crap, Ludwig Dietz, nicht darauff sahen was die Gottlosen von inen halten wurden, da sie die Bibel in die Lübische Sprache bringen und Drucken liessen, sondern weil sie wüssten das alle Gottes Kinder zu Lübeck so die Bibel lesen ewgen nutz daraus schepffen würden, giengen sie frisch dran und liessen das Buch Gottes Drucken mit freuden." Johannes Draconites: Vom Liecht der Heiden, Vorrede


Ludowich Dietz hatte bereits 1531 in Lübeck eine niederdeutsche Fassung des Großen Katechismus gedruckt, der eine Vorrede Johannes Bugenhagens vorangestellt war.

Magdeburg, 1533b
Dat Ander dël Des Olden Testamentes. M. D. XXXIII. [Gedrücket dorch Michel Lotther tho Magdeborch. M. D. xxxiij.]
(Buch Josua bis Esther. Umfangreiche handschriftliche Einträge am Anfang und am Ende des Buches.)

Magdeburg, 1531/32
Dat Ander dël des Olden Testamentes. Wittemberch. M. D. XXXII. [Gedrücket by Michael Lotther / tho Magdeborch. M. D. XXXij.]
(Im Titelblatt einiger Exemplare erscheint die Jahreszahl M. D. XXXI.)

Rostock, 1530
Dat nye Testame<n>t so dorch den Hochgelerden Hieronymu<m> Emßer sãligen vordůtzschet. Na gewo<n>heit der Christlike<n> kerken bowerde<n> Texte corrigeret / vn<de> weddervm<m>e to rechte gebracht. 1530

Von den Brüdern vom gemeinsamen Leben in Rostock herausgebene niederdeutsche Übersetzung der von Hieronymus Emser herausgegebenen sog. Korrekturbibel. Luther hat mit teilweisem Erfolg das Erscheinen dieses Plagiats verhindert, indem er den evangelisch gesonnenen mecklenburgischen Herzog Heinrich V. davon brieflich in Kenntnis setzte (vgl. Brief Martin Luthers vom 27. November 1529 und Lisch, 1839, S. 23).

Wittenberg, 1530
[Dat Nye Testament Martini Luthers. Mit Nyen Summarien edder kortem vorstande vp ein yder Capittel] Gedrücket tho Wittemberch / dorch Hans Lufft. M. D. XXX.
(Titelblatt fehlt. Vorrede von Johan Bugenhagen wie in Wittenberg, 1529. Als Vorrede zum Neuen Testament übernommen in Lübeck, 1533/34. Der erste Teil des Vorworts wurde zum ersten Mal in Wittenberg, 1525 veröffentlicht, der zweite Teil in Wittenberg, 1529.)

Wittenberg, 1529
Dat Nye Testament Düdesch. Martinus Luther. My nyen Summarien edder kortem vorstande vp ein yder Capittel / dorch Johannem Bugenhagen Pomern. Wittemberch.

Vorwort zur Übersetzung des Neuen Testamentes

Erster Teil

"Johannes Bugenhagen Pomer / dem leser. DJth nye Testament ys vlytich vordüdeschet / also / dat me vnstrafflick de rechte<n> meninge / alse de Euangelisten vnde Apostel gescreuen hebben / hyrynne lesen mach / vnde ys nicht alse de erste vordüdeschinge was / sünder rein vnde fyn / vth vnses werdigen vaders Doctoris Martini vordüdeschinge. Wo wol öuerst dat desse arbeit ys vullenbracht dorch einen andern / doch hebbe ick gehandelt vnde rädt gegeuen in allen örden vnde steden dat ydt swër was in vnde düdesch tho bringende. Dat enbauen ys in dessem lesten drücke vlytigen thogedan / dat ym vörigen vorsümet vn<de> vthgelaten was / Dartho ock etlike stede klarliker vordüdeschet.

Zweiter Teil

Thom lesten / dewile ick së dat me nu vnnütte Summarien vor de Capittel maket / hebbe ick ock gemaket Summarien vor de Capittel / de vaken mit sick bringen den vorstandt des gantzen textes / edder orsake geuen dem vorstande na tho trachtende / Jck mene dat solck arbeit / wowol geringe / dy wert wolgeuallen vn<de> nütte syn / Wider hebbe ick my nicht willen in dessem arbeide strecken / dat de sympelen nicht möchten mit myner vthlegginge vorhindert werden / sünder fry bliuen tho vorstande vth dem worde Gades wat einem iuwelcken Godt geuen wert. Wente wy begeren nicht dat de lüde vnse meninge annemen / sünder allene Gades wort. Dat öuerst vnse nawysinge in den Summarien möge wisse vorstan werden vp welken text se höret / hebbe ick vlytigen getekent mit böckstauen / also / dat de Summarien vn<de> de text de einen geliken böckstaff hebben thosammende hören. Hyr mede hebbe wy dy gerne wolt denen / Bidde Godt vor vns. Gade sy loff vnde eere / Amen."

Der erste Teil des Vorwortes zur Übersetzung des Neuen Testamentes stammt aus der Ausgabe Wittenberg, 1525. Den zweiten Teil finde ich zum ersten Mal in dieser Ausgabe.

Köln, 1528
[Dat Nye Testament] [Köln, 1528]
(Verstümmeltes Exemplar. Titelblatt und Kolophon fehlen. Bibliographische Angaben nach Württembergische Landesbibliothek Stuttgart.)

Wittenberg, 1528b
Dat Ollde Testament Düdesch. - M. Luther [Gedrücket tho Wittemberg. Michael Lotther. M.D.XXVIII]

Die fünf Bücher Moses. Wahrscheinlich Umdruck der Ausgabe Wittenberg 1523b.

Wittenberg, 1528a
Dath Nyge Testament tho dude. - [Gedrücket tho Wittemberg. Michael Lotther. M.D.XXVIII]

Umdruck der Ausgabe Wittenberg, 1523a, deren Übersetzer höchstwahrscheinlich Theodoricus Smedecken aus Goslar war.

Karl Eduard Schaub bemerkt in seiner Greifswalder Dissertation zu dieser Ausgabe: "W4 [Wittenberg, 1528a] ist ein wörtlicher Abdruck von W1 [Wittenberg, 1523a] und enthält alle Fehler dieser früheren Ausgabe. Auf Luthers Verbesserungen seiner Übersetzung ist nicht die geringste Rücksicht genommen. Diese Ausgabe charakterisiert sich also in jeder Beziehung als gewissenlose Buchhändlerspekulation."

Bemerkenswert an der Sprache dieser Ausgabe ist, dass zwischen dem Dativ und dem Akkusativ des Personalpronomens unterschieden wird.: my und mick; iw und iwek (vgl. Matthäus VII) und dy und dick (Matthäus XVIII). In westfälischer Literatur aus diesem Zeitraum findet man ebenfalls noch Dativ und Akkusativ des Personalpronomens nebeneinander (vgl. Westermann, 1524 und Quernheim von, 1589).

Vereinfachungsprozesse haben dazu geführt, dass sich in Westfalen - vom Sauerland abgesehen - die dativischen Personalpronomen als Einheitspronomen durchgesetzt haben. Östlich der Weser verlief die Entwicklung genau andersherum: Dort haben sich die akkusativischen Personalpronomen so vollständig durchgesetzt, dass diese heute in germanistischen Handbüchern häufig als das Erkennungszeichen des modernen Ostfälischen genannt werden.

Festzuhalten bleibt, dass die heute noch im Sauerland existierende Unterscheidung zwischen Dativ und Akkusativ - siehe z.B. Ludwigsen, 2003 - des Personalpronomens für das 16. Jh. nicht nur in anderen Teilen Westfalens, sondern auch im ostfälischen Raum nachweisbar ist.

In einem 1484 zu Lübeck gedruckten Buch finden sich bereits die ostfälischen akkusativischen Einheitspronomen (mi(c)k, di(c)k und iuck). Offensichtlich hatten sich die akkusativischen Einheitspronomen bereits um die Wende zum 16. Jh. in einem Teile (dem nördlichen Teil?) Ostfalens eingebürgert. Ähnliches dürfte für die dativischen Einheitspronomen in Westfalen gelten.

Erfurt, 1526, Exemplar der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart
[Dat Nye Testament] [Erfurt, 1526]
Andere Summarien als in den späteren Ausgaben. Verstümmeltes Exemplar. Titelblatt und Kolophon fehlen. Bibliographische Angaben nach Württembergische Landesbibliothek Stuttgart.

Erfurt, 1526, Exemplar der Britischen Nationalbibliothek
Dat Nye Testame<n>te mit einem vorstentliken Register vnde mit den Su<m>marien auer der Euangeliste<n> Capittel vormeret M.D.XXVI. Mar.Luther. [Gedrücket dörch Johannem Loerffels anders Paryser genömet. Ym Jar 1526]
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Das Nachwort Johannes Bugenhagens unterscheidet sich geringfügig von dem in Wittenberg, 1525. Es lautet: " Johannes Bugenhagen de Pomer / dem Leser. Dyt nye Testament ys vlytich vordüdescket / also dat me vnstraflick de rechte menynge / alse de Euangelisten vnde Apostel geschrëuen hebben / hyr ynne lesen mach / vn<de> ys nicht alse de erste vordüdesckinge was / sünder reyn vnde fyn / vth vnses werdigen vaders Doc. Martini vordüdesckinge. Wo wol öuerst dat disse arbeyt ys vullenbracht dörch eynen andere<n> doch hebbe ick gehandelt vnde rädt gegëuen yn allen örden vnde stëden / dar ydt swär was ynn vnnse Düdesck tho bringende. Gade sy loff vnde eere. A M E N.".

Hat die Ausgabe Wittenberg, 1524 als Vorlage gedient?

Wittenberg, 1525 (Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt)
Dat nye Testament düdesch gantz vlytigen gecorrigeret mit eynem Register / Martinus Luther. - [Gedrückt tho Wittemberch dorch Hans Lufft. M.D.XXV.]

Am Ende des Neuen Testamentes steht folgendes Nachwort: "Johannes Bugenhagen Pomer / dem leser. Dyth nye Testament ys vlytich vordüdeschet / also dat me unstraffflick de rechte menynge alse de Euangelisten unde Apostele gescreuen hebben / hyr ynne lesen mach / unde ys nicht alse de erste vordüdeschynge was / sünder reyn unde fyn / uth unses werdigen vaders Doctoris Martini vordüdeschynge. Wo wol överst dat desse arbeyt ys vullenbracht dorch eynen andern / doch hebbe ick gehandelt unde rädt [raedt] gegeuen in allen örden unde steden dar ydt swer was in unse düdesch tho bringende. Dar bauen ys in dessem lesten drucke vlytigen thogedan dat ym vörigen vorsümet unde uthgelaten was / Dartho ock etlike stede klärliker vordüdeschet. Gade sy loff unde ere. AMen."

Man vergleiche folgende Mitteilung von Diederich von Stade: "Man hält insgemein dafür, daß die deutsche Bibel Lutheri von D. Joh. Bugenhagen, Pomerano, ins Nieder-Sächsische übersetzt sey: Woher aber solches zu beweisen, habe bisher keine Nachricht finden können: Wol aber, daß es von einigen Studiosis aus hiesiger Gegend, an der Weser bürtig, die bey des seligen Herrn Lutheri Zeiten in Wittenberg gelebet, und vielleicht, unter D. Bugenhagens Direction, geschehen sey." (In: Erläuter- und Erklärung der vornehmsten deutschen Wörter in Luthers Bibel-Übersetzung S. 17-18.)

Bugenhagens Bemerkung "Dar bauen ys in dessem lesten drucke vlytigen thogedan dat ym vörigen vorsümet unde uthgelaten was / Dartho ock etlike stede klärliker vordüdeschet.", bezieht sich auf Wittenberg, 1524. Mit "unde ys nicht alse de erste vordüdeschynge was" ist wohl Theodor Smedeckens Übersetzung (1523) gemeint.

Wittenberg, 1524
Dat Nye Testament. Wittenberg : Hans Lufft, 1524 [Gedrücket tho Vuittemberch dorch Hans Luft M.D.XXIIIj]

Nicht digitalisiert. Äußerst seltenes Buch. Die John Rylands Library (Universitätsbibliothek Manchester) besitzt ein Exemplar. Außerdem die Bridwell Library (Southern Methodist University) in Dallas. Karl Eduard Schaub hat für seine Greifswalder Dissertation (1889) ein Exemplar verwendet, dessen Titelblatt abgerissen war und dessen Kolophon lautete: "Gedrücket tho Vuittemberch dorch Hans Luft M.D.XXIIIj" (vgl. S. 2). Wo befindet sich dieses Exemplar?

Auf S. 58 zitiert Karl Eduard Schaub eine Nachrede Johan Bugenhagens mit dem gleichen Wortlaut wie der der Nachrede in Wittenberg, 1525, aber ohne den letzten Satz "Dar bauen ys in dessem lesten drucke vlytigen thogedan dat ym vörigen vorsümet unde uthgelaten was / Dartho ock etlike stede klarliker vordüdeschet.".

Köln, 1524
Dath nyge Testament tho dütsche : mith dem Register, Welker wyseth, wo man eyn iuwelick Epistel offte Euangelion fynden schal, alse man se in der kerken, dat gantze iar heldet; Ock mith vthlegginge etlicker platze[n] de swar to vorstan syndt. - [Köln] : Hieronymus Fuchs & Peter Quentell, 1524 [Hyr hefft ein ende dat nyghe testament yn guder dütscher sprake flytich vn<de> wol ghedruckt im iar vnßs heren. M.D. XXIIII. vp Sa<n>ct Bartholomeus auent ]

Digitalisat ist in Vorbereitung. Diese Ausgabe scheint eine besondere Entstehungsgeschichte zu haben:

  • Jacob Friedrich Reimmann hatte ein Exemplar dieser Ausgabe in seinem Besitz. Auf S. 247 von Catalogus bibliothecae theologicae, systematico-criticus (1731) findet sich folgende Information: "N.T. Germanice ex versione Lutheri in idioma inferioris Saxoniae translatum. 1524. 8vo cum figuris, vivis coloribus animatis. Editio nitida & rara. Impressa (ut patet ex Act. Apost. subscriptione) apud Petrum Quesnel, qui fuit Coloniae, suppresso strenue per opus universum Lutheri nomine. Versio ab hodierna multis in locis diversa, ut Apoc. II. 17. Eck will ohm gheven einen witten Stein, ..."

    Reimmann zufolge handelt es sich um eine Übertragung der lutherschen Übersetzung, die jedoch von den späteren Ausgaben abweicht. Der Name Luthers wird an keiner Stelle erwähnt. Hat Reimmann Peter Quentell mit Peter Quesnel verwechselt?

    Johan Melchior Goeze bemerkt dazu: "Reimman merkt ferner an, daß Luthers Name in dem ganzen Werke sorgfältig verschwiegen worden. Allein dieses ist nichts besonders, und eben diese Anmerkung lässet sich auch bey dem Hamburgischen, Baselschen, un vielen andern Nachdrücken, ja selbst bey den ersten Wittenbergischen Original-Ausgaben machen. Eben so wenig besonderes haben die folgenden Reimmannischen Anmerkungen, nemlich, daß die Uebersetzung in vielen von der heutigen abweiche, wovon er Offenbar. 2, 17. Eck wil öhme geven einen witten steen, zum Beyspiele anführet: denn diese Leseart hat Luther, wie viele andere, erst 1530. geändert, und diejenige dafür gesetzet, die wir jetzo in unserm N. Test. haben: imgleichen, daß in dieser Ausgabe Vorreden sind, welche in den gegenwärtigen fehlen, und daß andere von Luthero selbst in den folgenden Ausgaben merklich verändert worden. Auch dieses sind bekante Wahrheiten, welche von allen vor 1530. herausgekommenen Ausgaben der biblischen Theile der Uebersetzung Lutheri gesagt werden können." (Vgl. Versuch einer Historie der gedruckten niedersächsischen Bibeln (1775) S. 176.)

    Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit zitiert Reimmann nicht die Angaben des Titelblattes, sondern begnügt sich mit der allgemeinen Mitteilung N.(ovum) T.(testamentum). Vermutlich war das Titelblatt von Reimmanns Exemplar abgerissen, ebenso wie das des Stuttgarter Exemplars. Stammt das Stuttgarter Exemplar aus Reimmanns Besitz?

  • Auf S. 89 des Katalogs der Braunschweigischen Bibelsammlung (1752) findet sich folgende Information: "Am Ende der Apostelgeschicht steht: Gedruckt durch Heronem Fuchs, mit kosth unde expenß Petri Quentell, im Jar unses Heren M. D. XXIIII. up Sanct Bartholom. auent. worunter 3 kleine Cronen stehen, welche das Cöllnische Stadt-wapen sind, worüber man sich wundern muss, dass Luthers Übersetzung des N. T. samt dessen Vorrede in Cölln hat nachgedruckt werden dürfen."

    Vermutlich wurde das Buch sehr wohl in der Illegalität gedruckt. Andernfalls wäre Luthers Name kaum so konsequent verschwiegen worden. Das Kolophon erscheint nicht am Ende der Offenbarung des Johannes, wo man es vermuten und ein Zensor es suchen würde, sondern am Ende der Apostelgeschichte, wo es nur von demjenigen gefunden wird, der das ganze Buch liest.

    Johan Melchior Goeze bemerkt dazu: "Merkwürdiger ist die Anmerkung des Herrn Herausgebers der Braunschw. Bibel-Samlung: daß man sich wundern müsse, daß Luthers Uebersetzung des N. Test. samt dessen Vorreden in Cöln habe nachgedruckt werden dürfen. Allein es ist nicht blos diese Uebersetzung in die niedersächsische Sprache, welche an diesem Orte zum Vorschein gekommen ist. Eben der Heron Fuchs in Cöln, welcher mit Kost und Expenß Petri Quentel jenes niedersächsische Testament gedruckt hat, hat auch noch im folgenden 1525. Jahre eine Ausgabe in holländischer Sprache geliefert, welche ebenfals Luthers Uebersetzung darlegt, und in der Offenbarung Johannis eben die Holzschnitte hat, welche in Luthers Ausgaben befindlich sind. Baumgarten hat diese Ausgabe in dem 11. Bande der Nachr. von merkwürdigen Büchern S. 17. f. ausführlich recensieret, dabey aber als das Merkwürdigste angemerket, daß die von dem Ausgeber herrührende Vorrede zum ganzen N. Test. nicht im ersten Theile vor den 4. Evangelisten, sondern vor den Briefen der Apostel stehe, wo sie gleich auf der Rückseite des Titelblattes angehet; welches aller Wahrscheinlichkeit nach in der Absicht geschehen ist, daß sie den Censoren nicht gleich in die Augen fallen solte." (Vgl. Versuch einer Historie der gedruckten niedersächsischen Bibeln (1775) S. 176.)

  • Die Wörter Eck und ohm (öhme nach Goeze) in dem von Reimmann zitierten Vers Eck will ohm gheven einen witten Stein, (Offenbarung II, 17) legen die Vermutung nahe, dass der unbekannte Übersetzer aus dem westlichen Ostfalen oder dem östlichen Westfalen stammte. Solange kein Digitalisat vorliegt, bleibt das aber Spekulation. Dass die (west)ostfälischen Wörter eck und öhn im 17. Jh. auch im heutigen Ostwestfalen-Lippe im Gebrauch waren, zeigt ein Text aus dem Jahre 1656 (siehe S. 273). Die Form eck findet sich noch in Wörterbüchern des modernen Lippischen (vgl. Platenau, 1978 und Schierholz, 2003).

  • Dass die Ausgabe Köln, 1524 nicht einfach ein Nachdruck der vom ostfälischen Dialekt ihres Übersetzers Theodoricus Smedecken geprägten Ausgabe Wittenberg, 1523a (Umdruck: Wittenberg, 1528a) war, zeigt ein Textvergleich. Bei Smedecken lautet die entsprechende Textstelle nämlich anders: Wol öuerwinnet / dem wil ick tho ethen gheuen van deme vorborgen hymmel brode / vnde wil öme gheuen einen witthen stein / vnde vp dem steine einen nygen namen geschreuen / welkern nemandt kenneth / wen de öne entphengeth. (Offenbarung II).

Wittenberg, 1523b
Dat Ollde Testament Düdesch / Wittemberch : Melchior & Michael Lotther, 1523

Nicht digitalisiert. Die fünf Bücher Moses. Umdruck: Wittenberg, 1528b.

Wittenberg, 1523a
Dat nyge Testament tho dude / Wittemberg : Melchior Lotter, 1523

Nicht digitalisiert. Übersetzung durch Theodoricus Smedecken. Übersetzung unter Benutzung der Ausgabe Hamburg, 1523 und der Halberstädter Bibel. Umdruck: Wittenberg, 1528a.

Hamburg, 1523, Exemplar der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Dat nyge Testament tho dude. Tho Hamborgh. Jnt Jaer. M. D.xxiii. W.[illem] K.[orver]
(Übertragung von Luthers Übersetzung des Neuen Testamentes (Septembertestament) unter Benutzung der Vulgata und der Halberstädter Bibel. Gedruckt bei der sogenannten Presse der Ketzer. Exemplar aus dem Besitze von Johan Melchior Goeze.)

Hamburg, 1523, Exemplar der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart
[Dat nyge Testament tho dude. Tho Hamborgh. Jnt Jaer. M. D.xxiii.]
(Titelblatt fehlt.)

Halberstadt, 1520?
Biblia dudesch : dat erste deell. - [Halberstadt, 1522]
(Genesis - Psalmen)

Das Titelblatt zeigt die Jahreszahl 1520, sowie die Initialen CD. Auf der letzten Seite des ersten Teils steht: "Hyr endiget sick de Psalter / und dat erste deyl der Biblyen / un<de> volget na dat ander deyl der Biblyen." Die abschließende Abbildung zeigt wiederum die Jahreszahl 1520 und die Initialen CD.

Übersetzung unter Verwendung von Lübeck, 1494. Berücksichtigung der Halberstädter Bibel durch Hamburg, 1523 und Wittenberg, 1523a. Siehe auch Faber, 1520, Luther, 1520 und Halberstadt, 1523.

Halberstadt, 1522
Biblia dudesch : dat ander deell. - [Halberstadt, 8. Juli 1522]
(Sprüche bis Offenbarung)

Das Titelblatt zeigt die Jahreszahl 1520, sowie die Initialen CD. Der Text auf der letzten Seite des zweiten Teils lautet: "Hyr endiget sick dat boek der heymeliken openbaringe Sancti Johannis des Apostole<n> vnd Euangelisten. dar myt ock geendet wert vnd beslote<n> duth hochberompte vn<de> kostlyke werck der gantzen hillige<n> schrift genomet de Bibel. vor alle andere dudesche Bibeln Lutterer vn<de> klarer na rechtem warem dudeschem vn<de> sessischer sprake. myt grote<m> vlyte tege<n> dem latinische<m> text gerechtuerdiget. vnderschedelik puncteret. myt ouerschriften by dem meysten deel der Capittel vnde psalme<n> oren ynholt vn<de> orsak<e> bewysen vn<de> antogen. vnd myt figure<n> de hystorien bedudende. Gedrucket vnd fule<n>det in der stad Halberstad Na der gebort Christi vefteyn hundert vnde twe vnde twyntich Jar vp den viij. dach Julii. Hyr vmme wy loff segge<n> vnd dancke<n> der vngheschapen vnbeghryplyken. vnnd aller hylgesten drefoldicheyt gode dem vader. vnd dem sone. vnd dem hylgen geyste. de daer ys. de daer was. vnd de daer tho kunfftig syn wert dem sy ere vnde loff yn ewicheit Amen." Zum Schluss des zweiten Teils findet sich dieselbe Abbildung wie am Ende des ersten Teils.

Übersetzung unter Verwendung von Lübeck, 1494. Berücksichtigung der Halberstädter Bibel durch Hamburg, 1523 und Wittenberg, 1523a. Siehe auch Luther, 1520, Faber, 1520 und Halberstadt, 1523.

Lübeck, 1494, Exemplar der Bayerischen Staatsbiblitohek
De Biblie mit vlitigher achtinghe: recht na deme latine in dudesck auerghesettet Mit vorluchtinghe vnde glose: des hochghelerden Postillatoers Nicolai de Lyra Vnde anderer velen hillighen doctoren. - [Lübeck : Steffen Arndes, 1494]
(Lübecker Bibel)

Der Text des Schlusswortes lautet: "Deme alweldigheme gade. deme hëmelscheme vadere sy vmmerlike danknamicheyt. de de ee [Gesetz] vn<de> bade. de ghesettet sint vth sinem benedieden munde. vn<de> mit sinem vynghere ghescreuen. heft ghegheuen den starfliken minschen. Vn<de> sy lof sinem sone. de in desser ee ghelauet is. vn<de> vormiddelst [durch] deme munde syner hillighen profeten vor vorkundiget is. de dar is een middeler gades vn<de> der minsche<n>. war god vnde war minsche. de dar heft dat minschlike slechte vorloset va<n> der wald des duuels. Vn<de> ock deme hilghengheste sy ere un<de> werdicheit. de dar is desses hylghen werkes de ware meister vn<de> ingheuer. Vn<de> ok der vnbeuleckeden iuncfrouwe<n> marien. yn der alle ee vn<de> profecien desses bokes vullenbracht sint. Vn<de> ok aller hemmelsche<n> rydderscop spreke wi danknamicheit. myt welkerer hulpe vn<de> vorbiddinghe dyt hilghe werk in ene hulpe der hilghen mene<n> loueschen [christlichen] kerken. mit groter achtinghe un<de> vlite ghebetert is. vn<de> grundliken auergheseen. Vnde mit dessen erne bokstauen ghedrucket. vnde selichliken vulle<n>bracht. vormiddelst Steffen arndes. in der keyserlike<n> stad lubick Int iar unses heren M.cccc.xciiij vp de<n> dach der hilghen wedewen sinte Elizabeth. de dar was de xix. dach des manten Novembris."

Übersetzung unter Verwendung von Köln 1478a. Verwendung der Lübecker Bibel durch die Halberstädter Bibel.

Lübeck, 1494, Exemplar der Stadtbibliothek Lübeck
De Biblie mit vlitigher achtinghe: recht na deme latine in dudesck auerghesettet Mit vorluchtinghe vnde glose: des hochghelerden Postillatoers Nicolai de lyra Vnde anderer velen hillighen doctoren

Der Text des Kolophons lautet: "Deme alweldigheme gade. deme hem<m>elscheme vadere sy vmmerlike danknamicheyt. de de ee vn<de> de bade de ghesettet sint vth sinem benedieden munde. vn<de> mit sinem vynghere ghescreuen. heft ghegheuen den starfliken minschen. Vn<de> ok sy lof sinem sone. de in desser ee ghlauet is. vn vormiddelst deme munde syner hillighen profeten vor vorkundeghet is. de dar is een middeler gades vn<de> der minsche<n> war god vnde war minsche de dar heft dat minschlike slechte vorloset va<n> der wald des duuels. Vn<de> ock deme hilghen gheste sy ere vn<de> werdicheit. de dar is desses hylghen werkes de ware meister vn<de> ingheuer. Vn<de> ok der vnbeuleckeden iuncfrouwe<n> marien. yn der alle ee vn<de> profetien desses bokes vullenbracht sint. Vn<de> ok aller hemmelsch<n> rydderscop spreke wi danknamicheit. myt welkerer hulpe vn<de> vorbiddinghe dyt hilghe werk in ene hulpe der hilghen mene<n> loueschen kerken. mit groter achtinghe vn vlite ghebetert is. vn<de> grundliken ouergheseen. Vnde mit dessen erne bokstauen ghedrucket. Vnde selichliken vulle<n>bracht. vormiddelst Steffen arndes in der keyserlike<n> stad lubick Jnt iar vnses heren M. cccc. xciiij. vp de<n> dach der hilghen wedewen sunte Elizabeth de dar was de xix. dach des manten Nouembris."

Niederdeutsche Fassung

Köln, um 1478a, Exemplar Universitätsbibliothek Köln
[Kölner Bibel]. - [Köln] : [Heinrich Quentell], [um 1478]
(Digitale Ausgabe umfasst nur das Alte Testament. Das Buch hat kein Titelblatt oder Schlusswort. Keine Vermeldung des Druckers oder des Druckjahres. Im Vorwort heißt es lediglich gedrucket in der lavelycker stat Coelne. Dass Drucker und Jahr nicht genannt werden, deutet auf ein Erscheinungsdatum vor 1480 hin. Da die niederländische Fassung aber zum Teil den Text der Delfter Bibel von 1477 wiedergibt, kann dieses kaum vor 1478 liegen. Die Forschung schließt aufgrund der benutzten Lettern auf den Drucker. ) Verwendung durch Lübeck 1494.

Köln, um 1478a, Exemplar der Österreichischen Nationalbibliothek
[Kölner Bibel]. - [Köln] : [Heinrich Quentell], [um 1478]
(Vollbibel)

Niederländische Fassung

Köln, um 1478b, Exemplar Universitätsbibliothek Köln
[Kölner Bibel]. - [Köln] : [Heinrich Quentell], [um 1478]
(Digitale Ausgabe umfasst nur das Alte Testament. Das Buch hat kein Titelblatt oder Schlusswort. Keine Vermeldung des Druckers oder des Druckjahres. Im Vorwort heißt es lediglich gedruckt in der laevelicker stat Coelne. Dass Drucker und Jahr nicht genannt werden, deutet auf ein Erscheinungsdatum vor 1480 hin. Da die niederländische Fassung aber zum Teil den Text der Delfter Bibel von 1477 wiedergibt, kann dieses kaum vor 1478 liegen. Die Forschung schließt aufgrund der benutzten Lettern auf den Drucker.)

Köln, um 1478b, Exemplar Bayerische Staatsbibliothek
[Kölner Bibel]. - [Köln] : [Heinrich Quentell], [um 1478]
(Vollbibel)

Köln, um 1478b, Exemplar Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar
[Kölner Bibel]. - [Köln] : [Heinrich Quentell], [um 1478]
(Vollbibel)

 

 

Mehrsprachige Bibel

Nürnberg, 1599
Biblia sacra, Ebraice, Chaldaice, Graece, Latine, Germanice, Saxonice. Studio & Labore Eliae Hutteri Germani. Noribergae. Cum Sacrae Caesar. Maiest. Quindecim annorum Privilegia. M. D. XCIX.
Polyglotte Ausgabe des Pentateuchs: Hebräisch, Aramäisch, Griechisch, Lateinisch, Deutsch, Sassisch (Niederdeutsch).

 

 

Einzelne Bücher der Bibel

Wittenberg, 1525d
De Psalter düdesch / Martinus Luther. Wittemberch. M. D. XXV. [Gedrücket tho Wittemberch / dorch Hans Lufft / M. D. xxv.]

Magdeburg, 1533a
De Propheten alle Düdesch. D. Mart. Luth. Wittemberch. [Gedrücket tho Magdeborch by Michel Lotther.] M.D.XXXIII
(Titelblatt fehlt. Bibliographische Angaben nach Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt)

Magdeburg, 1537a
De Propheten alle Düdesch. Magdeborch, Michel Lotther, 1537
(Verstümmeltes Exemplar. Bibliographische Angaben der Universität Dorpat (Tartu). Siehe auch. Rostock, 1539/40 und Riga, 1559.)

Magdeburg, 1537b
De Nye Düdesche Psalter mit den Summarien. Mar. Luther. Wittemberch. M. D. XXXVII.
(Der Text des Kolophons lautet: "Gedrücket tho Magdeborch dorch Michel Lotther ym iare. M.D.XXXVII.")

Hannover, 1549
Ein nye Psalter / vth der Latinischen Paraphrasi Joannis Campensis / Vordüdeschet vnde yn Sassesche sprake gebracht / Ock mit korten entfoldigen Summarien / Desgeliken mit vthlegginge der wörde / de dem gemenen manne vnbekandt syn / gemeret. Anto. Coruinus. [Gedrucket tho Hannouer dorch Henningk Rüdem. M. D. XLIX.]

Der Text des Schlusswortes lautet: "Besluth. Fulendet ym Junckfrouwen Closter Eskerde / vnder mynem gnedigen Försten vnde Heren / Heren Erike / Hertogen tho Brunswigk vnde Lünenborch gelegen / am 22. dage des Owstmans / ym yare. 1548." Die Vorrede ist auf den Dezember 1548 datiert: "Datum Pattensen ym Christmaen etc. 48."

Corvinus widmet die Übersetzung den Bürgermeistern, dem Rat und der ganzen Gemeinde der Stadt Lübeck. Die Vorrede hebt folgendermaßen an: "Den Erbaren / Wolgelerden / Achtbaren / Erhafftigen vnde Wolwisen Börgemesteren / gantzem Rade / vnde gantzer Gemene / der Stadt Lübeck / mynen günstigen Heren vnde guden fründen / wünsche ick Antonius Coruinus Gnade vnde Frede dorch Christum." [...]

Corvinus war mit dem Syndicus der Stadt Lübeck, Johann Rudel befreundet und war noch im Sommer 1548 von diesem besucht worden: "...ydt ys ym vorgangen Sommer hyr tho Pattensen by my gewesen / iuwer Stadt Syndicus / de Erbare vnde Hochgelerde D. Johan Rudelius / vnde hefft my alse eine lange tidt bekanden fründe / vp dat fründtlikeste besocht..." [...]

Corvinus erläutert, dass der Hebräist Johann von Campen eine wörtliche Übersetzung und eine mehr oder weniger freie Wiedergabe (Paraphrase) der Psalmen angefertigt habe, die jedoch den Sinn des Textes nicht entstellt: "Vnde vp dat gy ydt nicht daruor achten mögen / dat düsse myn Arbeit / na dem so veel Translationes des Psalters vor handen / ein vorgefflike Arbeit sy / So hefft wandages einer genömet Joannes Campensis / yn Ebreischer sprake dreplick erfaren / düssen Psalter vth der süluen sprake yn dat Latin gebracht / Also vnde mit solckem flite / dat em alle solcker sprake erfarene vnde gelerde / sünderlick loff thoschriuen / vnde syn Transfereren vor ein wolbewerde Transfereren holden. Nu desülue Translation hefft he dubbelt gemaket. Eine slechte na dem Ebreischen Texte gerichtet. De anderen ydtliker mathe withlufftich / doch ane vorseringe des sinnes / dar yegen gestelt alse ein Paraphrastes / wowol an einem ende mehr / an anderen ende weiniger." [...]

Corvinus bemerkt, dass diese Paraphrase mehr zum Verständnis der Psalmen beiträgt als viele Kommentare und Glossen. Deswegen und nicht zuletzt auf Bitten des Edelmannes Barwart Barner habe er sich dazu bewegen lassen, diese Paraphrase in die Sprache der sächsischen (niederdeutschen) Lande zu übersetzen. Außerdem habe er kurze Zusammenfassungen und Erklärungen schwieriger Begriffe wie der Namen hinzugefügt: "Vnde men mach hyr mit warheit seggen / dat he yn solcker Paraphrasi solcken flith vörgewandt hefft / dat syn Translation den vorstandt des Psalters mehr förderen helpet / denn veel Commente vnde Glosen vor düsser gnadenriken tidt des erschenen Euangelij (Wowol bedröffenisse vnde vorfolginge genoch darby ys) inwerlde gedan hebben / welcker ick an de Gelereden / so ytzundt vor handen / tho ördelen gestelt hebben wil. Demna hebbe ick my ock deste lichter einen Eerliken / Redeliken / Godtfrüchtigen Eddelman / Barwart Barner genant / mit synem fründtliken bidden bewegen lathen / dat ick desüluen Latinschen Paraphrasticam Translationem / Gade tho Eeren / vnde düssen Landen / de Sassische sprake bruken / tho gude / yn Sassische sprake gebracht / vnde ock mit Nyen korten entfoldigen Summarien / desgeliken mit Vthlegginge der swaren wörde / alse der Personen / Lande / Stede / Wölde / Berge / Water etc. Vor den gemenen Man gesmücket hebbe." [...]

Corvinus bittet den Leser, eventuelle Unvollkommenheiten in der Übersetzung nicht mangelnder Kenntnis des Gegenstandes zuzuschreiben, sondern auf den Umstand zurückzuführen, dass er das Niederdeutsche in sowohl Wort und als auch Schrift arg vernachlässigt habe, sonst hätte er als jemand aus Warburg im Hochstift Paderborn treffender formulieren können. Corvinus weist aber daraufhin, dass sich das Niederdeutsche in den Hansestädten an der Küste, Ostfalen und Westfalen im Wortgebrauch und Aussprache unterscheidet:

"Yfft ick dem Vordüdeschen nicht allenthaluen genoch gedan / dat gy solckes nicht myner vnwetenheit / sunder veel mehr dem gebreken tho schriuen willen / dat ick de Sassische sprake yn 24. Jahren / wedder ym reden noch ym schriuen gebruket hebbe. Süss hedde ick yo / wenn ick vth dem bruke nicht kamen were / alse ein de ym Stiffte Padelborn tho Warberch gebaren / egentliker de wörde geuen können / welckeres my nu de angetagen tidt seer benamen hefft. So wethe gy dennoch ock / dat desülue Sassische sprake / nicht aller dinge allenthaluen öuer ein kümpt / vnde dat etlike wörde anders yn den Seesteden / anders yn düssen Brunswikeschen Landen / anders yn Westfalen etc. Gebruket vnde vthgeredet werden."

Corvinus Behauptung, dass er 24 Jahre nicht plattdeutsch gesprochen habe, muss aber sehr übertrieben sein. Warum wären sonst Corvinus Werke ins Niederdeutsche übersetzt worden, wenn es nicht in der damaligen Gesellschaft viele Menschen gegeben hätte, die des Hochdeutschen (und des Lateinischen) nicht mächtig waren? Es ist schwer vorstellbar, dass sich Corvinus unter solchen Umständen nicht auch des Niederdeutschen bedient hat. Wie auch immer: Die niederdeutschen Übersetzungen seiner Werke (Corvinus 1537, Corvinus 1538a, Corvinus 1538b, Corvinus 1539, Braunschweig-Calenberg, 1543, Braunschweig-Wolfenbüttel, 1543, Braunschweig-Calenberg, 1544, Hildesheim, 1544.) stammen auf jeden Fall nicht von ihm selbst.

Lemgo, 1586
[De Psalter] Gedrücket tho Lemgo By Conrad <Gr>othen. M.D.<L>XXXVI.
(Es finden sich an einigen Stellen - vor allem am Anfang - regionalsprachliche Einflüsse, was dieses Werk somit zu einer Quelle der Sprachgeschichte Ostwestfalen-Lippes macht. Weitere verfügbare niederdeutsche Drucke von Conrad Grothe: Von Quernheim, 1589. Siehe ferner Nomenclator Latinosaxonicus.)

Mit Kommentar

 

 

Bibelsprüche

 

 

Apokryphe Schriften der Bibel

Magdeburg, 1555b
Jhesus Syrach. Welcker ym Latin Ecclesiasticus genömet werth. D. Mart. Luth. Vpt nye vth der Biblien. Gedrücket tho Magdeborch / dorch Wolffgang Kirchener. M.D.LXI.
(Der Text des Kolophons lautet: "Gedrücket tho Magdeborgk dorch Ambrosium Kerckener. M.D.LV.")

 

 

Übersetzung der niederdeutschen Bibel

Emden, 1558
Biblia Dat is de gheheele Heylige Schrift / in gemeyn Nederlantsch duytsch. Ghedruct tot Embden by Steuen Mierdman ende Jan Gheillyart. An. M. D. LVJJJ.

Niederländische Übersetzung von Magdeburg, 1554a. Die Vorrede des Übersetzers lautet: "De Ouersetter wenscht den Christelijcken Leser / Salicheyt. Dese Biblia / Christlijcke Leser / hebben wy met grooter neersticheyt / allen de<n> ghenen / die de hoochduytsche ofte Oostersche sprake niet wel en verstaen / tot dienste / getrouwelijcken ouergeset: Ende dat wt dat Exemplaer / d' welck ghedruckt is te Magdeborch door Michael Lotter / An. M. D. LIIII. welck Exemplaer wy het correcste geuonden hebben. Ende wy hebben sonderlinge gearbeydt om den text wel te verduytschen / en<de> sommige woordekens / die wy om haer sonderlinghe eyghenschap ende cracht in den text niet en hebbe<n> derren verduytschen oft ouersetten / die hebbe<n> wy op den Cant verduytscht / op dat de text onuerandert bleue. Noch zijn hier corte Summarie<n> oft Jnhouden voor de Capittelen geset / wt welcken de Leser geringhe weten can / van wat Materie dat elck Capittel spreect / ofte wat het inhoudt. Vorder zijn hier by gedruct dat derde en<de> vierde Boeck Esdre / oock dat derde Boeck der Machabeen / welcke int Exemplaer te Magdeborch gedruct zijnde niet en staen / Maer wt het Zurichsche Exemplaer den Christlijcke<n> Leser tot dienste ouer geset zijn. De Voorreden op alle de Boecken des Bibels zijn bysonder gedruct / op datmense mach binden waermen wil / voor oft achter. Noch is hier by gedruct een cort ende doch profijtelijck Register / na de ordinantie vanden A.B.C. geset / waer in de Leser lichtelijck vinden can de plaetsen der Historien daer hy af begeert te lesen."

"Voorts lieue Leser / aenghesien dat wy vermoeden / datter wel sommighe simpele Menschen zijn / by welcken het cyfergetal met welcken de plaetsen der H. Schrift in dit Register ende hier en<de> daer op de canten / om de cortheyt wille aengheteekent zijn / onbekent is / En<de> doch wel begheerich zijn sommighe Historien te weten / Soo hebben wy dat cijfergetal met een gemeyn ghetal in dit nauolgende Tafelken verclaert / op dat eenen yegelijcken vol gedaen worde. Jtem waer int Register staet aldus: I. Reg. dat is het yerste Boeck Samuels of der Coningen. Waer staet: 2. Reg. dat is het tweede Boeck Samuels of der Coninghen. Waer alsdus staet: 3. Reg. dat is het derde boeck der Coninghen / welck in dit Exemplaer / het yerste Boeck vanden Coninghen ghenoemt wort.Waer nv staet: 4. Reg. dat is het vierde boeck der Coninghen / welck in dit Exemplaer / het tweede Boeck vanden Coninghen ghenoemt wort. Jtem waer staet: 1. Esdr. dat is het yerste Boeck Esdre / welck in dit Exemplaer / Dat Boeck Esra genoemt wort. Waer staet: 2. Esd. Dat is het tweede Boeck Esdre / welck in dit Exemplaer / Dat boeck Nehemia ghenoemt wordt. Waer alsdus staet: Eccle. Dat is Ecclesiastes / de Prediker Salomo. Waer staet: Eccli. Dat is Ecclesiasticus / ofte Jesus Syrach. Dit teekenen wy daerom al te samen aen / op dat de eenuuldige Leser int soecken niet en misse. Vaert wel."

Es folgt eine vergleichende Übersicht römischer und arabischer Zahlen. Der Übersetzer ging offensichtlich davon aus, dass die arabischen Zahlen nicht allgemein bekannt waren.

 

 

Lektionar

Magdeburg, 1484
IN desseme boke vindestu alle prophecie<n> epistole<n> vn<de> ewa<n>gelia dorch dat gantze iar vn<de> iewelick ewangeliu<m> hefft sine glose myt vele guder lere der hillige<n> schrift
Der Text des Kolophons lautet: "Gade to laue vnde to eren der Juncfrouwen maghet marien endighen sick hir alle prophecien epistolen vn<de> ewa<n>gelia dat gantzce iar auer vnde van allen hilghen med der glosen vnde vthlegghinghe der lerer der hilghen schrifft dorch de meystere dusser ku<n>st Albertum rauensteyn Jochim westual brodere in der staed Magdeborch. M.CCCC.lXXXiiii. iare An deme mandaghe des hilghen apostel sunte thomas vor winnachten. amen.
Da mihi dona tria speciosa virgo maria. Da spacium vite da diuicias syne lite. Regnum celeste post mortem da manifeste."

Lübeck, 1488a
Boek der prophecien. epistolen vnde des hyllyghen ewangelii ouer dat gantze iaer]
Auf der letzten Seite steht: "Hir endighet sik dat bok der prophecien. Epistolen vnde des hillighen ewangelii. vnde van den meyne<n> hillighen ouwer dat gantze iare. myt der glozen vnde vthlegginge der lerer der hilligen schrifft. Unde is ghedrukket in der keiserliken stat Lubeck. dorch dat both Steffani arndes. na der borth. Jhesu Christi. M.cccc.lxxxviii."

Lübeck, 1488b
[Bok d<er> <pr>ophecien. lectie<n>. epistole<n> vn<de> des hilghe<n> ewa<n>gelij ouer dat ga<n>tze iaer]
Auf der letzten Seite steht: "Hir heft eyn ende dyt eddel boeck. Alse de Epistolen vnde Ewangelien ock. Na christus bort / verteyn hundert iaer. So men schreff lxxxviij dat is war. Vor der bort Johannis in der weken bereth Alle ewangelie<n> dorch dat iaer myt welker glose<n> gheseth. Noch de Lectien vnde Prophencien dar tho. Gode tho loue vnde tho eren also. Hir synt ock van den hilghen klar. Epistolen vnde Ewangelien dorch dat gantze iaer. To Lubeck in der keyserliken stat bereth. Etlike andere Epistole<n>n vn<de> Ewangelia mede ingheseth. Loff vnde ere sy der hilghen dreualdicheyt. Ere sy Marien / vn<de> alle<n> hilghe<n> in der ewighe<n> salicheyt. Nu vnde alle tyd in ewicheyt Amen. Anno dm M cccc lxxxviij."

Lübeck, 1493a
[Bok der profecien. Epistelen. vn<de> des hylghen ewangelij. auer dat gantze yaer]
Auf der letzten Seite steht: "Deme almechtighen gade to laue. To eren vnde werdigheyt syner werdighen moder marien vnde alleme hemmelsche<n> heere. To beteringhe. nutticheyt vnde salicheyt der menen mynschen. endyghet syck hyr dat boek der profecien. Epistelen. vn<de> des hylghe<n> ewangelij. auer dat gantze yar mit velen glosen vnde exempele<n> dorch ghevlochte<n> wor dat de materie esche<n>de is. Un<de> is vullenbracht na der bort vnses heren. M.cccc.xciij." Ohne Angabe des Ortes und des Druckers. Dass das Buch nur aus der Lübecker Druckerei Steffen Arndes stammen kann, zeigen schon die zwei Wappen auf der letzten Seite.

Lübeck, 1497
Dat boek des hillighen Ewangelij Profecien vn<de> Epistelen ouer dat ghantze yaer myt der Glosen vnde Exempelen
Auf der letzten Seite steht: "Deme almechtighen gade to laue. To eren vn<de> werdicheit siner werdighe<n> moder Marien vn<de> alleme hemmelsche<n> heere. To beterynghe. nutticheyt. un<nde> salicheit der menen mynschen. endighet syk hyr dat boek der profecien. Epistele<n> vn<de> des hylghen ewangelij. auer dat ghantze yar mit velen glosen vn<de> exempelen dorch ghevlochten wor dat de materie eschende is. Vnde is vullenbracht unde ghedrucket dorch dat beuel. Steffani Arndes inwoner vnde borgher der stad Lubeck In de<me> yare do me schreff. M.cccc.xcvij."

Braunschweig, 1506, Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
DAth boke der hilgen Ewangelien. Lectien. Profecien. Vnde Epistel<n> van der tyd vn<de> allen hylgen ouer dat gantze yare mit schone<n> glosen vn<de> manygerleye exempelen ghenamen vn<de> getoge<n> vth der byblien des olde<n> vn<de> nyen testame<n>tes vp dat nye mit grote<m> vlyte god to loue vn<de> alle<n> cristen minsche<n> nutlick to hebbe<n> yn dat lychte gebracht
Auf der letzten Seite steht: "Deme almechtighen gode to laue. To eren vnde werdicheit syner werdighen moder Marien vnde allem hemmelschen heere. To betrerynghe. nutticheit. vnde salicheit der christenen slychten mynschen. endighet sick hyr dat boek der Profecien. Lectien. Epistelen. vnd der hylghen Ewangelien auer dat ghantze yare mit velen schonen glosen vnde suuerlyken exempelen ghenamen vn<nde> ghetoghen vth velen der hylghen lerers böken. wor dat de materien esschende is. Vnde vp dath nyghe vullenbracht vunde ghedrucket dorch den ersamen Hans dorne. tho Brunßwygk. In dem yare. M.d.vj. yn deme daghe der deylynghe der apostelen."

Basel, 1517
Dat Boek des hillighen Eua<n>gelij: Prophetien vnde Epistelen auer dat ghantze Jaer: mit der glosen vnde Exempelen. 1517.
Auf der letzten Seite steht: "Dem almechtigen gade to laue: to eeren vnde werdicheyt siner werdighen moder Marien / vnde alleme he<m>melschen heere. Tho betheringe / nüticheit vn<de> salicheit der meenen mynschen. Endighet sik hyr dat boek der Profecien / Epistele<n> vnde des hylligen Ewa<n>gelij auer dat gantze yaer / mit velen schöne<n> Glosen / vnde Exe<m>pele<n> dorchgeulochte<n> / wor dat de materie essche<n>de is. Vnde is vullenbracht vn<de> gedruckt / dorch dat beueel des Eerbaren Joha<n>ßen Riem borger der keiserlike<n> stad Augßburch. Gedruckt dorch de<n> vorsichtighe<n> Ada<m> Petri van La<n>ge<n>dorff borger to Basel. In deme iare do me<n> schreeff. M.ccccc.xvij. Des maentes Augusti."

Münster, 1706
Evangelia Und Epistelen / Als de up alle Sondage / oick besondere Feste und Fyrdage der H. Goddes / Dorch dat gantze Jahr na dem oldem Gebruke geholden / und den Christgelövigen Volke vorgedragen werden. Gedruckt to Münster in Westphalen / By den Erben Raeßfeldt / Im Jahr 1706

Westfälischer Schreibtradition entsprechend werden die westfälischen Brechungen der Kurzvokale in offener Silbe als Kurzvokale geschrieben, wie zum Beispiel in: etten, sprecken, Stedde, oppenbahr, Vergeffunge, Fredde, annemmen, verschlotten, wetten, kommen, Hemmel, erschennen, Goddes. Siehe auch Westermann, 1524 und Von Detten, 1597.

 

 

Bekenntnis

Das Glaubensbekenntnis (1524)
Glaubensbekenntnis mit Erläuterung. Teil des "Lippstädter Katechismus" (Westerman, 1524, S. 85-88 des Digitalisats).

Focconides, Conradus (1630)
Korte vnd klare Gelovens bekentenisse der verdrückeden Kinderen Godes in Nederlandt vervatende in söventein Articulen / vp het korteste de vornemste puncten / de twisschen de ware / vnd vermeente Catholische Kercke werden strydich befunden.Vthgegaen vnd Gedruckt dorch de genade des Allerhögesten. Jm Jaer 1565. Vnde nu / tho erbouwinge der eintfoldigen - de met andere meer quaestien nicht tho beswaren syn / in vnse Nedersassisch / mit getuychenissen der Hillg. Schrifft vullich vthgeschreven. Gedruckt tho Embden dorch Helwigen Kallenbach / 1630.
(Übersetzung eines niederländischen Textes aus dem Jahre 1565. Dem Hause Crumminga zu Weener gewidmet. Offensichtlich wurde das Niederländische außerhalb des niederländisch dominierten Emdens nicht von jedermann verstanden. Siehe auch Bekenntnis der Emder Gemeinde, 1594 und Alting, 1594.)

 

 

Gebet

Etlike Schöne Gebëde (1571)
Etlike Schöne Gebëde / vnde tröstlike vormaningen / bi den Krancken vnde steruenden Minschen. Wittemberch / 1571.
(Enthält auch "Eine korte Vnderrichtinge / vor de yënen / so sick willen gëuen tho hochweerdigen Auendtmal vnses HEREN Jesu Christi".)

Horae (um 1485)
[Horae] (Stundengebet)

 

 

Gesang / Liturgie

Geistlike Leeder (um 1512a)
Eyn leed van dem<m> lidende christi

Geistlike Leeder (um 1512b)
Ey leed van Coerdt kemmerlinck

Quernheim, Anna von (1589)
XXV. schöne Psalmen vnde Geistlike Leder: Der Ehrwürdigen / Edlen vnde veeldögentriken J. Annen van Quernheimb / des Key. fryen Werltliken Stiffts vpm Berge vör Heruorde Dechantinnen / die E.L. söluest / in eren anliggenden nöden gestellet / sick darmede getröstet vnde erquicket / vth E.L. egen Schrifften / thosamende colligert /vnde tho Drucke vorferdiget. Dörch H. Hinrich Bincken Predigern vpm Berge vör Hervord. Gedrucket tho Lemgo / dorch Conrad Grothen. Jm Jahr na Christi Gebordt. M.D.LXXXIX.

Anna von Quernheim (1520?-1590) gilt als die erste namentlich bekannte (Lieder)dichterin Westfalens. Sie stand mehrere Jahrzehnte dem Damenstift Sankt Marien auf dem Berge bei Herford vor. Unter ihrer Leitung wurde dort die Reformation eingeführt. Die Lieder wurden von Heinrich Bincke herausgegeben.

Anna von Quernheim unterscheidet den Dativ und den Akkusativ des Personalpronomens: dy ("dir"), my ("mir") und dick ("dich"), mick ("mich"). Diese grammatische Besonderheit, die heutzutage nur noch im südlichen Sauerland (siehe z.B. Ludwigsen, 2003), dem Warburger Raum und in Waldeck vorkommt, war früher viel weiter verbreitet (vgl. Westermann, 1524 und Wittenberg, 1528a).

 

 

Katechismus

Detten, Johann von (1597)
Kleine Catechismvs Dat is Ein Kort slecht Bericht Catholischer Christiker Lehr. So einem yderen tho gelöuen vnd tho wetten / tho doen vnd tho laten / tho syner Seelen ewigen heyl nüttlick vnd nodtwendig is. Dorch Iohannem à Detten des olden Dohms tho Münster Canonich. Gedruckt tho Paderborn / by Mattheo Brückner. M. D. XCVII.
(Siehe auch Von Detten, 1593.)

Wie in den meisten Werken der westfälischen Literatur des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit erscheinen auch in diesem Werke geschriebene Kurzvokale an Stellen, an denen im modernen Westfälischen Brechungen der Kurzvokale in offener Silbe zu erwarten wären ("westfälische Brechungen"): wetten (wissen), begreppen (begriffen), kommen (kommen), hoppen (hoffen), Hemmel (Himmel), sprecken (sprechen), befollen (befohlen), stellen (stehlen), etten (essen), van emme (von ihm), gereckent (gerechnet).

Der Germanistik zufolge waren zu dieser Zeit jedoch die altgermanischen Kurzvokale in offener Silbe längst aus dem Westfälischen verschwunden. Man muss daher davon ausgehen, dass die geschriebenen Kurzvokale die phonetisch schwer darstellbaren westfälischen Brechungen bezeichnen (vgl. Westermann, 1524 und Münster, 1706).

Eilshemius, Daniel Bernhard (1610)
Handt-Boeck des waren Gelovens, Dat is: Catechismus effte Kinder Lehre, tho nütte der Jöget in Ostfrießlandt, dorch de Deners des hilligen Godtlicken Wordes tho Embden, Anno 1554. uppet korteste vervatet : Nu överst upt nye, nha dem allererst gedruckedem Exemplar, wedder overgesehn, mith vele dütlicken Tüchnissen der Schrifft am randt gemehret. [Gröningen, 1610]

Für den Gebrauch im reformierten Westen Ostfrieslands. Eilshemius scheint an der Dordrechter Synode (1618-1619) teilgenommen zu haben. In den Akten der Dordrechter Synode auf S. 349 wird er als Pastor Senior der Emder Kirche erwähnt. Die Neije Oostfriesische Chronica (Emden, 1661) erwähnt Eilshemius außerden im Quellenverzeichnis als Autoren von zumindest der Vorrede einer "Ostfriesisches Kleinod" genannten Schrift.

Siehe ferner Faber, 1551, das Bekenntnis der Emder Gemeinde, Alting, 1594, Focconides, 1630, Hardenberg, 1560, Laski, 1650, Niclaes, 1580. Die Sprache des reformierten Gottesdienstes in Emden scheint aber das Niederländische gewesen zu sein, wie die niederländischsprachigen Bibeln Emden, 1558 und Emden, 1562 nahelegen.

Eine korte Vnderrichtinge (1571)
Eine korte Vnderrichtinge / vor de yënen / so sick willen gëuen tho hochweerdigen Auendtmal vnses HEREN Jesu Christi. Wittemberch / 1571.
(Enthält auch "Etlike Schöne Gebëde / vnde tröstlike vormaningen / bi den Krancken vnde steruenden Minschen".)

Ludtbockstauen a e i o u y (1525)
De Ludtbockstauen a e i o u y De stummen bockstauen. b c d f g h k l m n p q r s t w x z. Der leyen Bibel. De Teyn Bade Gades. Dat erste. Du schalt nene ander Göde hebben vor my.
Den Angaben des Göttinger Digitalisierungszentrums zufolge 1525 in Wittenberg erschienen. Katechismus und Schreibfibel. Enthält die zehn Gebote, das Vater unser, das Glaubensbekenntnis mit Erklärungen und Gebete. Auf Seite 38 des Digitalisats findet sich eine Übersicht römischer und arabischer Zahlen. Auf Seite 40 des Digitalisats folgt ein Schreibweiser für Briefe an Personen verschiedenen Standes. Das Buch ähnelt dem ABC-Kiria des finnischen Bischofs Mikael Agricola, das wahrscheinlich 1543 zum ersten Mal erschienen ist und ebenfalls Katechismus und Schreibfibel in sich vereint. Mikael Agricola hatte von 1536 bis 1539 in Wittenberg studiert. Hat vorliegendes Buch Agricola zu seinem ABC-Kiria inspiriert?

Westermann, Johann (1524)
Eyn chr<i>stlyke vhtlegy<n>ge der teyn gebodde / Des gelouens / Vn<de> vader vnses / ym Augustiner cloester tor Lippe yn der vasten gepreket / dorch broder Johan Westerman Doctor der hilligen scryft. Jn dem yaer M.D:xxiiij [Lippie. Anno m d xxiiij]

Lippstädter Katechismus. Text und Erklärung der Zehn Gebote und des Glaubensbekenntnisses. Von Johann Westermann in der Fastenzeit gepredigt und auf Bitten verschiedener Leute als gedrucktes Buch verbreitet.

In der Vorrede schreibt Westermann: "... / byn yck va<n> ytliken fromen christen gebeden / vnde ock tho deynste den sympelen eynvoldige<n> herten eyne korte Christlike vtlegy<n>ge (wu van<n> my dusse vaste<n> gepreckt ys) van de<m> gebrucke vn<de> vorfullynge der gebode to doen vnde dorch den druck vth to geue<n> /...."

Weiter schreibt Westermann: "... Vnde dat ick dyt boeckelyn yn dudesscher sprake late vth gaen / enholde my neymant to vngude. Wante yck enhebbe hyr nycht geschreuenn vor de gelerden / sunder vor de sympelen eynuoldyge<n> den yck myne<n> deynst ock vorplychtet byn / na dem exempel des hilge<n> apostels sprecke<n>de / Jck byn schuldych to deyne<n> den gelerde<n> vn<de> vngelerden / ..."

In westfälischer Mundart verfasst. Man vergleiche das Zitat von Hermann Hamelmann weiter unten, wonach der Katechismus in idiomate Westfalico, also im westfälischen Idiom, verfasst worden sei. Beim Lippstädter Katechismus handelt es sich möglicherweise um das älteste gedruckte Buch in westfälischer Mundart.

Zur Sprache
Wie in den mittelalterlichen Handschriften, fehlt auch in diesem frühen Drucke die westfälische Brechung der alten Kurzvokale völlig. Stattdessen erscheinen Kurzvokale an Stellen, an denen heute eine Brechung zu erwarten wäre. Vermutlich waren aber die alten Kurzvokale in späten Mittelalter und der frühen Neuzeit längst verschwunden und bezeichnen die geschriebenen Kurzvokale die phonetisch schwer darstellbaren westfälischen Brechungen: sprecken, wetten, ette<n>, nemme<n>, vell, oppe<n>baer, brecken, bettery<n>ge, beuolle<n>, beuell, vorgotten. Siehe auch Von Detten, 1597 und Münster, 1706.

Auffällig ist außerdem, dass der Lippstädter Katechismus zwischen dem Dativ und dem Akkusativ der Personalpronomina unterscheidet: dy und dyck, my und myck. Diese grammatische Besonderheit, die heutzutage nur noch im Sauerland (südlich der Linie Altena-Arnsberg-Büren) vorkommt (siehe z.B. Ludwigsen, 2003), muss früher viel weiter verbreitet gewesen sein: Sie findet sich noch bei Anna von Quernheim (1589). Siehe auch Wittenberg, 1528a.

An einigen Stellen findet sich bereits Hiattilgung: affgodderyge, twygdracht, bowet, fryggen.

Der Vokalismus ist dem Eindruck nach südwestfälisch.

Besuch von der Inquisition (1526)
Der Historiker Hermann Hamelmann schreibt, dass die Kleriker des Bistums Köln, unter das Lippstadt seinerzeit fiel, bei Johann von Jülich-Kleve-Berg vorstellig geworden seien und gefordert hätten, einen Inquisitor nach Lippstadt entsenden zu dürfen, nachdem ihnen ein Exemplar dieses Katechismus zu Gesicht gekommen war. 1526 wurde der Dominikanermönch Johannes Host als Inquisitor mit Briefen und Vollmacht des Kölner Bischofs, des Herzogs von Kleve, des Klerus und der Kölner Universität nach Lippstadt entsandt. Dies geschah mit Billigung des Grafen Simon zur Lippe, der die Stadt zusammen mit Johann von Jülich-Kleve-Berg beherrschte:

"...Westermannus, conscripsit catechismum praecipua capita doctrinae christianae complectentem idiomate Westfalico et eius exemplaria inter multos distribuit, quem avide et emerunt et legerunt tam oppidani quam exteri vicini. Subdita autem fuit ex veteri papistico more sub dioecesi vel chrismate Coloniensi urbs Lippia. Ideo postquam is catechismus, qui spirabat Lutheranismum, perveniret ad aulam Clivensis, et Juliacensis ducis Johannis [...] et ad Colonienses theologos et papistas, ideo mox impetrant veniam in aula Clivensi Colonienses clerici et theologi, ut liceret eis Lippiam ablegare suum haereticae pravitatis inquisitorem. Monachus igitur quidam cum literis et plena potestate episcopi Coloniensis et principis Clivensis atque cleri et universitatis Coloniensis, annuente etiam comite de Lippia Simone venit Lippiam dictus doctor Johannes Host de Romberg Kirspensis, haereticae pravitatis inquisitor." (Vgl. Hermanni Hamelmanni Opera genealogico-historica S. 1045-1056.)

Eine sehr schöne deutsche Paraphrase von Hamelmanns Bericht findet sich in Hilaria Evangelica (1719), S. 989 ff.

Mehr zur Inquisition, die Lippstadt 1526 heimgesucht hat, bei Westermann, 1525.

Siehe ferner Soest, 1532. Siehe außerdem Knodt, 1895.

 

 

Kirchenagende/Kirchenordnung

Zu den verschiedenen Territorien siehe die Karte Deutschland zur Zeit der Reformation.

Braunschweig (1528), Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Der Erbarn Stadt Brunswig Christlike ordeninge / to dēnste dem hilgen Euangelio / Christliker lèue / tucht / frëde vnde eynicheit : Ock dar vnder vële Christlike lere vor de borgere / dorch Joannem Bugenhagen Pomern<n> bescreuen. 1.5.28. [Gedruck to Wittenberch dorch Joseph Kluck]

Kirchenordnung für die Stadt Braunschweig. Im Vorwort heißt es: "Joannes Bugenhagen Pomer dem lesere. JN disser ordeninge synt vpgerichtet gude Scholen / de leyder aller wegen voruallen edder nicht im<m> rechte gebruke sint / de me doch möt hebben vor de iöget / Ock bestellet in allen kerken gude predigere des Euangelij / de me möt hebben / wo köne wy anders Christen syn? Js id oüers nötlik sulke dënste in den Scholen vnde kerken to hebben / so is id ock nötlick reddelik vnde Gotlik / alse Christus secht / dat eyn arbeydes man synes lohnes werdich sy / Darum<m> vnde ock vor de armen vnde notrofftigen synt vpgerichtet de gemeynen Casten. Wente den arbeyderen nicht geue<n> ören lohn / were vnchristlik / vnde is io ein ringe dat wy den tidlike nëringe vorsorgen / de vns dat geistlike seyen. Vnde wat wy den ringesten Christi ankeren / des wert Christus tom<m> iungesten dage gedenken / alse em suluest angekeret. [...] De ordeninge is des Erbarn Rades vnde der gantzen gemeyne to Brunswig. Vor de lere ouers hyr manck gescreuen / wil ick dorch Got antworden. Jck hape se wert sick suluest wol vorantwerden ane my / wente se bringet Gades wört starck genöch mit sick / wedder welk de porten de hellen nicht werden bestande / des sy Got gelauet in ewicheit dorch Jhesum Christum vnsern HERREN Amen."

Braunschweig-Calenberg (1544), Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Christlike Kercken Ordeninge / Ceremonien vnde Gesenge / Vor arme vngeschickede Parheren yn dem löffliken Förstendome Hertogen Ericks / gestelt vnde yn den Druck gegeuen. Mit einer Vorrede / Ant. Corvini. [Gedrücket yn der löffliken Stadt Hannouer dorch Henninck Rüdem. M. D. XLIIII.]

Kirchenordnung für das Fürstentum Braunschweig-Calenberg. Enthält außerdem die Ordeninge der Confirmation edder Ferminge: wenn vnde wo men de holden schal: yn dem löffliken Vörstendome Hertogen Erichs des Jüngern. Anno M. D. XLIIII.

Das erste Vorwort beginnt folgendermaßen: "Von Goddes gnaden / wy Elizabeth / Geborem Marckgraffin tho Brandenborch / etc. Hertoginne tho Brunswig vnde Lünenborch / Wedewe / Entbeden allen vnde ydern vnsen vnderdanen / Geistlikes vnde Wertlikes standes / vnsen groth vnde gnedigen willen thouören. LEuen getruwen / nademale wy de vornemesten Artickel vnses waren olden Christliken gelouens / Desgeliken / den Catechismum edder Kinderlere / iuw tho gude yn den Druck affgeferdiget / Hebbe wy ock vor nödich angeseen / eine Kercken Ordeninge mit etliken Christliken Gesengen / iuw tho stellen tho laten... Datum Münden / etc. Ym jare des ringerntals. xlij."

Der Anfang des zweiten Vorwortes lautet: "Allen Parheren vnde Kerckendenern des löffliken Förstendomes Hertogen Ericks / wünschet Antonius Coruinus dessüluen Förstendomes Superintendens / gnade vnde frede dorch Christum. WErdigen / Wolgelerden leuen Heren vnde Bröder / Nademmale sick dat meiste dël manck iuw so lange her beklaget / se können sick yn der Ouerlendischen sprake / yn welckerer de vthgeghane Förstlike Ordeninge gedrücket / nicht wol schicken / Vnde darum me de sülue leuer yn Sassisscher sprake lesen wolden / So hebbe ick iuw vnde iuwen Parkinderen / de sunder twiuel ock gerne öhrer moder sprake leuer wenn eine frömde hören / tho gude / mit dem Drücker Henninggo Rudeno gehandelt / dat he de genömede Ordeninge sunderlick so vël alse der Kercken Ceremonien belanget / yn Sassischer sprake noch ein mal vpgelecht vnde gedrücket hefft... Datum Pattensen am Dinstage na Agnetis / Anno etc. xliiij."

Antonius Corvinus hat wohl die niederdeutsche Übersetzung der 1542 erschienenen hochdeutschen braunschweigisch-calenbergischen Kirchenordnung veranlasst und hat diese auch herausgegeben.

Emden (1594)
Korte Bekendtenisse der Christlicken Lehre, so in der Gemeine Gades tho Embden, uth synem Worde gelönet, gelehret und geprediget werde : Sampt bygefügter Kercken-Ordnung tho Embden. Gedruckt tho Bremen by Berendt Peterß. Anno 1594
(Bekenntnis und Kirchenordnung der Emder reformierten Gemeinde von Menso Alting)

Auf S. 27 von Alting, 1594 heißt es: "Disse Sum<m>arische Narration / is tho dem Ende / thom Jngange disser Vorantwerdinge gestellet / dat darvth de guthertige Leser beschedentlick vorneme<n> möge / dat vnse wahre Christlicke Religion vnd Lehre / who D. Pezelius in der Vorrede betüget / van anfanck der Reformation / nha affschaffinge des Pawestdoms in Ostfreßland sy ingevöret vnd angenamen / vn<de> van den Godtseligen Wolgebaren olden Grauen Edtzard löfflick befordert / vnde dat allererst / nha syner G. Dodt / de Bremischen / vn<de> Lüneborgischen / mit ehrer vormeinten Lehre hyr tho Lande gekamen / vn<de> verworpen sind / vnd dat derhaluen Ligarius vnd syn Anhang mit veelfoldiger Vnwarheit ehr Laster Boeck gefüllet / vnd eine gantz falsche Relation van desen dingen gedahn hebben."

"Willen nhu körtlick vormelden / wat Gegendeel hyr van bekenne. Als: 1 Erstlick / dat Anno 1520. dat Euangelium Christi tho Embden / vnde in Ostfreßlandt geprediget sy / vnde de Euangelische Reformation angefangen hebbe. 2 Thom anderen / dat M. Georgius Aportanus, tho Embden de erste Euangelische Prediger vnd Reformator gewest sy. 3 Thom drüdden / vornenen se nicht / dat desülue Aportanus, reiner gesunder Lehre gewesen / dewyle se ehn mit dem Tytel eines Euangelischen Predigers verehren / vnde syne Nhafolger allererst der vnreinen Lehr vordechtich holden. Thom veerden / dat de enige Olde wahre Religion / nha affschaffinge des Pawestdomes in Ostfreßlandt ordentlick angenamen vnd befordert sy. Vnd dat alle Euangelische Prediger der tydt / einich wedder dat Pawestdom gewest syndt. Thom vöften / dat by jtziger Bekentnüs de Kercke tho Embden van langen Jahren her / dat is nha ehrer Rekeninge van Anno 1554. als de Catechismus vthgangen / bestendich beth vp den hütigen Dach gebleuen."

Es wäre interessant, Altings Darstellung der Ereignisse mit der des Johannes Ligarius zu vergleichen. Das Harlingerland (Herrschaft Esens) kam erst später zur Grafschaft Ostfriesland und hat eine andere Reformationsgeschichte. (Vgl. Karte Deutschland zur Zeit der Reformation.) Die benachbarte Herrschaft Jever blieb dem Herrschaftsanspruch der ostfriesischen Grafen auf die Dauer entzogen.

Göttingen (1531)
Christlike Ordeninge der Stadt Gottingen. Myth eyner vörrede D. Martini Luther. Wittemberch. 1531. [Gedrucket tho Wittemberch dorch Hans Lufft. M. D. XXXI.]

Kirchenordnung für die Stadt Göttingen. Mit einem Vorwort von Martin Luther. Die Braunschweiger Kirchenordnung wird übernommen und an die Göttinger Verhältnisse angepasst. Auf Seite 29 des Digitalisats heißt es: "Vnde se kumpt mit der Brunswigischen ordenynge ouereyn / Daruth wy ock vele puncte genohmen hebben / Denne wowoll wy / von Godes gnaden / woll hedden / vth der Godtlyken schrifft / eyne beszundere vnde gröthere ordenynge könen maken / Hebben wy doch vor guth angesehen / dat wy vns in den meisten stücken / nach der Ordenynge der löuelyken Stadt Brunswigk / lenckeden vnde hilden / Vth orszaken / dat wy de Ordenynge / dorch den truwen Godes deyner / D. Johann Pomer gestelt / in neynerleye wech tho straffen noch tho betthern wetten / Jdt were denne sake / dat nha vnszer Stadt gelegenheyt / jchteswes vorandert were / dat nicht Godes wörth / noch de lere / Sundern / de vterligen dynge allene belangede. Thom andern / Dat wy ahne dat von older tydt her / vns nha der höuetstadt in Sasszen / Brunswigk / gerne holden vnde gheberen. Vnde szo vnsze Ordenynge / ohrer korte halben / nicht genochszam berichtede / in allen nödigen dyngen / den Christlyken leszere / wysen wy ohne in de Brunswigeschen Ordenynge / darinnen wydern bericht / Ock orszake vnde grundt vnszer lere / vnde ordenynge thohalende hirmede gewyszet hebben / Tho welker ock wy vonwegen ohrer fullenkomenheyt / wydere thoflucht hebben vnde ohrer gebruken willen / So offte dat de noth erfordert."

Möglicherweise wurde die Göttinger Kirchenordnung von Heinrich Winckel verfasst.

Hildesheim (1544)
Christlike Kerckenordeninge der löffliken Stadt Hildenssem. Mit einer Vörrede Antonij Coruini. [Gedrücket tho Hannouer / Dorch Henningk Rudem, M. D. XLIIII]
Der Text ist unterzeichnet von Johannes Bugenhagen Pomeranus, Antonius Coruinus und Henricus Winckel.

Nachdruck in Sammlung Stadt-Hildesheimscher Verordnungen...1791. Kirchenordnung für die Stadt Hildesheim.

Jeverland (1562)
Kerckenordeninge / Wo ydt mit Christliker Lere / rekinge der Sacrament / Ordination der Dener des hilligen Euangelij / ordentliken Ceremonien yn den Kercken / Visitation vnnde Scholen / Van der Eddelen vnde Wolgebarn Maria / gebaren Dochter vnnde Frewchen tho Jheuer / Rustringen / Ostringen / vnnde Wangerlande etc. Vnderdanen schal geholden werden. Vpt nye corrigert vnde auersehen / Dorch M. Petrum Rodtbart. Gedrücket tho Wittemberch / dorch Laurentz Schwenck. 1562.

Kirchenordnung für die Herrschaft Jever. Maria, Regentin des Jeverlandes gewidmet. In der Widmung, auf S. 11 des Digitalisats, heißt es: "...dat alle ergernisse vormidet / dat Predigampt mit frucht geuöret werde / dardorch Gades eere / loff vnde priss / vnde der Minschen heil vnde salicheit gesocht werde / Hebben Yuwe Gnaden / vth dessen allen hogen / bewechliken orsaken / mit ripen vnde wolbedachtem rade / vth Christlikem gemöthe / eine rechtmetige Christlike Kerckenordeninge stellen lathen / darna sick alle Pastoren vnde Diaconi in erem Ampte eindrechtich schicken scholden. Also dat erstmals Anno 48. vör myner ankumpst / etlike desses Landes Pastoren / weinich stücke einer ordination gemetich / schrifftlick hebben thosammende gebracht / de my in deme / alse yck hirher geeschet / synt auerandtwordet worden. Vnde ys van Y. G. vör gudt angesehen / yck scholde desüluigen Articul auersehen / vnde andere nödige mehr henanhengen / welcker yck tho der tydt / nha mynem vthersten vormöge / mit etliker anderen hülpe vnde thodoende / de desser Landschop gelegenheit beter wusten / denn yck / vthgerichtet hebbe." Die Widmung ist unterschrieben mit "Petrus Rodtbart / Pastor tho Jheuer."

Vergleiche Hermanni Hamelmanni Opera genealogico-historica, S. 808-809: "..., ut M. Petrus Rodebartus, Hadelensis, in pastorem Jheverensem vocaretur, & in Inspectorem reliquarum Ecclesiarum. Interea ordo ille & forma unanimis in Sacramentis administrandis & ceremoniis exercendis, quam Romerus Zedichius cum tribus praecipuis pastoribus praefixerat Ecclesiis, plane collapsa & à multis postposita erat: Ideo instat Sidonius Popkenus apud Generosam Dominam Mariam, ut à M. Petro Rodebartho prior ordo mitteretur. In hac re consensit Domina, & totum negotium committit M. Petro Rodebartho, qui anno Dni 1562. hanc publicavit ordinationem, & Generosae Dominae Mariae inscriptsit, cujus summa haec est:" [...] "Haec continentur in ea ordinatione, quae est Wittenberga excusa." (Vergleiche Beiträge zur Specialgeschichte Jeverlands, S. V. Gibt es eine lateinische Fassung mit dem Titel Ordinatio Jheverensis jussu Dominae Mariae revisa et interpolata, typis traditur a M. Petro Rodebartho?)

Kursachsen (1528), Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Vnderrichtinge der Visitatorn an de Parheren ym Körvörstendome tho Sassen. Wittemberch. M. D. XXViij. [Gedrucket dorch Hinrick Ottinger.]

Keine Kirchenordnung im eigentlichen Sinne, sondern von Philipp Melanchthon ursprünglich in hochdeutscher Sprache verfasster Leitfaden zur Kirchenvisitation im Kurfürstentum Sachsen (Wittenberg, 1528). Das Werk fand weit über die Grenzen Kursachsens hinaus Verbreitung. Von Johannes Bugenhagen stammt eine lateinische Übersetzung (Roskilde, 1538), die dieser für die Kirchenvisitation in Dänemark verfasst hat.

Kursachsen (1528), Exemplar der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Vnderrichtinge der Visitatorn an de Parheren ym Körvörstendome tho Sassen. Wittemberch. M. D. XXViij. [Gedrucket dorch Hinrick Ottinger.]

Keine Kirchenordnung im eigentlichen Sinne, sondern von Philipp Melanchthon ursprünglich in hochdeutscher Sprache verfasster Leitfaden zur Kirchenvisitation im Kurfürstentum Sachsen (Wittenberg, 1528). Das Werk fand weit über die Grenzen Kursachsens hinaus Verbreitung. Von Johannes Bugenhagen stammt eine lateinische Übersetzung (Roskilde, 1538), die dieser für die Kirchenvisitation in Dänemark verfasst hat.

Lippe (1538)
Ghestalthe Artickel Reformation der kirchen Jn der Graveschup Lyppe ect. dorch de Vorordenten der Landtschup avergegeven Anno 1538
(Ungedruckt, zum ersten Mal im 19 Jh. herausgegeben. Wurde alles richtig gelesen?)

Von Johann Timann und Adrian Buxschot im Auftrage der lippischen Landschaft verfasste Kirchenordnung für die Grafschaft Lippe. Die Kirchenordnung wurde von Simon de Went, dem Drosten zu Varenholz, der Universität Wittenberg zur Begutachtung vorgelegt, die zu einem positiven Urteil kam. Der Text des von Justus Jonas, Martin Luther, Philipp Melanchthon und Johan Bugenhagen unterschriebenen Gutachtens wird bei Hermann Hamelmann wiedergegeben.)

Siehe auch Bremen, 1534.

Mecklenburg (1557), Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek
Kerckenordeninge: Wo ydt mit Christlyker Lere / vorrekinge der Sacramente / Ordination der Denere des Evangelij / ordentlyken Ceremonien / jn den Kercken / Visitation / Consistorio unde Scholen / Jm Hertochdome tho Meckelenborch etc. geholden werdt. M. D. LVII. [Gedrücket tho Rostock by Ludowich Dietz. M D LVII.]

Kirchenordnung für Mecklenburg. Auf Seite IIII heißt es : "Jdt ys ock dorch desse Schrifft nicht anders gemeint / den<n> dat de einige / ewyge / warhafftige lere des Euangelij / reyne gepredyget schal werden / de Godt gnedichlick dorch synen Söne Jesum Christum geapenbaret hefft / vn<n>de jn der Propheten vnde Apostelen schriffte vorfatet ys / vnde jn dem vorstande / de jn den Symbolis Apostolico / Niceno / vnd Athanasij vth gedrückt ys. Mit welckem gelick stemmen Lutheri Cathechismus vnde Confessio / Vnde de Confessio de der Keyserlyken Maiestet jm Rykesdage tho Außborch / Anno 1530. auerantwordet ys / Vnde als desse Lere dorch Gades gnade eindrechtlichlick jn den Kercken disser Sassisschen Lande / als to Lübeck / Hamborch / Lünenborch / vnde anderen der gelyken gepredyget werdt. Mit welcken wy Godt ton eheren / vnd veler minschen salicheyt / begeren eindrechticheit tho holdende."

Minden (1530)
Christlike Ordeninge der Erlyken Stadt Mynden tho denste dem hilgen Euangelio / Ock denn Christliken frede vn<de> enicheit belangende / mit sampt ytliker vormaninge vor der gemeine Dorch Nicolaum kragen erwelten vn<de> geescheden predicantenn tho Minden. M D xxx [Jn der Keiserliken Stadt Lübeck / dorch Johan Balhorn gedrücket. M.D.xxx]

Kirchenordnung für die Stadt Minden. In der Vorrede heißt es: "Nicolaus Krage dem Leser. GNade vnde Frede van Godt dem vader yn erkentenysse des wordes Jhesu Christi si allen Christen Amen... Welckes sik nu eyn Ersam Rad tho Minden / mit sampt den medebörgeren vn<de> ynwoneren erer Stadt / hebben laten bewegen / vn<de> eyne Christliche ordeninge yn alle Kercken sick antorichtende / vth Gades worde dorch my / So vele nu God de gnade gift / hebben begeret. Dem süluen begerte na bin yck vth Christlycher leue vn<de> mit Gades worde / des yck ein dener bin / bewagen / vn<de> mit klenem vorstande So vele mi Godt günt vorgenamen / Sodane ordeninge / (wo denne begeret) an den dach tho stellen / Wowol yd doch an der ordeninge wo to Brunswick dorch den Erwerdigen Joannem Buggenhagen Pomer genoch angeteket were / Dar sik ein ider Christlicher wise ock wol entrichten könde / Dewile nu hir der Papisten hupe so grot ys. vn<de> mennigerleye art vn<de> wyse / yn den Kercken vn<de> süst myt erem wesende hebben vorgenamen. möte wi ock eine ander grunt der ordening hebben / Wowol se doch nicht anders / alse myt Gades worde schölen beuestiget vn<de> geholden werden / Vnde süst geliker grunt wor yd yn anderen wegen de not nycht fördert / myt der tho Brunswick auereyn stemmen..."

Neuenrade (1564)
Kerckenordeninge der Christliken Gemeine tho Niggen Rade. Angehauen im Jar vnses HEren / Dusent / viff hundert / veer vnd sestig vp Pingsten. Gedruckt tho Dörtmünd dörch Albert Sartor / M. D. LXIIII.

Kirchenordnung für Neuenrade. Auf Seite 175 des Digitalisats heißt es: "Der Christliken Gemeine tho Niggen Rade / wünschet M. Hermannus Wilken Godes gnade vnd alle gud. LEuen fründe vnd Landslüde / als ick am jüngesten by jw was merckede ick juwen guden willen / vnd Christlike thoneginge tho der waren Religion vnd rechten Godes denste. Na dem sick dan de gelegenheit begeuen heft / dat eine veranderinge der Ceremonien in juwer Kercken geschege / hebbe ick geachtet ick sy van Godes wegen schüldig mynem leuen Vader lande / in düsser löffliken vnd Christliken sake / na mynem vermögen tho denen. Hebbe derhaluen nach juwen wünschen / düsse korte Ordeninge / welcke ick weth dat Godes worde / vnd der Augspurgischen Confeßion / ock juwer gelegenheit gemete ys / tho samen gebracht / vnd tho schicke jw de seluige / biddende gy wollen vm Godes ehr / yuwer egenen wollfart vnd selicheit willen de seluige annemen / vnd dar öuer holden. God dem Allmechtigen beuollen / welcker geuen wolle dat sodan heilsam werck einen gelückliken fortganck hebbe / vnd bestendig sy / in Jhesu Christo vnsem HEren / Amen."

Der Historiker Hermann Hamelmann berichtet, dass sich der Klevische Landesherr durch diese Kirchenordnung, die in Übereinstimmung mit der Augsburger Konfession und den örtlichen Verhältnissen durchaus angemessen war, übergangen fühlte und es den guten Bürgern der Stadt verbot, diese zu befolgen oder eine solche anzunehmen. Es wäre sein Vorrecht wie das einer höheren Behörde, Reformationen einzuleiten: "In hoc amplissimo & potente Comitatu [Marcka] est oppidum Nienrode non procul ab urbe Iserlo, in quo Senatur & cives susceperunt doctrinam Euangelii & sententiam Augustanae confessionis, & breviter ordinationem Ecclesiasticam certe piam per urbis suae alumnum M. Hermannum VVilkium virum graecae linguae doctum & alias eruditum (qui quondam fuit rector Scholae Rigensis in Livonia) conscribi curant Anno D. 1564. eamq<e> ut fidei suae rationem redderent coram quovis publici juris faciunt typis Tremoniani Typographi, quae certe ordinatio fuit bene isti Ecclesiae accommodata, sed cum boni cives in pio essent initio & proposito, ecce tunc Princeps Clivensis illis serio mandavit ne vel sequerentur vel susciperent talem ordinationem Ecclesiasticam, cum ipsius ut superioris Magistratus esset Reformationes instituere." In: Historiae ecclesiasticae renati euangelii per Inferiorem Saxoniam & VVestphaliam, S. 127 des Digitalisats.

Osnabrück (1543a)
Christlicke Kercken Ordenungh. Der Statt Ossenbrügge / Dorch M. Hermannum Bonnum Verfatet. Gedrücket Jm Jahr 1543.

Von Hermann Bonnus für die Stadt Osnabrück verfasste Kirchenordnung. Druckort und Drucker werden nicht genannt. Der gedruckte Text bricht auf Seite 42 des Digitalisates ab. Es folgen zwei Seiten mit handschriftlichem Text. Der Abschnitt "Van den düdeschen Scholen" liegt nur handschriftlich vor. Am Ende des handschriftlichen Textes steht "Gade alleine de Ehrn." Ist der Text vollständig?

Um 1530 wurde Hermann Bonnus von Johan Bugenhagen in Lübeck als Superintendent eingesetzt. Als bewährter Theologe und Osnabrücker Landeskind - Bonnus stammte aus Quakenbrück. - wurde er 1543 von Franz von Waldeck und dem Rat der Stadt mit der Durchführung der Reformation in Osnabrück beauftragt (vgl. Hermann Hamelmann, Opera genealogico-historica, S. 1133-34).

Da der Landesherr Franz von Waldeck der Reformation wohlwollend gegenüberstand und auch später die von Bonnus verfasste Kirchenordnung in Kraft treten ließ (vgl. Reformationsgeschichte der Stadt Osnabrück, S. 190 und Osnabrückische Kirchen-Historie, S. 60), ist eigentlich nicht zu verstehen, warum Drucker und Druckort der Kirchenordnung nicht genannt werden. - Seit dem Reichstag von 1530 mussten Drucker und Druckort angegeben werden. - Wahrscheinlich ist das Werk nicht in Osnabrück gedruckt worden, sondern an einem Orte, wo man der Reformation ablehnend oder feindlich gegenüberstand.

Siehe auch Bonnus, 1546, Osnabrück, 1543b und Tecklenburg, 1543.

Osnabrück (1543b)
Kerkenordnunge vor de Landtkerken des Stiffts Osenbrügge
In: Hermann Bonnus, Erster Superintendent von Lübeck und Reformator von Osnabrück. Nach seinem Leben und seinen Schriften berabeitet von Bernhard Spiegel, nebst bisher noch ungedruckten Anlagen, enthaltend: Die Kirchenordnung für die Landkirchspiele des Fürstenthums Osnabrück u.s.w. Leipzig. Roßberg' sche Buchhandlung. 1864. S. 134-139

Von Hermann Bonnus verfasste Kirchenordnung für das Stift Osnabrück (mit Ausnahme der Stadt Osnabrück). Erstausgabe der bis dahin ungedruckten Handschrift. (Der Originalhandschrift oder einer Abschrift?) Die Kirchenordnung lässt sich anhand eines von Franz von Waldeck an das Kapitel und den Rat von Quakenbrück geschriebenen Briefes ("Datum Witlage am Saterdage na dem Sondage Exaudi Anno DXLIII", Spiegel, 1864, S. 140-141), in dem er die Kirchenordnung anbefiehlt, auf das Jahr 1543 datieren.

Bonnus unternahm auch einen Versuch, vom Amt Reckenberg aus die Reformation im Kloster Herzebrock einzuführen. Das Kloster gehörte zur Herrschaft Rheda, war aber in kirchlicher Hinsicht dem Bischof von Osnabrück unterstellt. Dieser Versuch scheiterte jedoch am beharrlichen Widerstand der Schwestern. (Vgl. die Karte der westfälischen Territorien.)

Siehe Kurze Geschichte des Klosters Herzebrock (1876), S. 40. Die entsprechenden niederdeutschen Aufzeichnungen der Herzebrocker Klosterschreiberin Anna Roede finden sich in Westfälische Zeitschrift 114 (1964), S. 353-355, die übrigen Quellen in Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 19 (1883), S. 31-44. Eine umfassende Darstellung findet sich bei Klueting (1986). Der vollständige Text von Anna Roedes in niederdeutscher Sprache verfasster Chronik von der Gründung des Klosters Herzebrock bis zum Tode Franz von Waldecks findet sich in Jahrbuch der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte 68 (1970), S. 75-146. Siehe außerdem die Bibliographie zur Geschichte der Herrschaft Rheda und des Amtes Reckenberg.

Siehe auch Bonnus, 1546, Osnabrück, 1543a und Tecklenburg, 1543.

Pommern (1535)
Kercken Ordeninge des gantzen Pamerlandes / Dorch de Hochgebaren Försten vnd Heren / Heren Barnym vnde Philips / beyde geuedderen / vp dem landdage tho Treptow / tho eeren dem hilligen Euangelio / beslaten. Dorch Doc. Joannem Bugenhagen. 1535. [Gedrucket tho Wittemberch dorch Frantz Schlösser]
(Kirchenordnung für Pommern. Von Johannes Bugenhagen verfasst.)

Pommern (1563)
Kercken Ordeninge im Lande tho Pamern / Dorch de Dorchlüchtigen Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim / vnde Herrn Philipsen / Hochlöffliker gedechtnis / beide Hertogen tho Stettin Pamern / der Cassuben vnde Wenden / Försten tho Rügen / unde Grauen tho Gutzkow ect. Anuenglick vp dem Landdage tho Treptow Anno M.D. XXXV. geslaten: Vnde jtzund verner Dorch de Dorchlüchtigen Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim den öldern / Herrn Johann Friderichen / Herrn Bugslaffen / Herrn Ernst Ludwig / Herrn Barnim den yüngern / vnde Herrn Casimiren / Geueddern vnde Gebröder / Hertogen tho Stettin Pamern etc. vp radt der Theologen / vnde bewilliginge der Landstende vornyet vnde vormeret [Gedrücket tho Wittenberge / dorch Johann Schwertel] ANNO M.D. LXIII.
(Kirchenordnung für Pommern. Überarbeitung und Erweiterung der Kirchenordnung Treptow, 1535. Siehe auch Melanchthon, 1565.)

Im Vorwort heißt es: "Vnde vns dem na erinnert / dat vorschënen M. D. LVI Jares / van vns Hertoch Barnim dem öldern / sampt hochgemeltem vnsem seligen geleueden Veddern vnde Herrn Vadern / alse twisschen etliken Theologen vnde Lerern hen vnde wedder gezencke / twespaldt vnde misuorstandt ingeuallen / vp geholdenem gemenen Landtdage tho olden Stettin / dem Allmechtigen tho prise vnde ehre / de gemenem Vaderlande tho nötte vnde guden / ein gemene affscheed einhellich geslaten vnde publiceret is / alles inholdes / wo volget."

"Van Gades gnaden / Wi Barnim vnde Philips Geuedderen / Hertogen tho Stettin Pamern / der Cassuben vnd Weden / Försten tho Rügen / vnde Grauen to Gutzkow etc. doen thokümpstiger gedechtenisse kundt / dat wi vth ehehafften groten orsaken / dem Allmechtigen tho ehren / der Römischen Keiserliken / Köningliken Maiestet / vnde dem hilligen Römischen Rike tho gehorsam / vnsen Hertochdomen / Landen vnde Vndersaten tho woluart / alle Stende / Herren / Prelaten / Man vnde Stëde / vnser Landschop / anher in vnse Stadt olden Stettin / vp einen gemenen Landdach beropen / densüluen bauen gedacht vnser vnde ërer ehehafft / vnses Förstliken Ampts haluen vörholden vnde berichten laten / vnde nauolgender gestaldt / mit ërem rade / geslaten / voraffschedet vnde vorordent hebben / Sunderlick na dem de misuorstandt / tüsschen der Römischen Keiserliken vnde Köningliken Maiestet / vnsem aller gnedigesten Herren / etliken Köerförsten / Försten / vnde Steden der Düdischen Nation / eins / vnde Köerförsten / Försten / vnde Steden des hilligen Römischen Rikes / der Augsborgischen Confession vorwandten / anders deels / so nu vële Jar her mit grotem vngemack des Rikes geswëuet / in nechst vorschënenem Rikesdage / Anno 1555. etc. tho Augsborg geholden / vpgeschauen / vnde ein yümmer bliuende frëdestandt / bet tho kümpstiger Christliker vorgelikinge / angenamen vnde voruatet / alles inholdes dessüluen Rikes affschedes / dar tho wi vns hyr mit refereren... Vnde tho verner handthauinge vnser Christliken Religion / Kercken / vnde Kercken gerechticheiden / hebben wi de Kercken ordeninge / in vnser Stadt Treptow / im yar M. D. XXXV. etc. publiceret / hyr mit wedderümme vornyet."

"NA dem öuerst desülue Kerckenordeninge / eines deels mangelhafftich / eines deels verner erklëringe eruördert / sint wi willens / mit gudem rade der godtseligen Geistlicheit / Superintendenten / Prëdigern vnde andern / vörgemelte Treptowische Kerckenordeninge eruüllen / reformeren / vnde verner der nodtrofft na erklëren / ock desülue reformation thom vörderlikesten publiceren tho laten etc... Datum tho olden Stettin / Maendages na Laetare / Anno 1563."

Pommern (1591a)
Kercken Ordeninge im Lande tho Pamern / Dorch de Dorchlüchtigen Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim / vnde Herrn Philipsen / Hochlöffliker gedechtnis / beide Hertogen tho Stettin Pamern / der Cassuben vnde Wenden / Försten tho Rügen / vnde Grauen tho Gutzkow etc. Anuenglick vp dem Landdage tho Treptow ANNO M. D. XXXV. geslaten: Vnde itzund verner Dorch de Dorchlüchtigen Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim den öldern / Herrn Johann Friderichen / Herrn Bugslaffen / Herrn Ernst Ludwig / Herrn Barnim den yüngern / vnde Herrn Casimiren / Geueddern vnde Gebröder / Hertogen tho Stettin Pamern etc. Vp radt der Theologen / vnde bewilliginge der Landstende / vornyet vnde vormeret. Gedrücket tho Olden Stettin Anno 1591. [Gedrücket tho Olden Stettin / by Andreas Kellner]
(Kirchenordnung für Pommern.)

Pommern (1661)
Kercken-Ordeninge im Lande tho Pamern : Dorch de Dorchlüchtigen / Hochgebarnen Försten unde Herren / Herrn Barnim / unde Herrn Philipsen / Hochlöffliker Gedechtnis / beide Hertogen tho Stettin / Pamern / der Cassuben unde Wenden / Försten tho Rügen / unde Graven tho Gützkow / etc. anvenglick up dem Landdage tho Treptow im Jahr 1535. geschlaten: Verner dorch de Dorchlüchtigen / Hochgebarnen Försten unde Herren / Herrn Barnim den öldern / Herrn Johann Friderichen / Herrn Bugslaffen / Herrn Ernst Ludwig / Herrn Barnim den yüngern / unde Herrn Casimiren / Geveddern unde Gebrödern / Hertogen tho Stettin / Pamern ect. up Rade der Theologen / unde Bewilliginge der Landstände / vornyet unde vormeret: Unde itzund up Erer Kön. Mayet. tho Schweden / etc. etc. etc. hochlöffliken Gouvernaments in Pamern Anordeninge unde Befehlinge uppet nye gedrücket. Olden Stettin by Johan<n> Rheten,1661
(Kirchenordnung für Schwedisch-Vorpommern auf Grundlage der pommerschen Kirchenordnung von 1563. Siehe ferner zu Schwedisch-Vorpommern: Fundamentalischer Auszug der vornembsten Puncten des allgemeinen durchgehenden Deutschen Friedens (Münster, den 24. Oktober 1648) bzw. Then Tyske Fridens allmennelige vthgående Hufwudpuncters grundlige Vthtogh (Münster, den 24. Oktober 1648).)

Pommern (1690)
Kercken-Ordeninge Im Lande tho Pamern / Dorch de Dorchlüchtigen / Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim vnde Herrn Philipsen / Hochlöffliker gedechtnis / Beide Hertogen tho Stettin / Pamern / der Cassuben vnde Wenden / Försten tho Rügen / vnde Grauen tho Gützkow etc. Anuenglick vp dem Landdage tho Treptow / ANNO M.D.XXXV. geslaten / Dorch de Dorchlüchtigen / Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim den öldern / Herrn Johann Friederichen / Herrn Bugslaffen / Herrn Ernst Ludwig / Herrn Barnim den Jüngern / vnde Herrn Casimiren / Geveddern vnde Gebröder / Hertogen tho Stettin / Pamern etc. Vp radt der Theologen / vnde bewilliginge der Landstende / vornyet vnde vormeret. Olden Stettin / Drückt unde verlegt idt Friderich Ludwig Rhete / Köningl. Boeckdrücker. ANNO 1690
(Gegeben Stockholm / den 28. Junii Anno 1688. Kirchenordnung für Schwedisch-Vorpommern auf Grundlage der pommerschen Kirchenordnung von 1563. Zweisprachige Ausgabe. Siehe ferner zu Schwedisch-Vorpommern: Fundamentalischer Auszug der vornembsten Puncten des allgemeinen durchgehenden Deutschen Friedens (Münster, den 24. Oktober 1648) bzw. Then Tyske Fridens allmennelige vthgående Hufwudpuncters grundlige Vthtogh (Münster, den 24. Oktober 1648).)

Pommern (1691)
Agenda / Dat is / Ordninge der hilligen Kerckenempter unde Ceremonien / Wo sick de Parrherren / Seelsorgere unde Kerckendenere in erem Ampte holden schölen / Gestellet vor de Kercken in Pamern / vp Beuël der Dorchlüchtigen / Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim des öldern / Herrn Johann Fridrichen / Herrn Bugslaffen / Herrn Ernst Ludwigen / Herrn Barnim des yüngern / vnde Herrn Casimiren / Geveddern vnde Gebröder / Hertogen tho Stettin / Pamern / der Cassuben vnde Wenden / Försten tho Rügen / vnde Grauen tho Gützkow / etc. ANNO M.D.LXVIII. Olden Stettin. Drückt unde verlegt idt Friderich Ludwig Rethe / Köningl. Boeckdrücker. ANNO M.DC.XCI.
(Kirchenagende für Schwedisch-Vorpommern. Zweisprachige Ausgabe. Siehe ferner zu Schwedisch-Vorpommern: Fundamentalischer Auszug der vornembsten Puncten des allgemeinen durchgehenden Deutschen Friedens (Münster, den 24. Oktober 1648) bzw. Then Tyske Fridens allmennelige vthgående Hufwudpuncters grundlige Vthtogh (Münster, den 24. Oktober 1648).)

Pommern (1731)
Kercken-Ordeninge Jm Lande tho Pamern / Dorch de Dorchlüchtigen, Hochgebarnen Försten Herrn Barnim vnde Herrn Philipsen, Hochlöffliker gedechtnis, Beyde Hertogen tho Stettin, Pamern, der Cassuben vnde Wenden / Försten tho Rügen, vnde Grauen zu Gützkow ect. Anuenglick vp dem Landdage tho Treptow, Anno M.D.XXXV. geslaten, Vnde verner, Dorch de Dorchlüchtigen, Hochgebarnen Försten vnde Herren / Herrn Barnim den Öldern, Herrn Johann Friederichen, Herrn Bugslaffen, Herrn Ernst Ludewig, Herrn Barnim den Jöngern, vnde Herrn Casimiren, Geveddern vnde Gebröder / Hertogen tho Stettin, Pamern etc. Vp radt der Theologen, vnde bewilliginge der Landstende / vornyet vnde vormeret. Gedrückt Anno 1690. Jtzund äverst mit Consens der Königl. Schwedis. Hochprießl. Regerung vp dat nye thom druck befördert. STRALSUND vnde GRJPSWOLDT, Van Jacob Löfflern, Königl. Universitaets-Boockhandler in Griepswoldt. 1731.
(Gegeben Stockholm, den 28. Junii Anno 1688. Kirchenordnung für Schwedisch-Vorpommern auf Grundlage der pommerschen Kirchenordnung von 1563. Zweisprachige Ausgabe. Siehe ferner zu Schwedisch-Vorpommern: Fundamentalischer Auszug der vornembsten Puncten des allgemeinen durchgehenden Deutschen Friedens (Münster, den 24. Oktober 1648) bzw. Then Tyske Fridens allmennelige vthgående Hufwudpuncters grundlige Vthtogh (Münster, den 24. Oktober 1648).)

Preußen (1526)
Etlike vthgetagen Artikel vth gemeiner Landeßordeninge des Hertochdoms in Prußen. M. D. XXvj [Vth Hochdudescker jnn Neddersassescke sprake gedrucket / dorch Ludwich Dietz / des drudden dages Octobris Anno des ryngeren tals jm soß vnde twyntigesten yare.]

Landes- und Kirchenordnung Albrechts des Älteren für das Herzogtum Preußen. Es fällt auf, dass in Preußen die Kirche als Teil des Staates gesehen wurde. In den niederdeutschen Ländern war diese autonom.

Im Vorwort kommt ein ganz erstaunliches Sendungsbewusstsein zum Ausdruck: "Alse dusse vthgetagene Artykel syner F. G. gemeiner Landeßordeninge schone (beneuen dem dat syne F. G. dat wort Gades fryg preddeke<n> leth) getuchnysse geuen / welcker vm<m> der Neddersassen wyllen vth hochdüdescker sprake ghesettet / dusser meninge vnde vortruwynge / De ewyge güdyghe God wylle anderen / Herenn Fursten / vnde äuerichheyden de gnade ock geuen / dat se dorch vörbylde vn<de> Exempel dusser Christlyken Artykel eyn mäl (so verne se Gades grymmygen torne gedencken thouormyden / vn<de> ydt jn erem gebede schal wolstän) tho Christlyker Ordinantien gedencken / vnde deme so vlytich / wo hyrinne geschën / natrachten."

Man vergleiche die Bescheidenheit der Braunschweiger Kirchenordnung, die in niederdeutschen Landen tatsächlich als Muster galt.

Schleswig-Holstein (1542), Exemplar der Königlichen Bibliothek zu Kopenhagen
Christlyke Kercken Ordeninge / De yn<n> den Fürstendömen / Schleßwig / Holsten etc. schal geholden werden. [Gedrücket tho Magdeborch / dorch Hans Walther. Anno. M. D. XLII.]

Kirchenordnung für die Herzogtümer Schleswig und Holstein. In der Vorrede heißt es: "Wy Christian van Gades Gnaden tho Dennemarcken / Norwegen / der Wenden vnde Gotten. Köning / Hertoge tho Schleßwig / Holstenn Stormarn vnde der Dyethmarschen / Grauen tho Oldenborch vnde Dëlmenhorst / Entbeden vnsen Förstedomen vnsen Groth tho vorn... Wy hebben auerst desse Ordeninge tho stellende ersten beualen / vnsen gelerden vnde Predicanten vnde Pastorn / dartho ock gebeden / den Hochgebarnen Försten / Heren Johannes Frederiken / Hertogen tho Sachssen vnde Churförsten vnsen fründtliken leuen Ohmen. Dat syne leue vns schicken wolde eren Johan Bugenhagen Pomeranum der hilligen Schrifft Doctorn. Deme syne leue ock also gedan hefft / Vnde wy vns des gegen syner leue tho bedanckende hebben. Dessuluen Mannes Radt vnd vlith / hebben wy neuen vnsen Andern Reden yn desser hilligen Ordeninge anthorichtende gebrucket / ock demsuluen geuolget / Welcker wy allene der orsake antögen / vp dat nemandt gedencken möge / alse hedde wy hirynne wreuelick vnde vnbedechtiglick gehandelt... DErhaluen wy ock gebeden / allen vnde ytliken / vnsen vnderdanen / wat standes de sint / dat se desse Ordeninge Gades / vnde vnse. De wy dorch den Druck hebben laten vthghan / annemen / holden vnde beschermen / ein yeder na synem beuehle vnde gelegenheit. Des geliken gebede wy ock / vnsen Vögeden vnde Pastorn / dat se yn Steden vnde Dörpern beschaffen / so balde ene dat mögelick syn wert / Dat solckes alle / wo denne van vns geordent / geholden / vnde yn einen Schwanck gebracht werde... Darbeneuen schal einer ock van vns nicht vngestraffet bliuen / De sy ock we he wille. De desser Ordeninge vth wreuelikem Mode wedderstreuen wörde. Welckes wy gedencken tho donde / na der macht / de vns van Gade gegeuen ys worden. Vnser Here Jhesus Christus / beware juw yn ewicheit / AMEN."

Schleswig-Holstein (1601), Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Christlyke Kercken Ordeninge / De yn den Fürstendömen / Schleßwig / Holsten etc. schal geholden werdenn [Gedrücket tho Magdeborch / dorch Hans Walther, 1542. Nahdrücket tho Schleßwieck / dorch Nicolaum Wegener, 1601]

Kirchenordnung für die Herzogtümer Schleswig und Holstein. In der Vorrede heißt es: "Wy Christian van Gades Gnaden tho Dennemarcken / Norwegen / der Wenden vnde Gotten. Köning / Hertoge tho Schleßwig / Holstenn Stormarn vnde der Dyethmarschen / Grauen tho Oldenborch vnde Dëlmenhorst / Entbeden vnsen Förstedomen vnsen Groth tho vorn... Wy hebben auerst desse Ordeninge tho stellende ersten beualen / vnsen gelerden vnde Predicanten vnde Pastorn / dartho ock gebeden / den Hochgebarnen Försten / Heren Johannes Frederiken / Hertogen tho Sachssen vnde Churförsten vnsen fründtliken leuen Ohmen. Dat syne leue vns schicken wolde eren Johan Bugenhagen Pomeranum der hilligen Schrifft Doctorn. Deme syne leue ock also gedan hefft / Vnde wy vns des gegen syner leue tho bedanckende hebben. Dessuluen Mannes Radt vnd vlith / hebben wy neuen vnsen Andern Reden yn desser hilligen Ordeninge anthorichtende gebrucket / ock demsuluen geuolget / Welcker wy allene der orsake antögen / vp dat nemandt gedencken möge / alse hedde wy hirynne wreuelick vnde vnbedechtiglick gehandelt... DErhaluen wy ock gebeden / allen vnde ytliken / vnsen vnderdanen / wat standes de sint / dat se desse Ordeninge Gades / vnde vnse. De wy dorch den Druck hebben laten vthghan / annemen / holden vnde beschermen / ein yeder na synem beuehle vnde gelegenheit. Des geliken gebede wy ock / vnsen Vögeden vnde Pastorn / dat se yn Steden vnde Dörpern beschaffen / so balde ene dat mögelick syn wert / Dat solckes alle / wo denne van vns geordent / geholden / vnde yn einen Schwanck gebracht werde... Darbeneuen schal einer ock van vns nicht vngestraffet bliuen / De sy ock we he wille. De desser Ordeninge vth wreuelikem Mode wedderstreuen wörde. Welckes wy gedencken tho donde / na der macht / de vns van Gade gegeuen ys worden. Vnser Here Jhesus Christus / beware juw yn ewicheit / AMEN."

Dem Text der Kirchenordnung ist folgender Beschluss angehängt, durch den die Kirchenordnung angenommen wurde: "DEsse Vorgeschreuen Ordeninge / hebben wy Christian obgemelt / tho Dennemarcken vnde Norwegen Köninck / Mit sampt den Ehrwerdigen / Gestrengen vnde Ehrnfesten / vnsen Reden / Praelaten / Ridderschopp / Mannen vnde Steden / vnser Hertoch vnde Förstendöme / Schlesewick / Holsten / etc. Vp einem gemenen Landtdage / yn vnser Stadt Rendeßborch / derhaluen geholden / eyndrechtichlick angenamen / beleuet vnde bewilliget / yn allen eren Stücken / Puncten vnde Artickeln / stede vast vnde vnuorbraken tho holdende / Annemen / beleuen vnde bewilligen solckes / yn Krafft vnde Macht / Desses apenbaren vnde derhaluen vthgegangenen Druckes / vor Vns / Vnsere vnmündigen Bröder / vnser aller Sitzes Eruen / vnde Nakömelinge / Hertogen tho Schleßwick / Holsten / etc. Dermaten vnde also / Dat wy Vns na gegenwardiger Ordinantie / mit gemelden vnsen Reden / Praelaten / Ridderschop / Mannen vnde Steden / allenthaluen Richten / ock desuluige mit allen eren Puncten / Artickeln vnde Clausulen / allenthaluen holden schölen / vnde willen. Vnde so yn einem Gemenen fryen Christliken Concilio / etwas beters / edder mehr beschlaten wurde / Demsuluigen willen wy vns ock glickmetich vnde Volghafftich ertögen. Actum vnde Datum Rendeßborch / Vp einem Gemenen Landt Dage / yn bywesen gemelder Vnser Rede / Praelaten / Ridderschop / Mannen vnde Steden / dar tho beropen / am Negenden Dage Martij. Anno ym XLII. Vnder vnsem Secret / etc."

Soest (1532), Exemplar der Britischen Nationalbibliothek
Der Erbaren / Erenriker Stadt Sost Christlike Ordenunge / tho denste dem hilgen Euangelio / Gemenem vrëde vnd eindracht / ouergesen dorch D. Vrbanum Regium / vnd mit ener des sülfftigen latinschen Commendation. Dorch Gerdt Omeken van Kamen beschreuen. M.D.XXXII. [Jn<n> der Keyserliken Stadt Lübeck dorch Johan balhorn. Gedrucket. M. D. XXXII.]

Die Ausrichtung der Kirchenordnung
Im Vorwort heißt es: "ALen christgelöuigen herten vn<de> vngeuynßede<n> leeffhebberen der warheit wündscht Gerdt Oemke<n> / Gnade / frede / vnde barmherticheyt van Gade dem vader dorch vnsen enigen Mithler / Sůndedrager / Heren vnde Heilandt Jesum Christum. DEwile Godt vnser hemmelscher Vader [...] dat Ewige (lange dorch minschliken tandt / ane grundt / sülfft erdichtede settinge vnde gebodt / vordunckerth) helschynende ewich durende licht syner Gödtliken klarheit / vns armen ellenden yn sünden gebare<n> Adams kinderen [...] wedder vm geschenckt heruor gebracht [...] dorch erlüchtunge des hilgen geistes / böke vnde schrifft van den Achtbarn Hochgelerten getruwen Gatzbade<n> Martino Lutter / Bugenhage<n> / Vrbano Regio / Philippo Melancthone / sampt andere<n> loffwerdigen treffliken menneren / der ich vnwerdich kunst haluen / de remen erer scho vp tho lösen [...] Dusser guden Stadt Soest / rëde / orsake / vnd beschedt tho geuen [...] "

Der Historiker Hermann Hamelmann berichtet, die Soester Kirchenordnung erinnere an die Braunschweiger Kirchenordnung (1528): "Provocat quoque ad ordinationem Brunsvicensem, aliquando à D. Doctore Johannes Bugenhagio aeditam." (vgl. Opera genealogico-historica S. 1083).

Druck der Kirchenordnung in Lübeck
"..., wurde Magister Gerhard Oemiken einstimmig berufen. Er kam von Lippstadt nach Soest, verfertigte die Kirchenordnung, sandte sie an Dr. Urbanus Regius und als dieser sie genehmigt hatte, auch an den Magister Hermann Bonn, Prediger zu Lübeck, mit dem Ersuchen, daß, wenn dieselbe auch den Beifall der dortigen Lehrer erhalten würde, er zur Beförderung derselben für den Druck sorgen möge. Johann Balhorn gab sie zu Lübeck im Jahre 1532 heraus, und auf Verlangen der Gemeinde zu Soest wurde sie in demselben Jahre am Donnerstage nach Ostern daselbst publicirt."
(Reformationsgeschichte der Länder Jülich, Cleve, Berg, Mark, Ravensberg und Lippe, S. 33.)

Offensichtlich beruht dieses Zitat aus der Reformationsgeschichte... auf folgender Mitteilung des Historikers Hermann Hamelmann: "..., ex communi deliberatione evocatur M. Gerhardus Oemikenius, Camensis, ex urbe Lippia, (ubi jam ei & munus docendi & oppidi commoratio interdicta erat per Clivensem Ducem) ut conscriberet in usum Susatensis Ecclesiae certam ordinationem, quod fecit, & ibi aliquamdiu haesit. Finitam & absolutam ordinationem misit ad Doctorem Urbanum Rhegium, qui eam publico elogio commendavit. Misit autem eandem ad M. Hermannum Bonnum, petens a Lubecensibus concionatoribus quoque clanculum, & si eis probaretur editionem istius per praelum: Itaque editur Lubecae per Johannem Ballhorn / Anno 1532." (vgl. Opera genealogico-historica S. 1083).

Hermann Bonnus war seit etwa 1530 Superintendent in Lübeck. (Siehe auch Osnabrück, 1543.)

Vermutlich gab es in den Jahren, die auf das Ende der Lippstädter Druckerei (1526) folgten (vgl. Westermann, 1524 und Westermann, 1525), keine Möglichkeit in Westfalen, eine evangelische Kirchenordnung drucken zu lassen. Man wich daher zum Drucken der Bücher in die Freie Reichsstadt Lübeck aus (vgl. Minden, 1530 und Christlike vnde Erbare erthöginge, 1532), wo man sich halbwegs sicher vor der Inquisition und den Unterdrückungsmaßnahmen des Adels fühlen konnte.

Omckens Wirken in Lippstadt
Omcken scheint zuvor die Gemeinde in Lippstadt nach dem Vorbild der Wittenbergischen Kirche geordnet zu haben, ohne das eine Kirchenordnung in den Druck gegangen ist. 1551 blickt Omcken auf sein Leben zurück. Er schreibt u.a.:

"Als ick nu gantz bröderlick van dar [van Lübeck O.B.] affgeuordert / mynen affscheydt genomen / na langer / myner sër geuerliker vn<de> bekümmerlicker reise / wedder jn de stadt vn<de> Graueschop Lippe / ankamen darsüluest Positiones / nicht ane geringe vare / mith den Mönnicken vn Papen / der doch keine heruor wolde / tho disputeren / angeslagen / dath Testament Jesu Christi vnde Ceremonien / na gebruke der hilligen Wittenbergischen Kercken / desgelicken eine Christlicke Kercken Ordenu<n>ge der Erentryken Stadt Sost / so ym Druck vthgegangen / vth vörderunge / bydden vnde beuële / eynes Ersamen / vorsichtigen / wysen Rades / sampt den / so beneffen erer Er. vor. tho Rade gestellet / vpgerichtet / dorch Gades gnade vorordent vnd gemaket." (Quelle: Eyn Christliker trost / leer vnd vormanunge, S. 19 des Digitalisats.)

Hermann Hamelmann zufolge hat Omcken, der 1530 auf Ratschlag von Johann Westermann nach Lippstadt berufen worden war, um eine Kirchenordnung zu verfassen, es wegen des Herzogs von Kleve und des Grafen zur Lippe nicht gewagt, diese zu veröffentlichen: "[Omikenius] reversus nunc domum in Westphaliam vocatur à civibus anno 1530. de consilio Westermanni (qui hoc propterea fecit, ne ille solus videretur rem agere) ut ipsorum Ecclesiae formam in Ceremoniis & celebranda missa moderaretur atque integram ordinationem toti Ecclesiae praescriberet. Quod cum faceret, non audebat tamen illam propter suos Dominos Ducem Clivensem & Comitem Lippiae in lucem dare." (vgl. Opera genealogico-historica S. 1048). Die Inquisition von 1526 war noch in frischer Erinnerung. Vermutlich hatten die beiden Herren außerdem entsprechende Verbote erlassen.

Die von Omcken eingerichtete Ordnung ist wahrscheinlich nur bis 1535 praktiziert worden. Von jahrelangen Schikanen und Sanktionen zermürbt wurde die Stadt Lippstadt 1535 vom Herzog von Kleve und vom Grafen zur Lippe durch eine Belagerung in die Knie gezwungen (vgl. Special-Geschichte von Lippstadt, S. 204 ff.).

Der Herzog von Kleve war bestrebt, die von ihm erlassene Kirchenordnung (1533) auch in Lippstadt durchzusetzen. Die zwischenzeitlich erkämpfte politische und kirchliche Selbstverwaltung der Stadt wurde zurückgedreht. Für die Stadt wichtige Persönlichkeiten, darunter Johan Westerman, hatten Lippstadt zu verlassen.

Westermann fand nach kurzem Aufenthalt in Münster in Hofgeismar in der Landgrafschaft Hessen Asyl (vgl. Falckenheiner, 1842, S. 480-485 und Knodt, 1895, S. 89-94). Hofgeismar liegt im nördlichen Gebietszipfel Hessens, der in den niederdeutschen Sprachraum hineinragt. War Westermann nur in niederdeutscher Umgebung als Theologe einsetzbar?

Siehe Westermann, 1524, Westermann, 1525, Daniel von Soest, 1539a, Daniel von Soest, 1539b und Omcken, 1551. Siehe außerdem Knodt, 1898 und Knodt, 1895.

Tecklenburg (1543)
Der Graveschop und Herschoppen ect. Teckenborch, Linge und Rhede Gottliche und Christliche der hilligen Schrifft gemete und der Lantschop geleigen Ordinatio Artickels wise körtlich <vervatet>.

Ungedruckt. Zum ersten Mal im 19. Jh. herausgegeben. Der Ausgabe liegt nicht die ursprüngliche Handschrift, sondern eine Abschrift vom Ende des 16. Jhs. zugrunde, was einige hochdeutsch wirkende Verschreibungen erklären dürfte.

Kirchenordnung für die Grafschaft Tecklenburg, die Grafschaft Lingen und die Herrschaft Rheda. (Vgl. die Karte der westfälischen Territorien.) Der Text beginnt mit den Worten: "Wy Cort Grave und her tho Teckenborch, Linge und Rhede enbeiden und wunschen all' onsern Lantzaten gnade und frede etc." Der letzte Satz lautet: "Datum Teckenneborch ipsis feriis Bartholomaei. A. 1543 [24. August 1543]."

Hermann Hamelmann berichtet, dass Cort der erste unter den westfälischen Grafen war (um 1525), der sich der Reformation zuwandte (Pars prima historiae ecclesiasticae renati Euangelii per Inferiorem Saxoniam & Westphaliam). Auf jeden Fall ließ Cort 1527 den Theologen und Reformatoren Johannes Pollius von Osnabrück nach Rheda kommen.

Nach Corts Tode (1557) wurde das Hochdeutsche als Sprache der Verwaltung eingeführt. Wohl zum Kummer vieler Leute. Es hieß: "Do et heet Grave Kord, / Do was en Wort en Wort. / Doch nu et heet Hochwohlgeboren, / Do is Hoppen un Molt verloren."

In Anbetracht der Nachbarschaft und Zugehörigkeit der tecklenburgischen Territorien zum Bistum Osnabrück - Vgl. die Karte der Bistümer Westfalens im Mittelalter. - ist es wohl kein Zufall, dass in demselben Jahr 1543, als die Tecklenburger Kirchenordnung erlassen wurde, auch Stadt und Stift Osnabrück eine Kirchenordnung erhielten. Siehe Osnabrück, 1543a und Osnabrück, 1543b. Siehe ferner die Bibliographie zur Geschichte der Herrschaft Rheda und des Amtes Reckenberg.

Vereinigte Herzogtümer (1533)
Van Gaitz Gnaden wi Johan Hertough to Cleve Gulich und Berghe Greve tho d' Marck und tho RavensBergh ect. doin kondt [...] to Monrebergh, op dinsdaech den achten daech Aprilis. Anno domini vyfftien hondert und drienterdich
In: J. P. Berg's Reformationsgeschichte der Länder Jülich, Cleve, Berg, Mark, Ravensberg und Lippe, S. 193-215

Von Johann von Jülich-Kleve-Berg erlassene Kirchenordnung für die Vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg mit den Grafschaften Mark und Ravensberg und der Herrschaft Ravenstein (in Brabant). Der Historiker Hermann Hamelmann teilt mit, dass Luther auf die Frage von Johann Friedrich dem Großmütigen, was er von der von seinem Schwiegervater erlassenen und an den Auffassungen des Erasmus von Rotterdam orientierten Kirchenordnung halte, voll Missfallen geantwortet habe Böß Teutsch / böß Evangelisch.

Böß Teutsch, weil die Sprache dieser Kirchenordnung vier Dialekten entlehnt und zusammengemischt worden sei, nämlich: Oberdeutsch, Westfälisch, Brabantisch und Kölnisch. (Aus Deutsch, Westfälisch, Niederländisch und Rheinländisch, also.) "Retulerunt aliquando nobis boni viri in Superiori Germania, quando interrogasset Dux Saxoniae Johannes Fridericus, Electoris Johannis filius, mortuo patre quoque Elector, D. Lutherum, quid de edita sui Soceri Reformatione sentiret, verùm is indignanter responderat: Böß Teutsch / böß Evangelisch / alles was von Erasmo kömmt / ist so voll Theologia, als mein femoral voll Pfeffers: Parturiunt montes nascetur ridiculus mus. Haec ille: Quia & Germanice scripta est, &: dictio in illa Reformatione est ex quatuor dialectis mutuata, videlicet, ex superiori, ex Westphalica, ex Brabantino &, Coloniensi conflata, ideo dixerat: Böß Teutsch." (Quelle: Opera genealogico-historica, S. 991).

 

 

Kirchenrecht

Freiburg, Johannes von , Freiburg, Berthold von (1487)
Su<m>ma Johannis Der Text des Kolophons lautet: "Hyr endet sik Su<m>ma Joha<n>nis. de getaghen ys vth deme hylligen Decret boke. Dath alder nuttest is den luden to wetende to erer sele salicheit. Vn<de> va<n> latyne in dudesch gemaket is dorch ene<n> hochlerde<n> man broder Bertholt. prediker ordens Explicit [...] Jmpressaque inimperiali ciuitate Lubek. Arte i<n>geniosissimi Stephani arndes An. M.cc<cc>. lxxxvij."

Freiburg, Johannes von , Freiburg, Berthold von (1498)
Summa Johannis Tho dude Der Textanfang lautet: "Hir heuet syk an de vorrede desses bokes genomet Su<m>ma Joha<n>nis welker de erwerdige vader lesemester Joha<n>nes va<n> vriborch p<re>diger orde<n>s. to latine gemaket vn<de> vth de<m> decret boke getoge<n> hefft. Vn<de> van latine in dat dudesche gemaket dorch eine<n> hochgelerde<n> doctore<n> gehete<n> broder Bartolt des sulue<n> p<re>diker orde<n>s ok me<n>nige stede nomet vn<de> allegeret i<n> de<m> geistlike<n> vn<de> wertlike<n> rechte alse me<n> hir na vi<n>t."
Das Kolophon auf der letzten Seite lautet: " Imressaque opulenta in ciuitate Magdeburgk. per Mauriciu<m> Brandiß Anno domini. M.CCCCXCViij. Quinto ydus mensis Octobris."
(Summa confessorum. Summe des kanonischen Rechts, zweite Hälfte 13. Jhs.)

Freiburg, Johannes von , Freiburg, Berthold von (1518)
Summa Joannis ghetogen aller meist vth deme hilligen Euangelio vnde Drect boeke / sage<n>t einem iuwelcke<n> stant wat im aller nuttest is to salicheit siner zele. An. M. D. XVIII.

Die Vorrede hebt folgendermaßen an: "Hir heuet syck an de vorrede desses bokes genömet Summa Johannis / welker de erwerdige vader lesemester Joha<n>nes van Friborch prediker ordens / to latine gemaket / vnd vth dem hillige<n> Decret boke getogen hefft. Vnd van latine in dat dudesche gemaket dorch einen hochgelerden doctore<n> geheten broder Bartolt des süluen prediker ordens / ok mennige stede nömet vn<de> allegeret in dem geistliken vn<de> wertliken rechte / alse men hir na vindt."
Der Text des Kolophons lautet: "Hyr endiget sik Su<m>ma Joannis de getogen is vth dem hilligen Decret böke / dat aller nuttest is den lude<n> to wete<n>de to örer selen salicheit. Vn<de> van Latine in dudesch gemaket is dorch eine<n> hochgelerden ma<n> broder Bartholt prediker ordens Getruck to Basel dorch Ada<m> Petri / do me<n> talt. M.CCCCC.vnde.xviij."

 

 

Lehrbuch/Handbuch/Kommentar

Melanchthon, Philipp (1561), Exemplar der Britischen Nationalbibliothek
CORPVS DOCTRINAE CHRISTIANAE. Dat ys. De gantze Summa der rechten waren Christliken Lere des hilligen Euangelij / na ynholde Göttliker / Prophetischen vnde Apostolischen Schrifften / yn etlike Böker gantz richtich / Gottselich vnde Christlick voruatet / Dörch den Eerwerdigen Heren Philippum Melanthonem. Tho nutte vnde anleidinge der Parheren vnde Kerckendenern / vnde aller andern Christliken Huswerden vnde Bekennern vnser warhafftigen Religion. Vnde tho einer Tüchenisse bestendiger vnde eindrechtiger Bekentenisse der einen vnde waren Religion / darby desse Chörförstlike / Sassische vnde Mysnische Lande / Scholen vnde Kercken / süs lange her beth yn dat dörtigeste Jar / yn allen stücken ludt der Augsborgeschen Confession / mith Gades gnedigem bystande vnde hülpe gebleuen vnde vorharret sint / wedder aller Lögengeistern vngegründede valsche vplage vnde besweringe. Jtzundes vth der Hochdüdeschen yn de Sassische sprake van wordt tho worde mith vlyte auergesettet. Wittemberg. Gedrückt dörch Hans Krafft. Anno M. D. LXI.

 

 

Postille

Corvinus, Antonius (um 1538b)
Korte vthlegginge der Episteln / so vp de Sondage / dorch dat gantze Jar / yn den Kercken gelesen werden. Vor arme Parheren vnde Husveder gestellet / dorch Antonium Coruinum. [Gedrucket tho Magdeborch / dorch Hans Walther.]

Die Vorrede hebt an mit "Dem Hochwerdigen ynn Godt vader vnde Heren / Heren Francisco van Waldeck / Confirmato tho Münster / Administratori tho Osenbrügge vnde Minden / mynem gredigen Försten vnde Heren." und endet mit "Datu<m> jn der hochberöpte<n> Vniuersitete<n> Marborch / an S. Steffens dage / jm yar M.D.xxxvij"

Siehe auch Corvinus 1537, Corvinus 1538a, Corvinus 1539, Braunschweig-Calenberg, 1543, Braunschweig-Wolfenbüttel, 1543, Braunschweig-Calenberg, 1544, Hildesheim, 1544, Hannover, 1549.

 

 

Passionsgeschichte

Bugenhagen, Johannes (1531), Exemplar der Staatsbibliothek zu Berlin
Historia des lidendes vnde der Vpstandinge vnses Heren Jesu Christi / vth den veer Euangelisten / dorch Johannem Bugenhagen Pomern vppet nye vlitigen tosamende gebracht. Wittemberch. M.D.XXXI. [Gedrücket tho Magdeborch by Hans Walther.]

Erstes Vorwort

Erster Abschnitt: "Vörrede. Ick Johann. Bugenhagen Pomer bekenne apenbar / dat unser kercke<n> Presbiter edder Prester Johan<n> Mantellus / desse Concordantien des lydendes vnde der vpstandige vnses Heren Jhesu Christi vth den veer Euangelisten / de wy tho latine na vnsem vorstande thosamende gebracht hadden / hefft vp düdesch / in vorgangen tiden mit vnsem willen / vnde vnderwilen ock mit vnser hülpe / laten vthghan / dat nemandt daranne twiuele / yfft ock myn name hyr angedrücket sy."

Zweiter Abschnitt: "De wile ick öuerst beuinde / dat solck düdesch / in etliken örden valsch gedrücket ys / hebbe ick my süluest thom andern mal hyr auer gemaket / vnde gebetert wat vnrecht was / Ock dartho gedan / de Corcordantien der historien am Palm Sondage / vnde darna des Mandages vnde Dinßdages geschën / ock süs an etliken örden gemeret vnde vorwandelt. Dem wat feilt / de holde dyth düdesche jegen vnse Latinsche / hefft he den<n> noch nicht genoch so make he ydt süluest beter / Wo wol ick in der latinschen Concordantien ock dencke wat tho vorwandelende / na der meninge / alse me hyr lesen mach."

Zweites Vorwort (ursprüngliches Vorwort)

"Johann Bugenhagen Pomer dem leser. MJt vlite hebbe wy de geschicht des lydendes vnde der vorklarunge vnses Heren Jhesu Christi / vth den vër Euangelisten to hope gebracht / vnde schyr altho vlitigen doch nicht ane orsake.Wente etlicke menen / der Historien sy ein affbröke geschën / wenn se van den wörden wat vthgelaten seen / welckerer swackheit wy hyr gerne mede denen / bidden öuerst de andern / dat se vns solckes thom besten keren. Ydt ys nëne varlicheit so ynn den wörden wat auerflödich ys / Wente ydt ys vël lichter / de auerflödigen wörde (de ein so vor auerflödige wörde möchte reken) wech tho nemendt / den<n> dartho don / van der Historien were vthgelaten."

"Wy syn vns des öuerst gantz wol bewust / dat wy hyr nichtes vth mannigerleye Historien (alse ydt vnderwilen schynet) hebben to hope voreniget / vnde syner ordeninge gegeuen / dar vns de anhanck edder ordeninge der Historien nicht apenbar tho gedwungen hefft / Welcker wy süs lange vël anders van etliken geseen hebben / ock so bößliken / dat ere voreninge edder concordantie / alse se se heten / apenbar wedder der süluigen Euangelisten historien ys. So yemant were de se beter tho hope bringen wolde / dat late wy wol geschën / Wy hebben der vorenigeden historien orsake allenthaluen angetekent / vp dat du nicht denckest / wy hebben hyrynne wreuelich edder ane orsake wat angeuangen."

In der lateinischen Ausgabe Basel, 1524 findet sich nur das zweite (ursprüngliche) Vorwort. In der hochdeutschen Übersetzung Wittenberg, 1526, die wohl von dem Wittenberger Diakon Johann Mantel stammt, findet sich der erste Abschnitt des ersten Vorwortes und das zweite Vorwort. Den zweiten Abschnitt des ersten Vorwortes habe ich bislang nur im niederdeutschen Text gefunden. Wer aber war der Verfasser des niederdeutschen Textes, Bugenhagen etwa selbst? Die Frage lässt sich leider frühestens beantworten, wenn alle frühen (lateinischen, nieder- und hochdeutschen) Drucke dieses Werkes zur Verfügung stehen.

Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass das Vorwort in der lateinischen Ausgabe Nürnberg, 1524 fehlt. In der lateinischen Ausgabe Wittenberg, 1546 findet sich ein neues, Wolfgang von Anhalt gewidmetes Vorwort.

Bugenhagen, Johannes (1580)
Historia des Lidendes vnd der Vpstandinge / vnses HEREN Jhesu Christi / vth den veer Euangelisten. Dorch D. Johannem Bugenhagen Pomern / thosamende gebracht. Eine Christlike vormaninge / tho Frede Dorch D. Johan Carion. Ock de Vorstöringe der Stadt Jerusalem. [Gedrücket tho Hamborch / dorch Hans Binder. Anno i580]

Der Text des Vorworts lautet: "Doct. Johannes Bugenhagen thom Leser. MJth korten wörden wil ick dy hyr tho erkennende geuen / wo ick de Historien der Vpstandinge Christi voreiniget vn<de> thosammende gebracht hebbe / darin ick nicht geuolget hebbe Augustino / edder der andern ein / de dar ock wath van geschreuen hebben / sunder de Historien des Nyen Testamenst. Vnde my düncket / dat ick nicht ein weinich hyr mede gehulpen hebbe der schwackheit der yennen / dede gement hebben / dath der Euangelisten hyrynne nicht auerein kamen. Jn desser meninge / synt jn vortyden ock etlike gewest / alse Hieronymus secht / de so deep darynne gestecken hebben / dat se ock nicht hebben willen anneme<n> dat leste Capittel des Euangelisten Marci / darumme / dat se meneden / ydt queme mith den andern Euangelisten nicht auerein / welcker doch nicht war ys. Darumme vorstha du ydt also. De tydt / yn welckere de Frouwen am alder ersten thom Graue ging<n> / beschrieuen alle Euangelisten eindrechtigen. Darnha werden geschreuen mannigerleye gesichte der Frouwen / auerst yn twen Historien / werden se begrepen. De eine beschrifft Lucas vnde Johannes / de ander Mattheus vnd Marcus. Auerst dat yck yenne vor de ersten holde / vnde desse vor de andern / dat vororsaket my Marcus tho / de de sprickt: Am ersten / ys he Marien Magdalenen erschenen / ect.

Sühe / also hebbe ick mit korten wörden voreiniget / vn<de> thosamende gebracht / dath einen schyn hadde / gerade alse were ydt wedder einander. Also werstu nicht dy ock nicht ergern noch erren laten / jn der mannichfoldigen erschininge der Engel / edder yn den andern geschichten / de ock daruör angesehen worden / alse quemen se nicht auer ein / so doch / dat du den Engel / de ein erschecklich Angesichte hadde / vnde satt vp dem Stene van welckerem Mattheus schrifft / vorstast den allene / de den Krygesknechten erschenen ys / Vnde dat darna sy erschenen de Engel / de mit der Frouwen tröstliken redet / vp de wyse / alse Marcus schrifft. Auest worumme gheit denn Maria Magdalena wedderumme thom Graue / so se doch rede den HErn gesehen hadde / dat he wedder vpgestan was? Antwert. Se gheit mit den andern wedderumme / den en ock sehen willen / vnde ys ere Leydesmansche / ock vp dath se en vaken möge sehen / den se nu gesehen hadde.

Hyruth heffstu ock / dath der nicht mehr Marien Magdalenen yn den Euangelisten syn denn / desse eine / alse doch etlike gemenet hebben. Desse Maria Magdalena / ys van Galilea / Maria auerst de Süster Lazari / wert nergen van den Euangelisten apenbart / Magdalena genömet / de denn ock nicht vth Galilea / sunder vth Judeas was.

Alse nu auerst de Apostel vorsammelt weren / vnde Thomas doch nicht by en was / ys en Jhesus erschenen / am auende dessuluen dages. Thom andern / ys he en erschenen am achten dage / do Thomas yegenwardich was. Thom drüdden / darna am Meere Tiberias / dar der Jüngern weiniger weren / alse Johannes ock secht: Dat ys nu dat drüdde mael / dath Jhesus synen Jüngern apenbart ys (vorstha den vorsammelden) nha dem he van den Doden vpgestan ys.

Desse Ordeninge / alse van Johanne geschreuen / dwingt klarliken / dat ick vorsthan moth / dat na allen dessen Geschichten geschehen ys / wath Mattheus schrifft van dem Berge yn Galilea / vp welckerem Jesus den Jüngern bescheden hadde. Jck holde ydt daruör / dat darsüluest gewesen synt mehr denn vyffhundert Brüder / van welckeren Paulus schrifft. Ja frylick synt se dar gewesen. Wenthe wol wolde dat van den Jüngern nicht gerne syn? dar se gehört hadde<n> / dat Christus wolde erschynen / dewyle ydt manck en ruchtich was / dath he dar erschynen wolde? Wente solckes wüste<n> se / vth der Engel rede / Desgeliken ock vth der rede der Frouwe<n> / Christi / vnde der Jüngern / Ja ock vth der gedechtenisse der wörde Christi / de he en thouörn gesecht hadde / vnde sunderliken / dewyle he en ock einen gewissen Berch dartho bestimmet hadde / alse Mattheus schrifft. Ja höldt ock einen gewissen dach. Jck mene auerst / ydt sy de Berch Thabor gewest / vp welckerem he thouören (alse men secht) de herlicheit syner Vpstandige bewyset hadde / yn deme / dat he sick dar vorklarde He wolde so gantz vele nicht erschynen ehe dat gerüchte der erschenen vpstandige / tho velen gekamen were. Vnde Matheus gyfft etliker mathe tho vorstande / dat dar ock andere mehr / denn de Apostel syn yegenwardich gewest / alse he secht. Etlike auerst twyuelden / etc. Solckes ys yo nicht van den Aposteln gesecht. Wente wol scholde dar twyueln van den Aposteln / so se thouören alle löueden tho Jerusalem / ehr se yn Galileam gingen?

Darumme wert dat nicht recht vorstahn / van dem dage der Hemmelfart Christi / dath Marcus secht. Thom latesten / do de eluen thor Tafeln seten / etc. Alse doch etlike gemenet hebben / vmme der wordt de dar also nhagolge<n> / Vnde de HEre / na dem he mit en geredet hadde / wardt he vpgenamen tho Hemmel. Wente dat ys geschehen am Auende des dages der vpstandige Se mercken nicht / dath Marcus van den vörgemelden wörden an / nicht beschrifft eine an einander hangende Historien / sunder körtliken yn einem Summen begrypt / wat de HERE vor syner Hemmelfart gedan vnde geredet hebbe / Wente desse wörde / Gath hen yn de gantzen Weldt / etc. Alse vth Mattheo schynet / synt geredet worden vp dem Berge yn Galilea / Jdt were denn / dat du woldest vorstan / dat se vaken geredet weren / Dat auerst darna volget / Na dem he mit en geredet hadde / wart he vpgename<n> tho Hemmel / etc. Dath schaltu ock nicht vorstaan / alse sy he balde darna do he desse wörde geredet hadde / vpgeuare<n> tho Hemmel / sunder nha allen wörde<n> / de he mith en geredet hadde / veertich dage auer / van syner Vpstandige her / alse denne Lucas schrifft / Actor. I. Süss mostu ock vorstan / dat de Jüngern alse balde / do se van dem Olyeberge wedderum<m>e kerden / vth geghan werden allenthaluen tho predigende / Wenthe so volget ock darsuluest ym Texte. Se gingen auerst vth / vn<de> predigeden an allen enden. Auerst Lucas yn den Geschichten der Aposteln secht dath wedderdeel / Darumme hefft Marcus / yn den vorbenömeden wörden / beschreuen einen summen / edder einen korten ynholdt der geschichte Christi / de de geschenen synt / van syner vpstandinge an beth thor Hemmelfart.

Ock hefft Lucas suluest yn synem Euangelio desse Historie<n> thosamende gesettet / dat du möchtest menen / Christus were yn der nacht darna / na dem dage der Vpstandinge vpgewaren / Vnde wenn he suluest dath eine wördeken / nicht gesecht hedde yn den Geschichten der Apostel / Nömliken / he leth sick sehen / veertich dagelanck / so wüste men noch hüdes dages nicht / an welckem dage / Christus vpgeuaren / dath ys / vp genamen were / van den ogen der Jüngern / Wowol suss syne Vpstandinge / ock syne Hemmelfart edder vorkleringe ys / alse tho em gesecht ys: Sette dy tho myner Rechtern handt. Dar he ock süluest van secht / My ys gegeuen alle gewaldt ym Hemmel vnde vp Erden.

Also wert nerger so wol gespört / wo vele noch vngeschreuen ys / van allen Geschichten Christi / denn euen an dessem orde / van welckeren Geschichten / ock de Euangeliste<n> kume ein weinich geschreuen hebben / alse denne Johannes ym ende synes Euangelij suluest bekent.

Tho kame vns leue Vader / dyn Ryke / dorch Jhesum Christum dynen Söne / vnsen HEren / Amen."

Passional (1599)
Passional. Dat Lydendt vnsers HERen Jhesu Christi / vth den veer Euangelisten thosamen gebröcht / Mit schönen Figuren / vnd andechtigen Gebeden. Einem ydern Christen tho lesende denstlick vnd heylsam. Gedrücket in der Keyserliken Stadt Lübeck / by Johann Balhorn. [Gedrücket tho Lübeck / dörch Johann Balhorn / 1599.]
(Mit einer Vorrede von Martin Luther. Enthält: Passional Jesu Christi, Dat LIII. Capittel vth dem Propheten Jesaia vam Lydende vnd Vpstandinge Christi, Der hilligen Twölff Aposteln herkumpst / Lere / Gelove / Lëuendt vnd Salige affsteruent.)

 

 

Predigt/Rede

Duncker, Joachim (1602)
Ehren Spegel Allerhand Christliker vnd herliker Dögeden vnd Zyrden / vor den Adeliken Standt / vnd andere vörneme Amptspersonen / Anfencklich vp der trurigen Begreffnisse des Edlen / Gestrengen vnd Ehrnuesten IOHAN v. CREMON, gewesenen Förstliken Meckelnborgischen Land. vnd Hoffgerichtes Radt / vnd Provisoren der beyden Junckfröwliken Clöstere / Dobberein vnd Malchow / Christliker vnd seliger gedechtnisse / Anno M. D. CI Donnersdages na Exaudi, Summarischer wyse thor Lyckpredigt gehandelt. Hernamals auerst vp begerent vnd anholdent der Nagelatenen Leidtdragenden Wedewen vnd Fründe / etwas wydtlüfftiger vnd vthföhrliker in den Druck vorferdiget / Dorch JOACHIMUM DVNCKERVM Pastorem VVuserinensem. Rostock / Gedrücket dörch Stephan Möllman Anno (I). I). CII.
(Ursprünglich Predigt zum Begräbnis von Johann von Cremon.)

Palz, Johann von (1490)
Dyt boeck wert genant de hemmelsche fu<n>tgroue
Der Text der Widmung lautet: "DEm dörluchtigen hochgebaren Fůrsten vn<de> heren herr Fredericken Hertoge to Sassen des hylgen Rom<m>isschen Ryckes Erezmarschalck vn<de> kůrforste Lantgraue in Doryngen vn<de> Margrauen tho Myssen. Broder Johann van Valez Doctor der hilge<n> scryfft / ordens der Eynse deler broder Sancti Augustini Commissarius der Rom<m>sschen gnade<n> to Torgaw Jn dem<m> iare alßme schreeff Dusent veerhundert vn<de> negentich / syn demodich gebet vn<de> wat he gudes vormach yege<n> got
GEnedigeste Here na dem<m> alse iuwe Fůrstlick gnade. Gode dem almechtigen to ere siner leuen moder vn<de> allen godes hilgen to laue vn<de> den mynschen to nutte. van my begeret hefft Dat ick wolde to dude maken etlike predinge vor iuwe<n> genaden ghedan. van dem<m> lydende Cristi. van den bosen gedancken. van dem<m> dode. wo men steruen schal. vnde van der hilgen ölynge in dodes noden. So hebbe ick myne<n> flyt gedan. Bidde iuwe forstlick genade wolde nicht vorachten dat slychte dudesch. So vaken vnder eyner grouen rynden eyn gud kern<n> vorborge<n> vn<de> in eynem grouwen vngestalten budel gud golt is."

 

 

Streitschrift/Flugschrift/Denkschrift/Gutachten/Erbauungsschrift

Alting, Menso (1594)
Gründtlicker Warhafftiger Bericht: Van der Euangelischen Reformation der Christlicken Kercken tho Embden un[d] in Ostfrießlandt, Van 1520. beth up den hüdigen dach [...] Gedruckt tho Bremen by Berendt Peterß. Anno 1594

Im Vorwort des Druckers Christoph Rab zur hochdeutschen Ausgabe Herborn, 1591 heißt es: "DJß Büchlein / so im anfang dieses neuntzigsten jahrs erstlich zu Bremen in Sächsischer Sprach außgegangen / hat mir ein frommer vnd gelehrter Mann hoch gerühmet / vnd gebetten / daß ich dasselbe in Hochteutsche Sprache vbergesetzt / auffs new drucken / vnd auch andern Kirchen vnd frommen Christen in OberTeutschland communicieren vnd mittheilen wolte."

Dieses parteiische Werk schildert die Machenschaften der niederländischen Glaubensflüchtlinge im Westen Ostfrieslands, die 1595 in der Emder Revolution und in der darauf folgenden weitgehenden Entmachtung der ostfriesischen Grafen gipfelten.

Bugenhagen, Johannes (1529b)
Eynne rede vam sacramente Dorch Joannem Bugenhagen Pomeren / tho Flensborch / nha Melchior Hoffmans dysputatien geredet. Gedruckt tho Hamborch / 1529.

Rede Johan Bugenhagens während des Flensburger Kolloquiums am 8. April 1529, auf dem die Lehre Melchior Hoffmanns verdammt wurde.

Heinrich Rinn schreibt in Festschrift zur Feier des 400. Geburtstages Johannes Bugenhagen's am 24. Juni 1885 (S. 20-21): "Friedrich I. von Dänemark gab diesem Wunsche statt und bestimmte, daß ein Colloqium in Flensburg stattfinden sollte. Unter anderen lud er Bugenhagen als einen "schriftverständigen" Mann ein, der Disputation beizuwohnen... Dieser begab sich... nach Flensburg und eröffnete am 8. April 1529 das Gespräch im grauen Kloster... Am folgenden Tage (9. April) sollte das Urteil gefällt werden. Nach längeren Wortwechsel fand der Vorschlag der milderen Partei, zu der auch Bugenhagen gehörte, allgemeine Billigung. Danach wurde Hoffmann, der von seiner Meinung nicht abstand, des Landes verwiesen, damit das Vok durch ihn und seine Anhänger nicht weiter von Christus' Worten auf Menschen Gedanken verführt werde. Hoffmann wandte sich von Kiel nach Straßburg. Dort gab er 1529 "Dialogus und grundliche Berichtung gehaltener Dispuation im Lande zu Holstein" heraus, eine Schrift, in welcher er eine Flut von Vorwürfen gegen Bugenhagen richtete. Dieser verteidigte sich, indem er wahrheitsgetreu die Acta der Flensburger Disputation veröffentlichte... in Straßburg hat er [Hoffmann] sich ganz auf die Seite der Wiedertäufer gestellt und Münster in Westphalen als "freien Platz" bezeichnet, "wo der Grund, der hier verdammt ist, von den Gelehrten geprediget wird für Wahrheit."" Siehe auch Hoffmann, 1532.

Chemnitz, Martin (1594)
Schöne vnd richtige Formen tho bichtende. Hynrickstadt. M. D. VIC
Am Ende des Abschnitts "Jck Arme Sündige Minsche" stehen die Initialen Mar.Kem.D.

Christlike vnde Erbare erthöginge (1532)
Christlike vnde Erbare erthöginge der Börgere tho Münster yn Westvalen / der Euangelische<n> lere haluen / yegen ehre Ouericheyt. Mit einer vohrrede D. Joan. Bugenhagen Pomern. [Gedrücket yn der Keiserliken Stadt Lubeck dorch Johan balhorn. M.D.XXXII.]
Im Besitz der Britischen Nationalbibliothek. I want this anklicken. Siehe View online. Go anklicken.

Mit einer Vorrede von Johannes Bugenhagen. Diese hebt an: "DEn Ersame<n> wysen Herenn Burgermeysteren vnd Radtmannen der Stad Münster yn westvalen wünsche ick Joannes Bugenhagen Pomer Gnade vnd frede van Gade vnsem vadere vnd van Jesu Christo vnsem HEREN ewychlick Amen." Der Haupttext scheint in Münster entstanden zu sein. Er hebt mit den Worten an: "De gemeyne tho Münster an ere Olderlüde.".

Zum Druck in Lübeck
Nach dem Ende der Lippstädter Druckerei, die vermutlich 1526 von der Inquisition stillgelegt worden war (vgl. Westerman, 1524 und Westermann, 1525), fand sich wohl keine Druckerei mehr in Westfalen, die lutherische Schriften hätte drucken wollen. Man wich daher nach Lübeck aus (vgl. Minden, 1530 und Soest, 1532). Dass die Bibelausgabe Lübeck 1533/34 an verschiedenen Orten Westfalens nachweislich in Gebrauch gewesen ist, lässt sich ebenfalls durch das Fehlen einer lutherischen Druckerei in Westfalen erklären: Es gab keine Alternative zum Transport der kostbaren Bücher von Lübeck nach Westfalen, was bei den damaligen Verkehrsverhältnissen äußerst schwierig gewesen sein muss.

Zur Vorrede Bugenhagens
Bugenhagen hat 1531 eine Kirchenordnung für Lübeck verfasst und hielt sich zu diesem Zwecke in Lübeck auf (vgl. Lübeck, 1531 und Wittenberg, 1541). Seiner Vorrede zur Bibelausgabe Lübeck 1533/34 zufolge ist er am Dienstag nach der Osterwoche des Jahres 1532 von dort abgereist. Bugenhagen galt als solch eine theologische Autorität, dass ein von ihm verfasstes Vorwort wie ein Empfehlungsschreiben auf den Rat von Münster wirken musste.

Nach heutigen Begriffen trat Bugenhagen auch als Herausgeber des Werkes auf:

"Ersame wyse Heren / ik bin gebëden dat ick wolde drücken late<n> disse ywer Borgeren bekentnisse vam louen / vn<de> dar mede ëre ehrbedinge yëgen ëre öuericheit yn der süluen sake / welck ick gerne hebbe gedan..."

Zu den münsterschen Wiedertäufern
Die lutherische Gemeinde Münsters wollte sich mit dieser Schrift gewissermaßen als Religionsgemeinschaft vom Rat der Stadt anerkennen lassen. Man hat in dieser Schrift aber wohl auch eine theologische Stellungnahme und zugleich Abgrenzung von den Wiedertäufern zu sehen. Bezeichnenderweise wird Berndt Rothmann in positivem Zusammenhang erwähnt:

"Dem na welker gestalt leuen olderlüde vn<de> Mesterlüde hir buten vor vnser Stad Mu<n>ster to S. Mauritius einer geseten / als mit namen de frame vn<de> gelerde her Bernd Rotman Cappelan dar süluest / de dat wort Gades vnde Euangelion Christi dorch Gades gnade vnueruelschet ryckliken verkündiget / kan jw ock nicht vorborge<n> syn / na dem dat meyste dël vnder yw en<n> gehört hebben / gelick als wy sampt eyner groten mannichfolt mit yw / also dat wi thom groten dele (gelauet sy God vor syne gnade in ëwicheit) möten yn der warheit bekenne<n> dat wi dorch syne rechte lër vnd fruchtbar predige van vëlen myßbruken vnd erdom / dar ynne wi leyder mit groten schaden beide liues vnd sele gestëken / tho rechter godliker erkentnisse vn<de> warheit gereddet / vnd noch alle dage wider geholpen werden."

Rothmann muss sich danach schnell radikalisiert haben. Er entwickelte sich zu einem der Chefideologen der münsterschen Wiedertäufer und hat dem Rädelsführer und selbsternannten König Jan van Leiden als Kanzler gedient.

Auch der Rückgriff am Ende von Bugenhagens Vorrede auf die glimpflichen Erfahrungen, die man in Braunschweig gemacht hatte, lässt darauf schließen, dass man die Gefährlichkeit der Situation in Münster noch nicht erkannt hatte:

"Etlicke landlöpere sochten de framen Christen tho Brunswig mit der Sacramentschenderie erre tho makende / dar mede ock etlike Predicanten berüchtet wurden / öuerst dar süluest ein Er. Rad / vorordente borgere / gilde vnd gemëne / vorderden van eren Predicanten ere scrifftlike bekentnisse des Sacramentes haluen / de ys so gedrücket vth gegan / dat ick Christum dar vor laue in ewicheit / dat segge ick J.E. vnd allen Christen tho guder niger tidinge / Christus sy mit jw ewichlick / Screuen tho Lubeke M. D. XXXII. am dage Conversionis Pauli."

Bugenhagen hatte sich bereits 1529 während des Flensburger Kolloquiums mit dem Wiedertäufer Melchior Hoffmann auseinandergesetzt, der aber wahrscheinlich Gewalt abgelehnt hat. Der Umschlag zu offener Gewalttätigkeit und Terror scheint sich erst in Münster unter dem Einfluss von Jan Mathys van Haarlem vollzogen zu haben.

Vermutlich war auch die lutherische Gemeinde Münsters von wiedertäuferischem Gedankengut beeinflusst worden, was Bugenhagen aber ignorierte bzw. mit dem Mantel der Liebe bedeckte:

"Jn disser borger bekentenisse js nichtes van den Sacramente<n> / id is velichte noch tho tidich gewëst / öuerst de wile de andere lere bi yw so reine ys / hope ick dat ydt ock yn dissem parte bi yw wol sta"

Obwohl der Rat der Stadt seit 1533 entgegensteuerte, konnten die Wiedertäufer, die wohl auch durch den ständigen Zuzug von Wiedertäufern aus Holland übermächtig geworden waren, 1534 die Macht an sich reißen. Die Schreckensherrschaft der Wiedertäufer währte knapp anderthalb Jahre, während derer ein Teil der münsterschen Bevölkerung an den Folgen der Belagerung der Stadt zugrunde ging und ein anderer Teil von den Wiedertäufern massakriert wurde. Die bildungsfeindlichen Fanatiker haben auch sehr zum Verlust alter Handschriften und Bücher beigetragen.

Literatur
Siehe auch Tuchtordeninge der Stadt Munster (1533), Rothmann (1532), Rothmann (1533), Rothmann (1534), Rothmann (1535), Wunderlike handelinge der Döpers to Münster yn Westfalen (1535) und Münsterische Chroniken 2. Siehe außerdem Von Kerssenbrock, 1771, Dorp, 1536 und Dorp, 1847. Siehe ferner Bugenhagen, 1529b.

Weitere niederdeutsche Literatur mit Bezug auf die Wiedertäufer: Hoffmann, 1532, Mandat, 1534, Faber, 1551, Buwo, 1556, Davidis Georgii vita, 1559, Vossenhol, 1575, Protocol, 1579, Emmius, 1597 und Vaget, 1603.

Daniel von Soest (1539a)
Ein gemeyne Bicht oder bekennung der Predicanten to Söst / bewyset wu vnd dorch wat maneren se dar tor stede dat wort Gods hebben jngeuort / vp dat aller korteste durch Daniel van Soest beschreuen Jm jar M. CCCCC. xxxiiij. Gedrückt jm Jar 1539

Satire in Versform über die Reformation in Soest. Der Autor, der sich hinter dem Pseudonym Daniel von Soest versteckt, stammte vermutlich aus Soest. Jedenfalls hat er die dortigen Verhältnisse und die Leute, über die er lästert, gekannt. Häufig nimmt man an, dass Gerwin Haverland dahintersteckt. Das ist aber nicht vollkommen erwiesen.

Der Historiker Hermann Hamelmann berichtet, dass ein erster Druck dieser Schrift 1534 erschienen ist, der auf den Straßen Soests verbreitet und an den Kirchentüren angeschlagen wurde. (Dieser Druck gilt jedoch als verschollen, ebenso wie die von Johannes Pollius in (nieder)deutscher Sprache verfasste Erwiderung.):

"Anno 1534. prodiit & per plateas dispersum & valvis templorum & portis affixum & acerbissimum scriptum sub nomine pasquilli vel Danielis à Soist / rithmis Germanicis exaratum, quod erat & in praecipuos Evangelii promotores cives & concionatores, qui omnes ibi ordine recensentur, congestum, plenum omnibus convitiis & extremis calumniis, virulentia & blasphemia refertissimum. Simile scriptum eisdem formis & rithmis scriptum sub eodem titulo prodiit quoque postea anno 1537. & publicabantur haec scripta per typos, quod tunc putabatur Groppeorum opera factum esse. (...) Quanquam anno 1534. ad primum pasquillum Danielis à Soest / responderit gravissime Johannes Pollius, Germanico scripto, ...." (vgl. Opera genealogico-historica S. 1112-1113).

Siehe auch Soest, 1532.

Daniel von Soest (1888)
Daniel von Soest : ein westfälischer Satiriker des 16. Jahrhunderts / herausgegeben und erläutert von Franz Jostes. - Paderborn : Druck und Verlag von Ferdinand Schönigh, 1888.- 404 S.

Von Franz Jostes besorgte Textausgabe mit einer ausführlichen Einleitung. Enthält u.a.:

  1. Ein gemeine bicht oder bekennung der predicanten to Soest, bewiset, wu und dorch wat maneren se dar tor stede dat wort gods hebben ingevort, up dat aller korteste durch Daniel van Soest beschreven im jar MCCCCCXXXIIII gedrückt im jar 1539 (nach dem Druck von 1539),
  2. Ein dialogon, darinne de sprok Esaie am ersten capitel, noemlik: "Wu is de getruwe stat ein hore worden! Wandages wonende rechtigheit in er, nu averst mordeners. Din silver is verandert in rost, din win is gemenget mit water, din voersten sint untruew, medegesellen der deve; sei hebben alle leif de gaven", und etlicke ander sprocke meer up de Lutherschen binnen Sost recht geduedet wert. Im jar MCCCCCXXXVII. (nach dem Druck von 1537),
  3. Apologeticon, dat is ein entschuldinge an dei achtbaren, hoechgelerten, wolwisen legaten der stadt Sost, noemlick Brictium tom Noerde van Schoppingen, Hermen Oesterkamp van Essen unde Hermen Reimensnider. Dorch Daniel van Soest beschreven im jar MCCCCC und XXXVIII. (nach der auf den Neujahrstag des Jahres 1538 datierten Handschrift),
  4. Ketterspegel.

Edelheyt des hilligen sacramentes (1518)
DE edelheyt des hilligen sacramentes ouer tred alle clare vnde edele dynghe vnde dat prouet men by dussen ses dynghen hijr na

Handschrift. Enthält außerdem: Dyt bock hort den Juncfrowen to Dytten born Hijr beghynt des hilgen sacramentes bock, Hijr beghynt eyne rechte clare bewysynghe van rechter beschouwynghe ouermyddest leue vnde vor clarynghe van den leuenden leuen dat bynnen vns ys, Hijr beghynt Eyn sermoen van den hilghen gheyste, Hijr beghijnt van den myraculen der ersten gelouen menschen.

Der Text des Kolophons lautet: "Liber Sancte Marie virginis in Deyten born Ghescreuen yn den yare vnses heren do men scref dusent vyf hundert vnde achteyne Geendet vp Sancte dach Gregorius Eyn aue Maria van leue vor den de dyt heft gescreuen Wes name ghe"

Entekrist (um 1482)
Hyr beghynnt Entekrist leuen genome<n> vnnde gethogen vth vele boeker
Enthält außerdem Wo vnde in welker wyse vnd gestalt de xv. teken kome<n> vor dem jüngeste<n> dage.

Gribaldi, Matteo (1561)
Eine erschrecklicke vnd warhafftige Historia vnd Geschichte / so sick im jare M.D.xlviij. tho Padua im Welschlande / mti einem hochgelerden / genant Franciscus Spiera / welckër (dewyle he den HEren Jesum Christu<m> / sampt synem gnadenriken Euangelio / ein mäl erkant vnd bekennet / balde öuerst vth früchten der minschen / vnd vorlüst syner haue / güder vn<de> lëuendes / müntlick vnd schrifftelick wedderümme vorlöchent hefft) in grüwsame vortwyuelinge / vnd erschrecklike vorstockinge geuallen is. Allen Christen tom Exempel Gödelikes torns / vth dem Hochdüdeschen yn Sassisscher Sprake / yn den Drück vorderdiget. Vth den Schrifften des hochgelerden Hern Matthei Grybaldi / Beyder Rechten Doctor vnd Professor to Padua / dörch Johan Balhorn gedrückt. Anno M.D.LXI.

Hoffmann, Melchior (1532)
Een vvaraftyghe tuchenisse vnde gruntlyke verclarynge wo die worden tho den Ro. ix Ca. van de<n> Esau vn<de> Jacob soldee<n> verstaen worden / teghen den falschen / kettersschen / dwalenden / lugenaftygen / sathanyssche<n> / ingevorden verstant / des Luterschen vnde Zuyngelshen hupen. 1532

Heinrich Rinn schreibt in Festschrift zur Feier des 400. Geburtstages Johannes Bugenhagen's am 24. Juni 1885 (S. 20-21): "Friedrich I. von Dänemark gab diesem Wunsche statt und bestimmte, daß ein Colloqium in Flensburg stattfinden sollte. Unter anderen lud er Bugenhagen als einen "schriftverständigen" Mann ein, der Disputation beizuwohnen... Dieser begab sich... nach Flensburg und eröffnete am 8. April 1529 das Gespräch im grauen Kloster... Am folgenden Tage (9. April) sollte das Urteil gefällt werden. Nach längeren Wortwechsel fand der Vorschlag der milderen Partei, zu der auch Bugenhagen gehörte, allgemeine Billigung. Danach wurde Hoffmann, der von seiner Meinung nicht abstand, des Landes verwiesen, damit das Vok durch ihn und seine Anhänger nicht weiter von Christus' Worten auf Menschen Gedanken verführt werde. Hoffmann wandte sich von Kiel nach Straßburg. Dort gab er 1529 "Dialogus und grundliche Berichtung gehaltener Dispuation im Lande zu Holstein" heraus, eine Schrift, in welcher er eine Flut von Vorwürfen gegen Bugenhagen richtete. Dieser verteidigte sich, indem er wahrheitsgetreu die Acta der Flensburger Disputation veröffentlichte... in Straßburg hat er [Hoffmann] sich ganz auf die Seite der Wiedertäufer gestellt und Münster in Westphalen als "freien Platz" bezeichnet, "wo der Grund, der hier verdammt ist, von den Gelehrten geprediget wird für Wahrheit."" Siehe auch Bugenhagen, 1529b.

Jn düsser materien (um 1484)
Jn düsser materien synt de teyn gebode godes vorclaret in eyneme sermone des groten lerers Heremite. Jtem wo men bichten schal Jte<m> ynnige lere vthe deme speygel der ynnigen selen.

Enthält außerdem Eyne gude lere, Eyn trost den bedrouede<n>, Van deme pater noster, Van den teyn boden godtes. Frühes Denkmal des Ostfälischen. Die akkusativischen Personalpronomen mik und di(c)k werden sowohl als Dativ wie auch als Akkusativ gebraucht.

Neteler, Gerhard (1619b)
Ein Christliche Betrachtinge / Dat is / Morgens vnnde Auendes tho Bedende / vnde dagelicke Beicht vnde Klage / tho der Hilligen Dreyfoldicheit auer vnse Sünde vnde der woll vördeneden Straffe vnde eine hertlich bidde vm<m> Gnade / Väderlicke vorschöninge in dessen Elenden tiden. Tho Besundern Ehrn / vnde Christlichen Wolgefallen / ock tydtlicker vnde Ewiger Wolfart wünschinge. Dem wol Edlen vnde Ehrnvesten / gestrengen / Hinrich Luninck Gebarn van Huse tho Cappel in der Graveschop Teckenburge mynen Grot-Günstigen leven Förderern. Dorch Gerhardum Netelern Scholemeistern der kleinen Kinder in Oßnabrüge. Gedrücket Jn Brunßwick / dorch Andream Duncker / Anno 1619.
(Ich zögere, das Kauderwelsch dieses Buches in diese Sammlung aufzunehmen. - Siehe auch Neteler, 1619a.)

Pollio, Symphorion (1529)
Gödtliker vnde Pawestliker rechte gelickförmige rede vnde beweringhe. Jn veler mißbrüke affleninge. [Gedruckt tho Rozstock by Ludowich Dietz am vj. Augusti.] M.D.XXIX
(Zu Anfang des Buches findet sich der handschriftliche Eintrag: "Verfass. Symphorianus Pollio (Altbiesser)". Das erste Vorwort hebt jedoch folgendermaßen an: "Sebastianus Pol / eyn deener Christi / syn wort tho vorkündigen der gemeyne / wünschet allen leeffhebbern der warheyt...". Siehe auch Spengler, 1531.)

Putsch, Ulrich (1484)
[Lycht der Selen] (Das Kolophon auf der letzten Seite lautet: "Mille quadringentis simul octuaginta retentis. In quarto cristi pro laude dei decus isti. Hoc opus arte mei impressum Bartholomei. Ghotan degentis et in vrbe Lubeck residentis.")

Rothmann, Bernhard (1533) Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
BEkentnisse van beyden Sacramenten Doepe vnde Nachtmaele der predicanten tho Munster. [Ghegheuen tho Munster in Westphalen.] Im iaer M.D. XXXJJJ. den viij. dach Nouembris.
Das Vorwort endet folgendermaßen: "Ghegheuen tho Munster in Westphalen. Anno. M.D. XXXJJJ. den xxij. dach Octobris. Bernhardt Rothman, Henrick Roll, Johan Kloprys, Dyonisius vynnen, Herma<n> Staprade, Godfridus Stralen."

Siehe auch Christlike vnde Erbare erthöginge, 1532, Tuchtordeninge (1533), Rothmann (1532), Rothmann (1534), Rothmann (1535), Wunderlike handelinge der Döpers to Münster yn Westfalen (1535) und Münsterische Chroniken 2.

Sartorius, Jakob (1606)
Brennende Fackel So hell vnd klar schienet vnd vor ogen lüchtet / dat ein jeder / so nicht mothwillich blindt syn will / sehen vnde tasten kan / wo wyth vnde ferne de Jesuwider van der Catolischen Apostolischen lehre der vyff Hövetstücken / afgeweken sindt / vnde wat schrecklike vnd unerhörde gruwelike erdöhme / se darjegen lehren vnde halstarrich verdedigen. Allen / so mit allen vorstendigen Gadeswort höger alse Menschenlere achten / thom vnderricht vnde vermahninge. Dorch M. Jacobum Sartorium deneren am H. Worde Gades thom Retberge vnde van hoger Ouericheit verordneden Inspectorem dasülvest. Gedrückt tho Cassel dorch Wilhelm Wessell Anno 1606.

Von Jakob Sartorius verfasste Streitschrift wider die Jesuiten. Sartorius war reformierter Prediger in Rietberg. Die Veröffentlichung der Schrift führte zu seiner Entlassung durch den Grafen Johann III. (vgl. Von Rommel 1839, S. 188 f.). Wenige Jahre später hatte sich die Gegenreformation in der Grafschaft Rietberg durchgesetzt. (Auf der Karte Deutschland zur Zeit der Reformation sind die Grafschaft Rietberg und das bis 1600 zu Rietberg gehörige Harlingerland in kaminroter Farbe eingezeichnet. Siehe außerdem die um 1630 entstandene Karte Paderbornensis Episcopatus Descriptio Nova, auf der auch die Grafschaft Rietberg zu sehen ist.)

Die Vorrede hebt mit folgender Widmung an: "Den Erbaren / wolwysen Achtbaren vnd Vornehme<n> Heren / Humperto holtkampff: H. Johan Lammertz: H. Joachim Wynekinck: H. Johan Schrödern respectivè Burgemeistern: Jtem den Loenheren / fryen Schepen / vnd den samptliken Rades verwandte<n> vnde gantzer gemeine Borgerschop der Stadt Retbergh. Vnde Den Ehrwehrdigen vnd wolgelehrden heren Jodoco Robberte<n> / Everhardo Schurma<n> / vnde Francisco Geelrock deneren am H. Worde Gades tho Nienkerken / Verla / vnd Scholemestern thom Rettberge / sampt den semptliken Templeren / Provisoren / Senioren vnde Vorstenderen / der gantzen Graffschop Retberge / myne<n> Grothgünstigen Herrn / mitbrödern / vnde guden Gonneren Gades gnade / tydlike vnde ewige wolfahrt / glückselige vnde fredlike regeringe / vnde rechte wahre erlüchtede ogen / ohren / herte / vnde mundt / vnde wahre bestendicheit / van Godt dem Vader aller guden gaven gever / dorch Christum Jesum den enigen salichmaker thovöhren."

Sartorius muss in stets feindlicher werdendem Umfeld im Landgrafen von Hessen, der die Oberhoheit über die Grafschaft Rietberg innehatte und ein bedeutender protestantischer Reichsfürst war, seinen Beschützer erblickt haben. Seine Ergebenheit gegenüber dem Landgrafen soll soweit gegangen sein, dass er sich erdreistete, die 1574 unter Armgard erlassene Kirchenordnung (vgl. Möhlmann, 1845, S. XII und Funck, 1785, S. 153-162) durch die hessische Kirchenordnung zu ersetzen.

Seine Streitschrift wurde in Hessen gedruckt. Die Unverschämtheit, mit der Sartorius sich auf dem Titelblatt einen "van hoger Ouericheit verordneden Inspectorem" (von höherer Obrigkeit bestellten Inspektoren) nannte, hätte auch einen weniger rabiaten Grafen zur Weißglut getrieben. Offensichtlich erkannte er die Autorität Johanns III. nicht an und wollte Katz und Maus mit dem Grafen spielen. Nur, dass er selbst die Maus war...

Johann III. wird daher Sartorius samt Familie nicht nur aus religiösem Hass davongejagt haben, sondern auch, weil er in dessen Aktivitäten eine Einflussnahme des Landgrafen sah, die ihm höchst unwillkommen war.

Die Haltung Johanns III. lässt sich besser nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass aufständische Kalvinisten, die die Unterstützung der Niederlande hatten, seine Familie wenige Jahre zuvor während der Emder Revolution (1595) als Grafen von Ostfriesland mehr oder weniger entmachtet hatten. Sartorius hat sich möglicherweise eingebildet, er könnte ein ähnliches Spiel in der Grafschaft Rietberg, wo aber die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse ganz anders lagen, mit Unterstützung durch den Landgrafen von Hessen spielen.

Sartorius ließ 1606 außerdem eine Predigt in hochdeutscher Sprache drucken, die den Bürgermeistern, Ratsherren und allen Protestanten der Stadt Paderborn gewidmet war. Dass er die Streitschrift wider die Jesuiten in niederdeutscher Sprache verfasst hat, dürfte sich daraus erklären, dass die in der Vorrede angesprochenen Personen in der Grafschaft Rietberg rein niederdeutschsprachig waren.

Jakob Sartorius ist möglicherweise mit dem gleichnamigen Prediger identisch, der 1586 in Emden angestellt worden war: "Bisher hatten die Lutheraner keinen öffentlichen Gottesdienst in Emden gehabt. Der Hofprediger Heshus veranstaltete, daß ihnen die neue Münze, ein gräfliches Haus, zu ihrem Gottesdienste von dem Grafen Edzard eingeräumet wurde. Jm Februar 1586. wurde der Gottesdienst durch Johan Prato, einen Engländer, und Jacob Sartorius, einen Pommeraner [Einem beinahe Pommern. Jacob Sartorius stammte aus Schönfließ in der brandenburgischen Neumark, das direkt an Pommern grenzte. O.B.] eröfnet. Diese hatte der Graf zu Predigern bestellet." (vgl. Wiarda, 1793 S. 184).

Wenn dem so ist, hat Sartorius sich erst später - vielleicht unter dem Eindruck der Ereignisse von 1595 - dem Kalvinismus zugewandt.

Sartorius soll von Graf Enno in Rietberg eingesetzt worden sein. Da Rietberg am 28. Januar 1600 durch den Berumer Vergleich von Ostfriesland getrennt wurde (und außerdem das Harlingerland verlor), dürfte Sartorius (kurz) vor 1600 nach Rietberg gekommen sein.

Thomas von Kempen (1507)
Van der navolghinge Jhesu cristi.
Der Text des Kolophons lautet: "Hyr endet sik dat boek der navolginge Jhesu cristi Gedrucket vn<de> vullenbrocht Yntyar vijff hundert vnde sovene Am auende Marie Magdalene."

Thomas von Kempen (1501)
Dat bock va<n> der na volginge ihesu cristi genome<n> vt dem hilligen Ewa<n>gelio Not vn<de> nutte is to wete<n> eyne<m> ytlike<n> minsche<n>
Der Text des Kolophons lautet: "Geendet vnd vullenbracht dorch Mauricium brandis tho Magdeborch An Sunte Allexius dage Jm M ccccc vnde eyn"

Vppe dat yuwe werdicheit (um 1507)
Vppe dat yuwe werdicheit eine kleyne hulpe darynne hebben mogen / de kyndere tuchtlike<n> vn<de> geistlike<n> lerende [Ghedruckt to Brunswygk dorch H. D.]

Der Anfang des Buches fehlt. Enthält u.a. Gheystlyke kynttucht vnses salichmakers Jhesu cristi, das in der Einleitung Johannes Gerson zugeschrieben wird: "Johannes Gerson eyn Cantzleler der hogen schole to Paryß hefft dyt bokelyn in latyn ghemaket / vnd is dar na in dudesch gheset dorch eynen gheystlyken vader van s<u>nte Benedictus orden / de darumme ghebeden worden is van ychtes welken geystlyken personen / vnde hefft en dat gheschenket vor eyn nyge yaer / do men schreef Dusent / veerhundert / vnde neghen vnde neghentich. Vnde wert ghenomet de geystlike kynttucht vnses salichmakers Jesu christi / wo de gheneert / ghespyset / ghebadet / ghewunden / vnde vmmedraghen wert / van söuen yunkfrouwen alse hyr gheschreuen wert."

Vaget, Bernhard (1603), Exemplar der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Der Erbaren Fry / Rykes / vnde Seestede Lübeck / Bremen / Hamborch / Rostock / Stralsund / vnde Lüneborch Christlick / vnde Ernstlick Mandat wedder de Sacramentschender / Wedderdöper / vnd Gades Lesterer / Anno XXXV. in öffentliken Druck vthgegahn: Nu öuerst vth Christlikem Bedencken / vnde Orsaken wedderümme vppet nye in druck vorferdiget. Sampt angehefftem kortem / doch Gründtliken vnnde düdtliken Bericht van den vörnemesten Höuetpuncten / in welckeren wy mit den Caluinisten frydich wegen der Lere des Auendtmahls / vnde der Persone vnseres HEren Christi / also / dar ock ein Eintfeldiger / so achtinge darup gifft / weten köne / woruan eigenlick de Strydt sy. Geuatet Dörch M. Bernhardum Vagetium Hamburgensem, Pastoren der kercken Nicolai alldar. Gedrücket tho Hamborch / dörch Paul Langen / Jm Jar / 1603.

Vaget, Bernhard (1603), Exemplar der Österreichen Nationalbibliothek
Der Erbaren Fry / Rykes / vnde Seestede Lübeck / Bremen / Hamborch / Rostock / Stralsund / vnde Lüneborch Christlick / vnde Ernstlick Mandat wedder de Sacramentschender / Wedderdöper / vnd Gades Lesterer / Anno XXXV. in öffentliken Druck vthgegahn: Nu öuerst vth Christlikem Bedencken / vnde Orsaken wedderümme vppet nye in druck vorferdiget. Sampt angehefftem korten /doch Gründtliken vnnde düdtliken Bericht van den vörnemesten Höuetpuncten / in welckeren wy mit den Caluinisten strydich wegen der Lere de Auendtmahls / vnde der Persone vnseres HEren Christi / also / dat ock ein Eintfeldiger / so achtige darup gifft / weten köne / woruan eigentlick de Strydt sy. Geuatet Dörch M. Bernhardum Vagetium Hamburgensem, Pastoren der kercken Nicolai alldar. Gedrücket tho Hamborch / dörch Paul Langen / Jm Jar / 1603.

Vossenhol, Adrian (1575)
DIALOGUS. Ein Göttlich vnd Christlich Gespreck / mit den Wedderdöperen / Sacramentereren / vnd anderen Secten mehr im Nedderlande vnd ander Orden in eren Geuencknissen vnd ock dar buten geholden / Wor dorch vele / mit Göttlicher Gnade vnd hülpe / van erem Erdom / vp den rechten Wech der Warheit sint gebracht worden. Nütte vnd denstlich vor alle Christgelöuigen tho lesende / Dewile dersüluigen Geuangen vnd ander Secten Lere vnd Religion mit der Euangelischen Lere / vnd den Apostolischen Schrifften stridich / vnd dem Christlichen Gelouen gar tho wedderen js. Welckes hyr klarlich vnd gründtlich angetöget wert / Vnd vor düsser tidt nicht in Drück gewesen / etc. Geschen vnd gestellet / Dorch D. ADRIANVM VOSSENHOLIVM. PHYSICVM. Vth dem Nedderlendischen / in Sassische Sprake trüwlich vnd mit flite auergesettet. M. D. LXXV. [Gedrücket tho Hamborch / dorch Nicolaum Wegener. M. D. LXXV.]

Westermann, Johann (1525)
Eyn süuerlyke vnderwysinge wu men beden schal / Vnde va<n> der procession in der crücewecken [Gedrucht tor Lippe na Christus gebort Dusent vyffhundert im viff vn twy<n>gesten Jar]

Vermutlich von Johann Westermann herausgegebene westfälische Übersetzung von Eyn Sermon von dem gepeet vnnd procession yn der Creutz wochen (1519) von Martin Luther. Ein Hinweis auf Luther fehlt. Ebenso der Name des Druckers. Vermutlich fand der Druck dieser Schrift in der Illegalität statt. Die Lippstädter Drucke sind äußerst selten. Es ist daher nicht auszuschließen, dass weitere Übersetzungen der Schriften Luthers in Lippstadt erschienen sind, diese aber nicht erhalten sind.

Außerdem ist nicht ausgeschlossen, dass zudem Bücher von Westermann verloren gegangen sind. Auf jeden Fall hat Westermann zum Schluss des Lippstädter Katechismus weitere Schriften angekündigt: Er bespricht in aller Kürze das Vaterunser und fährt dann fort: "Hir van / vn<de> van der Engelschen grote / wyl yck myt goddes hülpe vp eyne a<n>der tid wyder reden" (Westermann, 1524, S. 89 des Digitalisats).

1526 hielt sich der Dominikanermönch Johannes Host ("Dr. Romberch") als Inquisitor in Lippstadt auf. Am 16. März 1526 hielt Romberch eine öffentliche Predigt, in deren Anschluss er 21 Punkte verlas, mit denen der Lippstädter Bürgerschaft klargemacht wurde, was nun Sache war: Gleich der erste Punkt verbot das (Vor)lesen der Schriften Luthers und bedrohte Zuwiderhandelnde mit Exkommunikation und Kirchengericht ("1. Abstinendum est a lectione librorum Lutheri sub poena excommunicationis et ecclesiae iurisdictione ect.").

Vielleicht ist die Druckerei in dieser Zeit stillgelegt worden. Die extreme Seltenheit der beiden (bekannten) Lippstädter Drucke dürfte sich ebenfalls durch den Besuch des Inquisitors erklären: Es sind damals glücklicherweise keine Menschen im Feuer gelandet, vielleicht aber deren Bücher. Die beiden erhaltenen Lippstädter Drucke - jeweils 1 Exemplar, soweit bekannt - wären demnach von unbekannten Widerstandskämpfern versteckt worden oder befanden sich bereits außerhalb Lippstadts und Umgebung.

Westermann muss geahnt haben, dass das Erscheinen des Lippstädter Katechismus zu Repressalien führen würde. Der Lippstädter Katechismus endet mit den Versen: "Hostis Herodes impie / Christum venire quid times / Non arripit mortalia / qui regna dat celestia."

Siehe auch Westermann, 1524. Siehe außerdem Soest, 1532 und Knodt, 1895.

 

 

 

 

Dokumente zur Reformationsgeschichte

Melanchthon, Philipp (1558)
Affscheidt Der Gesandten der Außborgiscken Confession thom Colloquio tho Wormbs / welckere so lange alldar gebleuen synt / beth dat de Weddersaker nicht lenger hebben darinne procederen vnde vortfaren willen. Anno M.D. Lviij. [Gedrückt to Hamborch / dorch Johan<n> Wickradt den Jüngern.]
(An Schluss steht: "Disses synt wy / de wy hyr tho samende synt (dorch Gades gnade) willich / vnde vnderwerpen vns dem Ordell der Gelerden vnde Godtfruchtigen vnserer Kercken. Datum tho Wormbs / am ersten dage Decembris. Anno 1557. Philippus Melanthon. Joannes Brentius. Mattheus Aulerus D. Joannes Marbachius D. Joa<n>nes Pistorius Niddanus Jacobus Andree D. Georgius Cargius. Michael Dillerus. Jacobus Rimgius. Paulus Eberus." Vorwort von Paul von Eitzen. - Zum Wormser Religionsgespräch (1557).)

 

 

Von Menschen und Orten

Birgitta von Schweden (1496), Exemplar der Staatsbibliothek zu Berlin
Sunte. Birgitten. openbaringe.

Johann Tauler (?-1361) [Halberstadt, 1523]
Hystoria vnd leuent Doctor Joan. Tauleri
In: Joannis Tauleri. des hillige<n> lerers Predige faste fruchtbar vn<de> nutlick to eine<n> Christlyken leuende. Welkorer Predige gar na hyr yn düssem boke des halue<n> deels mehr synt wan yn andere<n> vorgedruckten bokere<n> / de men myddeler tydt mit der hulpe godes gefunden hefft / de syn wort ytzu<n>dt wed[...] vorwecket vn<de> aller werlt vorku<n>diget.

(Enthält außerdem zahlreiche Predigten.)

Auf der letzten Seite steht: "Hyr endigen sick de lere vnd predinge des erluchten vn<de> hochgelerde<n> Doctoris Johannis Tauleri myt groter arbeyt tho sammen gelesen / vnd myt dem besten corrigeret allen Christen / vn<de> besunderen geystlyken lüden to nutte vn<de> vorderinge öhres Christlyken vornemendes Ock tho loue vnde ere godde deme almechtighen vnde allem hymmelschen heere Nüwelick ynn ghude Sessyssche sprake transfereret vn<de> ouerset Gedrucket vn<de> vulendet to Halberstadt nha Christi gebort Dusent Vyffhu<n>dert vn<de> jm dre vn<de> twi<n>tigeste<n> jare."
(Siehe auch Luther, 1520, Faber, 1520 und Halberstadt, 1522.)

Hieronymus (345-420) [Johannes von Neumarkt (1484)]
Van deme hillighen levende des erwerdhigen unde hochgheloveden hillighen mannes unde lerers sunte Jeronimi
(Der Text des Kolophons auf der letzten Seite lautet: "Mille quadringentis simul octuaginta retentis Jn quarto cristi pro laude decus isti Hoc opus arte mei perfectum bartholomei. Ghotan degentis <et?> in vrbe lubeck residentis.")

Der Heiligen Leben (um 1478)
Der hilghen leuent. Dat samer deel. Dat wynter deel.

Der Heiligen Leben (um 1487)
Der hilghen leuent Dat winter deel. Dat samer deel.

Der Heiligen Leben (1492)
Der hyllighen leuendt Dat samer deel. Dat winter deel.
Auf der letzten Seite steht: "Hyr endighet sik dat passionael efte der hyllighen leuendt mit velen nyen mercklike<n> schone<n> historien: [...] vn<de> nu gode vn<de> syne<n> hyllyghe<n> to laue in dat lycht vth deme latine in dat dudesck ghebracht vn<de> ghedrukket. dorch dat beueel vn<de> kunst Steffani arndes. inwaner vn<de> borgher de<r> keyserlike<n> stat Lubeck. Jnt yar vnses her<en> M.cccc.xcij. vp de<n> dach sinte Elizabeth."

Der Heiligen Leben (1511)
Hyr heuet sick an dath wynter deel des Passionaels / genömet der hylligen leuendt
Der Text auf der vorletzten Seite lautet: "Hir endighet sick dat Passional / effte dat leue<n>t der hillige<n> mit vele<n> nyen merckliken historie<n> / als Bonave<n>ture / Bernardini / katherine va<n> Senis / Marie<n> medelidinge / Rochi / Benedicti des paweses / de tho Ha<m>borch mit vntellyken mertelers gedödet wart ect. vn<de> mit vele<n> andere<n> nien historie<n> (De bet her to vorborge<n> vn<de> vnbekant sint gewest) vn<de> nu gade vn<de> sine<n> hilge<n> to laue in dat lycht gebracht. Geendighet vn<de> gedrücket dorch dat beuel Ada<m> Petri / börger der stadt Basel. Anno. M.d.xj." Es folgt auf der letzten Seite eine Abbildung der Mutter Gottes. Darüber steht: "Dat ende vnde Beslueth" Darunter steht: "Tho eren der werdighen moder gades Beslueth dysses werckes Sebastiani Brandt."


Mundartbibeln

Südniederdeutsch > Ostfälisch > Göttingisch-Grubenhagensch (Ostengrisch) > Einbeckisch

Wille, Friedrich (1997)
De plattduitsche Baibel : et Aule Testament, de Laten Boiker, et Naie Testament ; eine Familien- und Heimatbibel / Friedrich Wille. - Einbeck : Scheele, 1997. - 824 S. : Ill ; 30 cm

Südniederdeutsch > Ostfälisch > Göttingisch-Grubenhagensch (Ostengrisch) > Einbeckisch

Wille, Friedrich (1994)
De plattduitsche Baibel : ne Psalmeniutwahl un et Lukas-Evangelium / oversettet von Friedrich Wille. - Soltau : Dachverb. Plattdüütsch in de Kark, 1994. - 62 S. : Ill. ; 21 cm
(De Kennung : Zeitschrift für plattdeutsche Gemeindearbeit ; Beiheft 2)

Südniederdeutsch > Westfälisch > Ostwestfälisch (Westengrisch) > Lippisch

Schmidt, Gerhard (2007)
Klassische Bibeltexte in lippsk Platt / übertragen und gelesen von Pfarrer i. R. Gerhard Schmidt. - [Detmold] : Lippischer Heimatbund und Lippische Bibelgesellschaft, [2007]. - Audio-CD
ISBN 978-3-926311-45-0
(Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 12; Die Weisen aus dem Morgenland nach Matthäus 2; Die Emmausjünger nach Lukas 24; Die Pfingstgeschichte nach Apostelgeschichte 2; Der Kämmerer aus dem Morgendland nach Apostelgeschichte 8; Der verlorene Sohn nach Lukas 15; Jesus als Brot des Lebens nach Johannes 6 (zum Erntedank); Lesung zum 2. Advent nach Jesajas 35; Die 10 Gebote nach 2. Moses 20)

Südniederdeutsch > Westfälisch > Ostwestfälisch (Westengrisch) > Ravensbergisch

Möller, Erwin (2000)
Jesus owwer sia... : de sialigmaken Kunne van iusen Herrn un Heiland Jesus Krist / üawerdriagen in iuse Ravensbiarger Mundoart van Erwin Möller. Hrsg. vom Kreisheimatverein Herford. - Bad Oeynhausen : heka-Verl., 2000. - 310 S. ; 21 cm
(Ränghiusen A.D. 2000)
ISBN 3-928700-57-X
(Die vier Evangelien, Apostelgeschichte, Offenbarung des Johannes.)

Südniederdeutsch > Westfälisch > Ostwestfälisch (Westengrisch) > Ravensbergisch

Möller, Erwin (2001)
Häolt jui wacker! : de Breiwe iuden Nuigen Testamente / üawerdriagen in iuse Ravensbiarger Mundoart van Erwin Möller. Riutgieben vannen Kreisheimatverein Herford. - Bad Oeynhausen : heka-Verl., 2001. - 191 S. : Ill. ; 21 cm
ISBN 3-928700-61-8

Südniederdeutsch > Westfälisch > Ostwestfälisch (Westengrisch) > Ravensbergisch

Stolte, Heinrich (2007)
Das Neue Testament / in die ostwestfälisch-niederdeutsche Mundart des Ravensberger Landes übersetzt von Heinrich Stolte. Auf Grundlage der maschinenschriftlichen Fassung von Meta Koch herausgegeben von Olaf Bordasch. - 2007. - 322 S.
(Neues Testament. Ausgabe der Übersetzung der Bücher und Briefe des Neuen Testamentes in das Brockhäger Platt, 1933 von Heinrich Stolte. Siehe auch die Sammlung Alte bekannte Lieder in Ravensberger Mundart mit zahlreichen Kirchenliedern.)

Südniederdeutsch > Westfälisch > Südwestfälisch > Märkisch

Ludwigsen, Horst (2003)
Dat Olle Testament : dei Geschichtsbäuker ; dei fif Bäuker Mose, Josua, ut diär Richtertid, Samuel, ut diär Küönigstid ; dei Geschichte vam Volke Israel, so as dei Bibbel dat vertellt / üöwwersatt in westfäölisch-miärkisch Plattdüütsch van Horst Ludwigsen. - 2. verb. Aufl. - Altena Westf. : Heimatbund Märkischer Kreis, 2003. - IX, 350 S. : Ill.
ISBN 3-926890-24-X

(Digitalisat 2010 als daunlots. internetbeiträge des christine-koch-mundartarchivs am maschinen- und heimatmuseum eslohe nr. 14-18 veröffentlicht.)

Die fünf Bücher Mose, Josua, Richter, Samuel, Könige.
In der westfälisch-märkischen Mundart sind die alten Dual-Formen iëhrt ("ihr") und ink ("euch") in der 2. Person des Personalpronomens an die Stelle der Pluralformen getreten.
Die westfälisch-märkische Mundart gehört zu den Mundarten, die zwischen dem Dativ und dem Akkusativ des Personalpronomens unterscheiden: mi ("mir"), di ("dir"), miëck ("mich"), diëck ("dich").
Diese grammatische Besonderheit, die heutzutage nur noch am Südrand des westfälischen Raumes vorkommt, war früher viel weiter verbreitet (vgl. Westerman, 1524, Wittenberg, 1528a und Quernheim von, 1589.).

Südniederdeutsch > Westfälisch > Südwestfälisch > Märkisch

Ludwigsen, Horst (2007)
Via dolorosa van Jerusalem nao Emmaus : Linolschnitte un dei belangrîksten Stîen vam Lîden und Stiärwen Jesu Christi ût diäm Niggen Testament in miärkisch-westfäölischem Plattdüütsch, ût diär Luther-Bibbel un diär latînschen Vulgata / Horst Ludwigsen. - 1. Aufl. - Altena : Heimatbund Märkischer Kreis. - 2007. - 84 S. : Ill.
(Veröffentlichungen des Heimatbund Märkischer Kreis)
ISBN 3-926890-31-2

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Ostfriesisch

Boekhoff, Oldig (1924)
Dat näie Testament / in dat ostfräske Plattdüts öferset't van O. Boekhoff. - 2. Aufl. - Aurich : Dunkmann, 1924. - 411 S. ; 19 cm
(1. Aufl. 1915.)

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Ostfriesisch

Herlyn, Gerrit (1983)
Dat Neei Testament : veer Apostels, een Evangelium / weergeven un wiedergeven in oostfreeske Taal van Gerrit Herlyn. - Weener (Ems) : Risius, 1983. - 374 S.
ISBN 3-88761-009-1

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Ostfriesisch

Herlyn, Gerrit (1984)
Dat Neei Testament : dat Evangelium in Breven / weergeven un wiedergeven in oostfreeske Taal van Gerrit Herlyn. - Weener (Ems) : Risius, 1984. - 282 S.
ISBN 3-88761-008-3

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Ostfriesisch

Herlyn, Gerrit (1981)
Dat Lukas-Evangelium / weergeven un wiedergeven van Gerrit Herlyn. - Weener : Risius, 1981. - 68 S.
ISBN 3-88761-001-6

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Ostfriesisch

Herlyn, Gerrit (1985)
66 Pessalms / weergeven un wiedergeven in oostfreeske Taal van Gerrit Herlyn. - Weener (Ems) : Risius, 1985. - 113 S.
ISBN 3-88761-029-6

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Ostfriesisch

Köppen, Paul (1953)
Dat Bok Hiob / in dat ostfreeske Plattdütsk översett van Paul Köppen. - Aurich : Meyer, 1953. - 63 S.

Siehe auch die Bibliographie der Bibelübersetzungen in das Friesische.

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Unterelbemundart

Fuhst, Christian (2004)
Dat plattdüütsch Nee Testament / öwersett von Christian Fuhst. - Bliedersdorf : Kirchengemeinde Bliedersdorf, 2004. - 356 S. : Ill., Kt.

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Jessen, Johannes (2006)
Dat Ole un dat Nie Testament in unse Moderspraak / übersetzt ins Niederdeutsche von Johannes Jessen. - Göttingen : Vandenhoeck und Ruprecht, 2006. - 456, 560 S. ; 22 cm
(Neuauflage der ursprünglich getrennt erschienen Ausgaben. 1. Aufl. 1937 und 1933.)
ISBN 978-3-525-60431-1
(Bd. 1: Dat Ole Testament in unse Moderspraak : vun dat Beste en goot Deel
Bd. 2: Dat Nie Testament in unse Moderspraak.)

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Jessen, Johannes (1935)
D. Martin Luther sien Lütt Katekism, in unse Moderspråk / vun Johannes Jessen. - Hamburg : Meißners Verlag, [1935]. - 30 S.

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Muuß, Rudolf (1984)
Dat Niee Testament plattdüütsch / Rudolf Muuß. - 2. durchges. Aufl. - Breklum : Breklumer Verlag, 1984. - 514 S.
(1. Aufl. 1975.)
ISBN 3-7793-0614-X

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Paulsen, Johannes (1885a)
Dat Nie Testament : vun unsen Herrn un Heiland Jesus Christus na de plattdütsche Oewersettung vun Johann Bugenhagen [übers. von Johannes Paulsen]. - Kropp : Bokhandlung "Eben-Ezer", 1885. - V, 440, 108 S.

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Paulsen, Johannes (1885b)
De Psalmen na de plattdütsche Owersettung / vun Dr. Johann Bugenhagen [übers. von Johannes Paulsen]. - Kropp, 1885. - V, 108 S.

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Ruhberg, Herbert (1999)
Plattdüütsch in de Kark ut Noordelbien : Lektionar ; Texte ut dat Ole Testament / in de plattdüütsch Spraak överdragen (ut dat Hebräische) vun Herbert Ruhberg. Bearbeidt' vun enem lütten Krink ut de Arbeitsgrupp "Plattdüütsch in de Kark in Lübeck". - 2. Uplaag. - Lübeck : Arbeitsgrupp "Plattdüütsch in de Kark in Lübeck", 1999. - 173 S.
(To'n Gedenken an Herbert Ruhberg 16. Februar 1911 - 18. April 1998.)

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Schade, Karl Emil (2003)
Dat Niee Testament / översett ut den Uurtext vun Karl-Emil Schade. - 1. Aufl. - Neumünster : Wachholtz, 2003. - 316 S.
ISBN 3-529-04961-1

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Schade, Karl-Emil (1996)
Dat Ole Testament / översett ut den Uurtext vun Karl-Emil Schade. Rutgeben vun den Arbeidskrink "Plattdüütsch in de Kark" in Nordelbien. - Neumünster : Wachholtz, 1996 . - 936 S. ; 24 cm
ISBN 3-529-04958-1

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Schade, Karl-Emil (2000)
Dat Ole Testament / Karl-Emil Schade . - Neumünster : Wachholtz, 2000. - CD
ISBN 3-529-04959-X

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Schade, Karl-Emil (2001)
De Apokryphen : verborgene Schriften to dat Ole Testament / översett ut den Uurtext vun Karl-Emil Schade. - Neumünster : Wachholtz, 2001. - 203 S. ; 24 cm
(Edition Fehrs-Gilde)
ISBN 3-529-04960-3

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Schade, Karl-Emil (1992)
De Psalmen plattdüütsch / översett ut den Urtext vun Karl-Emil Schade. Rutgeben vun den Arbeidskrink Plattdüütsch in de Kark in Nordelbien. - Neumünster : Wachholtz, 1992. - 203 S.
(Edition Fehrs-Gilde)
ISBN 3-529-04956-5

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Holsteinisch

Schade, Karl-Emil (2005)
De lütte Katechissen / vun Martin Luther. Plattdüütsch vun Karl-Emil Schade. - Neumünster : Wachholtz, 2005. - 46 S.
(Edition Fehrs-Gilde)
ISBN 3-529-04962-X

Nordniederdeutsch > Nordniedersächsisch > Schleswigsch?

Stoltenberg, Theodor (1926)
De lütt Katechismus / Martin Luther. Theodor Stoltenberg (Übers.). - Schleswig : J. Bergas, 1926. - 16 S.

Nordniederdeutsch > Mecklenburgisch-Vorpommersch > Mecklenburgisch

Voß, Ernst (1993)
Dat Ni Testament : för plattdütsch Lüd in ehr Muddersprak oewerdragen / Ernst Voß. - Stuttgart : Deutsche Bibelgesellschaft, 1993. - 479 S. ; 21 cm
(Text der 3. durchges. Aufl. der Ausg. Wien 1960. - 1. Aufl. 1929.)
ISBN 3-438-02602-3

Nordniederdeutsch > Mecklenburgisch-Vorpommersch > Mecklenburgisch

Homuth, Karl (1979)
Dat Oll Testament plattdütsch : dei Lihrbäuker / ins Plattdeutsche übertragen von Karl Homuth. Hrsg. von der Bibelanstalt Altenburg. - Altenburg : Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft, 1979. - 319 S. ; 17 cm
(1. Aufl. 1963?. Altes Testament in Auszügen.)

Ostniederdeutsch > Plautdietsch

Neufeld, J.J. (1987)
Daut Niehe Tastament plautdietsch / fonn J.J. Neufeld äwasat. - Winnipeg/Manitoba u.a.: Kindred Press, 1987. - 483 S.
ISBN 0-919797-76-8
(Neues Testament.)

Ostniederdeutsch > Plautdietsch

Reimer, Elmer (2000)
[Daut Niehe Tastament] / [äwasat fonn] Elmer Reimer. - [2000]. - Elektronischer Text ; Gesprochener Text
(Neues Testament.)

Ostniederdeutsch > Plautdietsch

Zacharias, Ed (2003)
De Bibel : the complete Bible in Plautdietsch / by Ed Zacharias (translator) ; John J. Neufeld (translator). - Winnipeg : Kindred Press, 2003
ISBN 0-921788-97-5
(Altes und Neues Testament. - Titelaufnahme nach bibliographischen Angaben des Verlegers.)

Ostniederdeutsch > Plautdietsch

Friese, Jehaun (2008)
De Bibel : de ganse Heilje Schreft ; soo dijcht aus daut mäajlijch wea, no onsem Verständnis, nom Grundtatjst äwasat / von Jehaun Friese. - De easchte Opploag. - Eschenburg : GBV Dillenburg, 2008
ISBN 978-3-86698-228-4 (schwoat)
ISNB 978-3-86698-229-1 (brün-Goldschnett)

Kinderbibeln

Christians-Albrecht, Anita und Burgwal, Wilko (2007)
Dat groote Bibel-Billerbook up Platt : all Geschichten ut de Rieg "Wat uns de Bibel vertellt" up Plattdüütsch / överdraagen up de Grundlage van de Text van Hellmut Haug, Ausgabe der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart, van Anita Christians-Albrecht und Wilko Burgwal. Maalt van Kees de Kort. - Burgdorf, 2007

Hörbibel

Christians-Albrecht, Anita und Burgwal, Wilko (2011)
Dat groote plattdüütsche Bibel-Hörbook för lüttje un groote Kinner / vertellt van Yared Dibaba. Anita Christians-Albrecht (Übers.) ; Wilko Burgwal (Übers.). AG Plattdüütsch in de Kark. - Lümborg/Burgdörp: LAGOline Music, 2011. - 2 CDs
ISBN 978-3-936639-32-2


Altsächsischer Heliand

Handschrift
Paraphrasis Evangelij veteri lingua Germanica

Altsächsischer Text
Bibliotheca Augustana: Der Heliand

Altsächsischer Text
Bibliotheca Augustana: Altsächsische Genesis

Übersetzung
Heliand : Christi Leben und Lehre nach dem Altsaechsischen ; mit Ornamenten aus Handschriften des IX. Jahrhunderts / von Karl Simrock. Dritte Auflage. - Berlin : G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1882, 217 S.

Wissenschaftliche Textausgabe
Heliand oder die altsächsische Evangelien-Harmonie / herausgegeben von J. Andreas Schmeller. - [München, Stuttgart, Tübingen], 1830

 

 

EXKURS ZUR GOTISCHEN BIBELÜBERSETZUNG DES WULFILA


Register

Bugenhagen, Johannes (Reformator und Historiker)
Verfügbare von Bugenhagen verfasste oder herausgegebene Werke in niederdeutscher Sprache (einschließlich niederdeutscher Übersetzungen): Bugenhagen, 1524 ; Bugenhagen, 1525 ; Bugenhagen, 1526a ; Bugenhagen, 1526b ; Bugenhagen, 1527 ; Bugenhagen, 1528 ; Bugenhagen, 1529 ; Bugenhagen, 1531 ; Bugenhagen, 1531b ; Bugenhagen, 1532 ; Christlike vnde Erbare erthöginge, 1532 ; Bugenhagen, 1533 ; Bugenhagen, 1546 ; Bugenhagen, 1580 ; Bugenhagen, 1586 ; Bugenhagen, 1610 ; Bugenhagen, 1653 ; Rode, 1527 ; Luther, 1533 ; Paulsen, 1885a ; Paulsen, 1885b ; Braunschweig, 1528 ; Hamburg, 1529 ; Lübeck, 1531 ; Bremen, 1534 ; Pommern, 1535 ; Dänemark, 1537 ; Schleswig-Holstein, 1542 ; Braunschweig-Wolfenbüttel, 1543 ; Hildesheim, 1544 ; Schleswig-Holstein, 1601 ; Wittenberg, 1525 ; Erfurt, 1526 ; Wittenberg, 1529 ; Wittenberg, 1530 ; Lübeck, 1533/34 ; Wittenberg, 1541 ; Magdeburg, 1541 ; Wittenberg, 1565 ; Wittenberg, 1569 ; Wittenberg, 1574 ; Magdeburg, 1578b.

Corvinus, Antonius (Reformator)
Verfügbare von Corvinus verfasste Werke in niederdeutscher Sprache (einschließlich niederdeutscher Übersetzungen): Corvinus 1537, Corvinus 1538a, Corvinus 1538b, Corvinus 1539, Braunschweig-Calenberg, 1543, Braunschweig-Wolfenbüttel, 1543, Braunschweig-Calenberg, 1544, Hildesheim, 1544, Hannover, 1549.

Dietz, Ludwig (Drucker)
Verfügbare niederdeutsche Drucke von Ludwig Dietz: Rostock, 1512 - Leeder, 1520 - Rostock, 1521 - Schapherders Kalender, 1523 - Sendbrief, 1523c - Slüter, 1525 - Preußen, 1526 - Pollio, 1529 - Oldendorp, 1529 - Oldendorp, 1530 - Rhegius, 1530b - Luther, 1531c - Lübeck, 1533/34 - Schönefeldt, 1534 - Luther, 1538 - Rostock, 1539 - Rostock, 1539/40 - Mecklenburg, 1540 - Freder, 1543 - Bëdeboeck, 1543a - Bëdeboeck, 1543b - Mecklenburg, 1545 - Brenz, 1546 - Bugenhagen, 1546 ; Högelcke, 1546 - Melanchthon, 1547 - Rostock, 1549 - Rostock, 1548/1553 - Omcken, 1551 - Freder, 1553 - Rostock, 1553 - Luther, 1556 - Mecklenburg, 1557.

Freder, Johannes (Theologe)
Verfügbare Werke von Johannes Freder: Freder, 1543, Freder, 1545, Freder, 1553, Freder, 1557, Freder, 1578, Freder, 1579.

Gryse, Nicolaus (Prediger und Biograph)
Verfügbare Werke von Nicolaus Gryse: Gryse, 1588, Gryse, 1593a, Gryse, 1593b, Gryse, 1596, Gryse, 1602, Gryse, 1604a, Gryse, 1604b, Gryse, 1604c, Gryse, 1614a, Gryse, 1614b.

Omcken, Gerdt (Theologe)
Verfügbare niederdeutsche Werke von Gerdt Omcken: Soest, 1532, Omcken, 1551.

Slüter, Joachim (Reformator)
Verfügbare Werke von Joachim Slüter: Slüter, 1525, Slüter, 1529, Slüter, 1525 und 1531, Slüter, 1541a, Slüter, 1541b, Slüter, 1555, Slüter, 1557.

Westermann, Johann (Reformator)
Von Johann Westermann verfasste bzw. herausgegebene Werke: Westermann, 1524, Westermann, 1525.

Wolder, David (Theologe, Dichter, Übersetzer)
Von David Wolder verfasste bzw. herausgegebene Werke in niederdeutscher Sprache und von Wolder verfasste niederdeutsche Übersetzungen: Wolder, 1590, Hamburg, 1596b, Wolder, 1612, Mathesius, 1596, Sachs, 1597a, Sachs, 1597b, Sachs, 1605a und Sachs 1605b.

Dänemark
Niederdeutsche Literatur mit Bezug auf Dänemark: Denscke Kroneke (1490), Denscke Kroneke (1502), Sendbrief (1523a), Sendbrief (1523b), Sendbrief (1535), Warhaftyge nyge tydynge (1535), Schleswiger Stadtrecht (1534), Geyßpuscher (1559), Dat Denische Seerecht (1572), Dat Rechte Judske Lowbock (1593).

 

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Stand: 18. September 2018 Startseite Kontakt